Situation, Zweck und Quellen sind benannt.
Affinity Diagramming
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Einzelnotizen mit Quellen, freie Arbeitsfläche, Marker für Cluster und Ausreißer sowie Zwischenstand-Versionen.
Facilitation, Research oder Fachpersonen mit Quellenkenntnis sowie mehrere beteiligte Perspektiven; Dominanz aktiv ausgleichen.
Fragestellung, vollständiges Rohmaterial, Quellenkürzel und zulässige Clustering-Grenzen vorbereiten. Mehrteilige Aussagen vorab trennen.
45–90 Minuten für bis zu etwa 30 Notizen; größere Mengen in mehreren Clustering-Runden bearbeiten.
Eine bewegliche Notiz enthält genau eine Beobachtung oder Aussage. Cluster entstehen zunächst aus Nähe im Material; vorgegebene Kategorien bleiben außerhalb der Arbeitsfläche.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche Beziehungen und Muster entstehen aus den einzelnen Notizen, welche Ausreißer bleiben wichtig und welche Frage folgt?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
Affinity Diagramming gruppiert einzelne Aussagen oder Beobachtungen nach gemeinsamen Beziehungen. Benannte Cluster, sichtbare Ausreißer und Quellen machen die entstehende Struktur nachvollziehbar und im Review überarbeitbar.
Affinity-Arbeitsmatrix
Fiktives Lehrbeispiel
Rohmaterial, induktive Cluster und offene Fragen.
| Arbeitszeile | Quelle | Notiz | Cluster | Frage |
|---|---|---|---|---|
| ArbeitsnotizEine einzelne Notiz mit Kontext. | F1: Kalendernotiz | F1: Samstagstermin fehlt | Verfügbarkeit vor Fahrt | Frage offen |
| Cluster-ReviewLabel prüfen, Gegenbeispiele und Lücken festhalten. | F2: fiktive Interviewnotiz | Leiht spontan ohne Termin; Gegenbeispiel zu F1 | Zugang braucht planbare und spontane Wege | Wann genügt spontane Ausleihe, wann braucht es Terminbestätigung? |
1. Quelle
- Arbeitsnotiz
- F1: Kalendernotiz
- Cluster-Review
- F2: fiktive Interviewnotiz
2. Notiz
- Arbeitsnotiz
- F1: Samstagstermin fehlt
- Cluster-Review
- Leiht spontan ohne Termin; Gegenbeispiel zu F1
3. Cluster
- Arbeitsnotiz
- Verfügbarkeit vor Fahrt
- Cluster-Review
- Zugang braucht planbare und spontane Wege
4. Frage
- Arbeitsnotiz
- Frage offen
- Cluster-Review
- Wann genügt spontane Ausleihe, wann braucht es Terminbestätigung?
Einordnungen bleiben überprüfbar und überarbeitbar.
- 1
Material
Atomare Notizen vorbereiten

Ziel
Jede Notiz kann eigenständig bewegt und geprüft werden.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- abgegrenzte Fragestellung
- Rohmaterial mit Quellenangaben
Durchführung
- Mehrteilige Aussagen in Einzelnotizen zerlegen
- Quelle und notwendigen Kontext ergänzen
- Duplikate markieren, ohne sie zu löschen
Ergebnis
Notiz · Kontext · Quelle
Atomare, bewegliche Notizen mit Quellenkürzeln
Qualitätscheck
Enthält jede Notiz genau eine Aussage oder Beobachtung? Bleibt sie ohne mündliche Erklärung verständlich?
Stolperfalle
Annahmen werden als Fakten gelesen. Quelle nennen, markieren oder offenlassen.
Zeitlicher Rahmen: 10–20 Minuten
- 2
Clustering
Induktiv gruppieren

Ziel
Cluster entstehen aus Beziehungen im Material.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- bewegliche, quellengebundene Notizen
- freie Arbeitsfläche ohne Kategorien
Durchführung
- Zunächst still nach Ähnlichkeit gruppieren
- Notizen bei mehreren Lesarten verschieben
- Ausreißer sichtbar am Rand behalten
Ergebnis
Notizen · vorläufiges Cluster · Ausreißer
Vorläufige Gruppen mit sichtbaren Einzelnotizen und Ausreißern
Qualitätscheck
Sind Gruppen aus dem Material entstanden? Bleiben Ausreißer und Uneinigkeit sichtbar?
Stolperfalle
Annahmen werden als Fakten gelesen. Quelle nennen, markieren oder offenlassen.
Zeitlicher Rahmen: 15–30 Minuten
- 3
Review
Cluster benennen und prüfen

Ziel
Labels passen zu den Notizen und bleiben revidierbar.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- vorläufige Cluster
- Ausreißer und strittige Zuordnungen
Durchführung
- Label aus gemeinsamen Eigenschaften formulieren
- Mischcluster teilen oder umordnen
- Gegenbeispiele und offene Lesarten dokumentieren
Ergebnis
Label · tragende Notizen · Gegenbeispiel
Geprüfte Cluster mit materialnahen Labels und Gegenbelegen
Qualitätscheck
Beschreibt das Label alle tragenden Notizen? Wurde mindestens ein Gegenbeispiel geprüft?
Stolperfalle
Annahmen werden als Fakten gelesen. Quelle nennen, markieren oder offenlassen.
Zeitlicher Rahmen: 10–20 Minuten
- 4
Synthese
Muster und Folgefragen ableiten

Ziel
Die Synthese führt zu expliziten nächsten Fragen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- geprüfte Cluster und Ausreißer
- Entscheidungskontext für die Folgesynthese
Durchführung
- Muster und Spannungen beschreiben
- Quellen und offene Fragen verknüpfen
- Priorisierung als separaten Schritt planen
Ergebnis
Muster · Quelle · offene Frage · nächste Aktion
Nachvollziehbare Synthese mit Quellen, Grenzen und Folgefragen
Qualitätscheck
Lässt sich jede Aussage zu Notizen zurückverfolgen? Bleibt Clustergröße von Priorität getrennt?
Stolperfalle
Annahmen werden als Fakten gelesen. Quelle nennen, markieren oder offenlassen.
Zeitlicher Rahmen: 10–20 Minuten
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
Affinity-Diagramm mit Rohnotizen, induktiven Clustern, Labels, Ausreißern und offenen Fragen.
Rohnotizen unverändert aufbewahren und nach jeder Clustering-Runde einen datierten Zwischenstand sichern. Umbenennungen und aufgelöste Cluster bleiben nachvollziehbar.
- Papierkarten auf großer Arbeitsfläche
- Digitales Whiteboard ohne vorgegebene Spalten
- Quellenliste und Zwischenstand-Snapshots
affinity-diagramming-working-template.md
Quellenmaterial in bewegliche Einzelnotizen überführen und eine induktive Clustering-Runde vorbereiten.
Affinity Diagramming: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Ein Affinity Diagram erarbeiten Zeit: 45–90 Minuten
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Einzelnotizen mit Quellen, freie Arbeitsfläche, Marker für Cluster und Ausreißer sowie Zwischenstand-Versionen.
- Rollen: Facilitation, Research oder Fachpersonen mit Quellenkenntnis sowie mehrere beteiligte Perspektiven; Dominanz aktiv ausgleichen.
- Vorab-Infos: Fragestellung, vollständiges Rohmaterial, Quellenkürzel und zulässige Clustering-Grenzen vorbereiten. Mehrteilige Aussagen vorab trennen.
- Gesamter Zeitbedarf: 45–90 Minuten für bis zu etwa 30 Notizen; größere Mengen in mehreren Clustering-Runden bearbeiten.
- Setup: Eine bewegliche Notiz enthält genau eine Beobachtung oder Aussage. Cluster entstehen zunächst aus Nähe im Material; vorgegebene Kategorien bleiben außerhalb der Arbeitsfläche.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Material: Atomare Notizen vorbereiten
- abgegrenzte Fragestellung
- Rohmaterial mit Quellenangaben
Clustering: Induktiv gruppieren
- bewegliche, quellengebundene Notizen
- freie Arbeitsfläche ohne Kategorien
Review: Cluster benennen und prüfen
- vorläufige Cluster
- Ausreißer und strittige Zuordnungen
Synthese: Muster und Folgefragen ableiten
- geprüfte Cluster und Ausreißer
- Entscheidungskontext für die Folgesynthese
Affinity-Arbeitsmatrix
| Arbeitszeile | Quelle oder Fall | Beobachtung oder Aussage | Vorläufiges Muster | Offene Frage oder Folgeaktion |
|---|---|---|---|---|
| Arbeitsnotiz | ||||
| Cluster-Review |
- Arbeitsnotiz: Eine einzelne Notiz mit Kontext.
- Cluster-Review: Label prüfen, Gegenbeispiele und Lücken festhalten.
Leere Arbeitsvorlage: eigene Angaben eintragen.
Material: Atomare Notizen vorbereiten
Erwartetes Artefakt: Notiz · Kontext · Quelle
Atomare, bewegliche Notizen mit Quellenkürzeln
Eintrag:
...
- Enthält jede Notiz genau eine Aussage oder Beobachtung?
- Bleibt sie ohne mündliche Erklärung verständlich?
Clustering: Induktiv gruppieren
Erwartetes Artefakt: Notizen · vorläufiges Cluster · Ausreißer
Vorläufige Gruppen mit sichtbaren Einzelnotizen und Ausreißern
Eintrag:
...
- Sind Gruppen aus dem Material entstanden?
- Bleiben Ausreißer und Uneinigkeit sichtbar?
Review: Cluster benennen und prüfen
Erwartetes Artefakt: Label · tragende Notizen · Gegenbeispiel
Geprüfte Cluster mit materialnahen Labels und Gegenbelegen
Eintrag:
...
- Beschreibt das Label alle tragenden Notizen?
- Wurde mindestens ein Gegenbeispiel geprüft?
Synthese: Muster und Folgefragen ableiten
Erwartetes Artefakt: Muster · Quelle · offene Frage · nächste Aktion
Nachvollziehbare Synthese mit Quellen, Grenzen und Folgefragen
Eintrag:
...
- Lässt sich jede Aussage zu Notizen zurückverfolgen?
- Bleibt Clustergröße von Priorität getrennt?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/affinity-diagramming/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
affinity-diagramming-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Lehrbeispiel: Werkzeugverleih
Alle Angaben sind erfunden und keine Forschung. Vier einzelne Notizen werden ohne vorgegebene Themen gruppiert.
- F1: „Samstagstermin war im Kalender, aber an der Ausgabe nicht sichtbar.“
- F2: „Ich musste vor der Fahrt telefonisch nachfragen.“
- F3: „Die Rückgabeuhrzeit stand nur im Kleingedruckten.“
- F4: „Für die Reparatur fehlte ein passender Aufsatz.“
Induktive Cluster
- Verfügbarkeit muss vor der Fahrt bestätigt werden: F1, F2
- Rückgabeinformationen sind schwer auffindbar: F3
- Passendes Zubehör bleibt offen: F4 als Ausreißer
Der Ausreißer wird nicht entfernt. Eine nächste Frage lautet: Welche Informationen brauchen Haushalte vor Abholung und Rückgabe? Die Häufigkeit ist ungeprüft.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- Atomare Notizen vorbereitenAnnahmen werden als Fakten gelesen.In der Phase ansehen
- Induktiv gruppierenAnnahmen werden als Fakten gelesen.In der Phase ansehen
- Cluster benennen und prüfenAnnahmen werden als Fakten gelesen.In der Phase ansehen
- Muster und Folgefragen ableitenAnnahmen werden als Fakten gelesen.In der Phase ansehen
Atomare Notizen vorbereiten
Annahmen werden als Fakten gelesen.
Quelle nennen, markieren oder offenlassen.
Induktiv gruppieren
Annahmen werden als Fakten gelesen.
Quelle nennen, markieren oder offenlassen.
Cluster benennen und prüfen
Annahmen werden als Fakten gelesen.
Quelle nennen, markieren oder offenlassen.
Muster und Folgefragen ableiten
Annahmen werden als Fakten gelesen.
Quelle nennen, markieren oder offenlassen.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

