Bei Aufwand, Zeit oder Risiko wirkt ein einzelner Schätzwert oft zu glatt für die reale Unsicherheit. Three-Point Estimation zieht Optimismus, Wahrscheinlichkeitswert und Pessimismus zusammen und macht Spannbreiten belastbar.
Three-Point Estimation
Setzt optimistic, likely und pessimistic Werte in Beziehung, um Range, Erwartungswert und Risikobild abzuleiten.
Welche realistische Bandbreite (von optimistisch bis pessimistisch) beschreibt das Schätzobjekt, und welche Risiken treiben die Differenz zwischen den drei Werten?
Drei unterschiedliche Sichtweisen auf dieselbe Arbeit werden kombiniert, statt einen Mittelwert blind zu behaupten. Dadurch wird die Unsicherheit nicht versteckt, sondern in eine planbare Range und Erwartung übersetzt. Das Verfahren ist besonders nützlich, wenn Puffer und Risiko sauber begründet sein sollen.
Visuelle Orientierung
Methodenskizze für ein schnelles Grundgefühl.
Ablauf
- 1Schätzobjekt klären
- 2Optimistischen Wert bestimmen
- 3Wahrscheinlichsten Wert bestimmen
- 4Pessimistischen Wert bestimmen
- 5Range, Erwartungswert und Risiken ableiten
Das Runsheet führt mit 5 Phasen, Timeboxen, 5 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.
Runsheet öffnenIdeal für
- Unsichere Aufgaben
- Projektplanung
- Risikobewertung
Nicht gut für
- Sehr kleine Standardaufgaben
- Große ungeschnittene Epics
- Teams ohne Kontext
Vertiefung
Three-Point Estimation schützt Planung vor falscher Genauigkeit, indem Optimismus, Normalfall und ungünstiger Verlauf gemeinsam betrachtet werden. Die drei Werte brauchen Begründung und dürfen keine beliebige Spanne sein. Risiko und Puffer werden verständlicher, sobald die Streuung bewusst gelesen wird.
Die Arbeitseinheit und ihre Done Grenze müssen vorab klar sein, sonst beschreiben optimistisch, wahrscheinlich und pessimistisch drei verschiedene Vorhaben. Aussagekräftig wird der Ansatz, wenn alle drei Werte aus demselben mentalen Modell des Problems entstehen. Schließe mit einer Planungsrange und einer knappen Begründung für Reserve oder Risikopuffer.
Three-Point Estimation ArbeitsvorlageKompakte Arbeitsvorlage für Three-Point Estimation mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.markdown
three-point-estimation-working-template.md
Kompakte Arbeitsvorlage für Three-Point Estimation mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.
Three-Point Estimation Arbeitsvorlage
Ziel
Schätzt optimistischen, wahrscheinlichsten und pessimistischen Wert, um Unsicherheit explizit zu machen.
Kontext
Wann und wofür nutzen wir diese Methode?
Input
Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?
Durchführung
Kurze Notizen entlang des Runsheets.
Ergebnisartefakte
- Three-Point Estimate:
- Risk Range:
- Assumption Notes:
Annahmen und offene Fragen
- ...
Entscheidung / Nächster Schritt
Owner, Datum und Erfolgssignal.
Wann stattdessen?
Kurze Entscheidungshilfe für vorhandene Alternativen.
Statt Three-Point Estimation, wenn ihr Schätzungen relativ kalibrieren wollt und gemeinsame Annahmen offenlegen möchtet.
Statt Three-Point Estimation, wenn ihr Aufwand in reinen Arbeitstagen ausdrücken wollt und Teamkalibrierung beherrschbar halten möchtet.
Ähnliche Methoden
Alle MethodenRechnet drei Schätzwerte zu einer belastbaren Erwartung zusammen und macht Streuung sowie Risiko sichtbar.
Lässt Expertinnen unabhängig schätzen, diskutiert Abweichungen und verengt die Bandbreite zu tragfähiger Planung.
Nutzt Durchsatz und Cycle Time für Forecasts statt Punkteschätzungen und kalibriert Planung regelmäßig mit Realität.
Bündelt Expertenschätzungen in Runden, bis Bandbreiten, Konsens und Annahmen belastbar genug sind.
Ordnet Hauptthese, Pro- und Contra-Argumente sowie Belege zu einer klaren Decision Rationale.
Sortiert Fälle in passende Domänen und leitet Handlungen ab, die dem Grad an Klarheit oder Komplexität entsprechen.