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MethodenanleitungDecision Making

Risk Matrix

Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.

KomplexitätNiedrig
Zeit30-60 min
Teilnehmende3-10
FormatWorkshop + Async
ReifegradCanonical
Risk Matrix planen
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenBegrenzter Scope

Ziel, Zeitraum und betrachteter Prozess sind benannt.

Ohne Grenze sind Bewertungen nicht vergleichbar.
Vorher abschließenSkalenanker

Wahrscheinlichkeit und Auswirkung besitzen beobachtbare Anker.

Ohne Anker werden Farben zu Meinungen.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

5×5-Arbeitsfläche, Risikoliste, historische Vorfälle, Kontrollnachweise, Skalenanker und Entscheidungslog.

Personen / Rollen

Facilitator, Risk Owner, Fachpersonen für Eintritt und Auswirkung sowie eine Person mit Annahme- oder Eskalationsrecht.

Vorabinfos

Scope, Zeithorizont, Risikotoleranz, vorhandene Kontrollen und Referenzfälle vorbereiten.

Zeitbedarf

45–60 Minuten für 8–12 Risiken; Datenklärung und Maßnahmenarbeit zusätzlich.

Setup

Achsen 1 bis 5 mit konkreten Ankern beschriften; Extremfall- und Unsicherheitsregel sichtbar daneben stellen.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Risiken überschreiten im vereinbarten Zeitraum unsere Toleranz, und welche Reaktion senkt sie nachvollziehbar?

04

Ablauf

Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle

Eine Risk Matrix macht heterogene Risiken vergleichbar, wenn Skalen, Zeithorizont und Bewertungsbasis vorab feststehen. Ordinalwerte sind Gesprächshilfen, keine präzise Mathematik; seltene katastrophale Risiken und unsichere Schätzungen brauchen eine eigene Betrachtung.

Begründete Risikobewertung

Fiktives Arbeitsbeispiel

Die Tabelle verbindet das Szenario mit kalibrierten Bewertungen, Kontrollen und Entscheidung; sie ersetzt keine quantitative Risikoanalyse.

Begründete Risikobewertung
RisikoRisikoszenarioWahrscheinlichkeitAuswirkungKontrollen und RestrisikoReaktion
Checkout-AnmeldungAusfall des IdentitätsprovidersWenn der Identitätsprovider länger als 30 Minuten ausfällt, können Kundinnen und Kunden sich nicht anmelden oder kaufen.3/5: laut Statushistorie etwa einmal pro Quartal; Datenlage 12 Monate.5/5: kompletter Login- und Kaufstopp, Umsatz- und Supportfolge.Manueller Fallback vorhanden, noch ungeprobt; Restrisiko 3×5=15.Mitigieren: Operations testet bis 30.06.; Umschaltung <5 Minuten, kein Datenverlust; danach Neubewertung.
  1. 1. Risikoszenario

    Checkout-Anmeldung
    Wenn der Identitätsprovider länger als 30 Minuten ausfällt, können Kundinnen und Kunden sich nicht anmelden oder kaufen.
  2. 2. Wahrscheinlichkeit

    Checkout-Anmeldung
    3/5: laut Statushistorie etwa einmal pro Quartal; Datenlage 12 Monate.
  3. 3. Auswirkung

    Checkout-Anmeldung
    5/5: kompletter Login- und Kaufstopp, Umsatz- und Supportfolge.
  4. 4. Kontrollen und Restrisiko

    Checkout-Anmeldung
    Manueller Fallback vorhanden, noch ungeprobt; Restrisiko 3×5=15.
  5. 5. Reaktion

    Checkout-Anmeldung
    Mitigieren: Operations testet bis 30.06.; Umschaltung <5 Minuten, kein Datenverlust; danach Neubewertung.

Der Zahlenwert ist eine ordinale Sortierhilfe. Anker, Unsicherheit, Extremfolgen und Restrisiko bleiben entscheidungsrelevant.

NIST SP 800-30 Rev. 1

  1. 1

    Kalibrieren

    Skalen und Schwellen verankern

    Ziel

    Eine für den konkreten Scope verständliche 5×5-Skala mit beobachtbaren Ankern und Eskalationsregeln festlegen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Entscheidungsscope und Zeithorizont
    • Risikotoleranz oder Eskalationsvorgaben
    • Historische Vorfälle oder Referenzfälle

    Durchführung

    • Wahrscheinlichkeit pro Stufe als Bereich oder nachvollziehbare Häufigkeit definieren.
    • Auswirkung pro Stufe für Kosten, Nutzer, Betrieb und Compliance mit Beispielen verankern.
    • Schwelle, Extremfallregel und Umgang mit hoher Unsicherheit vereinbaren.

    Ergebnis

    Kalibrierte Skalen

    5 Wahrscheinlichkeitsanker · 5 Auswirkungsanker · Schwellen · Extremfallregel

    Qualitätscheck

    Können zwei Personen denselben Referenzfall innerhalb einer Stufe einordnen? Bleibt ein katastrophales Risiko sichtbar, auch wenn seine Häufigkeit niedrig ist?

    Stolperfalle

    Die Gruppe vergibt Zahlen, ohne zu sagen, welche reale Häufigkeit oder Folge hinter einer Stufe steht. Jede Stufe mit einem Bereich und einem Referenzfall verankern; bei fehlenden Daten Unsicherheit separat markieren.

    Zeitlicher Rahmen: 10–15 Minuten

  2. 2

    Beschreiben

    Risikoszenarien präzisieren

    Ziel

    Jedes Risiko als mögliches Ereignis mit Ursache, Folge, Betroffenheit und bestehenden Kontrollen beschreiben.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Risikoquellen und Annahmen
    • Prozess-, System- oder Marktwissen
    • Bestehende Kontrollen

    Durchführung

    • Risiko als 'Wenn Ursache/Ereignis, dann Folge' formulieren.
    • Betroffene Ziele, Auswirkungsbereich und vorhandene Kontrollen ergänzen.
    • Beleg, Datenlücke und Bewertungsdatum am Risiko festhalten.

    Ergebnis

    Bewertbare Risikoliste

    Ereignis · Ursache · Folge · Ziel · Kontrolle · Belegstatus

    Qualitätscheck

    Beschreibt jeder Eintrag ein unsicheres Ereignis statt ein bereits eingetretenes Issue? Ist erkennbar, welche Folge bewertet wird?

    Stolperfalle

    Einträge wie 'Security' oder 'Lieferant' benennen Themen, aber kein bewertbares Ereignis und keine konkrete Folge. Den Eintrag in eine Wenn-dann-Aussage mit betroffener Zielgröße umformulieren.

    Zeitlicher Rahmen: 10–15 Minuten

  3. 3

    Bewerten

    Inhärentes und verbleibendes Risiko einordnen

    Ziel

    Wahrscheinlichkeit und Auswirkung konsistent bewerten und Dissens oder Unsicherheit sichtbar halten.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Kalibrierte Skalen
    • Bewertbare Risikoszenarien
    • Kontrollwirksamkeit und Falldaten

    Durchführung

    • Zuerst das Risiko ohne geplante Zusatzmaßnahme bewerten und Begründung notieren.
    • Nach vorhandenen wirksamen Kontrollen das Restrisiko getrennt einordnen.
    • Abweichende Einschätzungen als Bandbreite oder offene Datenfrage dokumentieren.

    Ergebnis

    Begründete Matrix

    P · I · Kategorie · Begründung · Restrisiko · Unsicherheit

    Qualitätscheck

    Ist die Zellposition aus Skalenankern und Evidenz herleitbar? Wurde ordinaler Score nicht als exakte Verlustwahrscheinlichkeit ausgegeben?

    Stolperfalle

    Das Team multipliziert zwei Ordinalzahlen und behandelt den Score als objektive Genauigkeit oder einzige Rangfolge. Anker, Begründung, Unsicherheit und Extremfolge neben dem Score prüfen; Gleichstände inhaltlich diskutieren.

    Zeitlicher Rahmen: 15–20 Minuten

  4. 4

    Reagieren

    Reaktion und Monitoring festlegen

    Ziel

    Für Risiken oberhalb der Schwelle eine konkrete Behandlung, Verantwortung und einen Prüfauslöser vereinbaren.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Begründete Matrix
    • Risikotoleranz
    • Handlungsoptionen und Verantwortlichkeiten

    Durchführung

    • Vermeiden, vermindern, übertragen oder akzeptieren bewusst wählen und begründen.
    • Maßnahme, Owner, Termin, Frühindikator und erwartetes Restrisiko festlegen.
    • Reviewdatum oder Auslöser für Neubewertung vereinbaren.

    Ergebnis

    Risikobehandlungsplan

    Reaktion · Maßnahme · Owner · Termin · Indikator · Restrisiko

    Qualitätscheck

    Hat jedes hohe Risiko eine Entscheidung statt nur eine Farbe? Ist erkennbar, wann die Bewertung ungültig wird?

    Stolperfalle

    Die Matrix endet mit roten Feldern, ohne dass Entscheidung, Owner, Wirkindikator oder Reviewtermin feststehen. Für jedes Feld oberhalb der Schwelle eine Reaktion und einen messbaren Prüfauslöser eintragen.

    Zeitlicher Rahmen: 10–15 Minuten

05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Skizze: so sieht das Artefakt aus

Risk Matrix · Wahrscheinlichkeit x AuswirkungRisiken auf klar definierten Skalen für Wahrscheinlichkeit und Auswirkung einordnen, Zonen lesen und Top-Risiken ableiten
Risk MatrixDas Visual zeigt Risiken in einer Matrix aus Wahrscheinlichkeit und Auswirkung mit farbigen Zonen, Top-Risiken und nächsten Aktionen.Risiken nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkung vergleichbar machenKlare Skalen verhindern Bauchgefühl; farbige Zonen machen Aufmerksamkeit und Budget gezielter steuerbar.Skalen definierenStufen vor der Bewertung schriftlichklärenRisk MatrixniedrigmittelhochhochmittelniedrigR1R2R3R4Handlungsbedarfgrün beobachten, gelb prüfen, rotaktiv behandelnTop-RisikenMaßnahmen, Owner und Review-KadenzableitenNächste Aktionenmit ROAM, RAID oder Maßnahmen-BacklogweiterführenWahrscheinlichkeitAuswirkungjedes Risiko einzeln einordnen
Form

Versionierte Matrix plus Risikoregister mit Begründung, Reaktion, Owner, Termin und Restrisiko.

Versionierung / Ownership

Bewertungsdatum, Skalenfassung und veränderte Kontrollen je Revision erhalten; frühere Positionen nicht überschreiben.

Tool-Alternativen
  • Whiteboard mit 5×5-Raster
  • Risikoregister oder Tabellenblatt
  • Entscheidungs- und Maßnahmenlog

risk-matrix-working-template.md

Plane Kalibrierung, Bewertung und Reaktionsentscheid in einem begrenzten Risikoset.

Risk Matrix: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Komplette Risikorunde Zeit: 45–60 Minuten

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: 5×5-Arbeitsfläche, Risikoliste, historische Vorfälle, Kontrollnachweise, Skalenanker und Entscheidungslog.
  • Rollen: Facilitator, Risk Owner, Fachpersonen für Eintritt und Auswirkung sowie eine Person mit Annahme- oder Eskalationsrecht.
  • Vorab-Infos: Scope, Zeithorizont, Risikotoleranz, vorhandene Kontrollen und Referenzfälle vorbereiten.
  • Gesamter Zeitbedarf: 45–60 Minuten für 8–12 Risiken; Datenklärung und Maßnahmenarbeit zusätzlich.
  • Setup: Achsen 1 bis 5 mit konkreten Ankern beschriften; Extremfall- und Unsicherheitsregel sichtbar daneben stellen.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Kalibrieren: Skalen und Schwellen verankern

  • Entscheidungsscope und Zeithorizont
  • Risikotoleranz oder Eskalationsvorgaben
  • Historische Vorfälle oder Referenzfälle

Beschreiben: Risikoszenarien präzisieren

  • Risikoquellen und Annahmen
  • Prozess-, System- oder Marktwissen
  • Bestehende Kontrollen

Bewerten: Inhärentes und verbleibendes Risiko einordnen

  • Kalibrierte Skalen
  • Bewertbare Risikoszenarien
  • Kontrollwirksamkeit und Falldaten

Reagieren: Reaktion und Monitoring festlegen

  • Begründete Matrix
  • Risikotoleranz
  • Handlungsoptionen und Verantwortlichkeiten

Begründete Risikobewertung

RisikoWenn …, dann …P 1–5 + AnkerI 1–5 + AnkerKontrollen · RestrisikoReaktion · Owner · Termin
Checkout-Anmeldung
  • Checkout-Anmeldung: Ausfall des Identitätsproviders

Für jedes Risiko Szenario, P/I-Anker, Kontrolle, Restrisiko und Reaktion ausfüllen.

NIST SP 800-30 Rev. 1

Kalibrieren: Skalen und Schwellen verankern

Erwartetes Artefakt: Kalibrierte Skalen

5 Wahrscheinlichkeitsanker · 5 Auswirkungsanker · Schwellen · Extremfallregel

Eintrag:

...

  • Können zwei Personen denselben Referenzfall innerhalb einer Stufe einordnen?
  • Bleibt ein katastrophales Risiko sichtbar, auch wenn seine Häufigkeit niedrig ist?

Beschreiben: Risikoszenarien präzisieren

Erwartetes Artefakt: Bewertbare Risikoliste

Ereignis · Ursache · Folge · Ziel · Kontrolle · Belegstatus

Eintrag:

...

  • Beschreibt jeder Eintrag ein unsicheres Ereignis statt ein bereits eingetretenes Issue?
  • Ist erkennbar, welche Folge bewertet wird?

Bewerten: Inhärentes und verbleibendes Risiko einordnen

Erwartetes Artefakt: Begründete Matrix

P · I · Kategorie · Begründung · Restrisiko · Unsicherheit

Eintrag:

...

  • Ist die Zellposition aus Skalenankern und Evidenz herleitbar?
  • Wurde ordinaler Score nicht als exakte Verlustwahrscheinlichkeit ausgegeben?

Reagieren: Reaktion und Monitoring festlegen

Erwartetes Artefakt: Risikobehandlungsplan

Reaktion · Maßnahme · Owner · Termin · Indikator · Restrisiko

Eintrag:

...

  • Hat jedes hohe Risiko eine Entscheidung statt nur eine Farbe?
  • Ist erkennbar, wann die Bewertung ungültig wird?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/risk-matrix/run-sheet

06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.

risk-matrix-beispiel.md

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel: Checkout hängt vom Identitätsprovider ab. Ereignis: Provider länger als 30 Minuten nicht erreichbar. P=3 (ein Ausfall pro Quartal laut Statushistorie), I=5 (keine Anmeldung und kein Kauf; Umsatz- und Supportfolge). Inhärent 15. Aktueller Fallback ist ungeprobt, daher Restrisiko weiter 15. Entscheidung: Mitigieren; Operations testet den Fallback bis 30.06., Erfolg: Umschaltung unter 5 Minuten ohne Datenverlust. Danach neu bewerten.

07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf

  1. Skalen und Schwellen verankernDie Gruppe vergibt Zahlen, ohne zu sagen, welche reale Häufigkeit oder Folge hinter einer Stufe steht.In der Phase ansehen
  2. Risikoszenarien präzisierenEinträge wie 'Security' oder 'Lieferant' benennen Themen, aber kein bewertbares Ereignis und keine konkrete Folge.In der Phase ansehen
  3. Inhärentes und verbleibendes Risiko einordnenDas Team multipliziert zwei Ordinalzahlen und behandelt den Score als objektive Genauigkeit oder einzige Rangfolge.In der Phase ansehen
  4. Reaktion und Monitoring festlegenDie Matrix endet mit roten Feldern, ohne dass Entscheidung, Owner, Wirkindikator oder Reviewtermin feststehen.In der Phase ansehen
08

Abbruchkriterien

Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest

Alle Bewertungen verweisen auf Skalenanker und einen Beleg- oder Unsicherheitsstatus.
Jedes Risiko oberhalb der Schwelle hat Reaktion, Owner, Termin und Prüfauslöser.

Methode nach Agile Community. Die Methode ist aus der agilen Praxisgemeinschaft entstanden oder wurde dort verbreitet. Kuratiert mit 1 Quellen.

Quellen: NIST SP 800-30 Rev. 1: Guide for Conducting Risk Assessments

Ablauf, Timeboxen und Stolperfallen sind redaktionell kuratierte Praxisempfehlungen auf Basis der genannten Quellen.

Methodenanleitung durchgearbeitet?

Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.