Vor Lösungsarbeit klären, welches Problem für wen, warum und mit welchen Grenzen bearbeitet wird.
Problem Framing Workshop
Workshop, der ein unscharfes Problem in eine geteilte, bearbeitbare Problemdefinition überführt.
Stakeholder, Symptome, Ursachenannahmen, Zielzustände und Grenzen werden gesammelt und zu einem Problem Statement verdichtet.
Visuelle Orientierung
Methodenskizze für ein schnelles Grundgefühl.
- 1Kontext sammelnWo, wer, was hat sich verändert?
- 2Pains und SymptomeWas tut weh, wem, in welcher Häufigkeit?
- 3Wurzeln vermutenWelche tieferen Treiber wirken?
- 4Problem-StatementKlares, scharfes Problem in einem Satz.
- 5ErfolgskriterienWoran erkennen wir Erfolg?
Ablauf
- 1Ausgangssituation sammeln
- 2Betroffene und Auswirkungen klären
- 3Annahmen und Grenzen sichtbar machen
- 4Problem Statements formulieren
- 5Gemeinsame Arbeitsdefinition auswählen
Ideal für
- Frühe Discovery
- Unklare Initiativen
- Cross-funktionale Ausrichtung
Nicht gut für
- Bereits validierte Probleme
- Reine Maßnahmenplanung
- Akute Incident Response
Vertiefung
Problem Framing verschiebt die Aufmerksamkeit von Lösungen zurück auf die Frage, welches Problem überhaupt gelöst werden soll. Die Methode verbindet Beobachtungen, Betroffene, Auswirkungen, Annahmen und Erfolgskriterien zu einer gemeinsamen Arbeitsdefinition. Dadurch werden unterschiedliche mentale Modelle sichtbar und lösungsgetriebene Diskussionen gebremst. Das Ergebnis ist ein Problem Statement, das Entscheidungen über Scope und nächste Analyse ermöglicht.
Der Workshop passt am Anfang von Discovery, Strategiearbeit, Architekturarbeit oder Verbesserungsinitiativen. Er unterstützt gemeinsames Verständnis und reduziert das Risiko, am falschen Problem zu arbeiten. Er ist weniger sinnvoll, wenn Problem, Ursache und Ziel bereits eindeutig validiert sind.
Lade Personen mit unterschiedlichen Perspektiven ein und verbiete vorschnelle Lösungsvorschläge nicht, parke sie aber sichtbar. Nutze klare Prompts wie Betroffene, Auswirkung, Evidenz, Grenzen und Erfolg. Schließe mit einer Formulierung, die von der Gruppe geprüft und explizit akzeptiert wird.
Problem FrameArbeitsblatt für Problem, Zielgruppe, Wirkung und Entscheidungskontext.markdown
# Problem Frame
## Problemstatement
Für wen ist welches Problem in welchem Kontext relevant?
## Betroffene Zielgruppe
Wer erlebt das Problem, wie oft und woran merken wir es?
## Evidenz
Welche Daten, Beobachtungen oder Beispiele stützen das Problem?
## Wirkung
Welche Kosten, Risiken oder verpassten Chancen entstehen?
## Nicht-Ziele
Was lösen wir bewusst nicht?
## Nächste Lernfrage
Was müssen wir als Nächstes herausfinden?Ähnliche Methoden
Alle MethodenKurzer Workshop, um Probleme zu priorisieren und in konkrete Experimente zu übersetzen.
Erzeugt viele Fragen zu einer Challenge, bevor Antworten gesucht werden.
Vergleicht drei Mengen, Perspektiven oder Optionen über Überschneidungen und Unterschiede.
Sortiert Stakeholder nach Einfluss und Interesse in vier Quadranten.
Identifiziert Stakeholder, Interessen, Einfluss und Beziehungen.
Kartiert Ziele, Interessen, Bedenken und Entscheidungspunkte verschiedener Beteiligter.