methodatlas
Playbook

Domain Discovery zu Systemgrenzen führen

Von fachlichem Ablauf zu Sprache, Events, Bounded Contexts und ersten Architekturgrenzen.

Schritte4 Methoden
Zeit1-3 Tage
FormatWorkshop
Ergebnis

Ein fachlich begründeter Schnitt mit Events, Begriffen, Kontextgrenzen und offenen Integrationsfragen.

Am Ende hast du

Event TimelineDomain StoryContext CanvasContext Map

Entscheidungspunkt

Du kannst entscheiden, welche fachlichen Grenzen, Sprachen und Integrationsbeziehungen für die nächste Architekturarbeit relevant sind.

Nächster Schritt

Kontextgrenzen mit Teams und Stakeholdern validieren und in Architekturentscheidungen oder Systemzuschnitte überführen.

Ideal für

  • DDD-Initiativen
  • Monolith-Zerlegung
  • fachlich komplexe Produkte

Nicht gut für

  • kleine CRUD-Features
  • reine Infrastrukturthemen
Vorbereitung

Was vor dem Start klar sein sollte

Rollen

  • Domänenexpertinnen und Domänenexperten
  • Architekt oder Tech Lead
  • Product- und Engineering-Vertretung

Inputs

  • fachlicher Ablauf oder Problemraum
  • bekannte Systeme und Teams
  • Begriffe, Events oder Prozessbeispiele

Setup

  • Domänenausschnitt begrenzen
  • Teilnehmende mit echtem Prozesswissen einladen
  • Dokumentationsformat für Grenzen festlegen
Ablauf

Methodenpfad

4 Methoden
  1. 1Domain ModelingEvent Timeline

    EventStorming

    Welche Geschäftsereignisse, Auslöser und Grenzen prägen den Flow, und wo entstehen Reibung, Risiko oder Lernbedarf?

    Warum dieser Schritt?

    Event Storming macht fachliche Ereignisse, Commands und Hotspots im Ablauf sichtbar.

    Die Event-Sicht wird anschließend durch Akteure, Aktivitäten und Geschichten konkretisiert.

    EventStorming auf einer langen Arbeitsfläche: farbige Ereigniskarten bilden einen Geschäftsfluss, Reibungspunkte werden markiert und eine Grenze trennt unterschiedliche Verantwortungsbereiche.
  2. 2Knowledge ModelingDomain Story

    Domain Storytelling

    Wie arbeiten Akteure auf ein Geschäftsergebnis hin, einschließlich Ausnahmen?

    Warum dieser Schritt?

    Domain Storytelling erklärt, wer was mit wem tut und bringt fachliche Sprache in eine erzählbare Form.

    Die Geschichten helfen, Verantwortungen und mögliche Kontextgrenzen zu erkennen.

    Papierillustration zu Domain Storytelling mit den zentralen Arbeitsschritten und einem sichtbaren Ergebnis.
  3. 3Domain ModelingContext Canvas

    Bounded Context Canvas

    Wo verläuft die Domänengrenze und wie arbeiten die Kontexte zusammen?

    Warum dieser Schritt?

    Der Bounded Context Canvas konkretisiert Zweck, Sprache, Regeln und Verantwortlichkeit eines Kontextes.

    Die einzelnen Kontexte werden anschließend in ihrer Beziehung zueinander kartiert.

    Papierillustration zu Bounded Context Canvas mit den zentralen Arbeitsschritten und einem sichtbaren Ergebnis.
  4. 4Domain ModelingContext Map

    Context Map

    Welche Modelle gelten wo, und wie beeinflussen sich die Kontexte bei Zusammenarbeit?

    Warum dieser Schritt?

    Die Context Map zeigt Integrationsbeziehungen, Abhängigkeiten und Machtverhältnisse zwischen Kontexten.

    Die Map wird zur Grundlage für Architekturentscheidungen, Teamzuschnitt oder Integrationsstrategie.

    Arbeitsfläche für Context Map: Frage, Beobachtungen und nächste Entscheidung sind sichtbar.
Abschlusskriterien
Vorlagen

Artefakte für dieses Playbook

Die Artefakte bleiben zugeklappt, bis du sie wirklich brauchst.

MarkdownVorlage anzeigen

EventStorming: Arbeitsvorlage

Bereite einen ausgewählten Schritt oder den gesamten Ablauf vor. Rechts entsteht dein Plan zum Mitnehmen.

# EventStorming: Arbeitsvorlage

## Fragestellung
Noch zu klären

## Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären

## Rahmen
Gesamter Workshop
Zeit: Ab 2 h für einen fokussierten Ausschnitt; Process-Level-Vertiefung separat planen.

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

## Vorbereitung für diesen Umfang

### Methodische Grundausstattung
- **Materialien:** Lange Wand oder digitales Board mit mindestens 8 m horizontaler Fläche; orange Haftnotizen (Events), blau (Commands), gelb (Actors), pink (Hot Spots), lila (Policies), grün (Read Models); Marker; Kamera für Snapshots; Parkplatz-Fläche.
- **Rollen:** Ein Facilitator mit EventStorming-Erfahrung; drei bis sechs Domainexperten aus Business; zwei bis vier Engineers oder Architekten; ein Scribe für Hot Spots und offene Fragen.
- **Vorab-Infos:** Beispielgeschichte, bekannte Fachbegriffe, relevante Sonderfälle und vorhandene Prozessnotizen als Gesprächsanlass zusammentragen. Die Notizen dienen als Startpunkt und ersetzen nicht das gemeinsame Erzählen.
- **Gesamter Zeitbedarf:** 2-8 h
- **Setup:** Große freie Wand oder Board, gut sichtbare Legende, Marker, Karten für Events und Hot Spots sowie ein Parkplatz für Lösungen vorbereiten. Im Big Picture zunächst nur die für den Flow nötige Notation einführen; einen Process-Level-Zoom separat begründen.

### Für die Arbeitsschritte bereitstellen

#### Frame: Fluss und Stimmen klären
- Geschäftsfluss mit benanntem Start und Ende
- Fachkundige Personen aus den betroffenen Bereichen
- Bekannte Begriffe und offene Fragen

#### Events first: Vergangene Ereignisse sammeln
- Arbeitsrahmen und Beispielgeschichte
- Orange Karten oder ein gleichwertiges digitales Board
- Erfahrungswissen der Domainexperten

#### Timeline: Zeitlinie und Brüche schärfen
- Rohes Event-Bild
- Beispiele für normale und ungewöhnliche Verläufe
- Markierungen für Widerspruch und Reibung

#### Zoom: Reibung und Grenzen untersuchen
- Gemeinsame Event-Timeline
- Beobachtete Reibungen, Konflikte und Sonderfälle
- Perspektiven auf Verantwortung, Übergaben und Begriffe

#### Follow-up: Ergebnis sichern und weiterarbeiten
- Event-Timeline und Boundary-Skizze
- Priorisierte Hot Spots
- Entscheidungs- und Umsetzungskontext


## Frame: Fluss und Stimmen klären
Erwartetes Artefakt: Arbeitsrahmen

Scope · Beteiligte · Glossarstart · offene Perspektiven

Eintrag:

...

- [ ] Können alle Beteiligten in einem Satz sagen, welcher Flow betrachtet wird und welche Frage am Ende besser beantwortet sein soll?

## Events first: Vergangene Ereignisse sammeln
Erwartetes Artefakt: Rohes Event-Bild

Event-Sammlung · grobe Reihenfolge · markierte Unsicherheiten

Eintrag:

...

- [ ] Sind die Karten Ereignisse mit fachlicher Bedeutung und zeitlichem Bezug, oder beschreiben sie schon technische Zustände, Rollen oder gewünschte Funktionen?

## Timeline: Zeitlinie und Brüche schärfen
Erwartetes Artefakt: Gemeinsame Event-Timeline

Zeitlinie · Wendepunkte · Varianten · offene Fragen

Eintrag:

...

- [ ] Kann die Gruppe erklären, worüber sie einig ist, wo Varianten bestehen und welche Aussage noch durch Beobachtung oder weitere Fachklärung geprüft werden muss?

## Zoom: Reibung und Grenzen untersuchen
Erwartetes Artefakt: Hot-Spot- und Boundary-Skizze

Priorisierte Reibung · Boundary-Hypothese · begründeter nächster Zoom

Eintrag:

...

- [ ] Sind Grenze und Hot Spot aus dem beobachteten Flow begründet, oder wurden sie nur aus Teamstruktur oder gewünschter Architektur abgeleitet?

## Follow-up: Ergebnis sichern und weiterarbeiten
Erwartetes Artefakt: Arbeitsfähige EventStorming-Dokumentation

Snapshot · Timeline · Glossar · Hot Spots mit Owner und nächster Aktion

Eintrag:

...

- [ ] Kann eine abwesende Person den Scope, die wichtigsten Ereignisse, Unsicherheiten und nächsten Schritte nachvollziehen?

## Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/event-storming/run-sheet
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Bounded Context Canvas: Arbeitsvorlage

Bereite Entscheidung, Quellenbelege und nächste Prüfung vor.

# Bounded Context Canvas: Arbeitsvorlage

## Fragestellung
Noch zu klären

## Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären

## Rahmen
Methode durchführen
Zeit: Siehe Zeitrahmen im Katalog; keine allgemeine Dauer.

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

## Vorbereitung für diesen Umfang

### Methodische Grundausstattung
- **Materialien:** Gemeinsame Arbeitsfläche, Quellenbelege und eine abgestimmte Entscheidungsfrage.
- **Rollen:** Fachexpertise, Product Owner, Architektur, Vertretungen benachbarter Kontexte.
- **Vorab-Infos:** Sammle vorhandene Daten, Beispiele, Rahmenbedingungen und relevante Perspektiven.
- **Gesamter Zeitbedarf:** 90–150 Min. je Kontextkandidat; Grenzen mit Nachbarteams prüfen.
- **Setup:** Sie verdichtet Kontext, Begriffe, Ein- und Ausgänge sowie Ownership in einer kompakten Sicht. So werden Schnittstellen, Risiken und Abhängigkeiten schnell sichtbar, ohne die Domäne unnötig aufzublähen.

### Für die Arbeitsschritte bereitstellen

#### Name: Kontext und Verantwortung benennen
- Fachliche Fähigkeit, Team- und Entscheidungsmandat

#### Sprache: Sprache und Modell festhalten
- Fachleute, Beispiele und strittige Begriffe

#### Schnittstelle: Eingänge und Ausgänge klären
- Nachbarsysteme, Events, APIs und Datenverantwortung

#### Grenze: Beziehungen und offene Grenzen prüfen
- Kontextmodell, Teamzuständigkeiten, Integrationsfälle


## Bounded Context Canvas

### Name
Name den fachlichen Kontext.

...

### Purpose
Welchen geschäftlichen Zweck erfüllt der Kontext?

...

### Strategische Klassifikation
Core, Supporting oder Generic; Wertbeitrag und Evolution begründen.

...

### Domain Roles
Welche fachliche Rolle erfüllt der Kontext?

...

### Inbound Communication
Welche Messages und Collaborators senden hinein?

...

### Outbound Communication
Welche Commands, Events oder Queries gehen hinaus?

...

### Ubiquitous Language
Welche lokalen Begriffe und Definitionen gelten?

...

### Business Decisions
Welche fachlichen Regeln oder Policies gelten?

...

### Assumptions
Welche Modellannahmen sind ungeprüft?

...

### Verification Metrics
Welche Signale prüfen, ob die Kontextgrenze passt?

...

### Open Questions
Was bleibt offen und wer untersucht es?

...

[Bounded Context Canvas · DDD Crew](https://github.com/ddd-crew/bounded-context-canvas)


## Name: Kontext und Verantwortung benennen
Erwartetes Artefakt: Kontextname und Zweck

Kontextname und Zweck

Eintrag:

...

- [ ] Ist die Grenze durch eine fachliche Verantwortung begründet?

## Sprache: Sprache und Modell festhalten
Erwartetes Artefakt: Ubiquitous Language und Kernmodell

Ubiquitous Language und Kernmodell

Eintrag:

...

- [ ] Verstehen Fachleute jeden Begriff gleich?

## Schnittstelle: Eingänge und Ausgänge klären
Erwartetes Artefakt: Schnittstellenübersicht

Schnittstellenübersicht

Eintrag:

...

- [ ] Ist für jedes Datum eine führende Quelle genannt?

## Grenze: Beziehungen und offene Grenzen prüfen
Erwartetes Artefakt: Kontextcanvas mit geklärten und offenen Punkten

Kontextcanvas mit geklärten und offenen Punkten

Eintrag:

...

- [ ] Sind Abhängigkeiten und Übersetzung explizit?

## Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/bounded-context-canvas/run-sheet