methodatlas

Decision Making Entscheidungsmethode

Decision Framing Workshop

Schärft Entscheidungsfrage, Optionen, Kriterien und Evidenzbedarf bis zum passenden Entscheidungsformat.

Die Entscheidung wird als präzise Frage mit Kontext, Kriterien und Randbedingungen gefasst. Die gemeinsame Rahmung zeigt, welche Informationen fehlen, welche Perspektiven nötig sind und welcher Entscheidungsmodus passt. Das verhindert, dass das Team auf eine unklare Frage zu früh eine endgültige Antwort baut.

Kernfrage
Welche Entscheidung steht jetzt an, wer trägt sie, welche Ziele, Alternativen und Unsicherheiten gehören hinein, und welche Analyse ist vor der Entscheidung nötig?
Teilnehmende
4-10
Zeit
120–180 Minuten plus Vorinterviews bei strittigem Scope.

Die Schritte bilden einen vollständigen methodischen Durchlauf.

Papierillustration zu Decision Framing Workshop.
  1. Entscheid

    Entscheidungssatz

    Decision Owner, Entscheidungssatz, Termin und ausgelöste Folgeentscheidung klären.

  2. Scope

    Scope-Karte

    In/Out, Zeithorizont, betroffene Gruppen, feste Grenzen und Schnittstellen markieren.

  3. Ziele

    Zielhierarchie

    Fundamentale Ziele, Messgrößen und rote Linien aus Stakeholderperspektiven ableiten.

  4. Optionen

    Alternativenraum

    Status quo und unterscheidbare, ausführbare Alternativen auf passender Entscheidungsebene formulieren.

  5. Evidenz

    Evidenzplan

    Schlüsselunsicherheiten, Kippwerte, Quellen, Owner und Entscheidungsprozess festlegen; Frame abnehmen.

Neue Evidenz im Review ergänzen und Entscheidungen samt früherem Stand versionieren.

Geeignet, wenn

Wenn eine Entscheidung schlecht gestellt ist, liefern selbst gute Antworten wenig Wert. Ein Decision Framing Workshop schärft Problem, Ziel und Grenzen, bevor die eigentliche Abwägung beginnt.

Ideal für

  • Komplexe Stakeholder-Entscheidungen
  • Architektur- und Produktentscheidungen
  • Strategische Weichenstellungen

Nicht gut für

  • Routineentscheidungen
  • Reine Ideation
  • Akute Störungen

Ergebnisse

  • Evidenzplan

    Abgenommener Decision Frame mit Entscheidungssatz, Scope, Zielen, Alternativen, Unsicherheiten, Evidenzplan und Revisit-Regeln.

Decision Framing Workshop · Arbeitsstruktur

Fiktives Beispiel

Fiktive Werte zeigen die tatsächlichen Fachfelder.

Decision Framing Workshop · Arbeitsstruktur
FramefeldArbeitsfrageFiktiver InhaltOwner/QuelleStatus
EntscheidungEvidenz und Begründung ergänzen.Wer entscheidet was bis wann?Operations wählt am 28.10. das Samstagsmodell ab Januar.Operations LeadAbgenommen
ScopeEvidenz und Begründung ergänzen.Was ist in, out, fix oder offen?In: Hamburg/Samstag; out: Preis/Werktage; fix: Tarif/Brandschutz.Decision Owner + StakeholderAbgenommen
ZieleEvidenz und Begründung ergänzen.Welche fundamentalen Werte und roten Linien zählen?p80-Wartezeit; Fehler <1 %; Lagerlast; Notfallzugang; Aufwand.StakeholderrundeAbgenommen
AlternativenEvidenz und Begründung ergänzen.Welche echten Handlungen inklusive Status quo?A Status quo; B feste Slots; C dynamische Slots; D Slots plus Puffer.Operations + ProductOffen für Ergänzung
UnsicherheitEvidenz und Begründung ergänzen.Welche Kippfrage ändert die Wahl?Notfälle/Monat und erreichbare p80-Zeit kippen B gegen D.Lea, Pilot 4 SamstageFällig 21.10.
  1. 1. Arbeitsfrage

    Entscheidung
    Wer entscheidet was bis wann?
    Scope
    Was ist in, out, fix oder offen?
    Ziele
    Welche fundamentalen Werte und roten Linien zählen?
    Alternativen
    Welche echten Handlungen inklusive Status quo?
    Unsicherheit
    Welche Kippfrage ändert die Wahl?
  2. 2. Fiktiver Inhalt

    Entscheidung
    Operations wählt am 28.10. das Samstagsmodell ab Januar.
    Scope
    In: Hamburg/Samstag; out: Preis/Werktage; fix: Tarif/Brandschutz.
    Ziele
    p80-Wartezeit; Fehler <1 %; Lagerlast; Notfallzugang; Aufwand.
    Alternativen
    A Status quo; B feste Slots; C dynamische Slots; D Slots plus Puffer.
    Unsicherheit
    Notfälle/Monat und erreichbare p80-Zeit kippen B gegen D.
  3. 3. Owner/Quelle

    Entscheidung
    Operations Lead
    Scope
    Decision Owner + Stakeholder
    Ziele
    Stakeholderrunde
    Alternativen
    Operations + Product
    Unsicherheit
    Lea, Pilot 4 Samstage
  4. 4. Status

    Entscheidung
    Abgenommen
    Scope
    Abgenommen
    Ziele
    Abgenommen
    Alternativen
    Offen für Ergänzung
    Unsicherheit
    Fällig 21.10.

Alle Werte sind fiktiv.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

Erster Schritt

Mandat und Decision Owner klären; Stakeholder vorab nach Entscheidung, Grenzen, Interessen und strittigen Annahmen befragen.

Zur Methodenanleitung

Vertiefung

Zweck

Wenn eine Entscheidung schlecht gestellt ist, liefern selbst gute Antworten wenig Wert. Ein Decision Framing Workshop schärft Problem, Ziel und Grenzen, bevor die eigentliche Abwägung beginnt.

Funktionsweise

Die Entscheidung wird als präzise Frage mit Kontext, Kriterien und Randbedingungen gefasst. Die gemeinsame Rahmung zeigt, welche Informationen fehlen, welche Perspektiven nötig sind und welcher Entscheidungsmodus passt. Das verhindert, dass das Team auf eine unklare Frage zu früh eine endgültige Antwort baut.

Im Detail

Ein Decision Framing Workshop klärt die Entscheidungsfrage, bevor Antworten bewertet werden. Ziel, Grenzen, Rollen, Kriterien und Evidenzbedarf werden gemeinsam geschärft. Die Methode verhindert, dass ein Team eine präzise Antwort auf die falsche Frage sucht. Stark ist sie vor allem dort, wo mehrere Konflikte fälschlich als eine Entscheidung behandelt werden.

Durchführung

Öffne den Workshop mit einem echten Entscheidungssatz und halte Ziel, Grenzen und betroffene Folgen die ganze Zeit sichtbar. Tragfähig wird die Arbeit, sobald die Gruppe merkt, welche Frage sie bislang eigentlich falsch gestellt hat. Schließe mit einer gemeinsam getragenen Entscheidungsfrage, Kriterien und dem passenden weiteren Vorgehen.

Die Methodenanleitung führt mit 5 Phasen, Zeitrahmen, 5 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.

Methodenanleitung öffnen

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Quellen und Themen

Themen
Artefakt-Vorlagen
Decision Framing Workshop: ArbeitsvorlageGegenstand, Evidenz, Rollen, Ablauf und Review festlegen.
markdown

decision-frame-markdown.md

Gegenstand, Evidenz, Rollen, Ablauf und Review festlegen.

Decision Framing Workshop: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Vollständiger Durchlauf Zeit: 120–180 Minuten plus Vorinterviews bei strittigem Scope.

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Entscheidungsmandat, Stakeholder- und Scope-Karte, Ziele, Alternativen, Unsicherheiten, Evidenzquellen und Entscheidungslog
  • Rollen: Decision Owner · zentrale Stakeholder · Fach-/Datenexpert:innen · Facilitator · Scribe
  • Vorab-Infos: Mandat und Decision Owner klären; Stakeholder vorab nach Entscheidung, Grenzen, Interessen und strittigen Annahmen befragen.
  • Gesamter Zeitbedarf: 120–180 Minuten plus Vorinterviews bei strittigem Scope.
  • Setup: Arbeitsfläche mit Entscheid · Scope · Ziele · Optionen · Evidenz vorbereiten; Beispiel und eigene Daten trennen.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Entscheid: Entscheidungssatz

  • Mandat und Decision Owner klären; Stakeholder vorab nach Entscheidung, Grenzen, Interessen und strittigen Annahmen befragen.
  • Entscheidungsmandat, Stakeholder- und Scope-Karte, Ziele, Alternativen, Unsicherheiten, Evidenzquellen und Entscheidungslog

Scope: Scope-Karte

  • Entscheidungssatz

Ziele: Zielhierarchie

  • Scope-Karte

Optionen: Alternativenraum

  • Zielhierarchie

Evidenz: Evidenzplan

  • Alternativenraum

Decision Framing Workshop · Arbeitsstruktur

FramefeldArbeitsfrageFiktiver InhaltOwner/QuelleStatus
Entscheidung
Scope
Ziele
Alternativen
Unsicherheit
  • Entscheidung: Evidenz und Begründung ergänzen.
  • Scope: Evidenz und Begründung ergänzen.
  • Ziele: Evidenz und Begründung ergänzen.
  • Alternativen: Evidenz und Begründung ergänzen.
  • Unsicherheit: Evidenz und Begründung ergänzen.

Die leere Vorlage enthält nur Arbeitsimpulse.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

Entscheid: Entscheidungssatz

Erwartetes Artefakt: Entscheidungssatz

Decision Owner, Entscheidungssatz, Termin und ausgelöste Folgeentscheidung klären.

Eintrag:

...

  • Enthält der Satz eine konkrete Wahl und einen handlungsfähigen Owner?

Scope: Scope-Karte

Erwartetes Artefakt: Scope-Karte

In/Out, Zeithorizont, betroffene Gruppen, feste Grenzen und Schnittstellen markieren.

Eintrag:

...

  • Sind strittige Grenzen als Entscheidung oder Annahme sichtbar?

Ziele: Zielhierarchie

Erwartetes Artefakt: Zielhierarchie

Fundamentale Ziele, Messgrößen und rote Linien aus Stakeholderperspektiven ableiten.

Eintrag:

...

  • Sind Ziele unabhängig von einer bevorzugten Lösung und ohne Doppelzählung?

Optionen: Alternativenraum

Erwartetes Artefakt: Alternativenraum

Status quo und unterscheidbare, ausführbare Alternativen auf passender Entscheidungsebene formulieren.

Eintrag:

...

  • Sind mindestens zwei echte Handlungen und der Status quo vergleichbar?

Evidenz: Evidenzplan

Erwartetes Artefakt: Evidenzplan

Schlüsselunsicherheiten, Kippwerte, Quellen, Owner und Entscheidungsprozess festlegen; Frame abnehmen.

Eintrag:

...

  • Ist klar, welche Unsicherheit die Wahl ändern kann und wer sie bis wann klärt?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/decision-framing-workshop/run-sheet

Alternativen und Nachbarn

Passende Alternativen mit Entscheidungshilfe, danach weitere verwandte Methoden.

Alle Methoden
Rahmenbedingungen und Herkunft
MittelWorkshop60-120 min

Steckbrief

Methodenform
Entscheidungsmethode
Teilnehmende
4-10
Zeit
60-120 min
Reifegrad
Established
Ursprung
Strategic Decisions Group
Papierillustration zu Option Framing.
Als Nächstes: Option Framing