Eine Story beschreibt eine begrenzte fachliche Änderung und ihren Nutzen.
Example Mapping
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Fachliche Entscheidung, Umsetzung und Test können gemeinsam geklärt werden.
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Eine Story-Karte, blaue Regeln, grüne Beispiele, rote Fragen und Stifte oder ein digitales Board. Farben sind Konvention, nicht fachliche Voraussetzung.
Kleine cross-funktionale Runde aus Product Owner oder Fachverantwortung, Engineering und Test. Eine Person moderiert und hält die Karten lesbar.
Story, Ziel und bekannten fachlichen Kontext vorbereiten. Vorwissen und Annahmen sichtbar markieren.
Rund 25 Minuten pro fokussierter Story; bei vielen Regeln oder offenen Fragen Story aufteilen und einen Folgeblock planen.
Story oben platzieren. Gemeinsame Konvention für Story, Regeln, Beispiele und Fragen erklären. Gespräch an konkreten Fällen führen.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche Regeln und Fälle müssen stimmen, damit diese Story eindeutig verstanden und geprüft werden kann?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
Example Mapping ist eine kurze BDD-orientierte Teamkonversation vor der Umsetzung. Die Gruppe beginnt bei konkreten Beispielen, fasst fachliche Regeln und sichert Fragen, Annahmen sowie neu entdeckte Stories.
Example Map
Fiktives Lehrbeispiel
Eine Story mit Regeln, konkreten Beispielen und ungeklärten Fragen. Kartenfarben sind ein verbreiteter visueller Konventionsvorschlag.
Story · gelb
Welche einzelne Änderung klären wir?
Als Mitglied möchte ich ein Werkzeug reservieren, damit es für meine Reparatur bereitliegt.
Regeln · blau
Welche allgemeine fachliche Bedingung gilt?
R1: Eine bestätigte Reservierung nennt Werkzeug und Abholzeit. R2: Ist das Werkzeug im gewünschten Zeitfenster nicht verfügbar, wird nichts bestätigt. (Beide Regeln fiktiv)
Beispiele · grün
Welche konkrete Ausgangslage, Handlung und Folge illustrieren die Regel?
F1: Eine Person reserviert am Montag für Mittwoch. Die Bestätigung nennt den Mittwoch als Abholtag. (Fiktiv)
Fragen · rot
Was ist offen und wer klärt es bis wann?
Fiktive offene Frage: Was geschieht, wenn sich die vorherige Ausleihe verzögert? Owner und Termin vor Umsetzung ergänzen.
Die Beispiele sind fiktiv. Gelb für Story, blau für Regel, grün für Beispiel und rot für offene Frage folgen der bei Cucumber dokumentierten Kartenkonvention; digitale Labels funktionieren ebenfalls.
- 1
Fokus
Eine Story fokussieren

Ziel
Alle arbeiten an derselben fachlichen Änderung.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Ausgewählte User Story
- Ziel und Kontext der Änderung
Durchführung
- Story gemeinsam lesen und Zielgruppe, Auslöser und gewünschten Nutzen klären.
- Die Story oben sichtbar platzieren; Umfang für die gemeinsame Klärung bestätigen.
Ergebnis
Eine fokussierte Story mit geklärtem Kontext
Story · Zielgruppe · Änderung
Qualitätscheck
Ist die Story klein genug für eine kurze Klärung?
Stolperfalle
Die Story bündelt mehrere unabhängig prüfbare Änderungen. Story schneiden oder zuerst Discovery durchführen; offene Teile aus der Sitzung ausklammern.
Zeitlicher Rahmen: Etwa 5 Minuten.
- 2
Regeln
Fachliche Regeln herausarbeiten

Ziel
Die Gruppe benennt überprüfbare Regeln, statt sofort Lösungen zu entwerfen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Fokussierte Story
- Fachverantwortliche Perspektive
Durchführung
- Bekannte Akzeptanzkriterien und fachliche Randbedingungen sammeln.
- Jede Regel knapp und unabhängig auf einer blauen Karte notieren.
- Begriffe und Grenzfälle gemeinsam präzisieren.
Ergebnis
Regelkarten zur Story
Eine Regel pro Karte · eindeutige Bedingung
Qualitätscheck
Ist jede Regel verständlich und prüfbar?
Stolperfalle
Die Gruppe sammelt vage Wünsche oder UI-Ideen als Regeln. Regeln als beobachtbares Verhalten formulieren und Lösungen als separate Idee markieren.
Zeitlicher Rahmen: Etwa 8 Minuten.
- 3
Beispiele
Regeln mit Fällen erkunden

Ziel
Beispiele machen Grenzen, Ausnahmen und Testbedarf sichtbar.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Regelkarten
- Fachwissen aus Produkt, Entwicklung und Test
Durchführung
- Zu jeder Regel ein konkretes Beispiel mit Ausgangslage, Ereignis und erwartetem Ergebnis suchen.
- Gegenbeispiele und relevante Randfälle ergänzen.
- Beispiele grün unter der zugehörigen Regel anordnen; Gherkin ist möglich, aber nicht zwingend.
Ergebnis
Regeln mit Beispielen und Gegenbeispielen
Ausgangslage · Ereignis · erwartetes Ergebnis
Qualitätscheck
Belegen die Beispiele die Regel, ohne denselben Fall nur umzubenennen?
Stolperfalle
Die Beispiele bleiben hypothetisch oder decken nur den Normalfall ab. Quelle eines realen Falls nennen, wenn vorhanden; mindestens einen relevanten Gegenfall diskutieren.
Zeitlicher Rahmen: Etwa 12 Minuten.
- 4
Fragen
Unklarheiten und nächste Schritte sichern

Ziel
Die Map zeigt, ob die Story geklärt, zu groß oder noch von Entscheidungen abhängig ist.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Story, Regeln und Beispiele
- Entscheidungsbefugte oder fachliche Owner
Durchführung
- Unbeantwortbare Fragen rot markieren und während der Klärung nicht zerreden.
- Neue oder zu große Stories als separate gelbe Story notieren.
- Zum Schluss Fragen mit Owner und Termin versehen; Story schneiden, klären oder für Umsetzung vorbereiten.
Ergebnis
Example Map und geklärte Anschlussaktion
Entscheidbare Regeln · konkrete Beispiele · offene Fragen
Qualitätscheck
Sind offene Fragen samt Owner und Termin sichtbar? Ist die Story klar genug oder muss sie geschnitten werden?
Stolperfalle
Ein scheinbar vollständiges Board verdeckt ungeklärte Entscheidungen. Offene Punkte explizit lassen und erst nach der Antwort die Regel, das Beispiel oder den Story-Schnitt aktualisieren.
Zeitlicher Rahmen: Etwa 5 Minuten.
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
Eine versionierte Example Map mit einer Story, Regeln, Beispiel- und Gegenbeispielfällen, offenen Fragen sowie referenzierten Akzeptanztests.
Story-ID, Datum und Beteiligte festhalten. Regeländerungen nachvollziehbar machen; beantwortete Fragen nicht löschen, sondern Entscheidung und Quelle ergänzen.
- Vier Kartenfarben oder gleichwertige digitale Labels
- Board mit Story, Regelkarten, Beispielkarten und Fragen
- Gherkin nur dort, wo konkrete Akzeptanztests davon profitieren
example-mapping-working-template.md
Plane den fokussierten Austausch zu einer Story samt fachlicher Entscheidung und Follow-up.
Example Mapping: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Eine Story gemeinsam klären Zeit: Etwa 25 Minuten je Story
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Eine Story-Karte, blaue Regeln, grüne Beispiele, rote Fragen und Stifte oder ein digitales Board. Farben sind Konvention, nicht fachliche Voraussetzung.
- Rollen: Kleine cross-funktionale Runde aus Product Owner oder Fachverantwortung, Engineering und Test. Eine Person moderiert und hält die Karten lesbar.
- Vorab-Infos: Story, Ziel und bekannten fachlichen Kontext vorbereiten. Vorwissen und Annahmen sichtbar markieren.
- Gesamter Zeitbedarf: Rund 25 Minuten pro fokussierter Story; bei vielen Regeln oder offenen Fragen Story aufteilen und einen Folgeblock planen.
- Setup: Story oben platzieren. Gemeinsame Konvention für Story, Regeln, Beispiele und Fragen erklären. Gespräch an konkreten Fällen führen.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Fokus: Eine Story fokussieren
- Ausgewählte User Story
- Ziel und Kontext der Änderung
Regeln: Fachliche Regeln herausarbeiten
- Fokussierte Story
- Fachverantwortliche Perspektive
Beispiele: Regeln mit Fällen erkunden
- Regelkarten
- Fachwissen aus Produkt, Entwicklung und Test
Fragen: Unklarheiten und nächste Schritte sichern
- Story, Regeln und Beispiele
- Entscheidungsbefugte oder fachliche Owner
Example Map
Story · gelb
Welche einzelne Änderung klären wir?
...
Regeln · blau
Welche allgemeine fachliche Bedingung gilt?
...
Beispiele · grün
Welche konkrete Ausgangslage, Handlung und Folge illustrieren die Regel?
...
Fragen · rot
Was ist offen und wer klärt es bis wann?
...
Leere Arbeitsvorlage: Story, Regeln, Beispiele und Fragen getrennt erfassen. Beispiele nur als konkrete Fälle eintragen; unbeantwortete Fragen erhalten Owner und Termin.
Fokus: Eine Story fokussieren
Erwartetes Artefakt: Eine fokussierte Story mit geklärtem Kontext
Story · Zielgruppe · Änderung
Eintrag:
...
- Ist die Story klein genug für eine kurze Klärung?
Regeln: Fachliche Regeln herausarbeiten
Erwartetes Artefakt: Regelkarten zur Story
Eine Regel pro Karte · eindeutige Bedingung
Eintrag:
...
- Ist jede Regel verständlich und prüfbar?
Beispiele: Regeln mit Fällen erkunden
Erwartetes Artefakt: Regeln mit Beispielen und Gegenbeispielen
Ausgangslage · Ereignis · erwartetes Ergebnis
Eintrag:
...
- Belegen die Beispiele die Regel, ohne denselben Fall nur umzubenennen?
Fragen: Unklarheiten und nächste Schritte sichern
Erwartetes Artefakt: Example Map und geklärte Anschlussaktion
Entscheidbare Regeln · konkrete Beispiele · offene Fragen
Eintrag:
...
- Sind offene Fragen samt Owner und Termin sichtbar?
- Ist die Story klar genug oder muss sie geschnitten werden?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/example-mapping/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
example-mapping-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Lehrbeispiel: Werkzeug reservieren
Alle Angaben sind erfunden; es wurde keine Recherche durchgeführt.
Story: Als Mitglied möchte ich ein Werkzeug reservieren, damit es für meine Reparatur bereitliegt.
Regel R1 (blau): Eine bestätigte Reservierung nennt Werkzeug und Abholzeit.
Beispiel F1 (grün): Eine Person reserviert am Montag für Mittwoch. Die Bestätigung nennt Werkzeug und Mittwoch als Abholtag.
Regel R2 (blau): Ist das Werkzeug im gewünschten Zeitfenster nicht verfügbar, wird keine Reservierung bestätigt.
Beispiel F2 (grün): Das Werkzeug ist am Mittwoch vergeben. Das System meldet Nichtverfügbarkeit und bestätigt nichts.
Frage (rot): Was geschieht, wenn die vorherige Ausleihe verspätet endet? Die fiktive Runde weist Alex die Klärung bis Freitag zu.
Nächster Schritt: Nach fachlicher Antwort Regel und Tests aktualisieren. Beispielkarten ersetzen keine realen Nutzerbelege und beweisen keine Nachfrage.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- Eine Story fokussierenDie Story bündelt mehrere unabhängig prüfbare Änderungen.In der Phase ansehen
- Fachliche Regeln herausarbeitenDie Gruppe sammelt vage Wünsche oder UI-Ideen als Regeln.In der Phase ansehen
- Regeln mit Fällen erkundenDie Beispiele bleiben hypothetisch oder decken nur den Normalfall ab.In der Phase ansehen
- Unklarheiten und nächste Schritte sichernEin scheinbar vollständiges Board verdeckt ungeklärte Entscheidungen.In der Phase ansehen
Eine Story fokussieren
Die Story bündelt mehrere unabhängig prüfbare Änderungen.
Story schneiden oder zuerst Discovery durchführen; offene Teile aus der Sitzung ausklammern.
Fachliche Regeln herausarbeiten
Die Gruppe sammelt vage Wünsche oder UI-Ideen als Regeln.
Regeln als beobachtbares Verhalten formulieren und Lösungen als separate Idee markieren.
Regeln mit Fällen erkunden
Die Beispiele bleiben hypothetisch oder decken nur den Normalfall ab.
Quelle eines realen Falls nennen, wenn vorhanden; mindestens einen relevanten Gegenfall diskutieren.
Unklarheiten und nächste Schritte sichern
Ein scheinbar vollständiges Board verdeckt ungeklärte Entscheidungen.
Offene Punkte explizit lassen und erst nach der Antwort die Regel, das Beispiel oder den Story-Schnitt aktualisieren.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

