Wenn Liefertermine unsicher sind und Einzel-Schätzungen zu viel Sicherheit vortäuschen, zeigt Monte Carlo Forecasting die Bandbreite plausibler Enddaten. Historische Flussdaten werden so nutzbar, dass Risiko, Wahrscheinlichkeit und Erwartungswert sauber auseinanderhalten bleiben.
Delivery Entscheidungsmethode
Monte Carlo Forecasting
Nutzt historische Flow-Daten für Simulationen und kommuniziert Liefertermine als robuste Perzentile.
Die Simulation zieht aus beobachtetem Durchsatz oder Cycle Time viele mögliche Zukünfte und verdichtet sie zu Perzentilen. Dadurch wird Vorhersage als Wahrscheinlichkeitsbild lesbar, das sich mit neuen Daten nachschärfen lässt und Diskussionen über Zusagen deutlich erdet.
Welche Wahrscheinlichkeitsverteilung für Fertigdauer oder Liefermenge entsteht, wenn reale historische Durchsatzwerte wiederholt resampelt werden?
- Teilnehmende
- 1-8
- Zeit
- 60–120 Minuten für Datenprüfung, Simulation und Entscheidungsreview; danach regelmäßig neu rechnen.
Die Praxis wird wiederholt auf vergleichbare Arbeitsobjekte angewendet.

Frage
Forecast-Frage
Forecast-Typ, Restmenge/Zeitfenster, Startpunkt und benötigtes Risikoniveau festlegen.
Stichprobe
Durchsatzdaten
Historische Durchsatzwerte aus demselben System und Takt prüfen; Nullwerte und normale Variation erhalten.
Simulieren
Simulationsläufe
Je Lauf zufällig Wochenwerte mit Zurücklegen ziehen, aufsummieren bis Restmenge erreicht ist und Dauer speichern.
Quantile
Wahrscheinlichkeiten
Sortierte Dauern als Quantile lesen und mehrere Risikoniveaus berichten.
Prüfen
Robustheitsbild
Sensitivität auf Datenfenster, Scope und WIP-Änderung prüfen; falls möglich frühere Forecasts backtesten.
Entscheiden
Forecast-Entscheid
Akzeptiertes Risiko wählen, Annahmen dokumentieren und bei Scope-/Systemänderung reforecasten.
Neue Evidenz im Review ergänzen und Schätzungen samt früherem Stand versionieren.
Geeignet, wenn
Wenn Liefertermine unsicher sind und Einzel-Schätzungen zu viel Sicherheit vortäuschen, zeigt Monte Carlo Forecasting die Bandbreite plausibler Enddaten. Historische Flussdaten werden so nutzbar, dass Risiko, Wahrscheinlichkeit und Erwartungswert sauber auseinanderhalten bleiben.
Ideal für
- Release Forecasting
- Kanban Flow
- Liefertermin-Kommunikation
Nicht gut für
- Teams ohne Historie
- Sehr heterogene Items
- Einmalige Großprojekte ohne Vergleichsdaten
Ergebnisse

Forecast-Entscheid
Reproduzierbarer Monte-Carlo-Forecast mit Inputstichprobe, Samplinglogik, Laufzahl, P50/P85/P95, Annahmen, Sensitivität und Reforecast-Trigger.
Monte Carlo Forecasting · Arbeitsstruktur
Fiktives Beispiel
Fiktive Werte zeigen die tatsächlichen Fachfelder.
| Forecastteil | Input/Logik | Fiktiver Wert | Prüfung | Ergebnis | Entscheidung | Reforecast |
|---|---|---|---|---|---|---|
| FrageEvidenz und Begründung ergänzen. | Datum für Menge | Wann sind 30 Items fertig? | Eine Mengenfrage; Start heute | Noch offen | P85 intern, P95 extern | Restmenge ändert sich |
| StichprobeEvidenz und Begründung ergänzen. | Historischer Wochen-Durchsatz | 5,7,4,6,8,5,0,7,6,4,9,5 pro Woche | Gleiches Team/Done/WIP; 0 behalten | 12 empirische Werte | Keine Mittelwertteilung | Policywechsel |
| SimulationEvidenz und Begründung ergänzen. | Empirisches Resampling | 10.000 Pfade; Ziehen mit Zurücklegen bis ≥30 | Jede Ziehung = historische Woche | Dauer je Pfad | Quantile sortieren | Datenfenster prüfen |
| QuantileEvidenz und Begründung ergänzen. | Sortierte Dauern | P50 6; P85 7; P95 8 Wochen | Kein Durchschnittsdatum | Verteilung statt Punktwert | Extern 8 Wochen | Wöchentlich |
1. Input/Logik
- Frage
- Datum für Menge
- Stichprobe
- Historischer Wochen-Durchsatz
- Simulation
- Empirisches Resampling
- Quantile
- Sortierte Dauern
2. Fiktiver Wert
- Frage
- Wann sind 30 Items fertig?
- Stichprobe
- 5,7,4,6,8,5,0,7,6,4,9,5 pro Woche
- Simulation
- 10.000 Pfade; Ziehen mit Zurücklegen bis ≥30
- Quantile
- P50 6; P85 7; P95 8 Wochen
3. Prüfung
- Frage
- Eine Mengenfrage; Start heute
- Stichprobe
- Gleiches Team/Done/WIP; 0 behalten
- Simulation
- Jede Ziehung = historische Woche
- Quantile
- Kein Durchschnittsdatum
4. Ergebnis
- Frage
- Noch offen
- Stichprobe
- 12 empirische Werte
- Simulation
- Dauer je Pfad
- Quantile
- Verteilung statt Punktwert
5. Entscheidung
- Frage
- P85 intern, P95 extern
- Stichprobe
- Keine Mittelwertteilung
- Simulation
- Quantile sortieren
- Quantile
- Extern 8 Wochen
6. Reforecast
- Frage
- Restmenge ändert sich
- Stichprobe
- Policywechsel
- Simulation
- Datenfenster prüfen
- Quantile
- Wöchentlich
Alle Werte sind fiktiv.
Erster Schritt
Eine Frage wählen: ‚Wann sind N Items fertig?‘ oder ‚Wie viele bis Datum D?‘; Servicegrenze, Done, Datenfenster und Vergleichbarkeit prüfen.
Davor sinnvoll
Vertiefung
Die Simulation zieht aus beobachtetem Durchsatz oder Cycle Time viele mögliche Zukünfte und verdichtet sie zu Perzentilen. Dadurch wird Vorhersage als Wahrscheinlichkeitsbild lesbar, das sich mit neuen Daten nachschärfen lässt und Diskussionen über Zusagen deutlich erdet.
Monte Carlo Forecasting funktioniert, weil es Unsicherheit explizit modelliert und aus historischen Verteilungen wahrscheinliche Lieferfenster ableitet. Die Methode wird brauchbar, wenn Eingabedaten sauber gewählt sind und die zugrunde liegende Arbeitsweise zur betrachteten Zukunft halbwegs passt. Zum Gelingen gehören Datenqualität, Annahmetransparenz und sinnvolle Interpretation von Wahrscheinlichkeiten, damit Forecasts Entscheidungen stützen und keine Scheingenauigkeit erzeugen.
Für die Verankerung brauchst du verlässliche historische Daten, eine verständliche Visualisierung und einen Termin, in dem Wahrscheinlichkeiten wirklich gelesen werden. Heikel wird es, wenn aus einem Konfidenzbereich wieder ein fixes Datum gemacht wird oder Mischdaten verschiedene Arbeitsrealitäten verschleiern. Schließe mit einem gewählten Planungsniveau, offenen Datenrisiken und einer klaren Aussage zur Nutzung des Forecasts.
Die Methodenanleitung führt mit 6 Phasen, Zeitrahmen, 6 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.
Methodenanleitung öffnenDeine Einschätzung
Hilft dir diese Methode für dein Vorhaben?
Mit deinem Feedback hilfst du, den Methodatlas weiterzuentwickeln.
Quellen und Themen
Monte Carlo Forecasting: ArbeitsvorlageGegenstand, Daten, Rollen, Ablauf und Review festlegen.markdown
monte-carlo-forecasting-working-template.md
Gegenstand, Daten, Rollen, Ablauf und Review festlegen.
Monte Carlo Forecasting: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Praxisdurchlauf Zeit: 60–120 Minuten für Datenprüfung, Simulation und Entscheidungsreview; danach regelmäßig neu rechnen.
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Restmenge oder Zieltermin, konsistente historische Durchsatzstichprobe, System-/WIP-Kontext, Simulation mit vielen Läufen und Quantilbericht
- Rollen: Service Owner · Flow-/Datenexpert:in · Delivery Team · Entscheidungsträger:innen
- Vorab-Infos: Eine Frage wählen: ‚Wann sind N Items fertig?‘ oder ‚Wie viele bis Datum D?‘; Servicegrenze, Done, Datenfenster und Vergleichbarkeit prüfen.
- Gesamter Zeitbedarf: 60–120 Minuten für Datenprüfung, Simulation und Entscheidungsreview; danach regelmäßig neu rechnen.
- Setup: Arbeitsfläche mit Frage · Stichprobe · Simulieren · Quantile · Prüfen · Entscheiden vorbereiten; Beispiel und eigene Daten trennen.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Frage: Forecast-Frage
- Eine Frage wählen: ‚Wann sind N Items fertig?‘ oder ‚Wie viele bis Datum D?‘; Servicegrenze, Done, Datenfenster und Vergleichbarkeit prüfen.
- Restmenge oder Zieltermin, konsistente historische Durchsatzstichprobe, System-/WIP-Kontext, Simulation mit vielen Läufen und Quantilbericht
Stichprobe: Durchsatzdaten
- Forecast-Frage
Simulieren: Simulationsläufe
- Durchsatzdaten
Quantile: Wahrscheinlichkeiten
- Simulationsläufe
Prüfen: Robustheitsbild
- Wahrscheinlichkeiten
Entscheiden: Forecast-Entscheid
- Robustheitsbild
Monte Carlo Forecasting · Arbeitsstruktur
| Forecastteil | Input/Logik | Fiktiver Wert | Prüfung | Ergebnis | Entscheidung | Reforecast |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Frage | ||||||
| Stichprobe | ||||||
| Simulation | ||||||
| Quantile |
- Frage: Evidenz und Begründung ergänzen.
- Stichprobe: Evidenz und Begründung ergänzen.
- Simulation: Evidenz und Begründung ergänzen.
- Quantile: Evidenz und Begründung ergänzen.
Die leere Vorlage enthält nur Arbeitsimpulse.
Fachquelle · eigene Lehrdarstellung
Frage: Forecast-Frage
Erwartetes Artefakt: Forecast-Frage
Forecast-Typ, Restmenge/Zeitfenster, Startpunkt und benötigtes Risikoniveau festlegen.
Eintrag:
...
- Ist genau eine Menge- oder Datumsfrage in Zähleinheiten formuliert?
Stichprobe: Durchsatzdaten
Erwartetes Artefakt: Durchsatzdaten
Historische Durchsatzwerte aus demselben System und Takt prüfen; Nullwerte und normale Variation erhalten.
Eintrag:
...
- Sind Zeitraum, Team, WIP-Policy und Done ausreichend vergleichbar?
Simulieren: Simulationsläufe
Erwartetes Artefakt: Simulationsläufe
Je Lauf zufällig Wochenwerte mit Zurücklegen ziehen, aufsummieren bis Restmenge erreicht ist und Dauer speichern.
Eintrag:
...
- Entspricht jeder Ziehung einer real beobachteten Durchsatzperiode?
Quantile: Wahrscheinlichkeiten
Erwartetes Artefakt: Wahrscheinlichkeiten
Sortierte Dauern als Quantile lesen und mehrere Risikoniveaus berichten.
Eintrag:
...
- Sind P50/P85/P95 als ‚bis spätestens in‘ und nicht als Garantie erklärt?
Prüfen: Robustheitsbild
Erwartetes Artefakt: Robustheitsbild
Sensitivität auf Datenfenster, Scope und WIP-Änderung prüfen; falls möglich frühere Forecasts backtesten.
Eintrag:
...
- Bleibt die Entscheidung bei plausiblen Datenfenstern tragfähig?
Entscheiden: Forecast-Entscheid
Erwartetes Artefakt: Forecast-Entscheid
Akzeptiertes Risiko wählen, Annahmen dokumentieren und bei Scope-/Systemänderung reforecasten.
Eintrag:
...
- Ist eine konkrete Handlung an das Quantil gekoppelt?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/monte-carlo-forecasting/run-sheet
Alternativen und Nachbarn
Passende Alternativen mit Entscheidungshilfe, danach weitere verwandte Methoden.

Statt Monte Carlo Forecasting, wenn ihr Erwartungswerte aus Spannbreiten ableiten wollt und Unsicherheit explizit machen möchtet.

Statt Monte Carlo Forecasting, wenn ihr zuerst relative Komplexität im Team verstehen wollt und noch keine Flussdaten habt.

Zeichnet den Weg einer Leistung bis zur Auslieferung und legt Wartezeiten, Waste und Engpässe offen.

Beziffert den Verlust durch Verzögerung je Initiative und leitet daraus eine nachvollziehbare Reihenfolge ab.

Verbindet Pitch, Bet-Auswahl und festen Zyklus zu einer Arbeitsform, die Scope schützt und Fortschritt sichtbar hält.

Findet den Engpass eines Systems, richtet Arbeit daran aus und prüft zyklisch, ob sich der Fluss verbessert.
Rahmenbedingungen und Herkunft
Steckbrief
- Methodenform
- Entscheidungsmethode
- Teilnehmende
- 1-8
- Zeit
- 30-90 min Setup, danach laufend
- Reifegrad
- Established
- Ursprung
- Operations Research Community



