methodatlas
Run SheetInnovationIdeation

Design Charrette

KomplexitätMedium
ZeitHalber Tag bis mehrere Tage
Teilnehmende10-50
FormatWorkshop
MaturityEstablished
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenStakeholder Mapping

Eine Liste der relevanten Stakeholder pro Teilfrage liegt vor, sodass jede Kleingruppe ausgewogen besetzt werden kann.

Ohne: Ohne diese Liste sind einzelne Gruppen einseitig besetzt und liefern Lösungen, die andere Stakeholder später blockieren.
Vorher abschließenProblem Framing Workshop

Eine gerahmte Challenge mit klaren Teilfragen oder Sub-Themen ist vorbereitet, an denen parallele Gruppen arbeiten können.

Ohne: Ohne saubere Teilfragen entstehen unverbundene Inselresultate, die in der Schlussintegration nicht zusammenpassen.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Raum mit Stationen pro Teilfrage (Tisch, Wand, Flipchart, Stifte, Stickies, Skizzenpapier); zentrale Integrationswand; Timer; Templates pro Station; Kamera für Snapshots; Verpflegung.

Personen / Rollen

Ein Gesamt-Facilitator; ein Sub-Facilitator pro Station; ein Decider oder Sponsor mit Entscheidungsbefugnis für die Schlussintegration; 10-50 Teilnehmende; ein Dokumentar für Foto- und Notiz-Export.

Vorabinfos

Gerahmte Challenge mit Teilfragen; Stakeholder-Mapping; Background-Reader (max. 2 Seiten); bekannte Constraints (Budget, Regulatorik, Technologie); Definition Done für Workshop-Output.

Zeitbedarf

Halber Tag (4 h) bis 3 Tage

Setup

Stationen physisch oder im Board getrennt. Pro Station Template mit Teilfrage, Constraints, leeren Feldern für Skizzen, Annahmen, Risiken. Rotationsplan sichtbar. Schlussintegrationswand vorbereitet.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Lösungsskizze entsteht, wenn mehrere Stakeholder parallel an Teilfragen einer komplexen Challenge arbeiten und ihre Ergebnisse in einem Tag zusammengeführt werden?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Plenum und Briefing
30-45 minChallenge, Teilfragen und Constraints vorstellen. Stations-Übersicht erläutern. Gruppen zuweisen (jede Person eine Startstation). Rotationsregeln klären.Wenn schon im Briefing Fragen zur Challenge laut werden, Briefing verlängern, nicht in Stationen starten. Unklare Challenge multipliziert sich später durch alle Gruppen.
2Phase 2: Erste Stations-Runde
60-90 minGruppen arbeiten an Teilfrage: Annahmen, Lösungsskizzen, Risiken. Sub-Facilitator hält Template-Sektionen ein. Am Ende Zwischenstand auf Flipchart.Wenn eine Gruppe nach 30 min in Diskussion festhängt, Sub-Facilitator zwingt zur ersten Skizze. Lösungsskizzen reichen grob, Konvergenz kommt später.
3Phase 3: Rotation und Cross-Critique
60-90 minRotation: 30-50% jeder Gruppe wechselt zu Nachbarstation. Sub-Facilitator bleibt, neue Teilnehmende ergänzen, hinterfragen, schärfen. Mindestens zwei Rotationen.Rotation muss erzwungen werden, freiwillig wechselt niemand. Wer zweimal an derselben Station bleibt, kennt nur einen Teilbereich und blockiert die Schlussintegration.
4Phase 4: Stations-Synthese
30-45 minJede Station synthetisiert ihre Lösung in einem 3-Frame-Format: Was, Warum, Risiken. Pro Station 3-min-Pitch im Plenum. Andere Stationen geben strukturiertes Feedback.Pitches strikt time-boxen. Wer länger redet, raubt der Integration Zeit. Feedback nur in Format „I like / I wish / What if“, kein freies Diskutieren.
5Phase 5: Integration und Direction
45-60 minDecider und Facilitator führen Lösungsskizzen an Integrationswand zusammen. Konflikte explizit benennen. Direction entscheiden, offene Punkte als Followup mit Owner notieren.Ohne Decider scheitert Phase 5. Wenn Sponsor abwesend, Direction nur als Vorschlag mit Entscheidungstermin festhalten, nicht als beschlossen verkaufen.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Synthese-Dokument mit Challenge, Teilfragen, Lösungsskizze pro Station (Foto plus Text), Integrationsskizze, Konsens-Direction, offene Konflikte, Followups mit Owner und Datum.

Tool-Alternativen
  • Physische Stationen mit Flipcharts und Foto-Export
  • Miro mit Stations-Frames und Integration-Frame
  • FigJam mit Templates pro Teilfrage
  • Notion oder Confluence für Synthese-Dokument
Versionierung / Ownership

Datum, Sponsor und Teilnehmerliste im Header. Stations-Outputs als Anhänge, nicht überschreiben. Nachfolge-Charrettes bekommen eigenen Eintrag mit Verweis auf Delta zur Vorversion.

markdown

Design Charrette Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Design Charrette mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Design Charrette Arbeitsvorlage

## Ziel

Intensiver, time-boxed Workshop, der größere Gruppen in parallele Arbeitsstränge aufteilt.

## Kontext

Wann und wofür nutzen wir diese Methode?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?

## Durchführung

Kurze Notizen entlang des Run Sheets.

## Ergebnisartefakte
- Skizzen und Konzepte:
- Konsolidierte Lösungsskizze:
- Priorisierte Direction:

## Annahmen und offene Fragen

- ...

## Entscheidung / Nächster Schritt

Owner, Datum und Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

design-charrette-beispiel.md
markdown
## Design Charrette — Neugestaltung Quartiersplatz Nordstadt (18.05.2026, 9-17 Uhr)

**Teilnehmer**: 28 Personen (Anwohner, Stadtplanung, Handel, Mobilität, Soziales, Verwaltung).

**Teilfragen / Stationen**:
1. Aufenthaltsqualität tagsüber
2. Mobilität und Anlieferung
3. Abend- und Nachtnutzung (Sicherheit)
4. Wasser und Klimaanpassung
5. Handel und Gastronomie

**Synthese pro Station** (Auszug):
- Station 1: Schatten durch 12 neue Bäume, mobile Sitzelemente, Wasserspiel. Risiko: Pflegekosten.
- Station 3: Beleuchtung mit Adaptive Dimming, Sichtachsen freihalten. Konflikt mit Station 1 (Bäume blockieren Achsen).

**Integrations-Direction (Decider: @sabine, Bauamtsleitung)**:
Baumcluster im Nordteil, freie Sichtachse Süd-Nord. Wasserspiel im Zentrum. Pop-up-Gastronomie an Westseite. Pilot über 12 Monate, dann Review.

**Followups**: Verkehrsgutachten (Owner @marcus, bis 30.06.), Pflegekonzept (Owner @lisa, bis 15.06.), Anwohner-Befragung Abend (Owner @anna, bis 30.05.).
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Stationen ohne Rotation

Symptom

Gruppen bleiben drei Stunden an einer Station, Cross-Pollination findet nicht statt.

Was tun

Rotation als Hard Rule mit Timer ankündigen. Sub-Facilitator winkt aktiv ab. Mindestens zwei Rotationen pro Station, sonst entstehen Insellösungen.

Falle

Decider nicht anwesend

Symptom

Phase 5 endet mit Empfehlungsliste, keine Direction entschieden.

Was tun

Charrette nur ansetzen, wenn Decider verbindlich zugesagt hat. Ersatz-Decider mit gleicher Autorität vorab benennen. Sonst Workshop in Vorbereitungs-Charrette umdeuten.

Falle

Teilfragen überlappen oder konkurrieren

Symptom

Zwei Stationen liefern widersprüchliche Lösungen, niemand kann beide integrieren.

Was tun

Teilfragen vor dem Workshop auf Disjunktheit prüfen. Wenn doch Konflikt auftaucht, in Phase 5 explizit als Konflikt benennen, Decider entscheidet.

Falle

Zu viele Stakeholder pro Station

Symptom

Stationen mit 12+ Personen, Lautstärke und Hierarchie verhindern Skizzen.

Was tun

Maximalgröße pro Station 6-8 Personen. Bei Überlauf weitere Station öffnen oder Teilfrage splitten. Klare Aufteilung schon im Briefing.

Falle

Briefing zu kurz

Symptom

In Phase 2 stellen mehrere Gruppen dieselben Verständnisfragen zur Challenge.

Was tun

Mindestens 30 min Briefing mit Q&A einplanen. Background-Reader vorab versenden und Lesepflicht kommunizieren. Wer ungebrieft kommt, wird in Phase 1 nachgeholt.

Falle

Keine Schlussintegration

Symptom

Workshop endet mit Stationsergebnissen, niemand führt sie zusammen, Teilnehmer fahren nach Hause.

Was tun

Phase 5 als feste Zeit blocken, nicht als „falls noch Zeit“. Direction muss vor Workshop-Ende kommuniziert sein, sonst verpufft Energie der parallelen Arbeit.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Decider oder Sponsor nicht für mindestens Phase 1 und Phase 5 verfügbar.
Challenge zerfällt nicht sauber in disjunkte Teilfragen, Stationen würden sich kannibalisieren.
Weniger als 10 Personen oder mehr als 50 Personen, Stations- und Rotationsdynamik nicht möglich.
Kein Raum oder Board mit mindestens vier Stationen verfügbar.
Zeitbudget unter 4 h, Stations-Runden plus Rotation plus Integration nicht durchführbar.
Stakeholder-Mapping fehlt, einzelne Stationen wären einseitig besetzt.
Entscheidung ist bereits gefallen, Charrette wäre Theater statt Co-Design.

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