Eine Aufgabe, Nutzungssituation und anstehende Produktentscheidung sind benannt.
Usability Testing
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Produkt oder Prototyp unterstützt den zu beobachtenden Ablauf und relevante Zugangsbedarfe sind bedacht.
Rekrutierung, Einverständnis, Aufzeichnung und Ablage sind geklärt.
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Lernfrage, neutrale Aufgabenszenarien, beobachtbarer Prototyp oder Produkt, Einverständnisinformation und Beobachtungsraster.
Moderation führt durch Aufgaben; eine beobachtende Person protokolliert Verhalten. Teilnehmende entsprechen der relevanten Nutzungssituation.
Lernfrage, Abläufe, Produktstand, Rekrutierungskriterien und Entscheidungskontext festlegen.
Etwa 45–90 Minuten je Session; Vorbereitung, Rekrutierung und Auswertung zusätzlich planen.
Testobjekt bereitstellen, Datenschutz- und Einverständnisablauf klären, Technik prüfen und Moderation pilotieren.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Können passende Nutzende ihre wichtigsten Aufgaben mit dem aktuellen Entwurf selbstständig bewältigen?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
Usability Testing untersucht, wie Menschen einen konkreten Ablauf in einer realistischen Nutzungssituation bewältigen. Beobachtete Handlungen und Hindernisse zeigen Ansatzpunkte für Verbesserungen. Die Befunde beziehen sich auf die untersuchte Nutzungssituation.
Testbeobachtung
Fiktives Lehrbeispiel
Aufgabe, Verhalten, Beleg und Folgeentscheidung getrennt festhalten.
| Beobachtungszeile | Aufgabe | Beobachtung | Beleg oder Kontext | Folgefrage oder Änderung |
|---|---|---|---|---|
| AufgabenbeobachtungEine Beobachtung zu einer konkreten Aufgabe festhalten. | Fiktive Aufgabe: Akkuschrauber für Samstag finden. | T1 vergleicht erst das Gerät und sucht danach separat nach Abholzeit. | Fiktiver Prototypstand 0.4; Verfügbarkeit und Standort stehen auf getrennten Ansichten. | Standort und Abholzeit am Reservierungsschritt zusammen zeigen. |
| Befund prüfenBeobachtung, Auswirkung und mögliche Änderung auseinanderhalten. | Fiktive Aufgabe: Gerät sicher für den Reparaturtermin reservieren. | T2 stoppt, weil kein verbindlicher Abholzeitraum erkennbar ist. | Nur ein erfundener Einzelfall, noch kein Muster. | Verständnis mit weiteren passenden Teilnehmenden prüfen. |
1. Aufgabe
- Aufgabenbeobachtung
- Fiktive Aufgabe: Akkuschrauber für Samstag finden.
- Befund prüfen
- Fiktive Aufgabe: Gerät sicher für den Reparaturtermin reservieren.
2. Beobachtung
- Aufgabenbeobachtung
- T1 vergleicht erst das Gerät und sucht danach separat nach Abholzeit.
- Befund prüfen
- T2 stoppt, weil kein verbindlicher Abholzeitraum erkennbar ist.
3. Beleg oder Kontext
- Aufgabenbeobachtung
- Fiktiver Prototypstand 0.4; Verfügbarkeit und Standort stehen auf getrennten Ansichten.
- Befund prüfen
- Nur ein erfundener Einzelfall, noch kein Muster.
4. Folgefrage oder Änderung
- Aufgabenbeobachtung
- Standort und Abholzeit am Reservierungsschritt zusammen zeigen.
- Befund prüfen
- Verständnis mit weiteren passenden Teilnehmenden prüfen.
Belege und Interpretation bleiben unterscheidbar.
- 1
Rahmen
Lernziel und Ablauf

Ziel
Wähle eine konkrete Aufgabe und die relevante Oberfläche.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Formuliere eine Lernfrage, grenze den Ablauf ein und beschreibe ein reales Nutzungsziel.
Durchführung
- Definiere, was eine Person erreichen möchte, und grenze Produktbereich, Gerät sowie Teststand ein.
Ergebnis
Abgegrenztes Testziel und aufgabenbezogene Erfolgskriterien.
Abgegrenztes Testziel und aufgabenbezogene Erfolgskriterien.
Qualitätscheck
Die Frage nennt beobachtbares Verhalten; der Teststand unterstützt die Aufgabe ohne künstliche Hilfen.
Stolperfalle
Zu viele Fragen vermischen sich. Wähle eine primäre Lernfrage und verschiebe Nebenfragen in eine spätere Runde.
Zeitlicher Rahmen: 20–40 Minuten Vorbereitung
- 2
Vorbereiten
Aufgaben und Rahmen

Ziel
Bereite Szenarien, Rekrutierung, Sessionablauf und Beobachtungsraster vor.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Abgegrenztes Testziel und aufgabenbezogene Erfolgskriterien.
Durchführung
- Schreibe eine neutrale Alltagssituation, rekrutiere nach der Forschungsfrage und kläre Einverständnis, Aufzeichnung, Datenablage und Rollen.
Ergebnis
Pilotierter Testleitfaden und Beobachtungsraster.
Pilotierter Testleitfaden und Beobachtungsraster.
Qualitätscheck
Szenarien verraten weder Navigationsweg noch gewünschte Antwort; Teilnahme und Aufzeichnung sind transparent.
Stolperfalle
Eine Aufgabe nennt die Schaltfläche oder den erwarteten Weg. Formuliere das Ziel der Person und entferne Lösungshinweise.
Zeitlicher Rahmen: 30–60 Minuten Vorbereitung
- 3
Beobachten
Sessions durchführen

Ziel
Lass die Person Aufgaben bearbeiten und greife nur bei Bedarf ein.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Pilotierter Testleitfaden und Beobachtungsraster.
Durchführung
- Erkläre, dass das Produkt geprüft wird. Beobachte Wege, Pausen, Rücksprünge, Fehlversuche und Kommentare; trenne Verhalten von Interpretation.
Ergebnis
Kontextbezogene Beobachtungsnotizen mit Sessioncode und Teststand.
Kontextbezogene Beobachtungsnotizen mit Sessioncode und Teststand.
Qualitätscheck
Moderation gibt keine Lösungshinweise; Hilfe, Abbruch und technische Ausfälle sind gekennzeichnet.
Stolperfalle
Moderation rettet die Aufgabe zu früh. Warte und beobachte; frage anschließend neutral nach dem Entscheidungsweg.
Zeitlicher Rahmen: 45–90 Minuten je Session
- 4
Auswerten
Probleme auswerten

Ziel
Vergleiche Belege über Aufgaben und Sessions und leite überprüfbare Änderungen ab.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Kontextbezogene Beobachtungsnotizen mit Sessioncode und Teststand.
Durchführung
- Ordne Beobachtungen je Aufgabe; beschreibe Problem, Auswirkung und Beleg getrennt und priorisiere nächste Änderungen nach Nutzerfolge.
Ergebnis
Befundliste mit Belegen, Schwerebegründung und Retest-Entscheidungen.
Befundliste mit Belegen, Schwerebegründung und Retest-Entscheidungen.
Qualitätscheck
Schwere ist begründet; die qualitative Stichprobe wird nicht als repräsentative Quote ausgegeben.
Stolperfalle
Einzelfälle werden als allgemeines Nutzerverhalten verallgemeinert. Berichte Reichweite und Unsicherheit; sammle weitere Evidenz, wenn die Entscheidung es verlangt.
Zeitlicher Rahmen: Auswertung je nach Umfang
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
Versionierter Testplan mit Aufgaben, Beobachtungsnotizen, Belegen, abgeleiteten Problemen und Retest-Entscheidungen.
Teststand, Aufgaben und Datum versionieren. Aufzeichnungen nur mit Einverständnis speichern; Aussagen pseudonymisieren und Löschfristen festhalten.
- Prototyp und Szenarioleitfaden
- Beobachtungsraster mit getrennten Feldern für Verhalten und Deutung
- Zugriffsgeschützte Ablage mit Sessioncodes
usability-testing-working-template.md
Plane Aufgaben, einzelne Sessions und die gemeinsame Auswertung.
Usability Testing: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Eine fokussierte Testrunde Zeit: Mehrterminiges Forschungsvorhaben; Rekrutierung, Sessions und Auswertung nach Lernfrage und Wissenslücken planen.
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Lernfrage, neutrale Aufgabenszenarien, beobachtbarer Prototyp oder Produkt, Einverständnisinformation und Beobachtungsraster.
- Rollen: Moderation führt durch Aufgaben; eine beobachtende Person protokolliert Verhalten. Teilnehmende entsprechen der relevanten Nutzungssituation.
- Vorab-Infos: Lernfrage, Abläufe, Produktstand, Rekrutierungskriterien und Entscheidungskontext festlegen.
- Gesamter Zeitbedarf: Etwa 45–90 Minuten je Session; Vorbereitung, Rekrutierung und Auswertung zusätzlich planen.
- Setup: Testobjekt bereitstellen, Datenschutz- und Einverständnisablauf klären, Technik prüfen und Moderation pilotieren.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Rahmen: Lernziel und Ablauf
- Formuliere eine Lernfrage, grenze den Ablauf ein und beschreibe ein reales Nutzungsziel.
Vorbereiten: Aufgaben und Rahmen
- Abgegrenztes Testziel und aufgabenbezogene Erfolgskriterien.
Beobachten: Sessions durchführen
- Pilotierter Testleitfaden und Beobachtungsraster.
Auswerten: Probleme auswerten
- Kontextbezogene Beobachtungsnotizen mit Sessioncode und Teststand.
Testbeobachtung
| Beobachtungszeile | Aufgabe | Beobachtung | Beleg oder Kontext | Folgefrage oder Änderung |
|---|---|---|---|---|
| Aufgabenbeobachtung | ||||
| Befund prüfen |
- Aufgabenbeobachtung: Eine Beobachtung zu einer konkreten Aufgabe festhalten.
- Befund prüfen: Beobachtung, Auswirkung und mögliche Änderung auseinanderhalten.
Leere Arbeitsvorlage: eigene Aufgaben und Beobachtungen eintragen.
Rahmen: Lernziel und Ablauf
Erwartetes Artefakt: Abgegrenztes Testziel und aufgabenbezogene Erfolgskriterien.
Abgegrenztes Testziel und aufgabenbezogene Erfolgskriterien.
Eintrag:
...
- Die Frage nennt beobachtbares Verhalten; der Teststand unterstützt die Aufgabe ohne künstliche Hilfen.
Vorbereiten: Aufgaben und Rahmen
Erwartetes Artefakt: Pilotierter Testleitfaden und Beobachtungsraster.
Pilotierter Testleitfaden und Beobachtungsraster.
Eintrag:
...
- Szenarien verraten weder Navigationsweg noch gewünschte Antwort; Teilnahme und Aufzeichnung sind transparent.
Beobachten: Sessions durchführen
Erwartetes Artefakt: Kontextbezogene Beobachtungsnotizen mit Sessioncode und Teststand.
Kontextbezogene Beobachtungsnotizen mit Sessioncode und Teststand.
Eintrag:
...
- Moderation gibt keine Lösungshinweise; Hilfe, Abbruch und technische Ausfälle sind gekennzeichnet.
Auswerten: Probleme auswerten
Erwartetes Artefakt: Befundliste mit Belegen, Schwerebegründung und Retest-Entscheidungen.
Befundliste mit Belegen, Schwerebegründung und Retest-Entscheidungen.
Eintrag:
...
- Schwere ist begründet; die qualitative Stichprobe wird nicht als repräsentative Quote ausgegeben.
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/usability-testing/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
usability-testing-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Lehrbeispiel: Quartierswerkzeug ausleihen
Alle Angaben und Beobachtungen sind erfunden. Es wurde kein Test durchgeführt.
Lernfrage: Kann eine Person einen Akkuschrauber für Samstag finden und verlässlich reservieren?
Aufgabe: „Du reparierst am Samstag ein Regal und brauchst dafür einen Akkuschrauber. Finde heraus, ob du ein passendes Gerät bekommst und was als Nächstes zu tun ist.“
Beobachtung T1: Die Person öffnet eine Geräteseite, liest den Bestandshinweis und kehrt zur Suche zurück, um einen Standort mit Abholzeit zu vergleichen.
Deutung: Verfügbarkeit und Abholung sind Teil derselben Entscheidung.
Folgeschritt: Im Prototyp Standort und verfügbares Zeitfenster am Reservierungsschritt zeigen und mit einer neuen Runde prüfen. Eine einzelne erfundene Beobachtung ist keine Aussage über tatsächliche Nutzende.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- Lernziel und AblaufZu viele Fragen vermischen sich.In der Phase ansehen
- Aufgaben und RahmenEine Aufgabe nennt die Schaltfläche oder den erwarteten Weg.In der Phase ansehen
- Sessions durchführenModeration rettet die Aufgabe zu früh.In der Phase ansehen
- Probleme auswertenEinzelfälle werden als allgemeines Nutzerverhalten verallgemeinert.In der Phase ansehen
Lernziel und Ablauf
Zu viele Fragen vermischen sich.
Wähle eine primäre Lernfrage und verschiebe Nebenfragen in eine spätere Runde.
Aufgaben und Rahmen
Eine Aufgabe nennt die Schaltfläche oder den erwarteten Weg.
Formuliere das Ziel der Person und entferne Lösungshinweise.
Sessions durchführen
Moderation rettet die Aufgabe zu früh.
Warte und beobachte; frage anschließend neutral nach dem Entscheidungsweg.
Probleme auswerten
Einzelfälle werden als allgemeines Nutzerverhalten verallgemeinert.
Berichte Reichweite und Unsicherheit; sammle weitere Evidenz, wenn die Entscheidung es verlangt.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

