Die für die Strukturfrage relevanten Inhalte sind erfasst und auf Kartenebene beschreibbar.
Card Sorting
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Open, Closed oder Hybrid Sort beantwortet die konkrete offene oder prüfende Frage.
Erfahrungen und Nutzungskontext der Zielgruppe sind bekannt.
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Forschungsfrage, Karte je Inhalt, neutrale Sortieranweisung, Notiz- und Erfassungsraster. Für Remote-Studien ein erprobtes Sortierwerkzeug.
Eine Forschungs- oder Moderationsperson erklärt neutral das Format und dokumentiert Rückfragen. Teilnehmende sortieren individuell; eine gemeinsame Gruppendiskussion kann die individuellen Ergebnisse überlagern.
Inhaltsinventar, Zielgruppe, Sortierfrage, geplante Nutzung der Ergebnisse und bekannte interne Kategorien erfassen.
Etwa 20–45 Minuten für eine einzelne Sortierung. Vorbereitung, Rekrutierung und vergleichende Analyse zusätzlich einplanen; Online-Studien können sich über mehrere Tage erstrecken.
Karten mischen und Lesbarkeit prüfen. Bei moderierter Durchführung Regeln erklären, aber keine Beispiele geben, die die erwartete Taxonomie nahelegen.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche Inhaltsgruppen und Begriffe entsprechen der mentalen Ordnung der relevanten Zielgruppe?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
Card Sorting macht mentale Ordnungen und passende Begriffe sichtbar, indem Teilnehmende Inhalte nach eigener Logik gruppieren. Die Ergebnisse liefern Strukturhypothesen für eine spätere Informationsarchitektur.
Sortierauswertung
Fiktives Lehrbeispiel
Einzelkarten, Gruppierungen, Teilnehmendenlabel und offene Strukturfragen nachhalten.
| Sortierbefund | Inhaltskarten | Teilnehmendengruppe | Eigenes Label | Analysefrage |
|---|---|---|---|---|
| BeispielgruppeEine beobachtete Gruppe aus einer Einzelsortierung notieren. | Werkzeug suchen; Verfügbarkeit prüfen | P1: zusammengelegt | Passendes Gerät finden | Taucht diese Gruppierung in weiteren Sortierungen auf? |
| AbweichungEinzelkarte oder konkurrierende Zuordnung sichtbar halten. | Abholort ansehen | P1: eigene Gruppe | Abholung planen | Ist Abholung eine eigene Aufgabe oder Teil der Reservierung? |
1. Inhaltskarten
- Beispielgruppe
- Werkzeug suchen; Verfügbarkeit prüfen
- Abweichung
- Abholort ansehen
2. Teilnehmendengruppe
- Beispielgruppe
- P1: zusammengelegt
- Abweichung
- P1: eigene Gruppe
3. Eigenes Label
- Beispielgruppe
- Passendes Gerät finden
- Abweichung
- Abholung planen
4. Analysefrage
- Beispielgruppe
- Taucht diese Gruppierung in weiteren Sortierungen auf?
- Abweichung
- Ist Abholung eine eigene Aufgabe oder Teil der Reservierung?
Gruppenbezeichnungen bleiben in der Sprache der Teilnehmenden.
- 1
Frage
Fragestellung eingrenzen

Ziel
Bestimme, welche Strukturentscheidung das Sortieren unterstützen soll.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Benenne die Inhalte, deren erwartete Gruppierung oder Bezeichnung noch unklar ist.
Durchführung
- Lege Zielgruppe, Inhaltsbereich und die offene Frage fest: Gruppen entdecken, bestehende Kategorien prüfen oder beides vergleichen.
Ergebnis
Fokussierte Informationsarchitekturfrage.
Fokussierte Informationsarchitekturfrage.
Qualitätscheck
Die Methode passt zu einer inhaltlichen Gruppierungsfrage und nicht zu visueller Gestaltung.
Stolperfalle
Das Team will gleichzeitig Navigation, Seitenlayout und Benennung bewerten. Trenne Gruppierung von späteren Tree Tests oder Interface-Tests.
Zeitlicher Rahmen: 20–30 Minuten für Fokus und Auswahl
- 2
Karten
Karten und Format vorbereiten

Ziel
Formuliere aussagekräftige Karten und entscheide über die Sortierform.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Fokussierte Informationsarchitekturfrage.
Durchführung
- Erstelle eine repräsentative, verständlich benannte Auswahl; entferne Dopplungen, pilotier Begriffe und wähle Open, Closed oder Hybrid.
Ergebnis
Versionierter Kartensatz, Sortierformat und Moderationshinweise.
Versionierter Kartensatz, Sortierformat und Moderationshinweise.
Qualitätscheck
Jede Karte bezeichnet einen Inhalt; Kategorien werden bei Open Sort nicht vorgegeben.
Stolperfalle
Unklare Karten oder ein überladener Satz erzeugen Sortierfehler. Grenze Inhalte ein, vereinfache Labels und pilotier den Kartensatz.
Zeitlicher Rahmen: 30–60 Minuten Kartensatz und Pilot
- 3
Sortieren
Sortierung durchführen

Ziel
Lass Teilnehmende Karten eigenständig ordnen und ihre Benennungen erklären.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Versionierter Kartensatz, Sortierformat und Moderationshinweise.
Durchführung
- Gib Frage und Regeln neutral vor; dokumentiere Gruppen, Labels, Mehrfachzuordnungen und Unsicherheiten, ohne eine gewünschte Struktur anzudeuten.
Ergebnis
Teilnehmenden-Sortierungen mit eigenen Gruppenbezeichnungen und Kommentaren.
Teilnehmenden-Sortierungen mit eigenen Gruppenbezeichnungen und Kommentaren.
Qualitätscheck
Sortierungen bleiben getrennt; die Moderation korrigiert keine Teilnehmerlogik.
Stolperfalle
Die Moderation schlägt eine Kategorie vor oder deutet Gruppen um. Frage nach dem Grund der Gruppierung und halte die Antwort in den Worten der Person fest.
Zeitlicher Rahmen: 20–45 Minuten je moderierter Sortierung; unmoderiert variabel
- 4
Auswerten
Muster und Abweichungen auswerten

Ziel
Vergleiche Sortierungen und übersetze Gemeinsamkeiten wie Unterschiede in Strukturhypothesen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Teilnehmenden-Sortierungen mit eigenen Gruppenbezeichnungen und Kommentaren.
Durchführung
- Prüfe wiederkehrende Gruppen, konkurrierende Labels, Einzelkarten und Mehrfachzuordnungen; halte alternative Erklärungen sichtbar.
Ergebnis
Strukturhypothesen mit offenen Begriffen und Prüfbedarf.
Strukturhypothesen mit offenen Begriffen und Prüfbedarf.
Qualitätscheck
Interpretationen sind auf Sortierungen zurückführbar; Uneinigkeit wird nicht weggebügelt.
Stolperfalle
Ein Cluster wird direkt als endgültige Kategorie übernommen. Formuliere mehrere Hypothesen und prüfe Findability anschließend mit Tree Testing.
Zeitlicher Rahmen: Auswertung zusätzlich zur Teilnahmezeit
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
Kartensatz mit Version, Sortierform, einzelne Sortierungen, Teilnehmerlabels, Analysevermerk und Strukturhypothesen.
Kartensatz, Sortierformat und Frage datieren. Ursprüngliche Sortierungen erhalten; abgeleitete Cluster als Analyse ergänzen, nicht als Rohdaten überschreiben.
- Papierkarten oder zugängliche digitale Karten
- Katalog der Inhaltsitems und Begriffsvarianten
- Vergleichsmatrix für Gruppen, Labels und abweichende Sortierungen
card-sorting-working-template.md
Bereite Inhaltskarten, Sortierformat und die getrennte Analyse individueller Sortierungen vor.
Card Sorting: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Eine fokussierte Sortierstudie Zeit: Mehrterminiges Forschungsvorhaben; Dauer folgt Sortierformat, Rekrutierung und nötiger vergleichender Auswertung.
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Forschungsfrage, Karte je Inhalt, neutrale Sortieranweisung, Notiz- und Erfassungsraster. Für Remote-Studien ein erprobtes Sortierwerkzeug.
- Rollen: Eine Forschungs- oder Moderationsperson erklärt neutral das Format und dokumentiert Rückfragen. Teilnehmende sortieren individuell; eine gemeinsame Gruppendiskussion kann die individuellen Ergebnisse überlagern.
- Vorab-Infos: Inhaltsinventar, Zielgruppe, Sortierfrage, geplante Nutzung der Ergebnisse und bekannte interne Kategorien erfassen.
- Gesamter Zeitbedarf: Etwa 20–45 Minuten für eine einzelne Sortierung. Vorbereitung, Rekrutierung und vergleichende Analyse zusätzlich einplanen; Online-Studien können sich über mehrere Tage erstrecken.
- Setup: Karten mischen und Lesbarkeit prüfen. Bei moderierter Durchführung Regeln erklären, aber keine Beispiele geben, die die erwartete Taxonomie nahelegen.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Frage: Fragestellung eingrenzen
- Benenne die Inhalte, deren erwartete Gruppierung oder Bezeichnung noch unklar ist.
Karten: Karten und Format vorbereiten
- Fokussierte Informationsarchitekturfrage.
Sortieren: Sortierung durchführen
- Versionierter Kartensatz, Sortierformat und Moderationshinweise.
Auswerten: Muster und Abweichungen auswerten
- Teilnehmenden-Sortierungen mit eigenen Gruppenbezeichnungen und Kommentaren.
Sortierauswertung
| Sortierbefund | Inhaltskarten | Teilnehmendengruppe | Eigenes Label | Analysefrage |
|---|---|---|---|---|
| Beispielgruppe | ||||
| Abweichung |
- Beispielgruppe: Eine beobachtete Gruppe aus einer Einzelsortierung notieren.
- Abweichung: Einzelkarte oder konkurrierende Zuordnung sichtbar halten.
Leere Vorlage: eigene Karten, Gruppen, Labels und Analysefragen eintragen.
Frage: Fragestellung eingrenzen
Erwartetes Artefakt: Fokussierte Informationsarchitekturfrage.
Fokussierte Informationsarchitekturfrage.
Eintrag:
...
- Die Methode passt zu einer inhaltlichen Gruppierungsfrage und nicht zu visueller Gestaltung.
Karten: Karten und Format vorbereiten
Erwartetes Artefakt: Versionierter Kartensatz, Sortierformat und Moderationshinweise.
Versionierter Kartensatz, Sortierformat und Moderationshinweise.
Eintrag:
...
- Jede Karte bezeichnet einen Inhalt; Kategorien werden bei Open Sort nicht vorgegeben.
Sortieren: Sortierung durchführen
Erwartetes Artefakt: Teilnehmenden-Sortierungen mit eigenen Gruppenbezeichnungen und Kommentaren.
Teilnehmenden-Sortierungen mit eigenen Gruppenbezeichnungen und Kommentaren.
Eintrag:
...
- Sortierungen bleiben getrennt; die Moderation korrigiert keine Teilnehmerlogik.
Auswerten: Muster und Abweichungen auswerten
Erwartetes Artefakt: Strukturhypothesen mit offenen Begriffen und Prüfbedarf.
Strukturhypothesen mit offenen Begriffen und Prüfbedarf.
Eintrag:
...
- Interpretationen sind auf Sortierungen zurückführbar; Uneinigkeit wird nicht weggebügelt.
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/card-sorting/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
card-sorting-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Lehrbeispiel: Inhalte eines Quartiersverleihs
Alle Inhalte und Sortierungen sind erfunden. Es wurde keine Studie durchgeführt.
Frage: Welche Inhalte erwarten Menschen beim Planen einer Werkzeugausleihe zusammen?
Sortierform: Fiktiver Open Sort mit vier Karten: „Werkzeug suchen“, „Verfügbarkeit prüfen“, „Abholort ansehen“ und „Reparaturhilfe finden“.
Beispielsortierung P1: „Werkzeug suchen“ und „Verfügbarkeit prüfen“ liegen unter dem selbst gewählten Label „Passendes Gerät finden“. „Abholort ansehen“ wird als eigene Gruppe „Abholung planen“ benannt. „Reparaturhilfe finden“ bleibt separat.
Beobachtung: P1 hat Karten einzeln verschoben und den Abholort erst nach Prüfung der Verfügbarkeit gruppiert.
Hypothese: Suche und Bestand könnten zusammengehören; Abholung scheint eine nachgelagerte Planungsaufgabe zu sein. Eine Sortierung genügt nicht, um eine Kategorie festzulegen.
Folgeschritt: Alternativen aus weiteren individuellen Sortierungen vergleichen und die entwickelte Navigation mit Tree Testing prüfen.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- Fragestellung eingrenzenDas Team will gleichzeitig Navigation, Seitenlayout und Benennung bewerten.In der Phase ansehen
- Karten und Format vorbereitenUnklare Karten oder ein überladener Satz erzeugen Sortierfehler.In der Phase ansehen
- Sortierung durchführenDie Moderation schlägt eine Kategorie vor oder deutet Gruppen um.In der Phase ansehen
- Muster und Abweichungen auswertenEin Cluster wird direkt als endgültige Kategorie übernommen.In der Phase ansehen
Fragestellung eingrenzen
Das Team will gleichzeitig Navigation, Seitenlayout und Benennung bewerten.
Trenne Gruppierung von späteren Tree Tests oder Interface-Tests.
Karten und Format vorbereiten
Unklare Karten oder ein überladener Satz erzeugen Sortierfehler.
Grenze Inhalte ein, vereinfache Labels und pilotier den Kartensatz.
Sortierung durchführen
Die Moderation schlägt eine Kategorie vor oder deutet Gruppen um.
Frage nach dem Grund der Gruppierung und halte die Antwort in den Worten der Person fest.
Muster und Abweichungen auswerten
Ein Cluster wird direkt als endgültige Kategorie übernommen.
Formuliere mehrere Hypothesen und prüfe Findability anschließend mit Tree Testing.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

