methodatlas

Facilitation Entscheidungsmethode

Dot Estimation

Nutzt Punkte, um Aufwand und Risiko schnell sichtbar zu machen und gewichtige Diskussionsthemen zu markieren.

Mehrere Personen markieren ihre Schätzung direkt sichtbar, sodass sofort erkennbar wird, wo Erfahrung ähnlich ist und wo Wahrnehmung stark auseinandergeht. Der Dialog danach klärt die Ursachen der Unterschiede und liefert eine brauchbare Größenordnung für die nächste Planung.

Kernfrage
Wo verortet jede Person ein Item unabhängig auf derselben relativen Größenbahn, und welche Punktstreuung zeigt ein unterschiedliches Arbeitsverständnis?
Teilnehmende
3-20
Zeit
20–45 Minuten für 8–20 vergleichbare Items.

Die Praxis wird wiederholt auf vergleichbare Arbeitsobjekte angewendet.

Papierillustration zu Dot Estimation.
  1. Rahmen

    Punktierbasis

    Item-Satz, Größenbedeutung, Done und Referenzanker gemeinsam festlegen.

  2. Punkten

    Punktbild

    Jede Person setzt unabhängig genau einen Punkt pro Item auf die verdeckte oder gleichzeitig freigegebene Größenbahn.

  3. Lesen

    Streuungsbefund

    Cluster, Randpunkte und breite Streuung beschreiben, ohne Punkte zu mitteln oder Mehrheiten sofort zu entscheiden.

  4. Klären

    Geklärter Scope

    Randperspektiven erklären Scope, Risiken und vorhandene Komponenten; Item oder Annahme aktualisieren.

  5. Schließen

    Dot-Schätzung

    Neu punkten, tragbare Größenklasse dokumentieren und breite Reststreuung in Split oder Spike überführen.

Neue Evidenz im Review ergänzen und Schätzungen samt früherem Stand versionieren.

Geeignet, wenn

Wenn Größe oder Aufwand nur grob geschätzt werden können, verdichtet Dot Estimation Erfahrungswissen zu einer schnellen Spanne. Die Methode bringt Vergleichbarkeit in unscharfe Einschätzungen, ohne auf Scheingenauigkeit zu setzen.

Ideal für

  • Workshop Triage
  • Frühe Aufwandssichtung
  • Risikomarkierung

Nicht gut für

  • Kapazitätsplanung
  • Vertragliche Schätzung
  • Komplexe technische Analyse

Ergebnisse

  • Dot-Schätzung

    Punktverteilungen je Item mit relativer Lage, Streuung, geklärten Annahmen, finaler Größenklasse und Split-/Spike-Aufträgen.

Dot Estimation · Arbeitsstruktur

Fiktives Beispiel

Fiktive Werte zeigen die tatsächlichen Fachfelder.

Dot Estimation · Arbeitsstruktur
ItemScopeAnkerPunkte R1StreuungKlärungPunkte R2Ergebnis
Karte speichernEvidenz und Begründung ergänzen.Build, Test, Security, RolloutS=Validierung; L=neue ZahlungsartS, M, M, M, LBreit um MGast/Migration out; Security bleibtM, M, M, M, MM
ProviderwechselEvidenz und Begründung ergänzen.Auth, Migration, Fallback, ZertifizierungL=neue ZahlungsartL, XL, XL, XL, XLHoch bei XLMehrere OutcomesKeine neue RundeXL → Split
  1. 1. Scope

    Karte speichern
    Build, Test, Security, Rollout
    Providerwechsel
    Auth, Migration, Fallback, Zertifizierung
  2. 2. Anker

    Karte speichern
    S=Validierung; L=neue Zahlungsart
    Providerwechsel
    L=neue Zahlungsart
  3. 3. Punkte R1

    Karte speichern
    S, M, M, M, L
    Providerwechsel
    L, XL, XL, XL, XL
  4. 4. Streuung

    Karte speichern
    Breit um M
    Providerwechsel
    Hoch bei XL
  5. 5. Klärung

    Karte speichern
    Gast/Migration out; Security bleibt
    Providerwechsel
    Mehrere Outcomes
  6. 6. Punkte R2

    Karte speichern
    M, M, M, M, M
    Providerwechsel
    Keine neue Runde
  7. 7. Ergebnis

    Karte speichern
    M
    Providerwechsel
    XL → Split

Alle Werte sind fiktiv.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

Erster Schritt

Vergleichbare Items, enthaltene Arbeit und relative Größenbahn S/M/L/XL oder 1–13 festlegen; genau ein Punkt pro Person und Item vereinbaren.

Zur Methodenanleitung

Vertiefung

Zweck

Wenn Größe oder Aufwand nur grob geschätzt werden können, verdichtet Dot Estimation Erfahrungswissen zu einer schnellen Spanne. Die Methode bringt Vergleichbarkeit in unscharfe Einschätzungen, ohne auf Scheingenauigkeit zu setzen.

Funktionsweise

Mehrere Personen markieren ihre Schätzung direkt sichtbar, sodass sofort erkennbar wird, wo Erfahrung ähnlich ist und wo Wahrnehmung stark auseinandergeht. Der Dialog danach klärt die Ursachen der Unterschiede und liefert eine brauchbare Größenordnung für die nächste Planung.

Im Detail

Dot Estimation hilft, weil Größenrelationen mehrerer Arbeitspakete schnell sichtbar werden, ohne früh auf scheinbar exakte Zahlen festgelegt zu sein. Die Methode ist nützlich, wenn Vergleich statt Präzision im Vordergrund steht und Unterschiede in Komplexität oder Umfang offen diskutiert werden. Verlässlich wird das durch gemeinsames Referenzverständnis, deutliche Ausreißer und anschließende Kalibrierung, damit das Ergebnis für Planung anschlussfähig wird.

Durchführung

Bereite klar beschriebene Items vor und erkläre, welche Dimension mit den Punkten geschätzt werden soll. Feinfühlig wird es, wenn Personen sehr unterschiedliche Bezugsgrößen im Kopf haben; dann muss die Runde gemeinsame Anker setzen. Schließe mit einer groben Reihenfolge, einigen strittigen Fällen und einem Plan, wie diese weiter geklärt werden.

Die Methodenanleitung führt mit 5 Phasen, Zeitrahmen, 5 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.

Methodenanleitung öffnen

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Quellen und Themen

Themen
Artefakt-Vorlagen
Dot Estimation: ArbeitsvorlageGegenstand, Daten, Rollen, Ablauf und Review festlegen.
markdown

dot-estimation-working-template.md

Gegenstand, Daten, Rollen, Ablauf und Review festlegen.

Dot Estimation: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Praxisdurchlauf Zeit: 20–45 Minuten für 8–20 vergleichbare Items.

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Refinete Items, gemeinsame Definition of Done, relative Größenbahn, je Person ein farbiger Punkt pro Item und Klärungslog
  • Rollen: Umsetzendes Team punktet · Product Owner klärt · Facilitator liest Streuung
  • Vorab-Infos: Vergleichbare Items, enthaltene Arbeit und relative Größenbahn S/M/L/XL oder 1–13 festlegen; genau ein Punkt pro Person und Item vereinbaren.
  • Gesamter Zeitbedarf: 20–45 Minuten für 8–20 vergleichbare Items.
  • Setup: Arbeitsfläche mit Rahmen · Punkten · Lesen · Klären · Schließen vorbereiten; Beispiel und eigene Daten trennen.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Rahmen: Punktierbasis

  • Vergleichbare Items, enthaltene Arbeit und relative Größenbahn S/M/L/XL oder 1–13 festlegen; genau ein Punkt pro Person und Item vereinbaren.
  • Refinete Items, gemeinsame Definition of Done, relative Größenbahn, je Person ein farbiger Punkt pro Item und Klärungslog

Punkten: Punktbild

  • Punktierbasis

Lesen: Streuungsbefund

  • Punktbild

Klären: Geklärter Scope

  • Streuungsbefund

Schließen: Dot-Schätzung

  • Geklärter Scope

Dot Estimation · Arbeitsstruktur

ItemScopeAnkerPunkte R1StreuungKlärungPunkte R2Ergebnis
Karte speichern
Providerwechsel
  • Karte speichern: Evidenz und Begründung ergänzen.
  • Providerwechsel: Evidenz und Begründung ergänzen.

Die leere Vorlage enthält nur Arbeitsimpulse.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

Rahmen: Punktierbasis

Erwartetes Artefakt: Punktierbasis

Item-Satz, Größenbedeutung, Done und Referenzanker gemeinsam festlegen.

Eintrag:

...

  • Schätzen alle denselben Scope auf derselben Skala?

Punkten: Punktbild

Erwartetes Artefakt: Punktbild

Jede Person setzt unabhängig genau einen Punkt pro Item auf die verdeckte oder gleichzeitig freigegebene Größenbahn.

Eintrag:

...

  • Sind Punkte unabhängig gesetzt und Personenstimmen gleich gewichtet?

Lesen: Streuungsbefund

Erwartetes Artefakt: Streuungsbefund

Cluster, Randpunkte und breite Streuung beschreiben, ohne Punkte zu mitteln oder Mehrheiten sofort zu entscheiden.

Eintrag:

...

  • Wird Dissens als Informationssignal erhalten?

Klären: Geklärter Scope

Erwartetes Artefakt: Geklärter Scope

Randperspektiven erklären Scope, Risiken und vorhandene Komponenten; Item oder Annahme aktualisieren.

Eintrag:

...

  • Erklärt die Klärung, warum die Größenbilder abwichen?

Schließen: Dot-Schätzung

Erwartetes Artefakt: Dot-Schätzung

Neu punkten, tragbare Größenklasse dokumentieren und breite Reststreuung in Split oder Spike überführen.

Eintrag:

...

  • Ist Ergebnis relativ, begründet und mit nächstem Schritt versehen?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/dot-estimation/run-sheet

Alternativen und Nachbarn

Passende Alternativen mit Entscheidungshilfe, danach weitere verwandte Methoden.

Alle Methoden
Rahmenbedingungen und Herkunft
NiedrigWorkshop5-20 min

Steckbrief

Methodenform
Entscheidungsmethode
Teilnehmende
3-20
Zeit
5-20 min
Reifegrad
Emerging
Ursprung
Agile Community
Papierillustration der Methode Story Splitting mit einer klaren Arbeitsstruktur.
Als Nächstes: Story Splitting