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RunsheetBusiness Strategy

Three Horizons

KomplexitätMittel
ZeitHalbtags-Workshop, dann iterativ
Teilnehmende3-12
FormatWorkshop
ReifegradEstablished
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenBusiness Strategynicht im Katalog

Eine formulierte Unternehmens- oder Bereichsstrategie mit Mittel- und Langfristhorizont liegt vor, gegen die Initiativen eingeordnet werden können.

Ohne: Ohne Strategie-Anker werden Horizonte willkürlich besetzt, das Portfolio bleibt eine Wunschliste ohne Bezug zur Zukunft.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Workshop-Raum oder Board mit drei Horizont-Bahnen (H1, H2, H3); Initiativen-Karten (eine pro laufender oder geplanter Initiative); Bewertungsraster (Erlös, Ressourcen, Zeithorizont); Strategie-Dokument als Referenz; Portfolio-Übersicht aktueller Initiativen.

Personen / Rollen

Ein Facilitator (Strategie- oder Innovations-Verantwortlicher); Sponsor mit Portfolio-Mandat (CEO, CSO, Bereichsleitung); Vertreter aus Operations (für H1), Wachstum (für H2), Innovation/F&E (für H3); Finanzcontroller für Ressourcen-Sicht.

Vorabinfos

Strategie-Dokument oder Vision; aktuelle Initiativen-Liste mit Status, Erlös, Aufwand; Markttrends und Disruptions-Signale; Ressourcen-Lage (Personal, Budget); historische Innovations-Pipeline.

Zeitbedarf

Halbtags-Workshop (4 h), dann Quartals-Reviews

Setup

Drei Bahnen am Board: H1 (Kerngeschäft, 70% Ressourcen), H2 (Wachstum, 20%), H3 (Zukunft/Disruption, 10%). Initiativen-Karten vorbereitet. Bewertungskriterien sichtbar.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Wie verteilt sich das aktuelle Initiativen-Portfolio über die drei Horizonte, welche Ungleichgewichte zeigen sich, und welche Umschichtung sichert sowohl Heute als auch Morgen?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Horizont-Definitionen schärfen
30 minPro Horizont konkrete Definition fürs Unternehmen: H1 (heute reife, Cashflow-tragende Geschäftsfelder, 0-18 Monate), H2 (Wachstumsfelder, 18-36 Monate), H3 (Optionen mit Reife > 36 Monate). Schwellen und Metriken pro Horizont.Generische McKinsey-Definitionen passen oft nicht. Wer „H1 = Kern“ stehen lässt, kann später nicht abgrenzen. Konkrete Cashflow-, Reife- oder Markt-Schwellen sind Pflicht.
2Phase 2: Initiativen zuordnen
45-60 minJede laufende und geplante Initiative auf einer Karte. Karten den Horizonten zuordnen, anhand Reife, Erlös und Zeithorizont. Streit-Fälle markieren und Sponsor entscheidet.Versuchung ist groß, ambitionierte Initiativen in H1 zu drücken (wirkt sicherer). Wenn eine Initiative kein heutiges Geld bringt, gehört sie nicht in H1.
3Phase 3: Ressourcen-Verteilung sichtbar machen
30-45 minPro Horizont aktuelle Ressourcen (FTE, Budget, Management-Zeit) zusammenrechnen. Vergleich mit Soll-Verteilung (z. B. 70/20/10). Ungleichgewichte benennen.Häufig zeigt sich: H1 frisst 95%, H3 hat 0%. Das ist kein Versagen, sondern Befund. Frage ist, ob das absichtlich oder nur Trägheit ist.
4Phase 4: Übergänge und Pipeline
30 minPro Horizont identifizieren: welche Initiative ist auf dem Weg in den nächsten Horizont (H3 -> H2 -> H1)? Pipeline visualisieren. Lücken in der Pipeline benennen.Wenn niemand auf dem Weg von H3 nach H2 ist, hat das Unternehmen in 3 Jahren keine neuen Wachstumsfelder. Das ist eine strategische Warnung.
5Phase 5: Entscheidungen und Umschichtung
45-60 minKonkrete Umschichtungs-Entscheidungen: welche Initiative wird beendet (H1-Sunset), welche wird verstärkt (H2-Skalierung), welche Option wird neu eingeführt (H3-Seed). Pro Entscheidung Owner und Quartals-Review.Three Horizons ohne Konsequenz ist Beratungs-Folie. Mindestens drei Entscheidungen mit Ressourcen-Bewegung. Sponsor signiert.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Portfolio-Übersicht mit Horizont-Zuordnung, Ressourcen-Heatmap (Soll vs. Ist pro Horizont), Pipeline-Diagramm mit Übergängen, Entscheidungsliste mit Owner und Review-Datum, plus Definitionen der Horizonte für das Unternehmen.

Versionierung / Ownership

Pro Quartals-Review neuer Snapshot mit Datum. Entscheidungen versioniert getrackt. Vorquartal nicht überschreiben, sondern Delta dokumentieren. Pipeline-Bewegungen als sichtbarer Verlauf.

Tool-Alternativen
  • Miro oder Mural mit Three-Horizons-Template
  • Notion- oder Confluence-Strategy-Space
  • Tableau- oder PowerBI-Dashboard für Ressourcen-Heatmap
  • Excel-Sheet mit Pivot-Tabellen für Portfolio-Sicht

three-horizons-working-template.md

Kompakte Arbeitsvorlage für Three Horizons mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

Three Horizons Canvas

Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

Arbeitsfläche

  • Bereich 1:
  • Bereich 2:
  • Bereich 3:
  • Beziehungen / Muster:

Ergebnisartefakte

  • Horizon-Map:
  • Portfolio-Sicht:
  • Initiativen je Horizont:
  • Ressourcenplan:

Offene Fragen

  • ...

Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.

06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

three-horizons-beispiel.md

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Three Horizons — Portfolio Q2-2026, Industrieunternehmen Süd (18.05.2026)

Horizont-Definitionen (Unternehmens-spezifisch):

  • H1: Geschäftsfelder mit EBIT-Marge > 8%, etablierte Märkte, Reife > 5 Jahre.
  • H2: Wachstumsfelder, EBIT-Marge negativ bis 5%, Skalierungspfad in 18-36 Monaten.
  • H3: Optionen mit Marktstart > 36 Monate, Reife < 18 Monate, Discovery-Phase.

Zuordnung 38 Initiativen:

  • H1 (29 Initiativen, 82% Ressourcen): Standardprodukte A-E, Service-Geschäft, Wartungsverträge.
  • H2 (7 Initiativen, 15% Ressourcen): Subscription-Modell Produkt B, Märkte Osteuropa, IoT-Add-on.
  • H3 (2 Initiativen, 3% Ressourcen): Material-Recycling-Pilotanlage, Wasserstoff-Vorhaben.

Soll-Verteilung: 65/25/10. Ist: 82/15/3. Ungleichgewicht: H2 und H3 unterressourciert.

Pipeline-Bewegungen:

  • Auf dem Weg H3 -> H2: keine. Warnung.
  • Auf dem Weg H2 -> H1: Subscription-Modell Produkt B (Übergang 2027).

Entscheidungen (Sponsor @sabine, CEO):

  1. Sunset Produkt D (H1) bis 2027-Q4, Ressourcen frei für H2. Owner @marcus.
  2. H2-Initiative „IoT-Add-on“ verdoppeln: 2 auf 4 Teams. Owner @lisa.
  3. Neuer H3-Seed „Kreislauf-Plattform“ starten, 1 FTE plus 200k EUR Budget. Owner @anna.
  4. Quartals-Review Q3 am 15.09.2026.
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Horizonte generisch übernommen

Symptom

Definitionen aus Lehrbuch („H1 = Kern“) reichen nicht zur Initiative-Zuordnung.

Was tun

Unternehmens-spezifische Schwellen (Cashflow, Marge, Reife). Vor Phase 2 prüfen: kann jede Initiative eindeutig zugeordnet werden?

Falle

H1 frisst H3

Symptom

Alle ambitionierten Initiativen werden in H1 reingedrückt, weil sie schnell Erlös versprechen.

Was tun

Strenge Cashflow-Definition für H1. Wenn Initiative kein heutiges Geld bringt, gehört sie in H2 oder H3, egal wie viel sie verspricht.

Falle

H3 ohne Ressourcen

Symptom

H3 hat 0% Ressourcen, niemand arbeitet an Zukunft, Pipeline trocknet aus.

Was tun

Mindest-Ressourcen-Floor für H3 vereinbaren (z. B. 5%). Floor durch Quartals-Review schützen. Wenn Floor regelmäßig verletzt, eskaliert Owner an Sponsor.

Falle

Workshop ohne Konsequenz

Symptom

Schöne Heatmap entsteht, drei Wochen später ist Portfolio unverändert.

Was tun

Pflicht: mindestens 3 Umschichtungs-Entscheidungen mit Owner und Ressourcen-Bewegung. Quartals-Review prüft Umsetzung. Ohne Quartals-Review keine Three-Horizons-Praxis.

Falle

Falsche Personen am Tisch

Symptom

Nur Operations-Vertreter, kein Innovations- oder F&E-Stimme, H3 wird unterbewertet.

Was tun

Pflicht-Besetzung: H1-Stimme (Operations), H2-Stimme (Wachstum), H3-Stimme (Innovation/F&E), Finanzcontroller. Wer fehlt, blockiert seine Horizont-Sicht.

Falle

Pipeline unbeachtet

Symptom

Workshop fokussiert nur auf aktuelle Zuordnung, Übergänge zwischen Horizonten werden nicht modelliert.

Was tun

Phase 4 strikt einhalten. Pipeline-Visualisierung als zweites Artefakt. Lücken in der Pipeline sind die wertvollsten Befunde.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Keine Unternehmens- oder Bereichsstrategie verfügbar, Horizont-Definitionen wären beliebig.
Sponsor hat kein Portfolio-Mandat, Umschichtungs-Entscheidungen wären folgenlos.
Initiativen-Liste fehlt oder ist nicht aktuell, Zuordnung wäre Spekulation.
Unternehmen ist in akuter Krise (H1-Survival), H3-Diskussion wäre Ablenkung.
Reine Operative-Backlog-Frage, nicht Portfolio-Frage.
Quartals-Review-Cadence nicht etablierbar, Methode bleibt einmaliger Workshop ohne Praxis.

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