methodatlas

Architecture Workshop-Methode

Risk Storming

Sammelt Risiken direkt auf einem Architekturdiagramm und macht Priorität, Wirkung und nächste Schritte sichtbar.

Das Team platziert das Architekturbild zentral und sammelt Risiken in einer stillen Phase. Danach werden die Karten geclustert, priorisiert und mit Ownern oder nächsten Schritten versehen. So entsteht aus einem Review ein konkreter Maßnahmenplan rund um die Architektur.

Kernfrage
Welche konkreten Ausfallszenarien sitzen wo in der Architektur, welche sind gemeinsam wesentlich, und wie reduzieren oder prüfen wir sie?
Teilnehmende
4-12
Zeit
90–150 Minuten für eine Architekturansicht; Maßnahmenverfolgung separat.

Die Schritte bilden einen vollständigen methodischen Durchlauf.

Papierillustration zu Risk Storming.
  1. Kontext

    Geteilte Karte

    Diagramm, Scope, Qualitätsziele und Annahmen gemeinsam lesen; Verständnisfragen schließen.

  2. Allein

    Risikostickies

    Jede Person identifiziert still konkrete Risikoszenarien und verortet sie an Element oder Beziehung.

  3. Teilen

    Risikocluster

    Hinweise nacheinander erklären, Duplikate clustern und unterschiedliche Perspektiven erhalten.

  4. Einordnen

    Prioritätsbild

    Exposition qualitativ aus plausibler Eintrittslage und Konsequenz begründen; Evidenz und Unbekanntes markieren.

  5. Behandeln

    Behandlungsplan

    Für wesentliche Risiken vermeiden, reduzieren, übertragen oder akzeptieren; Experiment/ADR und Owner setzen.

  6. Review

    Risikoentscheid

    Rest-Risiko abnehmen, Diagramm/ADR aktualisieren und Trigger für erneutes Risk Storming festlegen.

Neue Evidenz im Review ergänzen und Schätzungen samt früherem Stand versionieren.

Geeignet, wenn

Risk Storming macht Risiken direkt am Architekturartefakt sichtbar und verbindet sie mit Priorität und Handlungsbedarf. Es eignet sich für frühe Reviews, wenn Unsicherheiten neben der Struktur stehen sollen.

Ideal für

  • Architekturreview
  • Technische Roadmap-Risiken
  • Cross-Team-Plan-Check

Nicht gut für

  • Sehr frühe Discovery
  • Reines Brainstorming ohne Artefakt

Ergebnisse

  • Risikoentscheid

    Annotierte Architektur-Risikokarte mit Szenarien, betroffenen Elementen/Beziehungen, Evidenz, qualitativer Exposition, Maßnahmen, Ownern und Review.

Risk Storming · Arbeitsstruktur

Fiktives Beispiel

Fiktive Werte zeigen die tatsächlichen Fachfelder.

Risk Storming · Arbeitsstruktur
RisikoOrtSzenarioQualitätszielEvidenzExpositionBehandlungOwner/Review
R1 · Payment-LatenzEvidenz und Begründung ergänzen.Payment API → Checkout-PoolAPI langsam → Threads warten → Pool erschöpft → Abholung fällt ausVerfügbarkeit; p80-WartezeitLasttest: Pool95 %, Fehler 8 %HochPool trennen; GameDay ≤5 %Noor · 15.11.
R2 · Retry-SturmEvidenz und Begründung ergänzen.Checkout → Payment APITimeout → ungebremste Retries → Fremdsystem überlastetResilienz; PartnerlimitRetry-Limit ungetestetMittel/unklarRetry-Budget und Chaos-TestLea · 22.11.
  1. 1. Ort

    R1 · Payment-Latenz
    Payment API → Checkout-Pool
    R2 · Retry-Sturm
    Checkout → Payment API
  2. 2. Szenario

    R1 · Payment-Latenz
    API langsam → Threads warten → Pool erschöpft → Abholung fällt aus
    R2 · Retry-Sturm
    Timeout → ungebremste Retries → Fremdsystem überlastet
  3. 3. Qualitätsziel

    R1 · Payment-Latenz
    Verfügbarkeit; p80-Wartezeit
    R2 · Retry-Sturm
    Resilienz; Partnerlimit
  4. 4. Evidenz

    R1 · Payment-Latenz
    Lasttest: Pool95 %, Fehler 8 %
    R2 · Retry-Sturm
    Retry-Limit ungetestet
  5. 5. Exposition

    R1 · Payment-Latenz
    Hoch
    R2 · Retry-Sturm
    Mittel/unklar
  6. 6. Behandlung

    R1 · Payment-Latenz
    Pool trennen; GameDay ≤5 %
    R2 · Retry-Sturm
    Retry-Budget und Chaos-Test
  7. 7. Owner/Review

    R1 · Payment-Latenz
    Noor · 15.11.
    R2 · Retry-Sturm
    Lea · 22.11.

Alle Werte sind fiktiv.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

Erster Schritt

Architekturgrenze, aktuelle Diagrammversion, Qualitätsziele und betrachteten Betriebszustand festlegen; notwendige Perspektiven einladen.

Zur Methodenanleitung

Vertiefung

Zweck

Risk Storming macht Risiken direkt am Architekturartefakt sichtbar und verbindet sie mit Priorität und Handlungsbedarf. Es eignet sich für frühe Reviews, wenn Unsicherheiten neben der Struktur stehen sollen.

Funktionsweise

Das Team platziert das Architekturbild zentral und sammelt Risiken in einer stillen Phase. Danach werden die Karten geclustert, priorisiert und mit Ownern oder nächsten Schritten versehen. So entsteht aus einem Review ein konkreter Maßnahmenplan rund um die Architektur.

Im Detail

Risk Storming hilft, weil Risiken direkt an Abläufen, Datenflüssen und Systemstellen verortet werden und dadurch greifbarer werden als in losen Listen. Gute Anwendung verbindet Gefahr, Auswirkung und möglicher Schutzmaßnahme eng mit dem realen Entwurf. So entstehen fruchtbare Gespräche über Schwachstellen und Prioritäten, bevor Sicherheits oder Zuverlässigkeitsfragen zu spät entdeckt werden.

Durchführung

Bereite eine einfache Darstellung des relevanten Flows oder der betroffenen Architekturzone vor, damit Risiken an etwas Konkretem diskutiert werden. Besonders klärend ist die Stelle, an der ein kleiner Systemschritt unerwartet viele Angriffs oder Ausfallfolgen bündelt. Am Ende stehen wenige priorisierte Risiken, klaren Gegenmaßnahmen und offener Unsicherheit für spätere Vertiefung.

Die Methodenanleitung führt mit 6 Phasen, Zeitrahmen, 6 Stolperfallen und klaren Abbruchkriterien durch die Umsetzung.

Methodenanleitung öffnen

Deine Einschätzung

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Quellen und Themen

Themen
Artefakt-Vorlagen
Risk Storming: ArbeitsvorlageGegenstand, Daten, Rollen, Ablauf und Review festlegen.
markdown

risk-storming-working-template.md

Gegenstand, Daten, Rollen, Ablauf und Review festlegen.

Risk Storming: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Vollständiger Durchlauf Zeit: 90–150 Minuten für eine Architekturansicht; Maßnahmenverfolgung separat.

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Aktuelle C4-/Architekturdiagramme, Qualitätsziele und Constraints, Risiko-Stickies, Evidenz, Maßnahmen- und Entscheidungslog
  • Rollen: Architecture/Tech Lead · Entwickler:innen · Operations/Security · Domain/Product · Facilitator · Risk Owner
  • Vorab-Infos: Architekturgrenze, aktuelle Diagrammversion, Qualitätsziele und betrachteten Betriebszustand festlegen; notwendige Perspektiven einladen.
  • Gesamter Zeitbedarf: 90–150 Minuten für eine Architekturansicht; Maßnahmenverfolgung separat.
  • Setup: Arbeitsfläche mit Kontext · Allein · Teilen · Einordnen · Behandeln · Review vorbereiten; Beispiel und eigene Daten trennen.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Kontext: Geteilte Karte

  • Architekturgrenze, aktuelle Diagrammversion, Qualitätsziele und betrachteten Betriebszustand festlegen; notwendige Perspektiven einladen.
  • Aktuelle C4-/Architekturdiagramme, Qualitätsziele und Constraints, Risiko-Stickies, Evidenz, Maßnahmen- und Entscheidungslog

Allein: Risikostickies

  • Geteilte Karte

Teilen: Risikocluster

  • Risikostickies

Einordnen: Prioritätsbild

  • Risikocluster

Behandeln: Behandlungsplan

  • Prioritätsbild

Review: Risikoentscheid

  • Behandlungsplan

Risk Storming · Arbeitsstruktur

RisikoOrtSzenarioQualitätszielEvidenzExpositionBehandlungOwner/Review
R1 · Payment-Latenz
R2 · Retry-Sturm
  • R1 · Payment-Latenz: Evidenz und Begründung ergänzen.
  • R2 · Retry-Sturm: Evidenz und Begründung ergänzen.

Die leere Vorlage enthält nur Arbeitsimpulse.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

Kontext: Geteilte Karte

Erwartetes Artefakt: Geteilte Karte

Diagramm, Scope, Qualitätsziele und Annahmen gemeinsam lesen; Verständnisfragen schließen.

Eintrag:

...

  • Verstehen alle Elemente, Beziehungen und kritischen Qualitätsziele gleich?

Allein: Risikostickies

Erwartetes Artefakt: Risikostickies

Jede Person identifiziert still konkrete Risikoszenarien und verortet sie an Element oder Beziehung.

Eintrag:

...

  • Enthält jeder Hinweis Auslöser, Ereignis und Auswirkung?

Teilen: Risikocluster

Erwartetes Artefakt: Risikocluster

Hinweise nacheinander erklären, Duplikate clustern und unterschiedliche Perspektiven erhalten.

Eintrag:

...

  • Bleiben unabhängige Szenarien getrennt und gemeinsame Ursachen sichtbar?

Einordnen: Prioritätsbild

Erwartetes Artefakt: Prioritätsbild

Exposition qualitativ aus plausibler Eintrittslage und Konsequenz begründen; Evidenz und Unbekanntes markieren.

Eintrag:

...

  • Ist hohe Exposition mit Szenario und Evidenz begründet statt aus Punkten errechnet?

Behandeln: Behandlungsplan

Erwartetes Artefakt: Behandlungsplan

Für wesentliche Risiken vermeiden, reduzieren, übertragen oder akzeptieren; Experiment/ADR und Owner setzen.

Eintrag:

...

  • Hat jede Maßnahme erwartete Risikowirkung und Nachweis?

Review: Risikoentscheid

Erwartetes Artefakt: Risikoentscheid

Rest-Risiko abnehmen, Diagramm/ADR aktualisieren und Trigger für erneutes Risk Storming festlegen.

Eintrag:

...

  • Ist Akzeptanz durch befugten Owner und mit Reviewdatum dokumentiert?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/risk-storming/run-sheet

Alternativen und Nachbarn

Passende Alternativen mit Entscheidungshilfe, danach weitere verwandte Methoden.

Alle Methoden
Rahmenbedingungen und Herkunft
NiedrigWorkshop60-90 min

Steckbrief

Methodenform
Workshop-Methode
Teilnehmende
4-12
Zeit
60-90 min
Reifegrad
Established
Ursprung
Agile Community
Papierillustration mit zwei betrachteten Optionen, die zu einem Entscheidungsdokument mit markiertem Status und sichtbaren Konsequenzen führen.
Als Nächstes: Architecture Decision Record