Wenn Teams Bedürfnisse nur aus Annahmen ableiten und echte Motive fehlen, liefern User Interviews direkten Zugang zu Verhalten und Bedeutung. Gespräche aus dem Alltag der Zielgruppe machen Muster, Spannungen und offene Fragen belastbar sichtbar.
UX Research Research-Methode
User Interviews
Macht sichtbar, wie Menschen konkrete Situationen erleben.
User Interviews sammeln durch Zuhören und Nachfragen nachvollziehbare Berichte über Bedürfnisse, Entscheidungen und Schwierigkeiten. Einzelne Aussagen bleiben mit ihrem Kontext und offenen Forschungsfragen verbunden.
Welche Erfahrungen, Bedürfnisse und Beweggründe prägen diese Nutzungssituation, und was müssen wir darüber noch lernen?
- Teilnehmende
- 1 Interviewperson je Gespräch
- Zeit
- 30–60 min je Gespräch; Vor- und Nachbereitung zusätzlich
Ein Gespräch ist ein Teil der Recherche. Auswahl und Anzahl der Personen richten sich nach Lernziel, Vielfalt und verbleibenden Lücken.

Frame
Lernziel und Personen klären
Die Forschungsfrage mit relevanten Erfahrungen verbinden.
Prepare
Leitfaden erproben
Offene Themen und verständliche Nachfragen vorbereiten.
Listen
Erfahrungen im Gespräch erkunden
Zuhören und konkrete Situationen nachvollziehen.
Synthesize
Muster und Gegenbeispiele prüfen
Berichte fortlaufend entlang der Lernfrage auswerten.
Apply
Erkenntnisse weiterverwenden
Aus dem Lernstand eine begründete Folgeaktion ableiten.
Werte fortlaufend aus. Ergänze den Leitfaden bei Verständnislücken, halte Änderungen fest und suche gezielt nach abweichenden Erfahrungen.
Geeignet, wenn
Du möchtest Erfahrungen und Beweggründe einer passenden Zielgruppe verstehen und Fragen für Produkt-, Service- oder Discovery-Arbeit schärfen.
Ideal für
- Early Discovery
- Problem Validation
- Empathy Building
Nicht gut für
- Task Success messen
- Große Quant-Fragen
Ergebnisse

Gesprächsleitfaden
Offene Themen und Nachfragen passend zur Forschungsfrage.

Belegbare Notizen
Aussagen mit Kontext und Quelle, getrennt von eigener Deutung.

Erkenntnisse und Fragen
Muster, Gegenbeispiele und begründete nächste Lernschritte.
Leitfaden und Notizraster
Fiktives Lehrbeispiel
Fiktiver Ausschnitt einer Recherche zu Werkzeugausleihe. Die Texte zeigen die Dokumentstruktur; sie sind keine erhobenen Aussagen.
Forschungsfokus
Lernfrage, Situation und passende Erfahrungen benennen.
Fiktiv: Wie wird Werkzeug für eine kurzfristige Reparatur organisiert?
Einstieg und Rahmen
Zweck, freiwillige Teilnahme, Zeit und Umgang mit Notizen klären.
Fiktiv: Wir möchten einen konkreten Ausleihfall verstehen. Einzelne Fragen können offenbleiben; Notizen werden nur im vereinbarten Rahmen genutzt.
Gesprächsimpulse
Offen nach dem letzten konkreten Fall fragen und den Ablauf vertiefen.
Fiktiv: Wie haben Sie beim letzten Reparaturbedarf das passende Werkzeug gefunden? Was geschah anschließend? An welcher Stelle mussten Sie nachfragen?
Notiz mit Quellenbezug
Personencode, Kontext, Aussage, eigene Deutung und offene Frage getrennt erfassen.
Fiktiv: F1 berichtet eine Rückfrage zur Reservierung. Deutung: Verfügbarkeit könnte wichtig sein. Offen: Welche Rolle spielte Zeitdruck?
Weitere Themen und Nachfragen passend zum Lernziel ergänzen. Eigene Deutungen bleiben getrennt von den Aussagen.
Erster Schritt
Benenne eine Forschungsfrage, die relevante Nutzungssituation und die Personen, deren Erfahrung du dafür brauchst.
Wie geht es weiter?
Vertiefung
Offene Fragen werden an konkrete Erlebnisse gekoppelt, damit nicht Meinungen, sondern Beispiele und Kontexte sichtbar werden. Aus den Erzählungen entstehen wiederkehrende Themen und Hypothesen, die sich gut in Entscheidungen und weitere Research-Vertiefung übersetzen lassen.
User Interviews funktionieren, weil sie Motive, Entscheidungskriterien und situative Zwänge aus erster Hand zugänglich machen. Die Methode wird ergiebig, wenn nach konkreten Erlebnissen, letzten Beispielen und tatsächlichen Verhaltensmustern gefragt wird statt nach allgemeinen Meinungen. Gute Anwendung hört auf Sprache, Brüche und implizite Prioritäten, damit aus Gesprächen belastbare Einsichten für Produktentscheidungen entstehen.
Rekrutiere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner entlang der eigentlichen Fragestellung und baue den Leitfaden um konkrete Situationen auf. Besonders wichtig wird es bei hypothetischen Antworten; dann lohnt sich die Rückkehr zu einem realen letzten Fall. Schließe mit einer frischen Synthese aus Zitaten, Mustern und offenen Folgefragen, solange die Beobachtung noch lebendig ist.
Die Methodenanleitung führt mit 5 Phasen, Zeitrahmen, 5 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.
Methodenanleitung öffnenDeine Einschätzung
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Quellen und Themen
User Interviews: ArbeitsvorlagePlane eine Interviewrunde oder einen ausgewählten Arbeitsblock. Der Plan verbindet Lernziel, passende Personen und Auswertung.markdown
user-interviews-working-template.md
Plane eine Interviewrunde oder einen ausgewählten Arbeitsblock. Der Plan verbindet Lernziel, passende Personen und Auswertung.
User Interviews: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Eine Interviewrunde vorbereiten Zeit: Mehrere Termine; Gesprächsdauer und Auswertung gesondert planen
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Forschungsfrage, flexibler Leitfaden, Kontakt- und Terminplanung sowie ein Notizraster. Aufzeichnungen nur mit geklärtem Einverständnis und geeignetem Ablagezugang.
- Rollen: Eine Person führt das Gespräch, eine Interviewperson berichtet. Eine weitere Person kann mit Einverständnis Notizen führen. Die Rechercheverantwortung koordiniert Auswahl, Auswertung und Weiterverwendung.
- Vorab-Infos: Vorwissen und Annahmen sammeln, relevante Erfahrungen für die Rekrutierung benennen und Forschungsfragen von den späteren Gesprächsfragen unterscheiden.
- Gesamter Zeitbedarf: Als Orientierung 30 bis 60 Minuten je Gespräch. Rekrutierung, Leitfaden, unmittelbare Nachbereitung und Synthese werden zusätzlich geplant; die gesamte Runde kann mehrere Tage benötigen.
- Setup: Zweck, Ablauf, freiwillige Teilnahme und Umgang mit Daten verständlich erklären. Ruhige Gesprächssituation schaffen; den Leitfaden vorab erproben und Unterbrechungen vermeiden.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Frame: Lernziel und Personen klären
- Eine offene Produkt- oder Servicefrage
- Vorwissen über die relevante Nutzungssituation
Prepare: Leitfaden erproben
- Forschungsfokus und Auswahlkriterien
- Vorwissen und erkennbare Annahmen
Listen: Erfahrungen im Gespräch erkunden
- Passende Interviewperson und geklärte Teilnahme
- Leitfaden, Zeitrahmen und Notizmöglichkeit
Synthesize: Muster und Gegenbeispiele prüfen
- Nachbereitete Notizen und Quellenverweise
- Forschungsfrage und dokumentierte Auswahl
Apply: Erkenntnisse weiterverwenden
- Synthese mit Belegen und offenen Fragen
- Anstehende Produkt- oder Serviceentscheidung
Leitfaden und Notizraster
Forschungsfokus
Lernfrage, Situation und passende Erfahrungen benennen.
...
Einstieg und Rahmen
Zweck, freiwillige Teilnahme, Zeit und Umgang mit Notizen klären.
...
Gesprächsimpulse
Offen nach dem letzten konkreten Fall fragen und den Ablauf vertiefen.
...
Notiz mit Quellenbezug
Personencode, Kontext, Aussage, eigene Deutung und offene Frage getrennt erfassen.
...
Den Leitfaden vor dem Gespräch erproben. Während des Gesprächs Kontext und Quellenbezug sichern; persönliche Daten nur im vereinbarten Umfang notieren.
Methodatlas-Lehrvorlage auf Grundlage von GOV.UK
Frame: Lernziel und Personen klären
Erwartetes Artefakt: Recherchefokus
Lernfrage · Situation · Auswahlkriterien · offene Lücken
Eintrag:
...
- Passt die Erfahrung der Personen zur Forschungsfrage?
- Sind Reichweite und erkennbare Auswahlverzerrungen benannt?
Prepare: Leitfaden erproben
Erwartetes Artefakt: Erprobter Gesprächsleitfaden
Thema · offene Frage · mögliche Nachfrage · Notizfeld
Eintrag:
...
- Lassen die Fragen auch unerwartete Antworten zu?
- Ist der Umgang mit Notizen und Aufzeichnungen geklärt?
Listen: Erfahrungen im Gespräch erkunden
Erwartetes Artefakt: Zuordenbare Gesprächsnotizen
Personencode · Kontext · Aussage · Nachfrage · eigene Deutung
Eintrag:
...
- Wird ein konkreter Fall verständlich?
- Sind Bericht, direkte Beobachtung und eigene Interpretation unterscheidbar?
Synthesize: Muster und Gegenbeispiele prüfen
Erwartetes Artefakt: Nachvollziehbare Synthese
Thema · Belege · Gegenbeispiel · Deutung · offene Frage
Eintrag:
...
- Sind Quellen und widersprechende Fälle erhalten?
- Ist die Reichweite der Aussage angemessen begrenzt?
Apply: Erkenntnisse weiterverwenden
Erwartetes Artefakt: Lernstand und nächste Schritte
Erkenntnis · Reichweite · Entscheidung · offene Frage · Owner
Eintrag:
...
- Passt die Folgerung zur vorhandenen Evidenz?
- Ist der nächste Lernschritt konkret?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/user-interviews/run-sheet
Alternativen und Nachbarn
Passende Alternativen mit Entscheidungshilfe, danach weitere verwandte Methoden.

Statt User Interviews, wenn du mit Surveys breites, standardisiertes Feedback aus vielen Personen statt Einzelfälle sammeln willst.

Macht Wissen, Annahmen und Lücken über eine Nutzergruppe greifbar und zeigt, wo Evidenz fehlt.

Verdichtet Kundengespräche zu Opportunity Themes und Zitaten, die echte Chancen vom bloßen Wunsch trennen.

Beobachtet reale Arbeit im Kontext und verbindet sie mit Rückfragen, um Workflow Insights präzise zu erfassen.

Bündelt Phasen, Emotionen und Pain Points entlang einer Reise, um Opportunities und kritische Momente zu priorisieren.

Hält Erfahrungen über Zeit in Diary Entries fest und macht longitudinale Muster sichtbar, die punktuelle Research verpasst.
Rahmenbedingungen und Herkunft
Steckbrief
- Methodenform
- Research-Methode
- Teilnehmende
- 1 Interviewperson je Gespräch
- Zeit
- 30–60 min je Gespräch
- Reifegrad
- Canonical
- Ursprung
- UX Research Community


