methodatlas
MethodenanleitungFacilitation

Barcamp

Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.

KomplexitätMittel
ZeitHalber Tag bis 2 Tage
Teilnehmende15-200
FormatWorkshop
ReifegradEstablished
Arbeit planen
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenOffene Agenda

Ein wesentlicher Teil des Programms darf von den Anwesenden gestaltet werden.

Ohne offene Slots bleibt nur eine gewöhnliche Konferenz.
Vorher abschließenTragfähige Logistik

Räume, Zeiten, Zugänglichkeit, Verhaltensregeln und Ansprechpartner sind geklärt.

Selbstorganisation scheitert an unsichtbaren Grenzen.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Großes leeres Session-Grid, Sessionkarten, Marker, Interessenssignale, Raum- und Zugänglichkeitsinformationen, Dokumentationsplattform.

Personen / Rollen

Gastgebende Organisation für Rahmen und Sicherheit, Facilitator für Sessionplanung, Sessiongeber und aktive Teilnehmende.

Vorabinfos

Zielgruppe, Themenrahmen, Kapazitäten, Barrierefreiheit, Verhaltenskodex, Datenschutz und Veröffentlichungsregeln klären.

Zeitbedarf

Halber Tag bis zwei Tage; Vorbereitung über mehrere Wochen

Setup

Grid nur mit Räumen und Zeitslots vorbereiten. Freie Sessionkarten, Pitch-Zone, sichtbare Raumdetails und einen Hilfe-Punkt einrichten.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Sessions wollen die Anwesenden heute anbieten und besuchen, damit gemeinsames Lernen entsteht?

04

Ablauf

Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle

Ein Barcamp ist eine teilnehmendengetriebene Unconference. Das Programm entsteht zu Beginn aus kurzen Session-Pitches und einem gemeinsamen Raum-Zeit-Grid. Sessiongeber rahmen Austausch, Workshop oder Beratung; Teilnehmende tragen aktiv bei und dürfen zwischen Sessions wechseln.

Session-Grid

Fiktiver Sessionplan

Fiktiver Vormittagsplan eines internen BarCamps. Das echte Grid entsteht mit den Anwesenden.

Session-Grid
ZeitslotStudioBibliothekOnline
10:00–10:45Erster SessionblockKursstart ohne Hürden · WorkshopSupportsignale lesen · AustauschBarrierefreie Videos · Q&A
11:00–11:45Zweiter SessionblockLernpfade skizzieren · Co-CreationMetriken mit Sinn · DiskussionOffene Sprechstunde · Beratung
  1. 1. Studio

    10:00–10:45
    Kursstart ohne Hürden · Workshop
    11:00–11:45
    Lernpfade skizzieren · Co-Creation
  2. 2. Bibliothek

    10:00–10:45
    Supportsignale lesen · Austausch
    11:00–11:45
    Metriken mit Sinn · Diskussion
  3. 3. Online

    10:00–10:45
    Barrierefreie Videos · Q&A
    11:00–11:45
    Offene Sprechstunde · Beratung

Raumkapazität, Barrierefreiheit und Interessenskonflikte wurden bei der Platzierung berücksichtigt.

THATCamp · Schedule Sessions

  1. 1

    Rahmen

    Teilgabe und Infrastruktur vorbereiten

    Ziel

    Ein offener Themenrahmen und belastbare Logistik ermöglichen spontane Programmgestaltung.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Zielgruppe und Thema
    • Räume, Zeitslots, Zugänglichkeit und Sicherheitsrahmen

    Durchführung

    • Zweck, Teilgabeprinzip, Verhaltensregeln und Zugangsanforderungen veröffentlichen.
    • Leeres Session-Grid, Räume, Moderationsmaterial, Dokumentationsweg und Ansprechpartner vorbereiten.

    Ergebnis

    BarCamp-Rahmen

    Thema · Regeln · Räume · Slots · Zugänglichkeit

    Qualitätscheck

    Können Teilnehmende ohne Vorwissen eine Session vorschlagen und einen Raum finden?

    Stolperfalle

    Das Programm ist faktisch vorab kuratiert und lässt kaum freie Slots. Mehr Slots offenlassen und Auswahlregeln sowie Rollen transparent machen.

    Zeitlicher Rahmen: Vorbereitung über Tage oder Wochen

  2. 2

    Pitches

    Community öffnen und Sessions pitchen

    Ziel

    Alle kennen Regeln, Menschen und die verfügbaren Sessionideen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Anwesende Teilnehmende
    • Leeres Grid und Sessionkarten

    Durchführung

    • Begrüßung, kurze Vorstellungsrunde, Teilgabeprinzip und Wechselmöglichkeit zwischen Sessions erklären.
    • Sessiongeber nennen Titel, Format, Ziel und eigenen Namen in höchstens 60 Sekunden; Karte ins Themenfeld legen.

    Ergebnis

    Sessionpool

    Titel · Gastgeber · Format · Ziel

    Qualitätscheck

    Ist jeder Pitch konkret genug, damit andere ihre Teilnahme einschätzen können?

    Stolperfalle

    Lange Vorträge während der Sessionplanung verbrauchen die gemeinsame Programmzeit. Pitch auf Titel, Frage, Format und Ziel begrenzen; Details in die Session verschieben.

    Zeitlicher Rahmen: 30–60 Minuten je Veranstaltungstag

  3. 3

    Programm

    Session-Grid gemeinsam bauen

    Ziel

    Interesse, Räume, Barrierefreiheit und Konflikte werden zu einem sichtbaren Tagesplan.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Sessionpool
    • Leeres Raum-Zeit-Grid und Interessenssignale

    Durchführung

    • Interesse sichtbar abfragen und stark nachgefragte Sessions in passende Räume legen.
    • Thematische Konflikte, Gastgeberverfügbarkeit, Raumkapazität und Zugänglichkeit prüfen; Plan veröffentlichen.

    Ergebnis

    Session-Grid

    Zeitslot × Raum · Titel · Gastgeber

    Qualitätscheck

    Sind stark überlappende Interessen und logistische Grenzen sichtbar aufgelöst?

    Stolperfalle

    Sessions werden nach Status der Gastgeber statt nach Interesse und Logistik platziert. Interesse und Constraints offen anzeigen und das Grid gemeinsam neu ordnen.

    Zeitlicher Rahmen: 20–40 Minuten je Veranstaltungstag

  4. 4

    Sessions

    Sessions selbstorganisiert durchführen

    Ziel

    Gastgeber rahmen den Austausch, während Teilnehmende aktiv beitragen und bei Bedarf wechseln.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Veröffentlichtes Session-Grid
    • Räume, Zeitzeichen und Dokumentationsweg

    Durchführung

    • Gastgeber eröffnet mit Frage, Ziel und Format; Teilnehmende entscheiden über aktive Mitarbeit oder Wechsel.
    • Zeitzeichen beachten, Kernerkenntnisse und offene Fragen im vereinbarten Format dokumentieren.

    Ergebnis

    Sessionergebnisse

    Erkenntnisse · Fragen · Kontakte · Artefakte

    Qualitätscheck

    Ermöglicht das Format Austausch und einen respektvollen Wechsel zwischen Sessions?

    Stolperfalle

    Ein als Austausch angekündigter Slot wird zum langen Vortrag ohne Beteiligung. Format und Erwartung neu klären oder die Session transparent als Vortrag kennzeichnen.

    Zeitlicher Rahmen: Typisch 30–60 Minuten je Session

  5. 5

    Ernte

    Ergebnisse teilen und Netzwerk fortführen

    Ziel

    Dezentrale Erkenntnisse werden auffindbar und die Community kann anschließen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Sessiondokumentationen
    • Teilnehmende und gemeinsame Abschlusszeit

    Durchführung

    • Kurze Highlights, offene Fragen und Links aus den Sessions im Plenum oder Repository teilen.
    • Feedback zum Rahmen sammeln, Artefakte veröffentlichen und freiwillige Follow-ups mit Kontakt und Termin sichern.

    Ergebnis

    BarCamp-Ernte

    Highlights · Links · Feedback · Follow-ups

    Qualitätscheck

    Sind Sessionergebnisse auffindbar, ohne vertrauliche Beiträge offenzulegen?

    Stolperfalle

    Nach parallelen Sessions bleiben Erkenntnisse nur bei den jeweils Anwesenden. Ein leichtes gemeinsames Format für Highlight, Link und Kontakt pro Session nachfordern.

    Zeitlicher Rahmen: 20–45 Minuten plus Nachbereitung

05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Skizze: so sieht das Artefakt aus

Barcamp · Session MarketplaceTeilnehmende pitchen Sessions, füllen ein Raum-Slot-Board und wählen frei nach Interesse
Barcamp Session MarketplaceDie Skizze zeigt Session-Pitches, ein Raum-und-Slot-Board, frei wählende Teilnehmende und dokumentierte Community Learnings.Aus spontanen Angeboten entsteht ein Session-MarktplatzTeilnehmende pitchen Themen, bauen gemeinsam ein Raum-und-Slot-Board und wählen Sessions frei.LeitthemaCommunity Learning DaySESSION-PITCHESTalkErfahrung teilenDiskussionFrage öffnenWorkshopgemeinsam übenRaum ARaum BRaum C10:0011:0012:00UX KritikAI ToolsLegacyRoadmapsTesting12345Freie Wahlnach Interesse wechselnCommunity LearningsNotizenKontaktenächste Sessions
Form

Gemeinsam gebautes Session-Grid, Sessiondokumentationen, Highlight-Ernte, Kontakte und freiwillige Follow-ups.

Versionierung / Ownership

Eventdatum und Tagesversion am Grid führen; Änderungen live veröffentlichen und finale Sessionliste samt Links archivieren.

Tool-Alternativen
  • Physische Pinnwand mit Grid
  • Digitaler Sessionplaner
  • Gemeinsames Artefakt-Repository

barcamp-working-template.md

Bereite den gesamten Ablauf oder einen ausgewählten Abschnitt mit echten Inputs vor.

Barcamp: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Barcamp vorbereiten und durchführen Zeit: Halber Tag bis zwei Tage; Vorbereitung über mehrere Wochen

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Großes leeres Session-Grid, Sessionkarten, Marker, Interessenssignale, Raum- und Zugänglichkeitsinformationen, Dokumentationsplattform.
  • Rollen: Gastgebende Organisation für Rahmen und Sicherheit, Facilitator für Sessionplanung, Sessiongeber und aktive Teilnehmende.
  • Vorab-Infos: Zielgruppe, Themenrahmen, Kapazitäten, Barrierefreiheit, Verhaltenskodex, Datenschutz und Veröffentlichungsregeln klären.
  • Gesamter Zeitbedarf: Halber Tag bis zwei Tage; Vorbereitung über mehrere Wochen
  • Setup: Grid nur mit Räumen und Zeitslots vorbereiten. Freie Sessionkarten, Pitch-Zone, sichtbare Raumdetails und einen Hilfe-Punkt einrichten.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Rahmen: Teilgabe und Infrastruktur vorbereiten

  • Zielgruppe und Thema
  • Räume, Zeitslots, Zugänglichkeit und Sicherheitsrahmen

Pitches: Community öffnen und Sessions pitchen

  • Anwesende Teilnehmende
  • Leeres Grid und Sessionkarten

Programm: Session-Grid gemeinsam bauen

  • Sessionpool
  • Leeres Raum-Zeit-Grid und Interessenssignale

Sessions: Sessions selbstorganisiert durchführen

  • Veröffentlichtes Session-Grid
  • Räume, Zeitzeichen und Dokumentationsweg

Ernte: Ergebnisse teilen und Netzwerk fortführen

  • Sessiondokumentationen
  • Teilnehmende und gemeinsame Abschlusszeit

Session-Grid

ZeitslotRaum 1Raum 2Raum 3 / Online
10:00–10:45
11:00–11:45
  • 10:00–10:45: Erster Sessionblock
  • 11:00–11:45: Zweiter Sessionblock

Räume und Zeiten vorbereiten; Sessions erst mit den Pitches der Anwesenden eintragen.

THATCamp · Schedule Sessions

Rahmen: Teilgabe und Infrastruktur vorbereiten

Erwartetes Artefakt: BarCamp-Rahmen

Thema · Regeln · Räume · Slots · Zugänglichkeit

Eintrag:

...

  • Können Teilnehmende ohne Vorwissen eine Session vorschlagen und einen Raum finden?

Pitches: Community öffnen und Sessions pitchen

Erwartetes Artefakt: Sessionpool

Titel · Gastgeber · Format · Ziel

Eintrag:

...

  • Ist jeder Pitch konkret genug, damit andere ihre Teilnahme einschätzen können?

Programm: Session-Grid gemeinsam bauen

Erwartetes Artefakt: Session-Grid

Zeitslot × Raum · Titel · Gastgeber

Eintrag:

...

  • Sind stark überlappende Interessen und logistische Grenzen sichtbar aufgelöst?

Sessions: Sessions selbstorganisiert durchführen

Erwartetes Artefakt: Sessionergebnisse

Erkenntnisse · Fragen · Kontakte · Artefakte

Eintrag:

...

  • Ermöglicht das Format Austausch und einen respektvollen Wechsel zwischen Sessions?

Ernte: Ergebnisse teilen und Netzwerk fortführen

Erwartetes Artefakt: BarCamp-Ernte

Highlights · Links · Feedback · Follow-ups

Eintrag:

...

  • Sind Sessionergebnisse auffindbar, ohne vertrauliche Beiträge offenzulegen?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/barcamp/run-sheet

06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.

barcamp-beispiel.md

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives internes Barcamp „Lernen im Produkt“

Nach Begrüßung und Drei-Wort-Vorstellung pitchen 14 Personen neun Sessions. Interesse und Raumkapazität ergeben zwei Vormittagsblöcke.

10:00 Studio: „Kursstart ohne Hürden“, Workshop mit Jana. 10:00 Online: „Barrierefreie Videos“, Q&A mit Omid. 11:00 Bibliothek: „Metriken mit Sinn“, Diskussion mit Lea.

Jede Session veröffentlicht ein Highlight und einen Link. Das Team plant keine Aufgaben zentral; zwei Gastgeber verabreden freiwillige Folgetreffen.

07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf

  1. Teilgabe und Infrastruktur vorbereitenDas Programm ist faktisch vorab kuratiert und lässt kaum freie Slots.In der Phase ansehen
  2. Community öffnen und Sessions pitchenLange Vorträge während der Sessionplanung verbrauchen die gemeinsame Programmzeit.In der Phase ansehen
  3. Session-Grid gemeinsam bauenSessions werden nach Status der Gastgeber statt nach Interesse und Logistik platziert.In der Phase ansehen
  4. Sessions selbstorganisiert durchführenEin als Austausch angekündigter Slot wird zum langen Vortrag ohne Beteiligung.In der Phase ansehen
  5. Ergebnisse teilen und Netzwerk fortführenNach parallelen Sessions bleiben Erkenntnisse nur bei den jeweils Anwesenden.In der Phase ansehen
08

Abbruchkriterien

Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest

Wesentliche Sessions stehen bereits unveränderlich fest.
Teilnehmende dürfen weder anbieten noch zwischen Sessions wechseln.
Räume oder digitale Zugänge sind nicht nutzbar oder sicher.
Verhaltenskodex und Eskalationskontakt fehlen.
Sessionartefakte würden vertrauliche Inhalte ungeklärt veröffentlichen.

Methode nach BarCamp Community. BarCamp entstand als offenes Unconference-Format in der Web-Community. Kuratiert mit 2 Quellen.

Quellen: THATCamp · Schedule Sessions, barcamp.io · Sessionplanung

Ablauf, Timeboxen und Stolperfallen sind redaktionell kuratierte Praxisempfehlungen auf Basis der genannten Quellen.

Methodenanleitung durchgearbeitet?

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