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Systems Thinking Prozessmodell

Soft Systems Methodology

Entwickelt aus Rich Picture und Root Definitions ein konzeptionelles Bild für schwierige Organisationsthemen.

Zuerst wird die Situation als rich picture oder Problemfeld beschrieben. Dann entwickelt das Team Root Definitions und Conceptual Models, vergleicht diese mit der Realität und leitet daraus machbare Veränderungen ab. So entsteht ein reflektierter Pfad von Wahrnehmung zu Intervention.

Kernfrage
Welche unterschiedlichen zweckgerichteten Systeme helfen, die unstrukturierte Situation zu verstehen und wünschenswerte sowie machbare Veränderungen auszuhandeln?
Teilnehmende
5-15
Zeit
Zwei bis fünf Workshops über mehrere Wochen; Feldzugang und Vergleichsgespräche zusätzlich.

Evidenzaufbau, Analyse und Wirksamkeitsprüfung bilden ein mehrstufiges Vorhaben.

Papierillustration zu Soft Systems Methodology.
  1. Situation

    Rich Picture

    Fakten, Wahrnehmungen, Beziehungen, Konflikte, Rollen und eigene Beobachterposition in einem Rich Picture darstellen.

  2. Perspektiven

    Root Definitions

    Mehrere relevante purposeful activity systems auswählen und je Perspektive CATWOE sowie PQR-Root-Definition formulieren.

  3. Modelle

    Aktivitätsmodelle

    Aus jeder Root Definition logisch notwendige Aktivitäten als konzeptionelles Verbmodell ableiten, ohne den Istprozess zu kopieren.

  4. Vergleich

    Vergleichslog

    Konzeptionelle Modelle strukturiert mit der wahrgenommenen Realwelt vergleichen und Unterschiede als Lernfragen nutzen.

  5. Veränderung

    Veränderungsagenda

    Systemisch wünschenswerte und kulturell machbare Veränderungen aushandeln; Lernen und neue Iteration festlegen.

Neue Evidenz im Review ergänzen und Entscheidungen samt früherem Stand versionieren.

Geeignet, wenn

Soft Systems Methodology hilft, unklare oder politisch aufgeladene Probleme systematisch zu erkunden. Statt eine schnelle Antwort zu erzwingen, baut die Methode ein gemeinsames Verständnis für Perspektiven und Handlungsräume auf.

Ideal für

  • Komplexe Organisationsthemen
  • Systemische Transformation
  • Stakeholderreiche Probleme

Nicht gut für

  • Akute Fehlerbehebung
  • Einfache Prozessabweichungen
  • Reine technische Diagnose

Ergebnisse

  • Veränderungsagenda

    SSM-Lernakte mit Rich Picture, perspektivischen Root Definitions, konzeptionellen Aktivitätsmodellen, Realweltvergleich und vereinbarten Veränderungen.

Soft Systems Methodology · Arbeitsstruktur

Fiktives Beispiel

Fiktive Werte zeigen die tatsächlichen Fachfelder.

Rich Picture

Fakten, Wahrnehmungen, Beziehungen, Konflikte, Rollen und eigene Beobachterposition in einem Rich Picture darstellen.

Werkstätten warten, Lager priorisiert Expressfälle, Vertrieb verspricht Tempo; Datenfluss, Konflikt und Beobachterrolle sind eingezeichnet.

Root Definitions

Mehrere relevante purposeful activity systems auswählen und je Perspektive CATWOE sowie PQR-Root-Definition formulieren.

Werkstatt-Sicht: planbare Abholung zur Begrenzung von Ausfall; Lager-Sicht: kapazitätsgerechter Fluss zur sicheren Übergabe.

Aktivitätsmodelle

Aus jeder Root Definition logisch notwendige Aktivitäten als konzeptionelles Verbmodell ableiten, ohne den Istprozess zu kopieren.

Bedarf erfassen → Kapazität bestimmen → Slot bestätigen → Übergabe vorbereiten → Wirkung überwachen.

Vergleichslog

Konzeptionelle Modelle strukturiert mit der wahrgenommenen Realwelt vergleichen und Unterschiede als Lernfragen nutzen.

Kapazität bestimmen fehlt heute; Frage: Wer könnte sie mit welchen Daten vor Slotbestätigung bestimmen?

Veränderungsagenda

Systemisch wünschenswerte und kulturell machbare Veränderungen aushandeln; Lernen und neue Iteration festlegen.

Vierwöchiger Kapazitätsslot-Pilot; Owner Lea; Lager und Werkstätten prüfen Wartezeit und Planbarkeit; Rich Picture danach aktualisieren.

Alle Werte sind fiktiv.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

Erster Schritt

Eine unstrukturierte Problemsituation, betroffene Perspektiven und Untersuchungsgrenze festlegen; Lösungsvorgaben ausdrücklich offenlassen.

Zur Methodenanleitung

Vertiefung

Zweck

Soft Systems Methodology hilft, unklare oder politisch aufgeladene Probleme systematisch zu erkunden. Statt eine schnelle Antwort zu erzwingen, baut die Methode ein gemeinsames Verständnis für Perspektiven und Handlungsräume auf.

Funktionsweise

Zuerst wird die Situation als rich picture oder Problemfeld beschrieben. Dann entwickelt das Team Root Definitions und Conceptual Models, vergleicht diese mit der Realität und leitet daraus machbare Veränderungen ab. So entsteht ein reflektierter Pfad von Wahrnehmung zu Intervention.

Im Detail

Soft Systems Methodology hilft, weil sie unübersichtliche Problemsituationen nicht vorschnell vereinfacht, sondern schrittweise zwischen Wahrnehmung, Modellbildung und Veränderung vermittelt. Gute Anwendung akzeptiert, dass verschiedene Akteure legitime, aber unvereinbare Deutungen mitbringen, und arbeitet genau mit dieser Spannung. Die Stärke des Ansatzes liegt darin, Lernschleifen über Verständnis und Intervention aufzubauen, statt mit einer zu frühen Lösung komplexe Lagen zu verfehlen.

Durchführung

Verankere das Vorgehen als wiederkehrende Lernpraxis in Situationen, in denen Deutungen, Interessen und Systemgrenzen noch umkämpft sind. Der kritische Übergang zeigt sich, wenn aus dem anfänglichen Problemgeräusch ein erstes sinnvolles Aktivitätsmodell entsteht, das sich am realen Kontext prüfen lässt. Schließe mit einem kompakten nächsten Eingriff und einer bewussten Rückkehr in die Reflexion nach der Umsetzung.

Die Methodenanleitung führt mit 5 Phasen, Zeitrahmen, 5 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.

Methodenanleitung öffnen

Deine Einschätzung

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Quellen und Themen

Themen
Artefakt-Vorlagen
Soft Systems Methodology: ArbeitsvorlageGegenstand, Evidenz, Rollen, Ablauf und Review festlegen.
markdown

soft-systems-methodology-working-template.md

Gegenstand, Evidenz, Rollen, Ablauf und Review festlegen.

Soft Systems Methodology: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Gesamtes Vorhaben Zeit: Zwei bis fünf Workshops über mehrere Wochen; Feldzugang und Vergleichsgespräche zusätzlich.

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Interview- und Beobachtungsnotizen, Rich-Picture-Fläche, CATWOE, Root Definitions, konzeptionelle Aktivitätsmodelle und Vergleichslog
  • Rollen: SSM-Facilitator · Beteiligte mit unterschiedlichen Weltanschauungen · Situation Owner · Dokumentation
  • Vorab-Infos: Eine unstrukturierte Problemsituation, betroffene Perspektiven und Untersuchungsgrenze festlegen; Lösungsvorgaben ausdrücklich offenlassen.
  • Gesamter Zeitbedarf: Zwei bis fünf Workshops über mehrere Wochen; Feldzugang und Vergleichsgespräche zusätzlich.
  • Setup: Arbeitsfläche mit Situation · Perspektiven · Modelle · Vergleich · Veränderung vorbereiten; Beispiel und eigene Daten trennen.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Situation: Rich Picture

  • Eine unstrukturierte Problemsituation, betroffene Perspektiven und Untersuchungsgrenze festlegen; Lösungsvorgaben ausdrücklich offenlassen.
  • Interview- und Beobachtungsnotizen, Rich-Picture-Fläche, CATWOE, Root Definitions, konzeptionelle Aktivitätsmodelle und Vergleichslog

Perspektiven: Root Definitions

  • Rich Picture

Modelle: Aktivitätsmodelle

  • Root Definitions

Vergleich: Vergleichslog

  • Aktivitätsmodelle

Veränderung: Veränderungsagenda

  • Vergleichslog

Soft Systems Methodology · Arbeitsstruktur

Rich Picture

Fakten, Wahrnehmungen, Beziehungen, Konflikte, Rollen und eigene Beobachterposition in einem Rich Picture darstellen.

...

Root Definitions

Mehrere relevante purposeful activity systems auswählen und je Perspektive CATWOE sowie PQR-Root-Definition formulieren.

...

Aktivitätsmodelle

Aus jeder Root Definition logisch notwendige Aktivitäten als konzeptionelles Verbmodell ableiten, ohne den Istprozess zu kopieren.

...

Vergleichslog

Konzeptionelle Modelle strukturiert mit der wahrgenommenen Realwelt vergleichen und Unterschiede als Lernfragen nutzen.

...

Veränderungsagenda

Systemisch wünschenswerte und kulturell machbare Veränderungen aushandeln; Lernen und neue Iteration festlegen.

...

Die leere Vorlage enthält nur Arbeitsimpulse.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

Situation: Rich Picture

Erwartetes Artefakt: Rich Picture

Fakten, Wahrnehmungen, Beziehungen, Konflikte, Rollen und eigene Beobachterposition in einem Rich Picture darstellen.

Eintrag:

...

  • Zeigt das Bild harte und weiche Informationen sowie widersprüchliche Perspektiven?

Perspektiven: Root Definitions

Erwartetes Artefakt: Root Definitions

Mehrere relevante purposeful activity systems auswählen und je Perspektive CATWOE sowie PQR-Root-Definition formulieren.

Eintrag:

...

  • Sind Transformation und Weltanschauung je Definition klar und Perspektiven getrennt?

Modelle: Aktivitätsmodelle

Erwartetes Artefakt: Aktivitätsmodelle

Aus jeder Root Definition logisch notwendige Aktivitäten als konzeptionelles Verbmodell ableiten, ohne den Istprozess zu kopieren.

Eintrag:

...

  • Ist jede Aktivität logisch aus der Root Definition notwendig und als Verb formuliert?

Vergleich: Vergleichslog

Erwartetes Artefakt: Vergleichslog

Konzeptionelle Modelle strukturiert mit der wahrgenommenen Realwelt vergleichen und Unterschiede als Lernfragen nutzen.

Eintrag:

...

  • Erzeugt jeder Unterschied eine begründete Frage statt ein simples Soll-Ist-Urteil?

Veränderung: Veränderungsagenda

Erwartetes Artefakt: Veränderungsagenda

Systemisch wünschenswerte und kulturell machbare Veränderungen aushandeln; Lernen und neue Iteration festlegen.

Eintrag:

...

  • Sind Maßnahmen zugleich wünschenswert, machbar, verantwortet und überprüfbar?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/soft-systems-methodology/run-sheet

Alternativen und Nachbarn

Passende Alternativen mit Entscheidungshilfe, danach weitere verwandte Methoden.

Alle Methoden
Rahmenbedingungen und Herkunft
HochWorkshop0.5-3 Tage

Steckbrief

Methodenform
Prozessmodell
Teilnehmende
5-15
Zeit
0.5-3 Tage
Reifegrad
Canonical
Ursprung
Peter Checkland
Papierillustration zu Problem Framing Workshop.
Als Nächstes: Problem Framing Workshop