Funktionen, Folgen und organisationsspezifische S/O/D-Skalen sind gemeinsam verstanden.
Failure Mode and Effects Analysis
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
FMEA-Tabelle, Funktionsablauf, Fehlerdaten und verankerte S/O/D-Bewertungsskalen.
Fachübergreifendes Team aus Entwicklung, Betrieb, Qualität und Betroffenenperspektive.
Umfang, Funktionen und verbindliche Bewertungsregeln festlegen; bestehende Kontrollen und Fehlerdaten bereitstellen.
Mehrere Arbeitssitzungen; Maßnahmenprüfung nach Umsetzung
Eine Zeile je Fehlerkette anlegen; Bewertungslegende und bestehende Kontrollen sichtbar halten, geplante Maßnahmen separat führen.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Wie kann eine Funktion ausfallen, welche Folgen entstehen und welche Maßnahmen senken das Risiko nachweisbar?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
FMEA untersucht Funktionen vorausschauend auf Fehlermodi, Folgen und Ursachen. Vorhandene Vermeidungs- und Entdeckungsmaßnahmen werden bewertet; priorisierte Verbesserungen werden umgesetzt und anschließend neu beurteilt.
Failure Mode and Effects Analysis · Arbeitsvorlage
Fiktives Beispiel
FMEA untersucht Funktionen vorausschauend auf Fehlermodi, Folgen und Ursachen. Vorhandene Vermeidungs- und Entdeckungsmaßnahmen werden bewertet; priorisierte Verbesserungen werden umgesetzt und anschließend neu beurteilt.
| Fehlerkette | Funktion | Fehlermodus | Folge | Ursache | Heutige Kontrollen | S | O | D | RPN | Maßnahme / Owner | Nachweis / Restbewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1Funktion, Fehlerkette, heutige Kontrollen und begründete Bewertungen eintragen; Maßnahmen und Nachweise trennen. | Bestätigung senden | Keine Bestätigung | Status für Teilnehmende unklar | Temporärer Versandfehler ohne Wiederholung | Vermeidung: keine. Entdeckung: Logeintrag ohne Alarm. | 6 | 4 | 7 | 168 | Jan bis Freitag: Queue-Retry und Alarm ergänzen. | Fiktiv nach Test und Betriebsbeobachtung: S6/O2/D3 = 36; Schwere unverändert. |
1. Funktion
- 1
- Bestätigung senden
2. Fehlermodus
- 1
- Keine Bestätigung
3. Folge
- 1
- Status für Teilnehmende unklar
4. Ursache
- 1
- Temporärer Versandfehler ohne Wiederholung
5. Heutige Kontrollen
- 1
- Vermeidung: keine. Entdeckung: Logeintrag ohne Alarm.
6. S
- 1
- 6
7. O
- 1
- 4
8. D
- 1
- 7
9. RPN
- 1
- 168
10. Maßnahme / Owner
- 1
- Jan bis Freitag: Queue-Retry und Alarm ergänzen.
11. Nachweis / Restbewertung
- 1
- Fiktiv nach Test und Betriebsbeobachtung: S6/O2/D3 = 36; Schwere unverändert.
Fiktive Lehrwerte, Skala 1–10: höher ist ungünstiger. S6 wesentliche Servicebeeinträchtigung; O4 gelegentlich, O2 selten; D7 geringe Erkennung, D3 zuverlässige Alarmierung im Test. 6 × 4 × 7 = 168; nach verifizierter Maßnahme 6 × 2 × 3 = 36.
- 1
Funktionen
Funktionen

Ziel
Fehlerketten
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Funktionen
- Anforderungen
Durchführung
- Systemgrenze und Funktionen klären; je Funktion mögliche Fehlermodi und Folgen für Betroffene notieren.
- Modus, Folge und Ursache in getrennten Feldern führen.
Ergebnis
Fehlerketten
Sind Modus und Folge unterschieden?
Qualitätscheck
Sind Modus und Folge unterschieden?
Stolperfalle
Alles wird als technischer Fehler zusammengefasst. Ausfall der Funktion und konkrete Folge einzeln benennen.
Zeitlicher Rahmen: 20–40 Minuten
- 2
Kontrollen
Ursachen und Kontrollen

Ziel
Kontrollbild
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Fehlerketten
- Bestehende Kontrollen
Durchführung
- Potenzielle Ursachen sowie heutige Vermeidungs- und Entdeckungskontrollen benennen.
- Tatsächlich wirksame Kontrollen von geplanten Maßnahmen trennen.
Ergebnis
Kontrollbild
Sind Kontrollen heute vorhanden und geprüft?
Qualitätscheck
Sind Kontrollen heute vorhanden und geprüft?
Stolperfalle
Geplante Kontrollen senken schon die Erstbewertung. Ausgangszustand vor Maßnahmen bewerten.
Zeitlicher Rahmen: 20–40 Minuten
- 3
Bewertung
S, O, D und RPN

Ziel
Begründete Priorität
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Kontrollen
- Bewertungsregeln
Durchführung
- S = Schwere, O = Auftreten, D = schlechte Entdeckbarkeit; RPN = S × O × D. Skalen vorab verankern.
- Hohe Schwere unabhängig vom Produkt priorisieren und Bewertungen begründen.
Ergebnis
Begründete Priorität
Bedeutet hohes D schlechte Entdeckung?
Qualitätscheck
Bedeutet hohes D schlechte Entdeckung?
Stolperfalle
RPN wird als präzise Wahrscheinlichkeit verstanden. Ordinale Bewertung und Datenunsicherheit offenlegen.
Zeitlicher Rahmen: 20–40 Minuten
- 4
Maßnahmen
Maßnahmen

Ziel
Maßnahmenplan
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Priorisierte Risiken
- Ressourcen
Durchführung
- Ursachen möglichst vermeiden, danach Entdeckung verbessern; Owner, Termin und Nachweis vereinbaren.
- Schwere sinkt nur, wenn sich die tatsächliche Folge ändert.
Ergebnis
Maßnahmenplan
Verändert die Maßnahme einen konkreten Risikotreiber?
Qualitätscheck
Verändert die Maßnahme einen konkreten Risikotreiber?
Stolperfalle
Eine zusätzliche Prüfung soll pauschal S senken. Entdeckungswirkung bei D bewerten; Folgen unverändert bei S belassen.
Zeitlicher Rahmen: 15–30 Minuten
- 5
Wirksamkeit
Wirksamkeit

Ziel
Verifizierter Reststand
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Umgesetzte Maßnahmen
- Nachweise
Durchführung
- Umsetzung und Wirkung belegen; S/O/D neu bewerten und Restbedarf dokumentieren.
- Vorher und nachher getrennt erhalten und nächste Prüfung terminieren.
Ergebnis
Verifizierter Reststand
Beruht die Neubewertung auf Nachweisen?
Qualitätscheck
Beruht die Neubewertung auf Nachweisen?
Stolperfalle
Neue niedrige Zahlen ersetzen den Wirksamkeitsnachweis. Test oder Betriebsdaten nachfordern; Restbewertung bis dahin offenlassen.
Zeitlicher Rahmen: 15–30 Minuten
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
FMEA-Matrix mit Funktion, Fehlermodus, Folge, Ursache, Kontrollen, S/O/D, RPN und Maßnahmen samt Wirksamkeitsnachweis.
Datum und Geltungsbereich festhalten; bei Änderungen den alten Stand mit Begründung erhalten.
- FMEA-Tabellenblatt
- Qualitätsmanagementsystem
- Moderiertes Risikoregister
fmea-working-template.md
Umfang, Funktionen und verbindliche Bewertungsregeln festlegen; bestehende Kontrollen und Fehlerdaten bereitstellen.
Failure Mode and Effects Analysis: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Gesamter Durchlauf Zeit: Mehrere Arbeitssitzungen; Maßnahmenprüfung nach Umsetzung
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: FMEA-Tabelle, Funktionsablauf, Fehlerdaten und verankerte S/O/D-Bewertungsskalen.
- Rollen: Fachübergreifendes Team aus Entwicklung, Betrieb, Qualität und Betroffenenperspektive.
- Vorab-Infos: Umfang, Funktionen und verbindliche Bewertungsregeln festlegen; bestehende Kontrollen und Fehlerdaten bereitstellen.
- Gesamter Zeitbedarf: Mehrere Arbeitssitzungen; Maßnahmenprüfung nach Umsetzung
- Setup: Eine Zeile je Fehlerkette anlegen; Bewertungslegende und bestehende Kontrollen sichtbar halten, geplante Maßnahmen separat führen.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Funktionen: Funktionen
- Funktionen
- Anforderungen
Kontrollen: Ursachen und Kontrollen
- Fehlerketten
- Bestehende Kontrollen
Bewertung: S, O, D und RPN
- Kontrollen
- Bewertungsregeln
Maßnahmen: Maßnahmen
- Priorisierte Risiken
- Ressourcen
Wirksamkeit: Wirksamkeit
- Umgesetzte Maßnahmen
- Nachweise
Failure Mode and Effects Analysis · Arbeitsvorlage
| Fehlerkette | Funktion | Fehlermodus | Folge | Ursache | Heutige Kontrollen | S | O | D | RPN | Maßnahme / Owner | Nachweis / Restbewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
- 1: Funktion, Fehlerkette, heutige Kontrollen und begründete Bewertungen eintragen; Maßnahmen und Nachweise trennen.
Eigene Bewertungsanker vorab festlegen. S = Schwere, O = Auftreten, D = schlechte Entdeckbarkeit; RPN = S × O × D. Hohe Schwere separat prüfen; keine universelle RPN-Freigabegrenze. Restbewertung erst nach Wirksamkeitsnachweis.
Funktionen: Funktionen
Erwartetes Artefakt: Fehlerketten
Sind Modus und Folge unterschieden?
Eintrag:
...
- Sind Modus und Folge unterschieden?
Kontrollen: Ursachen und Kontrollen
Erwartetes Artefakt: Kontrollbild
Sind Kontrollen heute vorhanden und geprüft?
Eintrag:
...
- Sind Kontrollen heute vorhanden und geprüft?
Bewertung: S, O, D und RPN
Erwartetes Artefakt: Begründete Priorität
Bedeutet hohes D schlechte Entdeckung?
Eintrag:
...
- Bedeutet hohes D schlechte Entdeckung?
Maßnahmen: Maßnahmen
Erwartetes Artefakt: Maßnahmenplan
Verändert die Maßnahme einen konkreten Risikotreiber?
Eintrag:
...
- Verändert die Maßnahme einen konkreten Risikotreiber?
Wirksamkeit: Wirksamkeit
Erwartetes Artefakt: Verifizierter Reststand
Beruht die Neubewertung auf Nachweisen?
Eintrag:
...
- Beruht die Neubewertung auf Nachweisen?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/fmea/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
fmea-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel
Funktion und Skala: Fiktiv: Kursbestätigung senden. Lehrskala 1–10, jeweils höher = ungünstiger; S6 wesentliche Servicebeeinträchtigung, O4 gelegentlich, D7 geringe Erkennung vor Kundenkontakt.
Fehlerkette und Kontrollen: Modus: keine Bestätigung. Folge: Teilnehmende kennen den Status nicht. Ursache: temporärer Versandfehler ohne Wiederholung. Kontrolle: einfacher Logeintrag, keine aktive Alarmierung.
Ausgangsbewertung: S6 × O4 × D7 = 168. Produkt unterstützt die Priorisierung, ersetzt aber keine Betrachtung der Einzelfaktoren.
Maßnahme: Jan ergänzt bis Freitag Queue-Wiederholung und Alarm bei ausbleibender Bestätigung; Test mit simuliertem Versandfehler.
Neubewertung: Fiktiv nach bestandenem Fehlertest und Betriebsbeobachtung: S6 unverändert, O2, D3; RPN 36. Im echten Fall erst nach Nachweis neu bewerten.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- FunktionenAlles wird als technischer Fehler zusammengefasst.In der Phase ansehen
- Ursachen und KontrollenGeplante Kontrollen senken schon die Erstbewertung.In der Phase ansehen
- S, O, D und RPNRPN wird als präzise Wahrscheinlichkeit verstanden.In der Phase ansehen
- MaßnahmenEine zusätzliche Prüfung soll pauschal S senken.In der Phase ansehen
- WirksamkeitNeue niedrige Zahlen ersetzen den Wirksamkeitsnachweis.In der Phase ansehen
Funktionen
Alles wird als technischer Fehler zusammengefasst.
Ausfall der Funktion und konkrete Folge einzeln benennen.
Ursachen und Kontrollen
Geplante Kontrollen senken schon die Erstbewertung.
Ausgangszustand vor Maßnahmen bewerten.
S, O, D und RPN
RPN wird als präzise Wahrscheinlichkeit verstanden.
Ordinale Bewertung und Datenunsicherheit offenlegen.
Maßnahmen
Eine zusätzliche Prüfung soll pauschal S senken.
Entdeckungswirkung bei D bewerten; Folgen unverändert bei S belassen.
Wirksamkeit
Neue niedrige Zahlen ersetzen den Wirksamkeitsnachweis.
Test oder Betriebsdaten nachfordern; Restbewertung bis dahin offenlassen.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

