Teams haben Klarheit über eigene Verantwortungen und Services, idealerweise dokumentiert in Team-API-Form.
Team Topologies Interaction Modes
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Whiteboard oder Miro-Board mit Heat-Map-Vorlage (Team-Liste vertikal und horizontal, Zellen für Interaktionsmodi); Definitionen der drei Modi mit Beispielen; Liste aktueller Schnittstellen-Probleme; Stifte mit drei Farben für die Modi.
Ein Facilitator mit Team-Topologies-Erfahrung; Team-Leads aller beteiligten Teams; Architektur-Lead oder Engineering-Director als Sponsor; Scribe für Vereinbarungen.
Team-Liste mit Hauptverantwortungen (Stream-Aligned, Platform, Enabling, Complicated-Subsystem); aktuelle Schnittstellen-Beziehungen; bekannte Reibungen oder Eskalationen; geplante Plattform-Initiativen.
Half day (4 h)
Heat-Map mit Teams in Zeilen und Spalten. Farben pro Modus: Blau=Collaboration (intensiv, temporär), Grün=X-as-a-Service (klar definierter Service, dauerhaft), Gelb=Facilitating (Coaching, Enabling). Definitionen sichtbar.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welcher Interaktionsmodus passt pro Team-Paar, und wie vereinbaren wir die Modi verbindlich, um Schnittstellen-Reibung zu reduzieren?
Ablauf
Marker: Phase
| Schritt | Dauer | Aktion | Hinweis |
|---|---|---|---|
1Phase 1: Modi mit Beispielen einführen | 20 min | Drei Modi erklären. Collaboration: zwei Teams arbeiten temporär eng zusammen (z. B. neues Feature, Architekturwechsel). X-as-a-Service: ein Team konsumiert klar definierten Service eines anderen. Facilitating: Enabling-Team unterstützt Stream-Aligned-Team durch Coaching, dauerhaft begrenzt. | Wenn Modi nicht klar werden, wählen Teilnehmer falsch. Konkrete eigene Beispiele bringen, nicht abstrakte Theorie. |
2Phase 2: Aktuelle Interaktion mappen | 60-90 min | Pro Team-Paar aktuellen Ist-Zustand markieren. Welcher Modus läuft heute. Wenn unklar, kennzeichnen. Reibungspunkte mit roter Notiz markieren. | Ehrlich beschreiben, was läuft, nicht was idealerweise sein sollte. Mismatch zwischen Soll und Ist ist häufiger Reibungsgrund. |
3Phase 3: Soll-Modi diskutieren | 60-90 min | Pro Team-Paar Soll-Modus festlegen. Begründung diskutieren. Bei Wechsel zwischen Ist und Soll Übergangs-Plan andenken (z. B. Collaboration -> X-as-a-Service durch Service-Aufbau). | Mischformen vermeiden. Pro Paar genau ein Modus. Wer sagt „mal Collaboration, mal Service“, hat Modus nicht verstanden. Bewusste Wahl ist Kern. |
4Phase 4: Vereinbarungen und Heat-Map | 30-45 min | Heat-Map mit Soll-Modi fertigstellen. Pro Paar Vereinbarung dokumentieren (was bedeutet der Modus konkret, welche Kommunikationswege, SLA). Übergangs-Plan bei Wechseln. | Heat-Map ohne Vereinbarungen ist Diagramm. Pro Paar konkrete Vereinbarung mit Beispiel-Workflow. Vereinbarung sollte 1-2 Sätze sein, nicht abstrakte Definition. |
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Heat-Map mit allen Team-Paaren und Modi (farbig); Tabellen-Liste mit Paaren, Modus, Vereinbarung, Übergangs-Plan, Owner. Verlinkt mit Team-API-Seiten der beteiligten Teams. Engineering-Org-Übersicht sichtbar.
Halbjährlich oder bei Org-Wechsel neu. Modus-Wechsel mit Datum und Begründung. Übergangs-Phasen sichtbar machen (z. B. „Q3: Collaboration, Q4: X-as-a-Service angestrebt“). Vorversion archivieren.
- Miro oder FigJam mit Interaction-Modes-Template
- Lucidchart mit Heat-Map-Vorlage
- Confluence-Seite mit eingebetteter Matrix
- Notion-Datenbank mit Properties Modus/Vereinbarung
- Spezialtool wie Plandek mit Topology-Features
team-topologies-interaction-modes-working-template.md
Kompakte Arbeitsvorlage für Team Topologies Interaction Modes mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.
Team Topologies Interaction Modes Canvas
Kontext
Wofür wird die Methode eingesetzt?
Kernfrage
Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?
Input
Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?
Arbeitsfläche
- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:
Ergebnisartefakte
- Interaction-Heat-Map:
- Vereinbarungen pro Paar:
Offene Fragen
- ...
Nächster Schritt
Owner, Datum, Erfolgssignal.
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
team-topologies-interaction-modes-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Team Topologies Interaction Modes - Engineering-Org, 2026-05-18
Sponsor: @julia (CTO). Teilnehmer: 8 Team-Leads, Architecture Lead.
Teams
- Stream-Aligned: Product A, Product B, Product C
- Platform: Identity, Data Platform, Infrastructure
- Enabling: DevEx, Security Coaches
- Complicated-Subsystem: KI-Plattform
Heat-Map-Auszug
| Team-Paar | Aktuell | Soll | Vereinbarung |
|---|---|---|---|
| Product A <-> Identity | Collaboration (chaotisch) | X-as-a-Service | Identity bietet Auth-API mit SLA, Product A konsumiert ohne direkten Kontakt. |
| Product A <-> DevEx | Facilitating | Facilitating | DevEx-Coach unterstützt Product A bei Tooling-Migration, dauerhaft 0,5 FTE für 2 Quartale. |
| Product B <-> Data Platform | Collaboration | Collaboration (Q3) -> X-as-a-Service (Q4) | Bis Q3 enge Zusammenarbeit für Data-Pipeline-Aufbau, ab Q4 Self-Service. |
| Product B <-> KI-Plattform | Collaboration | X-as-a-Service | KI-Plattform bietet inference-API, Product B integriert ohne direkte Modell-Diskussion. |
| Identity <-> Infrastructure | X-as-a-Service | X-as-a-Service | Infrastructure stellt Kubernetes-Cluster mit klarem SLA. |
| Security Coaches <-> alle | Facilitating | Facilitating | Sicherheits-Reviews on-demand, max 2 Tage pro Team pro Quartal. |
Reibungspunkte vorher
- Product A <-> Identity: jedes neue Feature brauchte Slack-DM-Diskussionen mit Identity-Engineers (Collaboration ohne SLA). Lösung: Auth-API-Doku verbessert, SLA fest, kein Direct-Engineer-Kontakt mehr nötig.
- Product B <-> Data Platform: Erwartung Service-Bereitstellung, aber Plattform noch im Aufbau. Lösung: Übergangs-Plan mit klarem Q4-Stichtag für Service-Mode.
Übergangs-Vereinbarungen
- Q3 -> Q4: Product B <-> Data Platform wechselt zu X-as-a-Service. Voraussetzung: Self-Service-Doku, API-Stabilität, SLA-Definition durch Data Platform bis Ende Q3.
Nächste Review: 2026-11-18 (Halbjahr).
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Mischformen pro Paar
Team-Paar wird mit „Collaboration und X-as-a-Service je nach Thema“ markiert, Modus ist unklar.
Pro Paar genau ein Modus. Bei Wunsch nach Mischung Paar in zwei Sub-Bereiche teilen (z. B. „Feature-Bau: Collaboration, Maintenance: Service“). Klarheit erzwingen.
Wunschdenken statt Ist-Zustand
Heat-Map zeigt Soll-Zustand als Ist, Reibungen werden nicht sichtbar.
Phase 2 ist Ist-Mapping. Ehrlich beschreiben, was läuft. Soll kommt in Phase 3. Mismatch zwischen Ist und Soll ist Ausgangspunkt für Aktionen.
Übergänge ohne Plan
Wechsel von Collaboration zu X-as-a-Service wird beschlossen, aber Voraussetzungen (Service-Aufbau, Doku, SLA) fehlen.
Übergangs-Plan mit Voraussetzungen und Stichtagen. „X wird Service ab Q4“ ohne Vorarbeit ist Wunsch. Vorbereitung muss explizit sein.
Enabling-Teams werden Operations
Enabling-Team (z. B. DevEx) wird dauerhaft in Produkt-Teams eingebettet, verliert Coaching-Charakter.
Facilitating ist zeitlich begrenzt. Enabling-Engagement mit Start- und End-Datum, max 2 Quartale. Bei Verlängerung explizite Re-Vereinbarung.
Heat-Map ohne Folge-Aktionen
Diagramm wird gebaut, hängt im Wiki, niemand setzt Modus-Wechsel um.
Pro Paar mit Modus-Wechsel Owner und Frist. Halbjährliche Review-Cadence. Workshop endet mit konkretem Aktionsplan, nicht mit Diagramm allein.
Abbruchkriterien
Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar
Runsheet durchgearbeitet?
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