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MethodenanleitungSystems Thinking

Causal Loop Diagram

Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.

KomplexitätMittel
Zeit1-3 h
Teilnehmende2-8
FormatWorkshop
ReifegradEstablished
Planung vorbereiten
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenKlare Abgrenzung

Wiederkehrendes Verhalten über Zeit mit plausiblen Rückkopplungen und klar benannten Variablen.

Ohne Grenze werden Daten, Perspektiven oder Abläufe vermischt.
Vorher abschließenZugang zu Belegen

Relevante Personen und Quellen können einbezogen werden.

Lücken bleiben sichtbar; fehlende Evidenz darf nicht erfunden werden.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Gemeinsame Arbeitsfläche, zugängliche Quellen und Notiz für Entscheidungen.

Personen / Rollen

Systemkenner:innen · Facilitator · Modellierung

Vorabinfos

Frage, Zeitraum, Datenzugriff, beteiligte Rollen und bekannte Unsicherheiten vorab klären.

Zeitbedarf

90–120 Minuten für eine eingegrenzte Frage; Evidenzprüfung und quantitative Modellierung folgen separat.

Setup

Eine gemeinsame Version anlegen. Fakten, Annahmen und Entscheidung getrennt kennzeichnen.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche vermuteten Rückkopplungen könnten das beobachtete Verhalten über Zeit hervorbringen?

04

Ablauf

Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle

Ein Causal Loop Diagram beschreibt rückgekoppelte Wirkungsannahmen mit Vorzeichen und Verzögerungen. Die Methode unterstützt die gemeinsame Untersuchung dynamischer Muster und ihrer konkurrierenden Erklärungen.

Rückkopplungshypothesen mit Vorzeichen und Verzögerungen

Fiktives Lehrbeispiel

Modelliere rückgekoppelte Wirkungsannahmen samt Vorzeichen und Verzögerungen, um dynamische Muster gemeinsam zu untersuchen.

Variablen

Benenne beobachtetes Muster, Zeitraum und Modellgrenze.

Offene Tickets → Teamlast → Bearbeitungszeit → Wiedereröffnungen → offene Tickets.

Vorzeichen

Definiere Variablen eindeutig und verbinde gerichtete Wirkungen.

Alle Pfeile fiktiv +: mehr Tickets erhöht jeweils die nächste Größe; Schleife R.

Verzögerung

Kennzeichne Vorzeichen, Schleifenpolarität und relevante Verzögerung.

Zwischen Teamlast und Bearbeitungszeit: Verzögerung durch Kapazitätsanpassung.

Prüfung

Notiere Datenbedarf, alternative Erklärungen und nächsten Test.

Zeitreihe und Teambeobachtung nötig; Pfeile sind Annahmen, keine nachgewiesenen Ursachen.

Fiktive Hypothese: Mehr offene Tickets (+) → höhere Teamlast (+) → längere Bearbeitungszeit (+) → mehr wiedereröffnete Tickets (+) → mehr offene Tickets: verstärkende Schleife R. Verzögerung zwischen Last und Bearbeitungszeit markieren. Zusammenhang ist zu prüfen, kein Kausalitätsbeweis.

Causal loop diagram paper · System Dynamics Society

  1. 1

    Systemgrenze

    Verhalten und Grenze bestimmen

    Ziel

    Ist Verhalten statt Einzelfall gemeint?

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Verhalten über Zeit und Systemgrenze

    Durchführung

    • Beschreibe Muster über Zeit und Frage; wähle Systemgrenze und relevante Variablen.
    • Ist Verhalten statt Einzelfall gemeint?

    Ergebnis

    Zeitverhalten und Systemgrenze

    Zeitverhalten und Systemgrenze

    Qualitätscheck

    Ist Verhalten statt Einzelfall gemeint?

    Stolperfalle

    Pfeilrichtung bleibt vage „Wenn Ursache steigt, ändert sich Wirkung wie?“ für jedes Linkpaar beantworten.

    Zeitlicher Rahmen: Teil des vereinbarten Arbeitsblocks; Recherche ggf. separat.

  2. 2

    Wirkungen

    Wirkungspfeile formulieren

    Ziel

    Bezeichnet +/− Wirkungsrichtung, nicht Werturteil?

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Variablen mit eindeutig steigender oder fallender Bedeutung

    Durchführung

    • Verbinde Variablen mit „wenn A steigt, ändert sich B wie?“; markiere gleich-/gegenläufiges Vorzeichen.
    • Bezeichnet +/− Wirkungsrichtung, nicht Werturteil?

    Ergebnis

    Gerichtete, vorzeichenbehaftete Wirkungsannahmen

    Gerichtete, vorzeichenbehaftete Wirkungsannahmen

    Qualitätscheck

    Bezeichnet +/− Wirkungsrichtung, nicht Werturteil?

    Zeitlicher Rahmen: Teil des vereinbarten Arbeitsblocks; Recherche ggf. separat.

  3. 3

    Schleifen

    Schleifen und Verzögerungen prüfen

    Ziel

    Ist Schleifenpolarität korrekt aus allen Pfeilen abgeleitet?

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Vorzeichen, geschlossene Schleifen und Verzögerungen

    Durchführung

    • Schließe Rückkopplungsschleifen; klassifiziere R/B und kennzeichne relevante Zeitverzögerungen.
    • Ist Schleifenpolarität korrekt aus allen Pfeilen abgeleitet?

    Ergebnis

    Rückkopplungsschleifen mit R/B und Verzögerungen

    Rückkopplungsschleifen mit R/B und Verzögerungen

    Qualitätscheck

    Ist Schleifenpolarität korrekt aus allen Pfeilen abgeleitet?

    Stolperfalle

    Verzögerung ausgelassen Zeit zwischen Einfluss und beobachtbarer Reaktion markieren.

    Zeitlicher Rahmen: Teil des vereinbarten Arbeitsblocks; Recherche ggf. separat.

  4. 4

    Evidenz

    Hypothesen und Evidenz trennen

    Ziel

    Behauptet das Diagramm keine bewiesene Kausalität?

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Datenreihen, alternative Erklärungen und Prüfideen

    Durchführung

    • Prüfe mit Zeitreihen, Interviews oder weiteren Modellen; dokumentiere konkurrierende Erklärungen.
    • Behauptet das Diagramm keine bewiesene Kausalität?

    Ergebnis

    Prüfbare Hypothesen und Gegenmodelle

    Prüfbare Hypothesen und Gegenmodelle

    Qualitätscheck

    Behauptet das Diagramm keine bewiesene Kausalität?

    Stolperfalle

    Diagramm gilt als Kausalitätsbeweis Beziehungen als Hypothesen führen und gegen Zeitreihen oder andere Evidenz prüfen.

    Zeitlicher Rahmen: Teil des vereinbarten Arbeitsblocks; Recherche ggf. separat.

05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Skizze: so sieht das Artefakt aus

Causal Loop Diagram · Feedback DynamicsBalancing und Reinforcing Loops mit Polaritäten
Causal Loop DiagramVariablen werden mit kausalen Pfeilen, Polaritäten und verstärkenden oder ausgleichenden Feedback Loops verbunden.Rückkopplungen statt lineare Ursache-Wirkung sehenPolaritäten zeigen, ob eine Variable eine andere gleichgerichtet oder gegengerichtet verändert.+Qualität erhöht Nutzung+mehr Nutzung erzeugt mehr Feedback+Feedback erzeugt Verbesserungen+Verbesserungen erhöhen Qualität+mehr Nutzung erhöht Wartezeit−Wartezeit verringert ServicequalitätServicequalitätwahrgenommener NutzenNutzungaktive NutzungFeedbackLernen im SystemVerbesserungenProduktanpassungWartezeitBelastungR1verstärkender KreisB1vermindernder KreisHebelpunktWartezeit senken, bevor Qualität kippt
Form

Versioniertes Ergebnis mit Frage, Evidenz, offenen Punkten, nächster Maßnahme, Verantwortung und Reviewtermin.

Versionierung / Ownership

Datum, Geltungsbereich, Quellen und Änderungen festhalten. Frühere Beobachtungen erhalten.

Tool-Alternativen
  • Whiteboard oder Papier
  • Gemeinsame Tabelle
  • Projektablage mit Versionshistorie

causal-loop-diagram-working-template.md

Bereite Causal Loop Diagram mit klarer Frage, Rollen und Quellen vor.

Causal Loop Diagram: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Vollständigen Ablauf planen Zeit: Nach Umfang und verfügbaren Belegen festlegen

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Gemeinsame Arbeitsfläche, zugängliche Quellen und Notiz für Entscheidungen.
  • Rollen: Systemkenner:innen · Facilitator · Modellierung
  • Vorab-Infos: Frage, Zeitraum, Datenzugriff, beteiligte Rollen und bekannte Unsicherheiten vorab klären.
  • Gesamter Zeitbedarf: 90–120 Minuten für eine eingegrenzte Frage; Evidenzprüfung und quantitative Modellierung folgen separat.
  • Setup: Eine gemeinsame Version anlegen. Fakten, Annahmen und Entscheidung getrennt kennzeichnen.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Systemgrenze: Verhalten und Grenze bestimmen

  • Verhalten über Zeit und Systemgrenze

Wirkungen: Wirkungspfeile formulieren

  • Variablen mit eindeutig steigender oder fallender Bedeutung

Schleifen: Schleifen und Verzögerungen prüfen

  • Vorzeichen, geschlossene Schleifen und Verzögerungen

Evidenz: Hypothesen und Evidenz trennen

  • Datenreihen, alternative Erklärungen und Prüfideen

Rückkopplungshypothesen mit Vorzeichen und Verzögerungen

Variablen

Benenne beobachtetes Muster, Zeitraum und Modellgrenze.

...

Vorzeichen

Definiere Variablen eindeutig und verbinde gerichtete Wirkungen.

...

Verzögerung

Kennzeichne Vorzeichen, Schleifenpolarität und relevante Verzögerung.

...

Prüfung

Notiere Datenbedarf, alternative Erklärungen und nächsten Test.

...

Leere Vorlage: beginne mit einer abgegrenzten Frage. Trage nur erhobene Fakten ein, markiere Annahmen und halte offene Fragen sowie Quellen fest.

Causal loop diagram paper · System Dynamics Society

Systemgrenze: Verhalten und Grenze bestimmen

Erwartetes Artefakt: Zeitverhalten und Systemgrenze

Zeitverhalten und Systemgrenze

Eintrag:

...

  • Ist Verhalten statt Einzelfall gemeint?

Wirkungen: Wirkungspfeile formulieren

Erwartetes Artefakt: Gerichtete, vorzeichenbehaftete Wirkungsannahmen

Gerichtete, vorzeichenbehaftete Wirkungsannahmen

Eintrag:

...

  • Bezeichnet +/− Wirkungsrichtung, nicht Werturteil?

Schleifen: Schleifen und Verzögerungen prüfen

Erwartetes Artefakt: Rückkopplungsschleifen mit R/B und Verzögerungen

Rückkopplungsschleifen mit R/B und Verzögerungen

Eintrag:

...

  • Ist Schleifenpolarität korrekt aus allen Pfeilen abgeleitet?

Evidenz: Hypothesen und Evidenz trennen

Erwartetes Artefakt: Prüfbare Hypothesen und Gegenmodelle

Prüfbare Hypothesen und Gegenmodelle

Eintrag:

...

  • Behauptet das Diagramm keine bewiesene Kausalität?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/causal-loop-diagram/run-sheet

06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.

causal-loop-diagram-beispiel.md

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Lehrbeispiel

Fiktive Hypothese: Mehr offene Tickets (+) → höhere Teamlast (+) → längere Bearbeitungszeit (+) → mehr wiedereröffnete Tickets (+) → mehr offene Tickets: verstärkende Schleife R. Verzögerung zwischen Last und Bearbeitungszeit markieren. Zusammenhang ist zu prüfen, kein Kausalitätsbeweis.

Alle Namen und Werte sind erfunden und dienen nur der Illustration. Offene Erklärungen bleiben als Fragen markiert.

07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf

  1. Verhalten und Grenze bestimmenPfeilrichtung bleibt vageIn der Phase ansehen
  2. Wirkungspfeile formulierenVorzeichen als gut/schlecht gelesenIn der Phase ansehen
  3. Schleifen und Verzögerungen prüfenVerzögerung ausgelassenIn der Phase ansehen
  4. Hypothesen und Evidenz trennenDiagramm gilt als KausalitätsbeweisIn der Phase ansehen
08

Abbruchkriterien

Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest

Die Frage oder Grenze bleibt mehrdeutig: zuerst eingrenzen.
Zentrale Daten oder Beteiligte fehlen: Lücke kennzeichnen und Zugriff klären.
Die Gruppe vermischt Beobachtung und Erklärung: Belege erneut prüfen.
Eine unmittelbare Sicherheits- oder Betriebsgefahr entsteht: Arbeit stoppen und zuständige Verfahren nutzen.

Methodenanleitung durchgearbeitet?

Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.