Die Gruppe sieht dieselbe knappe, verständliche Beschreibung jeder Option.
Dot Voting
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Die entscheidende Person weiß, ob das Ergebnis eine Shortlist, ein Gesprächsstart oder eine Vorauswahl ist.
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Optionen auf einem Board oder gut lesbaren Karten, Punkte oder gleichwertige digitale Stimmen und ein sichtbares Stimmenlimit.
Facilitation schützt stille Einzelstimmen. Entscheidungsverantwortliche erklären vorab, wie das Signal verwendet wird. Fachrollen recherchieren wichtige Annahmen vor dem Votum.
Optionsbeschreibungen, die zu entscheidende Frage und notwendige Evidenz sammeln. Bei wichtigen Optionen erhalten Teilnehmende Zeit, ihre jeweilige Fachperspektive zu prüfen.
5–15 Minuten für vorbereitete Optionen; Recherche, Debatte oder eine formelle Entscheidung kommen hinzu.
Gib allen dieselbe Anzahl Punkte. Ein plausibler Startwert liegt bei ungefähr einem Viertel der Optionen, wird aber an Zweck und Optionszahl angepasst. Erkläre, ob mehrere Punkte auf eine Option gelegt werden dürfen und ob Stimmen Kriterien oder nur Präferenz ausdrücken. Stimmen werden still abgegeben; besprochen wird danach.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche Optionen verdienen nach den unabhängigen Präferenzen der Gruppe die nächste Prüfung?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
Dot Voting macht relative Präferenzen in einer Gruppe sichtbar, indem alle Beteiligten ein gleiches Stimmenbudget unabhängig einsetzen. Die Verteilung unterstützt eine Shortlist und ersetzt keine Kriterienprüfung bei folgenreichen Entscheidungen.
Abstimmung und Ergebnis
Fiktives Lehrbeispiel
Fiktive Stimmenverteilung aus einer vorbereiteten Gruppenauswahl.
| Option | Option | Punkte | Lesart und nächste Prüfung |
|---|---|---|---|
| Option 1Welche Option erhielt Stimmen, und was sollte als Nächstes geprüft werden? | Verständlichere Reservierungsbestätigung | 5 Punkte | Shortlist. Vor Umsetzung Textverständnis und Prozess prüfen. |
| Option 2Welche Option erhielt Stimmen, und was sollte als Nächstes geprüft werden? | Verlässliche Abholzeitfenster | 4 Punkte | Shortlist. Verfügbarkeit und Betriebsaufwand prüfen. |
| Option 3Welche Option erhielt Stimmen, und was sollte als Nächstes geprüft werden? | Erinnerung vor der Rückgabe | 2 Punkte | Zurückgestellt. Grund der Präferenz oder Ablehnung offen. |
| Option 4Welche Option erhielt Stimmen, und was sollte als Nächstes geprüft werden? | Kurzes Reparaturvideo | 1 Punkt | Zurückgestellt. Keine Aussage über objektiven Nutzen. |
1. Option
- Option 1
- Verständlichere Reservierungsbestätigung
- Option 2
- Verlässliche Abholzeitfenster
- Option 3
- Erinnerung vor der Rückgabe
- Option 4
- Kurzes Reparaturvideo
2. Punkte
- Option 1
- 5 Punkte
- Option 2
- 4 Punkte
- Option 3
- 2 Punkte
- Option 4
- 1 Punkt
3. Lesart und nächste Prüfung
- Option 1
- Shortlist. Vor Umsetzung Textverständnis und Prozess prüfen.
- Option 2
- Shortlist. Verfügbarkeit und Betriebsaufwand prüfen.
- Option 3
- Zurückgestellt. Grund der Präferenz oder Ablehnung offen.
- Option 4
- Zurückgestellt. Keine Aussage über objektiven Nutzen.
Vier fiktive Personen geben je drei Punkte ab. Die zwölf Punkte sind Präferenzsignale; sie zählen weder eindeutige Personen noch Konsens. Die Shortlist benötigt anschließende Prüfung.
- 1
Scope
Frage und Zweck festlegen

Ziel
Die Gruppe weiß, welche Entscheidung das Votum vorbereitet.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Auswahlfrage
Durchführung
- Entscheidungsverantwortung und nächste Prüfung benennen
Ergebnis
Abgegrenzte Abstimmung
Eine Vorauswahl ist nicht automatisch der Beschluss.
Qualitätscheck
Wird das Ergebnis als Signal oder Entscheidung genutzt?
Stolperfalle
Teilnehmende erwarten einen verbindlichen Beschluss. Vor dem Start Entscheidungsweg klären.
Zeitlicher Rahmen: 2 Minuten
- 2
Optionen
Optionen vergleichbar machen

Ziel
Alle stimmen über dieselbe Optionsmenge ab.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Optionen und Entscheidungskontext
Durchführung
- Verständnisfragen klären
- wichtige Evidenz vorab bereitstellen
- nicht abstimmungsreife Optionen zurückstellen.
Ergebnis
Vergleichbare Optionsliste
Dot Voting bewertet keine Qualität, die nicht sichtbar ist.
Qualitätscheck
Sind Optionen ähnlich konkret beschrieben?
Stolperfalle
Optionen unterscheiden sich in Klarheit oder Detailgrad. Formulierungen angleichen und Unsicherheit markieren.
Zeitlicher Rahmen: 3 Minuten
- 3
Still voten
Stimmen unabhängig abgeben

Ziel
Jede Person kann ihre Präferenz ohne sichtbare Vorabstimmung zeigen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Gleiche Punktzahl, Punkte oder digitales Board
Durchführung
- Stimmenbudget sichtbar nennen
- still abstimmen lassen
- bei Bedarf eine private digitale Abgabe verwenden.
Ergebnis
Abgegebene Stimmen
Gleiche Stimmenzahl schützt vor ungleichem Stimmgewicht, nicht vor ungleicher Evidenz.
Qualitätscheck
Andere Stimmen werden vor Abgabe sichtbar.
Stolperfalle
Sichtbare Stimmen beeinflussen die eigene Stimmabgabe. Board verdecken oder private Abgabe wählen.
Zeitlicher Rahmen: 3 Minuten
- 4
Muster lesen
Verteilung gemeinsam deuten

Ziel
Die Gruppe versteht das Ergebnis als Präferenzmuster mit offenen Fragen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Abgeschlossene Abstimmung
Durchführung
- Ergebnis sichtbar machen
- Verteilung und Ausreißer besprechen
- keine Punkte in Personenstimmen umdeuten.
Ergebnis
Priorisierte Shortlist und offene Fragen
Punkte können sich auf wenige Optionen häufen, ohne Einigkeit zu belegen.
Qualitätscheck
Die höchste Zahl gilt als Konsens.
Stolperfalle
Die höchste Stimmenzahl wird als Konsens interpretiert. Ergebnis und verbleibende Bedenken getrennt protokollieren.
Zeitlicher Rahmen: 4 Minuten
- 5
Weiterarbeit
Nächste Prüfung vereinbaren

Ziel
Das Votum mündet in einen benannten nächsten Schritt.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Priorisiertes Muster, Evidenzlücken, Entscheidungsspielraum
Durchführung
- Shortlist festlegen
- notwendige Kriterienprüfung bestimmen
- Owner und Prüftermin dokumentieren.
Ergebnis
Klarer Folgeschritt
Eine Abstimmung allein prüft keine Machbarkeit, Risiken oder Pflichten.
Qualitätscheck
Die Punkte bleiben ohne Folgearbeit am Board.
Stolperfalle
Das Abstimmungsergebnis bleibt ohne Folgeschritt. Owner und Termin für den nächsten Entscheidungsschritt festhalten.
Zeitlicher Rahmen: 3 Minuten
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
Datierte Abstimmungsübersicht mit Frage, Optionen, Stimmenbudget, Ergebnis, Vorbehalten und dokumentiertem nächsten Entscheidungsschritt.
Frage, Optionstexte, Regel, Stimmenzahl und Datum gemeinsam sichern. Bei einer zweiten Runde die eingeengte Optionsmenge und den Grund dafür ergänzen.
- Physische Punkte oder Stifte auf Karten
- Digitales Whiteboard mit privater Abstimmung
- Kurze anonyme Umfrage, wenn die Verteilung nicht vorab sichtbar werden soll
workshop-agenda-markdown.md
Kompakte Agenda-Vorlage für Methodenketten mit Timebox, Zweck und Output.
Workshop Agenda
Ziel: ... Teilnehmende: ... Dauer: ...
| Zeit | Methode | Zweck | Output |
|---|---|---|---|
| 00:00 | Check-in | Fokus setzen | Gemeinsamer Start |
| 00:10 | How Might We | Ideationsfragen | HMW-Liste |
| 00:35 | Brainwriting | Ideen erzeugen | Idea Pool |
| 01:10 | Dot Voting | Auswahl vorbereiten | Priorisierte Ideen |
| 01:30 | Storyboarding | Konzept greifbar machen | Storyboard |
Abschluss
Entscheidung, Owner, nächster Test.
dot-voting-working-template.md
Plane die Frage, die vergleichbaren Optionen, das gleiche Stimmenbudget und den anschließenden Entscheidungsweg.
Dot Voting: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Eine Gruppe Optionen verdichten Zeit: 5–15 Minuten bei vorbereitetem Board; Nachgespräch nach Bedarf
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Optionen auf einem Board oder gut lesbaren Karten, Punkte oder gleichwertige digitale Stimmen und ein sichtbares Stimmenlimit.
- Rollen: Facilitation schützt stille Einzelstimmen. Entscheidungsverantwortliche erklären vorab, wie das Signal verwendet wird. Fachrollen recherchieren wichtige Annahmen vor dem Votum.
- Vorab-Infos: Optionsbeschreibungen, die zu entscheidende Frage und notwendige Evidenz sammeln. Bei wichtigen Optionen erhalten Teilnehmende Zeit, ihre jeweilige Fachperspektive zu prüfen.
- Gesamter Zeitbedarf: 5–15 Minuten für vorbereitete Optionen; Recherche, Debatte oder eine formelle Entscheidung kommen hinzu.
- Setup: Gib allen dieselbe Anzahl Punkte. Ein plausibler Startwert liegt bei ungefähr einem Viertel der Optionen, wird aber an Zweck und Optionszahl angepasst. Erkläre, ob mehrere Punkte auf eine Option gelegt werden dürfen und ob Stimmen Kriterien oder nur Präferenz ausdrücken. Stimmen werden still abgegeben; besprochen wird danach.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Scope: Frage und Zweck festlegen
- Auswahlfrage
Optionen: Optionen vergleichbar machen
- Optionen und Entscheidungskontext
Still voten: Stimmen unabhängig abgeben
- Gleiche Punktzahl, Punkte oder digitales Board
Muster lesen: Verteilung gemeinsam deuten
- Abgeschlossene Abstimmung
Weiterarbeit: Nächste Prüfung vereinbaren
- Priorisiertes Muster, Evidenzlücken, Entscheidungsspielraum
Abstimmung und Ergebnis
| Option | Option | Punkte | Beobachtung oder nächste Prüfung |
|---|---|---|---|
| Option 1 | |||
| Option 2 | |||
| Option 3 | |||
| Option 4 |
- Option 1: Welche Option erhielt Stimmen, und was sollte als Nächstes geprüft werden?
- Option 2: Welche Option erhielt Stimmen, und was sollte als Nächstes geprüft werden?
- Option 3: Welche Option erhielt Stimmen, und was sollte als Nächstes geprüft werden?
- Option 4: Welche Option erhielt Stimmen, und was sollte als Nächstes geprüft werden?
Leere Vorlage: Frage, gleich beschriebene Optionen, Stimmenbudget und unabhängige Abgabe festhalten. Stimmen und Lesart erst nach der Abstimmung ergänzen.
Scope: Frage und Zweck festlegen
Erwartetes Artefakt: Abgegrenzte Abstimmung
Eine Vorauswahl ist nicht automatisch der Beschluss.
Eintrag:
...
- Wird das Ergebnis als Signal oder Entscheidung genutzt?
Optionen: Optionen vergleichbar machen
Erwartetes Artefakt: Vergleichbare Optionsliste
Dot Voting bewertet keine Qualität, die nicht sichtbar ist.
Eintrag:
...
- Sind Optionen ähnlich konkret beschrieben?
Still voten: Stimmen unabhängig abgeben
Erwartetes Artefakt: Abgegebene Stimmen
Gleiche Stimmenzahl schützt vor ungleichem Stimmgewicht, nicht vor ungleicher Evidenz.
Eintrag:
...
- Andere Stimmen werden vor Abgabe sichtbar.
Muster lesen: Verteilung gemeinsam deuten
Erwartetes Artefakt: Priorisierte Shortlist und offene Fragen
Punkte können sich auf wenige Optionen häufen, ohne Einigkeit zu belegen.
Eintrag:
...
- Die höchste Zahl gilt als Konsens.
Weiterarbeit: Nächste Prüfung vereinbaren
Erwartetes Artefakt: Klarer Folgeschritt
Eine Abstimmung allein prüft keine Machbarkeit, Risiken oder Pflichten.
Eintrag:
...
- Die Punkte bleiben ohne Folgearbeit am Board.
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/dot-voting/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
dot-voting-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Lehrbeispiel: Rückmeldungen für einen Werkzeugverleih-Pilot
Alle Angaben und Stimmen sind erfunden. Vier Teammitglieder wählen aus vier ähnlich beschriebenen Verbesserungen. Jede Person erhält drei Punkte; mehrere Punkte auf dieselbe Option sind erlaubt. Das ergibt zwölf abgegebene Punkte.
| Option | Punkte |
|---|---|
| Verständlichere Reservierungsbestätigung | 5 |
| Verlässliche Abholzeitfenster | 4 |
| Erinnerung vor der Rückgabe | 2 |
| Kurzes Reparaturvideo | 1 |
Die Bestätigung und die Abholzeitfenster bilden die Shortlist. Die Gruppe prüft anschließend, welche Beobachtungen und Umsetzungsfragen hinter den Stimmen stehen. Fünf Punkte bedeuten nicht fünf Personen oder Konsens. Vor Umsetzung klärt die verantwortliche Person Sicherheit, Aufwand und Abhängigkeiten.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- Frage und Zweck festlegenTeilnehmende erwarten einen verbindlichen Beschluss.In der Phase ansehen
- Optionen vergleichbar machenOptionen unterscheiden sich in Klarheit oder Detailgrad.In der Phase ansehen
- Stimmen unabhängig abgebenSichtbare Stimmen beeinflussen die eigene Stimmabgabe.In der Phase ansehen
- Verteilung gemeinsam deutenDie höchste Stimmenzahl wird als Konsens interpretiert.In der Phase ansehen
- Nächste Prüfung vereinbarenDas Abstimmungsergebnis bleibt ohne Folgeschritt.In der Phase ansehen
Frage und Zweck festlegen
Teilnehmende erwarten einen verbindlichen Beschluss.
Vor dem Start Entscheidungsweg klären.
Optionen vergleichbar machen
Optionen unterscheiden sich in Klarheit oder Detailgrad.
Formulierungen angleichen und Unsicherheit markieren.
Stimmen unabhängig abgeben
Sichtbare Stimmen beeinflussen die eigene Stimmabgabe.
Board verdecken oder private Abgabe wählen.
Verteilung gemeinsam deuten
Die höchste Stimmenzahl wird als Konsens interpretiert.
Ergebnis und verbleibende Bedenken getrennt protokollieren.
Nächste Prüfung vereinbaren
Das Abstimmungsergebnis bleibt ohne Folgeschritt.
Owner und Termin für den nächsten Entscheidungsschritt festhalten.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

