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MethodenanleitungUX Research

Affinity Diagramming

Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.

KomplexitätNiedrig
Zeit45–90 min
Teilnehmende3-10
FormatWorkshop
ReifegradCanonical
Arbeit planen
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenKonkreter Rahmen

Situation, Zweck und Quellen sind benannt.

Ohne Rahmen bleibt das Artefakt beliebig.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Einzelnotizen mit Quellen, freie Arbeitsfläche, Marker für Cluster und Ausreißer sowie Zwischenstand-Versionen.

Personen / Rollen

Facilitation, Research oder Fachpersonen mit Quellenkenntnis sowie mehrere beteiligte Perspektiven; Dominanz aktiv ausgleichen.

Vorabinfos

Fragestellung, vollständiges Rohmaterial, Quellenkürzel und zulässige Clustering-Grenzen vorbereiten. Mehrteilige Aussagen vorab trennen.

Zeitbedarf

45–90 Minuten für bis zu etwa 30 Notizen; größere Mengen in mehreren Clustering-Runden bearbeiten.

Setup

Eine bewegliche Notiz enthält genau eine Beobachtung oder Aussage. Cluster entstehen zunächst aus Nähe im Material; vorgegebene Kategorien bleiben außerhalb der Arbeitsfläche.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Beziehungen und Muster entstehen aus den einzelnen Notizen, welche Ausreißer bleiben wichtig und welche Frage folgt?

04

Ablauf

Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle

Affinity Diagramming gruppiert einzelne Aussagen oder Beobachtungen nach gemeinsamen Beziehungen. Benannte Cluster, sichtbare Ausreißer und Quellen machen die entstehende Struktur nachvollziehbar und im Review überarbeitbar.

Affinity-Arbeitsmatrix

Fiktives Lehrbeispiel

Rohmaterial, induktive Cluster und offene Fragen.

Affinity-Arbeitsmatrix
ArbeitszeileQuelleNotizClusterFrage
ArbeitsnotizEine einzelne Notiz mit Kontext.F1: KalendernotizF1: Samstagstermin fehltVerfügbarkeit vor FahrtFrage offen
Cluster-ReviewLabel prüfen, Gegenbeispiele und Lücken festhalten.F2: fiktive InterviewnotizLeiht spontan ohne Termin; Gegenbeispiel zu F1Zugang braucht planbare und spontane WegeWann genügt spontane Ausleihe, wann braucht es Terminbestätigung?
  1. 1. Quelle

    Arbeitsnotiz
    F1: Kalendernotiz
    Cluster-Review
    F2: fiktive Interviewnotiz
  2. 2. Notiz

    Arbeitsnotiz
    F1: Samstagstermin fehlt
    Cluster-Review
    Leiht spontan ohne Termin; Gegenbeispiel zu F1
  3. 3. Cluster

    Arbeitsnotiz
    Verfügbarkeit vor Fahrt
    Cluster-Review
    Zugang braucht planbare und spontane Wege
  4. 4. Frage

    Arbeitsnotiz
    Frage offen
    Cluster-Review
    Wann genügt spontane Ausleihe, wann braucht es Terminbestätigung?

Einordnungen bleiben überprüfbar und überarbeitbar.

NN/G

  1. 1

    Material

    Atomare Notizen vorbereiten

    Ziel

    Jede Notiz kann eigenständig bewegt und geprüft werden.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • abgegrenzte Fragestellung
    • Rohmaterial mit Quellenangaben

    Durchführung

    • Mehrteilige Aussagen in Einzelnotizen zerlegen
    • Quelle und notwendigen Kontext ergänzen
    • Duplikate markieren, ohne sie zu löschen

    Ergebnis

    Notiz · Kontext · Quelle

    Atomare, bewegliche Notizen mit Quellenkürzeln

    Qualitätscheck

    Enthält jede Notiz genau eine Aussage oder Beobachtung? Bleibt sie ohne mündliche Erklärung verständlich?

    Stolperfalle

    Annahmen werden als Fakten gelesen. Quelle nennen, markieren oder offenlassen.

    Zeitlicher Rahmen: 10–20 Minuten

  2. 2

    Clustering

    Induktiv gruppieren

    Ziel

    Cluster entstehen aus Beziehungen im Material.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • bewegliche, quellengebundene Notizen
    • freie Arbeitsfläche ohne Kategorien

    Durchführung

    • Zunächst still nach Ähnlichkeit gruppieren
    • Notizen bei mehreren Lesarten verschieben
    • Ausreißer sichtbar am Rand behalten

    Ergebnis

    Notizen · vorläufiges Cluster · Ausreißer

    Vorläufige Gruppen mit sichtbaren Einzelnotizen und Ausreißern

    Qualitätscheck

    Sind Gruppen aus dem Material entstanden? Bleiben Ausreißer und Uneinigkeit sichtbar?

    Stolperfalle

    Annahmen werden als Fakten gelesen. Quelle nennen, markieren oder offenlassen.

    Zeitlicher Rahmen: 15–30 Minuten

  3. 3

    Review

    Cluster benennen und prüfen

    Ziel

    Labels passen zu den Notizen und bleiben revidierbar.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • vorläufige Cluster
    • Ausreißer und strittige Zuordnungen

    Durchführung

    • Label aus gemeinsamen Eigenschaften formulieren
    • Mischcluster teilen oder umordnen
    • Gegenbeispiele und offene Lesarten dokumentieren

    Ergebnis

    Label · tragende Notizen · Gegenbeispiel

    Geprüfte Cluster mit materialnahen Labels und Gegenbelegen

    Qualitätscheck

    Beschreibt das Label alle tragenden Notizen? Wurde mindestens ein Gegenbeispiel geprüft?

    Stolperfalle

    Annahmen werden als Fakten gelesen. Quelle nennen, markieren oder offenlassen.

    Zeitlicher Rahmen: 10–20 Minuten

  4. 4

    Synthese

    Muster und Folgefragen ableiten

    Ziel

    Die Synthese führt zu expliziten nächsten Fragen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • geprüfte Cluster und Ausreißer
    • Entscheidungskontext für die Folgesynthese

    Durchführung

    • Muster und Spannungen beschreiben
    • Quellen und offene Fragen verknüpfen
    • Priorisierung als separaten Schritt planen

    Ergebnis

    Muster · Quelle · offene Frage · nächste Aktion

    Nachvollziehbare Synthese mit Quellen, Grenzen und Folgefragen

    Qualitätscheck

    Lässt sich jede Aussage zu Notizen zurückverfolgen? Bleibt Clustergröße von Priorität getrennt?

    Stolperfalle

    Annahmen werden als Fakten gelesen. Quelle nennen, markieren oder offenlassen.

    Zeitlicher Rahmen: 10–20 Minuten

05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Skizze: so sieht das Artefakt aus

Affinity Diagramming · Synthese-WandAus Rohdaten entstehen Cluster, Insight Statements und nächste Opportunity Areas
Affinity Diagramming Synthese-WandDie Skizze zeigt, wie einzelne Notizen zu Clustern gruppiert und daraus Insights sowie Opportunity Areas abgeleitet werden.Von Notizen zu handlungsfähigen InsightsRohmaterial wird gruppiert, benannt und in Opportunity Areas übersetzt.RohdatenZitate, Beobachtungen, TicketsClusterÄhnliches still gruppierenInsightsMuster in Handlung übersetzenZitatTicketBeob.PainIdeeFrageFindabilityFehlermeldungenTime-to-ValueInsight StatementCluster als Aussage formulierenOpportunity AreaProblemraum benennenTop-3 nächste SchritteOwner und Folgeaktion
Form

Affinity-Diagramm mit Rohnotizen, induktiven Clustern, Labels, Ausreißern und offenen Fragen.

Versionierung / Ownership

Rohnotizen unverändert aufbewahren und nach jeder Clustering-Runde einen datierten Zwischenstand sichern. Umbenennungen und aufgelöste Cluster bleiben nachvollziehbar.

Tool-Alternativen
  • Papierkarten auf großer Arbeitsfläche
  • Digitales Whiteboard ohne vorgegebene Spalten
  • Quellenliste und Zwischenstand-Snapshots

affinity-diagramming-working-template.md

Quellenmaterial in bewegliche Einzelnotizen überführen und eine induktive Clustering-Runde vorbereiten.

Affinity Diagramming: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Ein Affinity Diagram erarbeiten Zeit: 45–90 Minuten

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Einzelnotizen mit Quellen, freie Arbeitsfläche, Marker für Cluster und Ausreißer sowie Zwischenstand-Versionen.
  • Rollen: Facilitation, Research oder Fachpersonen mit Quellenkenntnis sowie mehrere beteiligte Perspektiven; Dominanz aktiv ausgleichen.
  • Vorab-Infos: Fragestellung, vollständiges Rohmaterial, Quellenkürzel und zulässige Clustering-Grenzen vorbereiten. Mehrteilige Aussagen vorab trennen.
  • Gesamter Zeitbedarf: 45–90 Minuten für bis zu etwa 30 Notizen; größere Mengen in mehreren Clustering-Runden bearbeiten.
  • Setup: Eine bewegliche Notiz enthält genau eine Beobachtung oder Aussage. Cluster entstehen zunächst aus Nähe im Material; vorgegebene Kategorien bleiben außerhalb der Arbeitsfläche.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Material: Atomare Notizen vorbereiten

  • abgegrenzte Fragestellung
  • Rohmaterial mit Quellenangaben

Clustering: Induktiv gruppieren

  • bewegliche, quellengebundene Notizen
  • freie Arbeitsfläche ohne Kategorien

Review: Cluster benennen und prüfen

  • vorläufige Cluster
  • Ausreißer und strittige Zuordnungen

Synthese: Muster und Folgefragen ableiten

  • geprüfte Cluster und Ausreißer
  • Entscheidungskontext für die Folgesynthese

Affinity-Arbeitsmatrix

ArbeitszeileQuelle oder FallBeobachtung oder AussageVorläufiges MusterOffene Frage oder Folgeaktion
Arbeitsnotiz
Cluster-Review
  • Arbeitsnotiz: Eine einzelne Notiz mit Kontext.
  • Cluster-Review: Label prüfen, Gegenbeispiele und Lücken festhalten.

Leere Arbeitsvorlage: eigene Angaben eintragen.

NN/G

Material: Atomare Notizen vorbereiten

Erwartetes Artefakt: Notiz · Kontext · Quelle

Atomare, bewegliche Notizen mit Quellenkürzeln

Eintrag:

...

  • Enthält jede Notiz genau eine Aussage oder Beobachtung?
  • Bleibt sie ohne mündliche Erklärung verständlich?

Clustering: Induktiv gruppieren

Erwartetes Artefakt: Notizen · vorläufiges Cluster · Ausreißer

Vorläufige Gruppen mit sichtbaren Einzelnotizen und Ausreißern

Eintrag:

...

  • Sind Gruppen aus dem Material entstanden?
  • Bleiben Ausreißer und Uneinigkeit sichtbar?

Review: Cluster benennen und prüfen

Erwartetes Artefakt: Label · tragende Notizen · Gegenbeispiel

Geprüfte Cluster mit materialnahen Labels und Gegenbelegen

Eintrag:

...

  • Beschreibt das Label alle tragenden Notizen?
  • Wurde mindestens ein Gegenbeispiel geprüft?

Synthese: Muster und Folgefragen ableiten

Erwartetes Artefakt: Muster · Quelle · offene Frage · nächste Aktion

Nachvollziehbare Synthese mit Quellen, Grenzen und Folgefragen

Eintrag:

...

  • Lässt sich jede Aussage zu Notizen zurückverfolgen?
  • Bleibt Clustergröße von Priorität getrennt?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/affinity-diagramming/run-sheet

06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.

affinity-diagramming-beispiel.md

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Lehrbeispiel: Werkzeugverleih

Alle Angaben sind erfunden und keine Forschung. Vier einzelne Notizen werden ohne vorgegebene Themen gruppiert.

  • F1: „Samstagstermin war im Kalender, aber an der Ausgabe nicht sichtbar.“
  • F2: „Ich musste vor der Fahrt telefonisch nachfragen.“
  • F3: „Die Rückgabeuhrzeit stand nur im Kleingedruckten.“
  • F4: „Für die Reparatur fehlte ein passender Aufsatz.“

Induktive Cluster

  • Verfügbarkeit muss vor der Fahrt bestätigt werden: F1, F2
  • Rückgabeinformationen sind schwer auffindbar: F3
  • Passendes Zubehör bleibt offen: F4 als Ausreißer

Der Ausreißer wird nicht entfernt. Eine nächste Frage lautet: Welche Informationen brauchen Haushalte vor Abholung und Rückgabe? Die Häufigkeit ist ungeprüft.

07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf

  1. Atomare Notizen vorbereitenAnnahmen werden als Fakten gelesen.In der Phase ansehen
  2. Induktiv gruppierenAnnahmen werden als Fakten gelesen.In der Phase ansehen
  3. Cluster benennen und prüfenAnnahmen werden als Fakten gelesen.In der Phase ansehen
  4. Muster und Folgefragen ableitenAnnahmen werden als Fakten gelesen.In der Phase ansehen
08

Abbruchkriterien

Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest

Ohne Kategorien starten und Beziehungen aus dem Material bilden.
Abweichende Notizen sichtbar halten und begründen.
Priorisierung später mit expliziten Kriterien durchführen.

Methodenanleitung durchgearbeitet?

Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.