Eine konkrete Arbeitshandlung im Nutzungskontext eingrenzen; Einwilligung, Datenschutz und relevante Fallvariation planen.
Contextual Inquiry
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Research Lead · teilnehmende Personen · Protokoll oder Analyse · fachliche Entscheider:in
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Einwilligung, Research-Protokoll, sichere Rohdatenablage und Analysefläche
Research Lead · teilnehmende Personen · Protokoll oder Analyse · fachliche Entscheider:in
Eine konkrete Arbeitshandlung im Nutzungskontext eingrenzen; Einwilligung, Datenschutz und relevante Fallvariation planen. Reale Fälle, Quellen und Grenzen vorbereiten.
Mehrere Feldtermine über ein bis drei Wochen.
Arbeitsfläche mit den Schritten Research-Scope · Teilnehmende · Feldprotokoll · Geklärte Handlungen · Befunde anlegen; Beispielwerte bleiben von eigenen Angaben getrennt.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Wie führen Menschen die reale Arbeit in ihrem Kontext aus, und welche Unterbrechungen oder Anpassungen werden dabei sichtbar?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
Die Methode folgt der Arbeitssituation und greift Details erst dort auf, wo sie im Moment der Handlung relevant werden. So verbinden sich sichtbares Verhalten, artefaktgestützte Praxis und Kontexteinfluss zu einem präzisen Bild der tatsächlichen Arbeit.
Contextual Inquiry · Arbeitsstruktur
Fiktives Beispiel
Fiktive Werte sind den fachlichen Feldern eindeutig zugeordnet.
| Ereignis | Zeit | Kontext | Beobachtung | Zitat | Interpretation |
|---|---|---|---|---|---|
| ErsatzteilsucheEin konkretes Arbeitsereignis beobachten; Beobachtung, Zitat und Interpretation trennen. | 10:14 | Kund:innenkeller, schwaches Netz | Techniker öffnet Chat, scrollt 47 Sekunden und ruft Lager an. | „Im System sehe ich den Bestand von gestern.“ | Verzögerung hängt an Aktualität, nicht an fehlender Suchfunktion. |
| Alternative gefundenEin konkretes Arbeitsereignis beobachten; Beobachtung, Zitat und Interpretation trennen. | 10:18 | Telefonat mit Lager | Lager nennt kompatibles Teil; Techniker fotografiert Etikett. | „Das merke ich mir fürs nächste Mal.“ | Persönliches Gedächtnis ersetzt eine zugängliche Kompatibilitätsliste. |
1. Zeit
- Ersatzteilsuche
- 10:14
- Alternative gefunden
- 10:18
2. Kontext
- Ersatzteilsuche
- Kund:innenkeller, schwaches Netz
- Alternative gefunden
- Telefonat mit Lager
3. Beobachtung
- Ersatzteilsuche
- Techniker öffnet Chat, scrollt 47 Sekunden und ruft Lager an.
- Alternative gefunden
- Lager nennt kompatibles Teil; Techniker fotografiert Etikett.
4. Zitat
- Ersatzteilsuche
- „Im System sehe ich den Bestand von gestern.“
- Alternative gefunden
- „Das merke ich mir fürs nächste Mal.“
5. Interpretation
- Ersatzteilsuche
- Verzögerung hängt an Aktualität, nicht an fehlender Suchfunktion.
- Alternative gefunden
- Persönliches Gedächtnis ersetzt eine zugängliche Kompatibilitätsliste.
Alle Angaben sind erfunden.
- 1
Fokus
Research-Scope

Ziel
Research-Scope: Research-Frage, Arbeitssituation, Beobachtungsgrenze und Einwilligung klären.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Eine konkrete Arbeitshandlung im Nutzungskontext eingrenzen; Einwilligung, Datenschutz und relevante Fallvariation planen.
- Einwilligung, Research-Protokoll, sichere Rohdatenablage und Analysefläche
Durchführung
- Research-Frage, Arbeitssituation, Beobachtungsgrenze und Einwilligung klären.
Ergebnis
Research-Scope
Research-Frage, Arbeitssituation, Beobachtungsgrenze und Einwilligung klären
Qualitätscheck
Sind Frage, Kontextgrenze und Datenschutz eindeutig?
Stolperfalle
Wenn Research-Frage und Beobachtungsgrenze vage bleiben, weiß das Team später nicht, welche Beobachtungen zur Frage gehören. Frage, Arbeitssituation und Grenze konkret festlegen und Einwilligung vor dem Termin einholen.
Zeitlicher Rahmen: Fachlich nötige Zeit innerhalb des Gesamtrahmens; den Schritt erst nach erfülltem Check abschließen.
- 2
Auswahl
Teilnehmende

Ziel
Teilnehmende: Teilnehmende nach relevanter Erfahrung rekrutieren und Termin am realen Arbeitsort vorbereiten.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Research-Scope
Durchführung
- Teilnehmende nach relevanter Erfahrung rekrutieren und Termin am realen Arbeitsort vorbereiten.
Ergebnis
Teilnehmende
Teilnehmende nach relevanter Erfahrung rekrutieren und Termin am realen Arbeitsort vorbereiten
Qualitätscheck
Deckt die Auswahl relevante Variationen statt nur leichte Verfügbarkeit ab?
Stolperfalle
Wenn nur leicht erreichbare Personen ausgewählt werden, deckt die Stichprobe keine relevanten Varianten der Arbeit ab. Teilnehmende gezielt nach relevanter Erfahrung auswählen und den Termin am echten Arbeitsort ansetzen.
Zeitlicher Rahmen: Fachlich nötige Zeit innerhalb des Gesamtrahmens; den Schritt erst nach erfülltem Check abschließen.
- 3
Beobachten
Feldprotokoll

Ziel
Feldprotokoll: Arbeit möglichst wenig unterbrechen und Handlungen, Artefakte sowie Kontext beobachten.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Teilnehmende
Durchführung
- Arbeit möglichst wenig unterbrechen und Handlungen, Artefakte sowie Kontext beobachten.
Ergebnis
Feldprotokoll
Arbeit möglichst wenig unterbrechen und Handlungen, Artefakte sowie Kontext beobachten
Qualitätscheck
Trennt das Protokoll Beobachtung, Zitat und Interpretation?
Stolperfalle
Wenn Beobachtung, Zitat und eigene Interpretation im selben Satz landen, lässt sich das Protokoll später nicht mehr auseinanderhalten. Beobachtung, wörtliches Zitat und Interpretation getrennt notieren und die Arbeit so wenig wie möglich unterbrechen.
Zeitlicher Rahmen: Fachlich nötige Zeit innerhalb des Gesamtrahmens; den Schritt erst nach erfülltem Check abschließen.
- 4
Nachfragen
Geklärte Handlungen

Ziel
Geklärte Handlungen: Im Meister-Lehrling-Modus an konkreten Stellen nach Absicht, Ausnahme und Bedeutung fragen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Feldprotokoll
Durchführung
- Im Meister-Lehrling-Modus an konkreten Stellen nach Absicht, Ausnahme und Bedeutung fragen.
Ergebnis
Geklärte Handlungen
Im Meister-Lehrling-Modus an konkreten Stellen nach Absicht, Ausnahme und Bedeutung fragen
Qualitätscheck
Beziehen sich Rückfragen auf die konkrete Handlung statt auf allgemeine Meinung?
Stolperfalle
Wenn Rückfragen allgemeine Meinungen statt der gerade beobachteten Handlung ansprechen, bleibt die Absicht hinter dem Tun unklar. Im Meister-Lehrling-Modus direkt an der beobachteten Stelle nach Absicht, Ausnahme und Bedeutung fragen.
Zeitlicher Rahmen: Fachlich nötige Zeit innerhalb des Gesamtrahmens; den Schritt erst nach erfülltem Check abschließen.
- 5
Muster
Befunde

Ziel
Befunde: Beobachtungen in Muster, Variationen und offene Fragen synthetisieren und mit Belegen verknüpfen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Geklärte Handlungen
Durchführung
- Beobachtungen in Muster, Variationen und offene Fragen synthetisieren und mit Belegen verknüpfen.
Ergebnis
Befunde
Beobachtungen in Muster, Variationen und offene Fragen synthetisieren und mit Belegen verknüpfen
Qualitätscheck
Sind Muster durch Fälle belegt und Gegenbeispiele sichtbar?
Stolperfalle
Wenn ein einzelner eindrücklicher Fall als allgemeines Muster verkauft wird, überzeugen die Befunde nicht. Jedes Muster an mehreren Fällen belegen und Gegenbeispiele sowie offene Fragen explizit benennen.
Zeitlicher Rahmen: Fachlich nötige Zeit innerhalb des Gesamtrahmens; den Schritt erst nach erfülltem Check abschließen.
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
Befunde mit Belegen, offenen Punkten, Owner und Review.
Datum, Owner, Quellenstand und Reviewtermin führen; frühere Fassungen erhalten.
- Gemeinsame Arbeitsfläche
- Einwilligung, Research-Protokoll, sichere Rohdatenablage und Analysefläche
- Versionierte Ergebnisablage
contextual-inquiry-working-template.md
Plane Gegenstand, Beteiligung, vollständigen Ablauf und Review.
Contextual Inquiry: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Gesamtes Vorhaben Zeit: Mehrere Feldtermine über ein bis drei Wochen.
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Einwilligung, Research-Protokoll, sichere Rohdatenablage und Analysefläche
- Rollen: Research Lead · teilnehmende Personen · Protokoll oder Analyse · fachliche Entscheider:in
- Vorab-Infos: Eine konkrete Arbeitshandlung im Nutzungskontext eingrenzen; Einwilligung, Datenschutz und relevante Fallvariation planen. Reale Fälle, Quellen und Grenzen vorbereiten.
- Gesamter Zeitbedarf: Mehrere Feldtermine über ein bis drei Wochen.
- Setup: Arbeitsfläche mit den Schritten Research-Scope · Teilnehmende · Feldprotokoll · Geklärte Handlungen · Befunde anlegen; Beispielwerte bleiben von eigenen Angaben getrennt.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Fokus: Research-Scope
- Eine konkrete Arbeitshandlung im Nutzungskontext eingrenzen; Einwilligung, Datenschutz und relevante Fallvariation planen.
- Einwilligung, Research-Protokoll, sichere Rohdatenablage und Analysefläche
Auswahl: Teilnehmende
- Research-Scope
Beobachten: Feldprotokoll
- Teilnehmende
Nachfragen: Geklärte Handlungen
- Feldprotokoll
Muster: Befunde
- Geklärte Handlungen
Contextual Inquiry · Arbeitsstruktur
| Ereignis | Zeit | Kontext | Beobachtung | Zitat | Interpretation |
|---|---|---|---|---|---|
| Ersatzteilsuche | |||||
| Alternative gefunden |
- Ersatzteilsuche: Ein konkretes Arbeitsereignis beobachten; Beobachtung, Zitat und Interpretation trennen.
- Alternative gefunden: Ein konkretes Arbeitsereignis beobachten; Beobachtung, Zitat und Interpretation trennen.
Die leere Vorlage enthält nur Arbeitsimpulse.
Fachquelle · eigene Lehrdarstellung
Fokus: Research-Scope
Erwartetes Artefakt: Research-Scope
Research-Frage, Arbeitssituation, Beobachtungsgrenze und Einwilligung klären
Eintrag:
...
- Sind Frage, Kontextgrenze und Datenschutz eindeutig?
Auswahl: Teilnehmende
Erwartetes Artefakt: Teilnehmende
Teilnehmende nach relevanter Erfahrung rekrutieren und Termin am realen Arbeitsort vorbereiten
Eintrag:
...
- Deckt die Auswahl relevante Variationen statt nur leichte Verfügbarkeit ab?
Beobachten: Feldprotokoll
Erwartetes Artefakt: Feldprotokoll
Arbeit möglichst wenig unterbrechen und Handlungen, Artefakte sowie Kontext beobachten
Eintrag:
...
- Trennt das Protokoll Beobachtung, Zitat und Interpretation?
Nachfragen: Geklärte Handlungen
Erwartetes Artefakt: Geklärte Handlungen
Im Meister-Lehrling-Modus an konkreten Stellen nach Absicht, Ausnahme und Bedeutung fragen
Eintrag:
...
- Beziehen sich Rückfragen auf die konkrete Handlung statt auf allgemeine Meinung?
Muster: Befunde
Erwartetes Artefakt: Befunde
Beobachtungen in Muster, Variationen und offene Fragen synthetisieren und mit Belegen verknüpfen
Eintrag:
...
- Sind Muster durch Fälle belegt und Gegenbeispiele sichtbar?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/contextual-inquiry/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
contextual-inquiry-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Lehrbeispiel: Contextual Inquiry · Arbeitsstruktur
| Ereignis | Zeit | Kontext | Beobachtung | Zitat | Interpretation |
|---|---|---|---|---|---|
| Ersatzteilsuche | 10:14 | Kund:innenkeller, schwaches Netz | Techniker öffnet Chat, scrollt 47 Sekunden und ruft Lager an. | „Im System sehe ich den Bestand von gestern.“ | Verzögerung hängt an Aktualität, nicht an fehlender Suchfunktion. |
| Alternative gefunden | 10:18 | Telefonat mit Lager | Lager nennt kompatibles Teil; Techniker fotografiert Etikett. | „Das merke ich mir fürs nächste Mal.“ | Persönliches Gedächtnis ersetzt eine zugängliche Kompatibilitätsliste. |
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- Research-ScopeWenn Research-Frage und Beobachtungsgrenze vage bleiben, weiß das Team später nicht, welche Beobachtungen zur Frage gehören.In der Phase ansehen
- TeilnehmendeWenn nur leicht erreichbare Personen ausgewählt werden, deckt die Stichprobe keine relevanten Varianten der Arbeit ab.In der Phase ansehen
- FeldprotokollWenn Beobachtung, Zitat und eigene Interpretation im selben Satz landen, lässt sich das Protokoll später nicht mehr auseinanderhalten.In der Phase ansehen
- Geklärte HandlungenWenn Rückfragen allgemeine Meinungen statt der gerade beobachteten Handlung ansprechen, bleibt die Absicht hinter dem Tun unklar.In der Phase ansehen
- BefundeWenn ein einzelner eindrücklicher Fall als allgemeines Muster verkauft wird, überzeugen die Befunde nicht.In der Phase ansehen
Research-Scope
Wenn Research-Frage und Beobachtungsgrenze vage bleiben, weiß das Team später nicht, welche Beobachtungen zur Frage gehören.
Frage, Arbeitssituation und Grenze konkret festlegen und Einwilligung vor dem Termin einholen.
Teilnehmende
Wenn nur leicht erreichbare Personen ausgewählt werden, deckt die Stichprobe keine relevanten Varianten der Arbeit ab.
Teilnehmende gezielt nach relevanter Erfahrung auswählen und den Termin am echten Arbeitsort ansetzen.
Feldprotokoll
Wenn Beobachtung, Zitat und eigene Interpretation im selben Satz landen, lässt sich das Protokoll später nicht mehr auseinanderhalten.
Beobachtung, wörtliches Zitat und Interpretation getrennt notieren und die Arbeit so wenig wie möglich unterbrechen.
Geklärte Handlungen
Wenn Rückfragen allgemeine Meinungen statt der gerade beobachteten Handlung ansprechen, bleibt die Absicht hinter dem Tun unklar.
Im Meister-Lehrling-Modus direkt an der beobachteten Stelle nach Absicht, Ausnahme und Bedeutung fragen.
Befunde
Wenn ein einzelner eindrücklicher Fall als allgemeines Muster verkauft wird, überzeugen die Befunde nicht.
Jedes Muster an mehreren Fällen belegen und Gegenbeispiele sowie offene Fragen explizit benennen.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

