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MethodenanleitungSystems Thinking

Current Reality Tree

Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.

KomplexitätHoch
Zeit2-6 h
Teilnehmende3-8
FormatWorkshop
ReifegradCanonical
Planen
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenBeobachtbare UDEs

Mehrere konkrete negative Effekte im abgegrenzten System sind belegt.

Vage Wertungen zuerst in beobachtbare Aussagen umformulieren.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

UDE-Karten, Belege, gerichtete Verbindungen und sichtbare UND-Verknüpfungen.

Personen / Rollen

Systemkundige mit verschiedenen Perspektiven und Moderation mit TOC-Logikerfahrung.

Vorabinfos

Systemgrenze und überprüfbare UDEs sammeln; Beobachtungen, Kausalannahmen und mögliche Lösungen getrennt halten.

Zeitbedarf

Mehrere Sitzungen; 60–120 Minuten je Logikblock

Setup

UDEs oben, Ursachen darunter anordnen; Pfeile von Ursache zur Wirkung lesen und UND-Knoten sichtbar setzen.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche gemeinsamen Ursachen können die beobachteten unerwünschten Effekte hinreichend erklären?

04

Ablauf

Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle

Der Current Reality Tree verbindet beobachtete unerwünschte Effekte durch hinreichende Ursache-Wirkungs-Logik. Gemeinsame Voraussetzungen werden sichtbar und als mögliche gemeinsame Ursachen prüfbar.

Current Reality Tree · Arbeitsvorlage

Fiktives Beispiel

Der Current Reality Tree aus der Theory of Constraints verbindet beobachtete unerwünschte Effekte (UDEs) durch hinreichende Ursache-Wirkungs-Logik. Gemeinsame Voraussetzungen werden mit UND verknüpft; der Baum hilft, wirksame gemeinsame Ursachen zu prüfen.

UDEs

Welche beobachteten unerwünschten Effekte mit welchen Belegen gehören zum System?

Fiktiv: U1 Aufträge warten lange; U2 Zusagen werden verfehlt; U3 Mitarbeitende wechseln häufig zwischen offenen Aufträgen.

Ursachen und Bedingungen

Welche vollständigen Aussagen beschreiben Ursachen und Zwischeneffekte?

C1 Alle eingehenden Aufträge werden sofort gestartet. C2 Ankunft übersteigt zeitweise Fertigstellung. C3 Viele Aufträge sind gleichzeitig offen. C4 Wenige Personen teilen ihre Arbeit auf alle offenen Aufträge auf.

Wenn-dann-Verbindungen

Welche Bedingungen wirken gemeinsam, und welche Wirkung folgt?

C1 UND C2 → C3. C3 UND C4 → U3. U3 UND messbarer Wechselaufwand → geringere Fertigstellungsrate. Diese Rate UND hohe offene Menge → U1. U1 UND unveränderte kurze Zusagen → U2.

Prüfungen und Lücken

Welche Pfeile sind belegt, welche Annahmen fehlen und welche Gegenbeispiele prüfen wir?

Fiktive Boardhistorie stützt hohe offene Menge und Wechsel. Einfluss der Wechselkosten bleibt Hypothese; Zeitstichprobe erheben. Materialengpässe als zusätzliche Ursache prüfen.

Veränderungsfokus

Welche bestätigte Ursache verdient weitere Veränderungsanalyse und wo endet die Aussage?

Sofortstart aller Aufträge ist ein prüfbarer Policy-Kandidat. Begrenzung paralleler Arbeit anschließend als Lösungshypothese untersuchen; Wirkung noch nicht behaupten.

Alle Beispielangaben sind erfunden; sie erläutern die Anwendung.

Flying Logic: Current Reality Tree

  1. 1

    UDEs

    UDEs erfassen

    Ziel

    UDE-Liste

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Systembeobachtungen
    • Belege

    Durchführung

    • Konkrete unerwünschte Effekte als vollständige Aussagen mit Beleg und Systemgrenze formulieren.
    • Keine Lösung oder Ursache in die Beobachtung hineinpacken.

    Ergebnis

    UDE-Liste

    Ist jede UDE überprüfbar beobachtet?

    Qualitätscheck

    Ist jede UDE überprüfbar beobachtet?

    Stolperfalle

    Fehlende Software gilt schon als unerwünschter Effekt. Die tatsächlich erlebte negative Folge benennen.

    Zeitlicher Rahmen: 15–25 Minuten

  2. 2

    Kausalketten

    Kausalketten

    Ziel

    Kausalgerüst

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • UDEs
    • Prozesswissen

    Durchführung

    • Ursachen und Zwischeneffekte mit Wenn-dann-Sätzen zu UDEs verbinden.
    • Fehlende gemeinsame Voraussetzungen als UND-Verknüpfung ergänzen.

    Ergebnis

    Kausalgerüst

    Reichen die benannten Bedingungen für die Wirkung?

    Qualitätscheck

    Reichen die benannten Bedingungen für die Wirkung?

    Zeitlicher Rahmen: 25–45 Minuten

  3. 3

    Logikprüfung

    Logik prüfen

    Ziel

    Geprüfte Logik

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Kausalgerüst
    • Gegenbelege

    Durchführung

    • Aussagenklarheit, Existenz, Kausalität und Hinreichendheit jeder Verbindung prüfen.
    • Zusätzliche Ursachen, Gegenbeispiele, umgekehrte Pfeile und zirkuläre Begründungen suchen.
    • Echte zeitverzögerte Rückkopplungen gesondert markieren; eine Rückkopplung ist kein Beweis für ihre eigenen Ausgangsannahmen.

    Ergebnis

    Geprüfte Logik

    Übersteht die Verbindung ein konkretes Gegenbeispiel?

    Qualitätscheck

    Übersteht die Verbindung ein konkretes Gegenbeispiel?

    Stolperfalle

    Die gemeinsame Überzeugung ersetzt den Logikcheck. Eine Person die Verbindung kritisch vorlesen und widerlegen lassen.

    Zeitlicher Rahmen: 30–60 Minuten

  4. 4

    Kernursachen

    Gemeinsamen Treiber prüfen

    Ziel

    Veränderungsfokus

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Geprüfte Logik
    • Einflussbereich

    Durchführung

    • Ursachen verfolgen, die mehrere relevante UDEs erklären; ihren tatsächlichen Einfluss prüfen.
    • Nicht erfasste Effekte und Grenzen des Modells sichtbar lassen.

    Ergebnis

    Veränderungsfokus

    Erklärt der Treiber mehrere UDEs mit geprüften Pfaden?

    Qualitätscheck

    Erklärt der Treiber mehrere UDEs mit geprüften Pfaden?

    Stolperfalle

    Ein einziger Kernfehler wird um jeden Preis gesucht. Mehrere Ursachen zulassen, wenn die Belege dies erfordern.

    Zeitlicher Rahmen: 15–30 Minuten

05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Skizze: so sieht das Artefakt aus

Current Reality Tree · TOCUnerwünschte Effekte über Ursache-Wirkungs-Logik zu Kernproblemen und Hebelpunkten verdichten
Current Reality TreeDas Visual zeigt unerwünschte Effekte, kausale Annahmen, ein Kernproblem und einen Hebelpunkt im Current Reality Tree.Unerwünschte Effekte zu einem Kernproblem zurückführenDer Baum macht Ursache-Wirkungs-Logik sichtbar und zeigt, wo eine Intervention das System verändern kann.wenn, dannLogik prüfenKernursacheUDE 1lange WartezeitUDE 2Qualität sinktUDE 3Prioritäten kippenUDE 4Durchsatz stocktPolicylokale OptimierungWIP steigtmehr Arbeit im SystemAbhängigkeitenÜbergaben blockierenKernproblembegrenzender KonfliktHebelpunktConstraint gezielt verändern
Form

Geprüfter Kausalbaum mit UDEs, Zwischeneffekten, UND-Bedingungen, Annahmen und einem begründeten Veränderungsfokus.

Versionierung / Ownership

Datum und Geltungsbereich festhalten; bei Änderungen den alten Stand mit Begründung erhalten.

Tool-Alternativen
  • Karten und Pfeile
  • TOC-Diagrammsoftware
  • Aussagen- und Verknüpfungsregister

current-reality-tree-working-template.md

Systemgrenze und überprüfbare UDEs sammeln; Beobachtungen, Kausalannahmen und mögliche Lösungen getrennt halten.

Current Reality Tree: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Gesamter Durchlauf Zeit: Mehrere Sitzungen; 60–120 Minuten je Logikblock

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: UDE-Karten, Belege, gerichtete Verbindungen und sichtbare UND-Verknüpfungen.
  • Rollen: Systemkundige mit verschiedenen Perspektiven und Moderation mit TOC-Logikerfahrung.
  • Vorab-Infos: Systemgrenze und überprüfbare UDEs sammeln; Beobachtungen, Kausalannahmen und mögliche Lösungen getrennt halten.
  • Gesamter Zeitbedarf: Mehrere Sitzungen; 60–120 Minuten je Logikblock
  • Setup: UDEs oben, Ursachen darunter anordnen; Pfeile von Ursache zur Wirkung lesen und UND-Knoten sichtbar setzen.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

UDEs: UDEs erfassen

  • Systembeobachtungen
  • Belege

Kausalketten: Kausalketten

  • UDEs
  • Prozesswissen

Logikprüfung: Logik prüfen

  • Kausalgerüst
  • Gegenbelege

Kernursachen: Gemeinsamen Treiber prüfen

  • Geprüfte Logik
  • Einflussbereich

Current Reality Tree · Arbeitsvorlage

UDEs

Welche beobachteten unerwünschten Effekte mit welchen Belegen gehören zum System?

...

Ursachen und Bedingungen

Welche vollständigen Aussagen beschreiben Ursachen und Zwischeneffekte?

...

Wenn-dann-Verbindungen

Welche Bedingungen wirken gemeinsam, und welche Wirkung folgt?

...

Prüfungen und Lücken

Welche Pfeile sind belegt, welche Annahmen fehlen und welche Gegenbeispiele prüfen wir?

...

Veränderungsfokus

Welche bestätigte Ursache verdient weitere Veränderungsanalyse und wo endet die Aussage?

...

Arbeitsimpulse mit eigenen Angaben beantworten. Unbekanntes und Annahmen ausdrücklich markieren.

Flying Logic: Current Reality Tree

UDEs: UDEs erfassen

Erwartetes Artefakt: UDE-Liste

Ist jede UDE überprüfbar beobachtet?

Eintrag:

...

  • Ist jede UDE überprüfbar beobachtet?

Kausalketten: Kausalketten

Erwartetes Artefakt: Kausalgerüst

Reichen die benannten Bedingungen für die Wirkung?

Eintrag:

...

  • Reichen die benannten Bedingungen für die Wirkung?

Logikprüfung: Logik prüfen

Erwartetes Artefakt: Geprüfte Logik

Übersteht die Verbindung ein konkretes Gegenbeispiel?

Eintrag:

...

  • Übersteht die Verbindung ein konkretes Gegenbeispiel?

Kernursachen: Gemeinsamen Treiber prüfen

Erwartetes Artefakt: Veränderungsfokus

Erklärt der Treiber mehrere UDEs mit geprüften Pfaden?

Eintrag:

...

  • Erklärt der Treiber mehrere UDEs mit geprüften Pfaden?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/current-reality-tree/run-sheet

06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.

current-reality-tree-beispiel.md

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel

UDEs: Fiktiv: U1 Aufträge warten lange; U2 Zusagen werden verfehlt; U3 Mitarbeitende wechseln häufig zwischen offenen Aufträgen.

Ursachen und Bedingungen: C1 Alle eingehenden Aufträge werden sofort gestartet. C2 Ankunft übersteigt zeitweise Fertigstellung. C3 Viele Aufträge sind gleichzeitig offen. C4 Wenige Personen teilen ihre Arbeit auf alle offenen Aufträge auf.

Wenn-dann-Verbindungen: C1 UND C2 → C3. C3 UND C4 → U3. U3 UND messbarer Wechselaufwand → geringere Fertigstellungsrate. Diese Rate UND hohe offene Menge → U1. U1 UND unveränderte kurze Zusagen → U2.

Prüfungen und Lücken: Fiktive Boardhistorie stützt hohe offene Menge und Wechsel. Einfluss der Wechselkosten bleibt Hypothese; Zeitstichprobe erheben. Materialengpässe als zusätzliche Ursache prüfen.

Veränderungsfokus: Sofortstart aller Aufträge ist ein prüfbarer Policy-Kandidat. Begrenzung paralleler Arbeit anschließend als Lösungshypothese untersuchen; Wirkung noch nicht behaupten.

07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf

  1. UDEs erfassenFehlende Software gilt schon als unerwünschter Effekt.In der Phase ansehen
  2. KausalkettenEin einzelner Faktor wird trotz nötiger Zusatzbedingung als hinreichend behandelt.In der Phase ansehen
  3. Logik prüfenDie gemeinsame Überzeugung ersetzt den Logikcheck.In der Phase ansehen
  4. Gemeinsamen Treiber prüfenEin einziger Kernfehler wird um jeden Preis gesucht.In der Phase ansehen
08

Abbruchkriterien

Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest

Ein Pfeil zeigt nur Gleichzeitigkeit: Wirkmechanismus, fehlende Bedingungen und Gegenbeispiele prüfen, bevor er als Ursache gilt.

Methode nach Eliyahu M. Goldratt. Kuratiert mit 1 Quellen.

Quellen: Flying Logic: Current Reality Tree

Ablauf, Timeboxen und Stolperfallen sind redaktionell kuratierte Praxisempfehlungen auf Basis der genannten Quellen.

Methodenanleitung durchgearbeitet?

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