In frühen Vorhaben mit vielen Unsicherheiten wird schnell zu optimistisch geplant. Ein Pre-mortem macht das erwartete Scheitern vorweg sichtbar und schärft den Blick für Ursachen, Lücken und Gegenmaßnahmen.
Pre-Mortem
Denkt das Scheitern vorweg, um Risiken, Gegenmaßnahmen und kritische Annahmen früh sichtbar zu machen.
Welche Gründe könnten dazu führen, dass die Initiative scheitert, und welche Mitigations können wir jetzt einbauen, um diese Risiken zu reduzieren?
Das Szenario wird gedanklich an den Punkt versetzt, an dem es schon schiefgelaufen ist. Von dort aus werden plausible Auslöser, Ketteneffekte und blinde Flecken benannt, bis die heikelsten Annahmen sichtbar werden. Die entstehende Risikologik lenkt danach gezielt in Prävention, Monitoring und Notfallpfade.
Visuelle Orientierung
Methodenskizze für ein schnelles Grundgefühl.
Ablauf
- 1Initiative definieren
- 2Scheitern annehmen
- 3Gründe sammeln
- 4Risiken clustern
- 5Mitigations zuweisen
Das Runsheet führt mit 5 Phasen, Timeboxen, 5 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.
Runsheet öffnenIdeal für
- Launch Planning
- Strategic Initiatives
- High-uncertainty Projects
Nicht gut für
- Routine Tasks
- Pure Ideation
Vertiefung
Ein Pre-Mortem bricht optimistische Gruppendynamik auf, indem es ein Vorhaben gedanklich nach dem Scheitern betrachtet. Stark ist die Methode, wenn konkrete Auslöser, Abhängigkeiten und Frühwarnsignale entstehen, nicht nur allgemeine Sorgen. Der Nutzen liegt in handhabbarer Vorsorge: Risiken werden so beschrieben, dass Prävention, Monitoring oder bewusste Akzeptanz möglich werden.
Lege vorab die echte Entscheidung, die kritischste Wette und die Grenze des Vorhabens fest. Der Wendepunkt kommt, wenn aus allgemeinen Befürchtungen konkrete Frühindikatoren und vorbeugende Maßnahmen werden. Schließe mit Verantwortungen für Absicherung, Monitoring und Eskalation, nicht nur mit einer langen Risikoliste.
Pre-Mortem ArbeitsvorlageKompakte Arbeitsvorlage für Pre-Mortem mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.markdown
pre-mortem-working-template.md
Kompakte Arbeitsvorlage für Pre-Mortem mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.
Pre-Mortem Arbeitsvorlage
Ziel
Stellt sich ein zukünftiges Scheitern vor, um Risiken vorab zu erkennen.
Kontext
Wann und wofür nutzen wir diese Methode?
Input
Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?
Durchführung
Kurze Notizen entlang des Runsheets.
Ergebnisartefakte
- Risk List:
- Mitigation Plan:
- Assumption Log:
Annahmen und offene Fragen
- ...
Entscheidung / Nächster Schritt
Owner, Datum und Erfolgssignal.
Wann stattdessen?
Kurze Entscheidungshilfe für vorhandene Alternativen.
Statt Pre-Mortem, wenn ihr mit mehreren Zukunftsbildern arbeiten wollt, statt nur einen Verlauf zu planen.
Ähnliche Methoden
Alle MethodenMacht implizite Annahmen sichtbar, bewertet Unsicherheit und Fokus und plant daraus Tests oder Recherchen.
Ordnet Risiken nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkung, damit Top-Risiken und passende Maßnahmen greifbar werden.
Prüft Vorhaben aus einer Gegenperspektive, sammelt Schwachstellen und leitet priorisierte Mitigations ab.
Schärft einen geplanten Schritt über Impact, Erfolgskriterien und Risiken bis zum kleinsten sinnvollen Move.
Macht harte und weiche Grenzen sichtbar und formt daraus Entscheidungsregeln sowie Option Impact Notes.
Sortiert Fälle in passende Domänen und leitet Handlungen ab, die dem Grad an Klarheit oder Komplexität entsprechen.