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MethodenanleitungSystems Thinking

Rich Picture

Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.

KomplexitätNiedrig
Zeit30-90 min
Teilnehmende2-10
FormatWorkshop
ReifegradEstablished
Planung vorbereiten
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenKlare Abgrenzung

Komplexe oder mehrdeutige Situation, in der Beteiligte verschiedene Wahrnehmungen haben und zunächst gemeinsames Verstehen nötig ist.

Ohne Grenze werden Daten, Perspektiven oder Abläufe vermischt.
Vorher abschließenZugang zu Belegen

Relevante Personen und Quellen können einbezogen werden.

Lücken bleiben sichtbar; fehlende Evidenz darf nicht erfunden werden.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Gemeinsame Arbeitsfläche, zugängliche Quellen und Notiz für Entscheidungen.

Personen / Rollen

Beteiligte Perspektiven · Facilitator · Scribe

Vorabinfos

Frage, Zeitraum, Datenzugriff, beteiligte Rollen und bekannte Unsicherheiten vorab klären.

Zeitbedarf

60–120 Minuten für gemeinsames Erkunden; nötige Perspektiven können mehrere Treffen erfordern.

Setup

Eine gemeinsame Version anlegen. Fakten, Annahmen und Entscheidung getrennt kennzeichnen.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Elemente und unterschiedlichen Sichtweisen prägen die Situation, bevor wir sie vorschnell ordnen?

04

Ablauf

Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle

Rich Picture macht eine unklare Situation sichtbar, indem Fakten, Perspektiven, Beziehungen, Konflikte und offene Fragen gemeinsam dargestellt werden. Die Darstellung unterstützt einen begründeten nächsten Schritt, ohne eine Systemannahme vorzugeben.

Mehrperspektivisches Situationsbild und offene Fragen

Fiktives Lehrbeispiel

Erkunde eine unklare Situation visuell, indem du Fakten, Perspektiven, Beziehungen, Konflikte und offene Fragen nebeneinander darstellst.

Elemente

Beschreibe die offene Frage und wen/was sie betrifft.

Warteschlange, Selbstverbuchungsgerät, Beratung, Rückgabeautomat, fehlende Bücher.

Stimmen

Zeichne Elemente, Stimmen, Orte und harte wie weiche Hinweise.

Fiktiv: Studierende wollen schnell ausleihen; Mitarbeitende sehen mehr Beratungsbedarf als Kapazität.

Spannungen

Markiere Konflikte, Beziehungen und Zweifel als Perspektive.

Tempo der Selbstbedienung ↔ persönliche Hilfe; Aussagen stammen aus erfundenem Workshop.

Offene Fragen

Sammle Überraschungen und nächste Fragen ohne Lösungsvorgabe.

Welche Ausfälle verlängern Warteschlangen? Welche Fälle brauchen persönliche Beratung?

Fiktive Stadtbibliothek: Bild zeigt lange Warteschlange, Studierende mit knapper Zeit, Bibliotheksmitarbeitende zwischen Ausleihe und Beratung, ein fehlerhaftes Selbstverbuchungsgerät und die offene Frage nach fehlenden Büchern. Sprechblasen markieren widersprüchliche Sichtweisen; Pfeile nur, wenn Beteiligte einen Zusammenhang vermuten.

Rich pictures · Open University OpenLearn

  1. 1

    Situation

    Situation und Zweck öffnen

    Ziel

    Bleibt der Blick offen statt auf Lösung verengt?

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Offene Situation, räumlicher oder zeitlicher Rahmen

    Durchführung

    • Frage offen stellen; Grenzen und beteiligte Perspektiven sichtbar machen, ohne Systemannahmen vorzugeben.
    • Bleibt der Blick offen statt auf Lösung verengt?

    Ergebnis

    Offene Situationsgrenze mit Beteiligten

    Offene Situationsgrenze mit Beteiligten

    Qualitätscheck

    Bleibt der Blick offen statt auf Lösung verengt?

    Stolperfalle

    Bild wird vorschnell formalisiert Perspektiven erst sammeln, bevor Grenzen und Ursachen festgelegt werden.

    Zeitlicher Rahmen: Teil des vereinbarten Arbeitsblocks; Recherche ggf. separat.

  2. 2

    Perspektiven

    Elemente und Stimmen darstellen

    Ziel

    Sind subjektive Aussagen als Perspektiven markiert?

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Stimmen, Rollen, Orte, Dinge und Beobachtungen

    Durchführung

    • Zeichne Personen, Orte, Abläufe, Artefakte, Gefühle und Konflikte; beschrifte Sichtweisen.
    • Sind subjektive Aussagen als Perspektiven markiert?

    Ergebnis

    Mehrperspektivisches Situationsbild

    Mehrperspektivisches Situationsbild

    Qualitätscheck

    Sind subjektive Aussagen als Perspektiven markiert?

    Stolperfalle

    Eine Stimme dominiert das Bild Jede beteiligte Gruppe ergänzen lassen und abweichende Sichtweisen sichtbar halten.

    Zeitlicher Rahmen: Teil des vereinbarten Arbeitsblocks; Recherche ggf. separat.

  3. 3

    Beziehungen

    Beziehungen vorsichtig erkunden

    Ziel

    Sind vermutete Kausalitäten kenntlich statt als Fakt gezeichnet?

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Interaktionen, Spannungen und strittige Verbindungen

    Durchführung

    • Zeige explizite Interaktionen und Spannungen; markiere umstrittene oder vermutete Verbindungen.
    • Sind vermutete Kausalitäten kenntlich statt als Fakt gezeichnet?

    Ergebnis

    Sichtbare Spannungen und vermutete Beziehungen

    Sichtbare Spannungen und vermutete Beziehungen

    Qualitätscheck

    Sind vermutete Kausalitäten kenntlich statt als Fakt gezeichnet?

    Stolperfalle

    Gefühle als objektive Daten gelesen Aussage der Person oder Gruppe zuordnen und Unsicherheit kennzeichnen.

    Zeitlicher Rahmen: Teil des vereinbarten Arbeitsblocks; Recherche ggf. separat.

  4. 4

    Erkundung

    Fragen für weitere Untersuchung wählen

    Ziel

    Erkennen sich verschiedene Beteiligte wieder?

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Gemeinsame Rückschau und offene Fragen

    Durchführung

    • Lies die Zeichnung mit Beteiligten; markiere Überraschungen, Lücken und nächste Erkundung.
    • Erkennen sich verschiedene Beteiligte wieder?

    Ergebnis

    Offene Erkundungsfragen

    Offene Erkundungsfragen

    Qualitätscheck

    Erkennen sich verschiedene Beteiligte wieder?

    Stolperfalle

    Beteiligte fehlen aus der Darstellung Auch Beobachtende und eigene Interessen der Gruppe im Bild verorten.

    Zeitlicher Rahmen: Teil des vereinbarten Arbeitsblocks; Recherche ggf. separat.

05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Skizze: so sieht das Artefakt aus

Rich Picture · informelle SystemskizzeRollen, Konflikte, Flüsse, Artefakte und offene Fragen bewusst nicht-formal sichtbar machen
Rich PictureDas Visual zeigt eine informelle Systemskizze mit Rollen, Flüssen, Konflikt, Workaround und offenen Fragen.Ein unordentliches System besprechbar machenDie Skizze sammelt Symbole, Spannungen und Beziehungen, ohne das System vorschnell zu formalisieren.AnfragenTicketsReportingZielkonfliktKundenErwartungSupportDruckSystemTicketflussManagementZieleKonfliktWorkaround?
Form

Versioniertes Ergebnis mit Frage, Evidenz, offenen Punkten, nächster Maßnahme, Verantwortung und Reviewtermin.

Versionierung / Ownership

Datum, Geltungsbereich, Quellen und Änderungen festhalten. Frühere Beobachtungen erhalten.

Tool-Alternativen
  • Whiteboard oder Papier
  • Gemeinsame Tabelle
  • Projektablage mit Versionshistorie

rich-picture-working-template.md

Bereite Rich Picture mit klarer Frage, Rollen und Quellen vor.

Rich Picture: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Vollständigen Ablauf planen Zeit: Nach Umfang und verfügbaren Belegen festlegen

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Gemeinsame Arbeitsfläche, zugängliche Quellen und Notiz für Entscheidungen.
  • Rollen: Beteiligte Perspektiven · Facilitator · Scribe
  • Vorab-Infos: Frage, Zeitraum, Datenzugriff, beteiligte Rollen und bekannte Unsicherheiten vorab klären.
  • Gesamter Zeitbedarf: 60–120 Minuten für gemeinsames Erkunden; nötige Perspektiven können mehrere Treffen erfordern.
  • Setup: Eine gemeinsame Version anlegen. Fakten, Annahmen und Entscheidung getrennt kennzeichnen.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Situation: Situation und Zweck öffnen

  • Offene Situation, räumlicher oder zeitlicher Rahmen

Perspektiven: Elemente und Stimmen darstellen

  • Stimmen, Rollen, Orte, Dinge und Beobachtungen

Beziehungen: Beziehungen vorsichtig erkunden

  • Interaktionen, Spannungen und strittige Verbindungen

Erkundung: Fragen für weitere Untersuchung wählen

  • Gemeinsame Rückschau und offene Fragen

Mehrperspektivisches Situationsbild und offene Fragen

Elemente

Beschreibe die offene Frage und wen/was sie betrifft.

...

Stimmen

Zeichne Elemente, Stimmen, Orte und harte wie weiche Hinweise.

...

Spannungen

Markiere Konflikte, Beziehungen und Zweifel als Perspektive.

...

Offene Fragen

Sammle Überraschungen und nächste Fragen ohne Lösungsvorgabe.

...

Leere Vorlage: beginne mit einer abgegrenzten Frage. Trage nur erhobene Fakten ein, markiere Annahmen und halte offene Fragen sowie Quellen fest.

Rich pictures · Open University OpenLearn

Situation: Situation und Zweck öffnen

Erwartetes Artefakt: Offene Situationsgrenze mit Beteiligten

Offene Situationsgrenze mit Beteiligten

Eintrag:

...

  • Bleibt der Blick offen statt auf Lösung verengt?

Perspektiven: Elemente und Stimmen darstellen

Erwartetes Artefakt: Mehrperspektivisches Situationsbild

Mehrperspektivisches Situationsbild

Eintrag:

...

  • Sind subjektive Aussagen als Perspektiven markiert?

Beziehungen: Beziehungen vorsichtig erkunden

Erwartetes Artefakt: Sichtbare Spannungen und vermutete Beziehungen

Sichtbare Spannungen und vermutete Beziehungen

Eintrag:

...

  • Sind vermutete Kausalitäten kenntlich statt als Fakt gezeichnet?

Erkundung: Fragen für weitere Untersuchung wählen

Erwartetes Artefakt: Offene Erkundungsfragen

Offene Erkundungsfragen

Eintrag:

...

  • Erkennen sich verschiedene Beteiligte wieder?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/rich-picture/run-sheet

06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.

rich-picture-beispiel.md

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Lehrbeispiel

Fiktive Stadtbibliothek: Bild zeigt lange Warteschlange, Studierende mit knapper Zeit, Bibliotheksmitarbeitende zwischen Ausleihe und Beratung, ein fehlerhaftes Selbstverbuchungsgerät und die offene Frage nach fehlenden Büchern. Sprechblasen markieren widersprüchliche Sichtweisen; Pfeile nur, wenn Beteiligte einen Zusammenhang vermuten.

Alle Namen und Werte sind erfunden und dienen nur der Illustration. Offene Erklärungen bleiben als Fragen markiert.

07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf

  1. Situation und Zweck öffnenBild wird vorschnell formalisiertIn der Phase ansehen
  2. Elemente und Stimmen darstellenEine Stimme dominiert das BildIn der Phase ansehen
  3. Beziehungen vorsichtig erkundenGefühle als objektive Daten gelesenIn der Phase ansehen
  4. Fragen für weitere Untersuchung wählenBeteiligte fehlen aus der DarstellungIn der Phase ansehen
08

Abbruchkriterien

Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest

Die Frage oder Grenze bleibt mehrdeutig: zuerst eingrenzen.
Zentrale Daten oder Beteiligte fehlen: Lücke kennzeichnen und Zugriff klären.
Die Gruppe vermischt Beobachtung und Erklärung: Belege erneut prüfen.
Eine unmittelbare Sicherheits- oder Betriebsgefahr entsteht: Arbeit stoppen und zuständige Verfahren nutzen.

Methode nach Systems Thinking Community. Die Methode stammt aus Systemdenken, System Dynamics oder angrenzender Organisationspraxis. Kuratiert mit 1 Quellen.

Quellen: Rich pictures · Open University OpenLearn

Ablauf, Timeboxen und Stolperfallen sind redaktionell kuratierte Praxisempfehlungen auf Basis der genannten Quellen.

Methodenanleitung durchgearbeitet?

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