methodatlas

Product Discovery Research-Methode

Opportunity Interview

Zeigt, welche Bedürfnisse sich in einer konkreten erlebten Situation erkennen lassen.

Das Opportunity Interview sammelt konkrete vergangene Erlebnisse, um unerfüllte Bedürfnisse, Hindernisse und Wünsche im Nutzungskontext zu entdecken. Die Erzählung liefert Hinweise für weitere Discovery.

Kernfrage
Welche Bedürfnisse zeigen sich in einer konkreten erlebten Situation?
Teilnehmende
5-12 Interviews Beteiligte
Zeit
20–30 Minuten Gespräch, 15 Minuten Synthese; wiederkehrend nach Lernbedarf.
Papierillustration zu Opportunity Interview
  1. Einstieg

    Einstieg

    Zweck, Freiwilligkeit und Aufzeichnung klären; ein kürzliches relevantes Ereignis auswählen.

  2. Erzählung

    Erzählung

    Auslöser, Schritte, Entscheidungen und Ergebnis chronologisch erzählen lassen.

  3. Vertiefung

    Vertiefung

    An konkreten Wendepunkten nach Ziel, Hürde, Umgang und Bedeutung fragen.

  4. Snapshot

    Snapshot

    Fakten, Zitate, Deutungen und offene Fragen getrennt verdichten.

Nach jedem Gespräch eine Interview-Snapshot erstellen und offene Kontraste gezielt weiter untersuchen.

Geeignet, wenn

Für kontinuierliche Discovery, wenn das Team den Alltag seiner Zielgruppe besser verstehen möchte.

Ideal für

  • Continuous Discovery
  • Problem Framing
  • Opportunity Mapping

Nicht gut für

  • Usability Feedback auf konkrete Designs
  • Sales Pitches

Ergebnisse

  • Interview-Snapshot

    Interview-Snapshot mit Ereignisfolge, belegten Bedürfnissen und offenen Fragen.

  • Opportunity- und Rechercheplan

    Der Rechercheplan verknüpft Bedürfnisse in Kundensprache mit konkreten Erlebnissen und benennt weitere Fälle, die offene Wissenslücken klären sollen.

Opportunity Interview · Arbeitsvorlage

Fiktives Beispiel

Das Opportunity Interview sammelt konkrete vergangene Erlebnisse, um unerfüllte Bedürfnisse, Hindernisse und Wünsche im Nutzungskontext zu entdecken. Die Erzählung liefert Hinweise für weitere Discovery.

Kontext und Erzählanker

Welche Person, welches relevante Ereignis und welche Einwilligung? Keine unnötigen Identifikationsdaten notieren.

Fiktiv, Person P03: suchte am Dienstag einen Abendkurs. Freiwilliges Gespräch; nur Notizen vereinbart. Einstieg: den Ablauf der letzten Kurssuche erzählen lassen.

Ereignisfolge

Auslöser, konkrete Schritte, Entscheidungen und Ergebnis festhalten.

Nach einer Schichtplanänderung öffnete P03 drei Kursseiten, schrieb Zeiten auf Papier ab und rief wegen eines unklaren Endtermins an. Eine Anmeldung erfolgte noch nicht.

Opportunities mit Beleg

Bedürfnis, Szene und Aussage getrennt von eigener Interpretation festhalten.

Opportunity: alle Termine mit wechselnden Schichten abgleichen können. Beleg: Zeiten wurden abgeschrieben und telefonisch ergänzt. Interpretation des Teams: die Einzelansicht erschwert den Vergleich; noch ungeprüft.

Kontraste und Anschluss

Welche offenen Fragen, Gegenfälle und nächsten Interviews helfen beim Lernen?

Nächster Kontrast: Person mit regelmäßigem Arbeitsplan. Unklar ist, ob fehlende Termine oder Schichtwechsel den Ausschlag gaben. Kein Schluss auf Häufigkeit aus P03.

Alle Beispielangaben sind erfunden; sie erläutern die Anwendung.

Teresa Torres: Story-Based Customer Interviews

Erster Schritt

Passende Person mit einem kürzlich erlebten relevanten Ereignis gewinnen.

Zur Methodenanleitung

Vertiefung

Zweck

Wenn Chancen noch hinter Bedarfssignalen verborgen sind, strukturiert sie Gespräche auf Bedürfnisse und Hürden. Sie sucht nach Mustern, die zu neuen Produktchancen führen.

Funktionsweise

Sie lenkt das Gespräch weg von Lösungsvorschlägen hin zu Situationen, Pain Points und gewünschtem Fortschritt. Gute Nachfragen suchen konkrete Auslöser, Hürden und Workarounds, damit Opportunity-Framing nicht aus bloßen Featurewünschen entsteht.

Im Detail

Opportunity Interviews funktionieren, weil sie Gesprächsraum für unerwartete Chancen öffnen, ohne sofort eine fertige Lösung zu bestätigen. Gute Durchführung hält sich an konkrete Erfahrungen, wiederkehrende Hürden und bislang unbeantwortete Bedürfnisse statt an spontane Featureideen. So lassen sich Chancen erkennen, die im Alltag der Zielgruppe bereits Energie, Frust oder Umwege erzeugen und deshalb relevantes Potenzial tragen.

Durchführung

Führe über einen realen Ablauf oder eine letzte konkrete Situation ein, damit Gesprächspartner nicht in allgemeine Wünsche ausweichen. Wirklich nützlich wird der Ablauf, sobald eine Reibung mehrfach auftaucht und zugleich wichtige Folgen auslöst. Schließe mit sauber getrennten Beobachtungen, ersten Opportunity Clustern und Fragen für die nächste Interviewwelle.

Die Methodenanleitung führt mit 4 Phasen, Zeitrahmen, 4 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.

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Quellen und Themen

Themen
Artefakt-Vorlagen
Opportunity Interview: ArbeitsvorlagePassende Person mit einem kürzlich erlebten relevanten Ereignis gewinnen.
markdown

opportunity-interview-working-template.md

Passende Person mit einem kürzlich erlebten relevanten Ereignis gewinnen.

Opportunity Interview: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Gesamter Durchlauf Zeit: 20–30 Minuten Gespräch, 15 Minuten Synthese; wiederkehrend nach Lernbedarf.

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Offener Leitfaden, Notizen, optional vereinbarte Aufnahme.
  • Rollen: Interviewperson, Gesprächsführung, stille Mitschrift.
  • Vorab-Infos: Passende Person mit einem kürzlich erlebten relevanten Ereignis gewinnen.
  • Gesamter Zeitbedarf: 20–30 Minuten Gespräch, 15 Minuten Synthese; wiederkehrend nach Lernbedarf.
  • Setup: Ruhigen Gesprächsort wählen; offene Erzählfrage bereithalten und eine Ereignislinie für Notizen öffnen. Mitschrift bleibt vom Gespräch getrennt.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Einstieg: Einstieg

  • Rekrutierung und Lernrahmen

Erzählung: Erzählung

  • Gewähltes Erlebnis

Vertiefung: Vertiefung

  • Wendepunkte der Geschichte

Snapshot: Snapshot

  • Notizen und Erlaubnisse

Opportunity Interview · Arbeitsvorlage

Kontext und Erzählanker

Welche Person, welches relevante Ereignis und welche Einwilligung? Keine unnötigen Identifikationsdaten notieren.

...

Ereignisfolge

Auslöser, konkrete Schritte, Entscheidungen und Ergebnis festhalten.

...

Opportunities mit Beleg

Bedürfnis, Szene und Aussage getrennt von eigener Interpretation festhalten.

...

Kontraste und Anschluss

Welche offenen Fragen, Gegenfälle und nächsten Interviews helfen beim Lernen?

...

Arbeitsimpulse mit eigenen Angaben beantworten. Unbekanntes und Annahmen ausdrücklich markieren.

Teresa Torres: Story-Based Customer Interviews

Einstieg: Einstieg

Erwartetes Artefakt: Erzählanker

Ist ein konkretes Ereignis gewählt?

Eintrag:

...

  • Ist ein konkretes Ereignis gewählt?

Erzählung: Erzählung

Erwartetes Artefakt: Ereignisfolge

Sind Handlungen und Kontext nachvollziehbar?

Eintrag:

...

  • Sind Handlungen und Kontext nachvollziehbar?

Vertiefung: Vertiefung

Erwartetes Artefakt: Bedürfnisspuren

Ist jedes Bedürfnis an eine Szene gebunden?

Eintrag:

...

  • Ist jedes Bedürfnis an eine Szene gebunden?

Snapshot: Snapshot

Erwartetes Artefakt: Interview-Snapshot

Bleibt die Herkunft jeder Opportunity sichtbar?

Eintrag:

...

  • Bleibt die Herkunft jeder Opportunity sichtbar?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/opportunity-interview/run-sheet

Alternativen und Nachbarn

Passende Alternativen mit Entscheidungshilfe, danach weitere verwandte Methoden.

Alle Methoden
Rahmenbedingungen und Herkunft
MittelWorkshop + Async30-60 min je Interview

Steckbrief

Methodenform
Research-Methode
Teilnehmende
5-12 Interviews
Zeit
30-60 min je Interview
Reifegrad
Established
Ursprung
Praxisgemeinschaft
Papierillustration eines verzweigten Baums mit Outcome an der Wurzel, darunter Kunden-Opportunities, Lösungsoptionen und kleinen Experimentkarten.
Als Nächstes: Opportunity Solution Tree