IBIS strukturiert Denken über komplexe Fragen als Folge von Issues, Ideas und Arguments. Die Methode hält Diskussionen offen, ohne sie in vorschnellen Konsens zu drücken.
Knowledge Modeling Mapping Tool
IBIS
Bildet strittige Fragen so ab, dass Positionen, Argumente und Entscheidungsstand nachvollziehbar bleiben.
IBIS strukturiert eine Diskussion als Netz aus Issues, Positions und Arguments. Jede Position antwortet auf eine konkrete Frage; Pro- und Contra-Argumente beziehen sich auf genau eine Position. So bleibt sichtbar, was entschieden, verworfen oder noch offen ist.
Welche Position beantwortet das Issue unter den vorliegenden Argumenten am überzeugendsten?
- Teilnehmende
- 2-8 Beteiligte
- Zeit
- 60–120 Minuten für eine erste Map; anschließend bei neuen Argumenten fortführen

Issue
Issue präzisieren
Eine offene, kontroverse Frage formulieren, die durch Positionen beantwortet werden kann.
Positionen
Positionen aufspannen
Jede ernsthafte Antwort auf das Issue als eigene Position erfassen.
Argumente
Argumente verknüpfen
Prüfbare Gründe als Pro oder Contra an genau die betroffene Position hängen.
Folgefragen
Folgefragen öffnen
Ungeklärte Begriffe, Konflikte und Informationsbedarfe als neue Issues modellieren.
Status
Entscheidungsstand markieren
Ausgewählte, verworfene und offene Positionen samt Begründung kennzeichnen.
Neue Fragen als Issues ergänzen, neue Belege an bestehende Argumente hängen und den Status betroffener Positionen aktualisieren.
Geeignet, wenn
Für komplexe Design-, Architektur- oder Policy-Fragen mit mehreren plausiblen Positionen und einer dauerhaft nachvollziehbaren Begründung.
Ideal für
- Design Rationale
- Architecture Decisions
- Policy Discussions
Nicht gut für
- Einfache Taskplanung
- Ideation ohne Argumentationsbedarf
Ergebnisse

IBIS-Map
Verknüpftes Netz aus Issues, Positions sowie Pro- und Contra-Argumenten.

Entscheidungsstand
Status, Begründung, offene Unterfragen und vereinbarte Review-Auslöser.
IBIS · Issue Map
Fiktives Beispiel
Typisierte Einträge halten Frage, Alternativen, Gründe und Entscheidungsstand zusammen.
Issue
Welche offene Frage soll entschieden werden? Scope, Owner und Status ergänzen.
Soll der Bildungsanbieter Kursbuchungen sofort bestätigen?
Positions
Welche konkreten Antworten stehen zur Wahl? Eine Aussage je Position.
A: sofort bestätigen; B: erst manuell prüfen.
Arguments
Welche Gründe unterstützen oder widersprechen welcher Position? Quelle oder Annahmenstatus ergänzen.
Pro A: 78 % regelkonform. Contra A: Kontingente können überschritten werden.
Folge-Issues
Welche entscheidungsrelevanten Unterfragen entstehen aus Positionen oder Argumenten?
Können Kontingente automatisch vorab geprüft werden?
Status
Welche Position wurde durch wen gewählt, unter welchen Bedingungen und mit welchem Review-Auslöser?
Pilot für A nach automatischer Kontingentprüfung; Review nach 100 Buchungen.
Das Beispiel zeigt einen kleinen Ausschnitt. In einer echten Map können Argumente weitere Issues auslösen.
Erster Schritt
Eine tatsächlich strittige Frage als Issue formulieren und den Geltungsbereich der Entscheidung festlegen.
Vertiefung
Das Team formuliert zuerst die zentrale Frage als Issue. Danach werden mögliche Antworten als Ideas gesammelt und mit Pro- und Contra-Arguments verknüpft. So bleibt der Entscheidungsweg transparent, auch wenn die Lage widersprüchlich ist.
IBIS arbeitet stark, weil es Diskussionen in Issues, Positionen und Argumente zerlegt und dadurch Entscheidungslogik offenlegt. Der Nutzen entsteht, wenn kontroverse Punkte sprachlich sauber getrennt und Begründungen sichtbar an genau eine Aussage gehängt werden. Wer die Methode gut einsetzt, achtet auf trennscharfe Fragen, nachvollziehbare Gegenargumente und dokumentierte Schlussfolgerungen, damit Debatten später nicht wieder von vorn beginnen.
Bereite eine Leitfrage vor, die als echtes Entscheidungsproblem taugt, und führe das Team früh in die drei Bausteine ein, damit keine Mischformen entstehen. Besonders wichtig wird es, wenn Meinungen als Faktenformeln auftauchen; dann sollten sie sofort als Position oder Argument umgehängt werden. Zum Abschluss braucht es eine sichtbare Entscheidung oder eine markierte Restunsicherheit, die an den nächsten Termin gebunden wird.
Die Methodenanleitung führt mit 5 Phasen, Zeitrahmen, 5 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.
Methodenanleitung öffnenDeine Einschätzung
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Quellen und Themen
IBIS: ArbeitsvorlageEine tatsächlich strittige Frage als Issue formulieren und den Geltungsbereich der Entscheidung festlegen.markdown
ibis-working-template.md
Eine tatsächlich strittige Frage als Issue formulieren und den Geltungsbereich der Entscheidung festlegen.
IBIS: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Gesamter Durchlauf Zeit: 60–120 Minuten für eine erste Map; anschließend bei neuen Argumenten fortführen
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Gemeinsame Map, Entscheidungsfrage, bekannte Optionen, Belege, Kriterien und Quellenlinks.
- Rollen: Issue Owner, Beteiligte mit unterschiedlichen Perspektiven und eine Person für konsistente Verknüpfungen.
- Vorab-Infos: Entscheidungsrahmen, vorhandene Optionen, bekannte Fakten und bereits getroffene Teilentscheidungen.
- Gesamter Zeitbedarf: 60–120 Minuten für eine erste Map; anschließend bei neuen Argumenten fortführen
- Setup: Legende für Issue, Position, Pro und Contra festlegen; jedes Element erhält eine eindeutige Bezeichnung und Quelle.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Issue: Issue präzisieren
- Anlass und Entscheidungskontext
- Mandat und Randbedingungen
Positionen: Positionen aufspannen
- Issue-Knoten
- Vorschläge und Gegenentwürfe
Argumente: Argumente verknüpfen
- Positionen
- Belege, Kriterien und Erfahrungen
Folgefragen: Folgefragen öffnen
- Argumentnetz
- Widersprüche und fehlende Belege
Status: Entscheidungsstand markieren
- Vollständige IBIS-Map
- Mandat und Entscheidungskriterien
IBIS · Issue Map
Issue
Welche offene Frage soll entschieden werden? Scope, Owner und Status ergänzen.
...
Positions
Welche konkreten Antworten stehen zur Wahl? Eine Aussage je Position.
...
Arguments
Welche Gründe unterstützen oder widersprechen welcher Position? Quelle oder Annahmenstatus ergänzen.
...
Folge-Issues
Welche entscheidungsrelevanten Unterfragen entstehen aus Positionen oder Argumenten?
...
Status
Welche Position wurde durch wen gewählt, unter welchen Bedingungen und mit welchem Review-Auslöser?
...
Einträge typisieren, eindeutige IDs vergeben und jede Beziehung mit Richtung dokumentieren.
Issue: Issue präzisieren
Erwartetes Artefakt: Issue-Knoten
Frage, Scope, Owner und Status
Eintrag:
...
- Sind mindestens zwei unterscheidbare Antworten möglich?
- Liegt die Frage im Einflussbereich?
Positionen: Positionen aufspannen
Erwartetes Artefakt: Positionsknoten
Eine Aussage je Position
Eintrag:
...
- Antwortet jede Position direkt auf das Issue?
- Sind echte Alternativen getrennt?
Argumente: Argumente verknüpfen
Erwartetes Artefakt: Pro- und Contra-Argumente
Behauptung, Bezug, Quelle und Richtung
Eintrag:
...
- Ist die Richtung jeder Kante eindeutig?
- Sind Fakten, Bewertungen und Annahmen erkennbar?
Folgefragen: Folgefragen öffnen
Erwartetes Artefakt: Verknüpfte Unter-Issues
Frage, Auslöser, Owner und Fälligkeit
Eintrag:
...
- Ändert die Antwort potenziell eine Position?
- Ist die Herkunft der Folgefrage sichtbar?
Status: Entscheidungsstand markieren
Erwartetes Artefakt: Statusierte IBIS-Map
Entscheidung, Begründung, Bedingungen und Review
Eintrag:
...
- Bleiben verworfene Positionen und Argumente lesbar?
- Ist klar, wer entschieden hat und wann neu geprüft wird?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/ibis/run-sheet
Alternativen und Nachbarn
Passende Alternativen mit Entscheidungshilfe, danach weitere verwandte Methoden.

Statt IBIS, wenn du Argumente und Gegenargumente mit klarer Begründungsstruktur auseinanderhalten willst.

Bereitet größere Änderungen mit Motivation, Lösung, Alternativen und offenen Fragen revisionsfest auf.

Kartiert kritisches Wissen, Wissensträger und Lücken, damit Übergaben und Transfer gezielt geplant werden können.

Sortiert Wissen in Projects, Areas, Resources und Archive, damit persönliche Wissensarbeit leichter steuerbar bleibt.

Übersetzt Fachwissen in eine erzählte Situation, an der Begriffe, Beziehungen und Regeln gemeinsam geprüft werden.

Zwingt komplexe Inhalte in einfache Sprache und legt sofort offen, welche Wissenslücken noch geschlossen werden müssen.
Rahmenbedingungen und Herkunft
Steckbrief
- Methodenform
- Mapping Tool
- Teilnehmende
- 2-8
- Zeit
- 1-3 h
- Reifegrad
- Canonical
- Ursprung
- Horst Rittel und Werner Kunz

