Eine Entscheidungssituation und der beabsichtigte Lerngewinn sind eingegrenzt.
Jobs to Be Done
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Passende Personen mit jüngster Erfahrung sind erreichbar; freiwillige Teilnahme und Datenumgang sind geklärt.
Nachbereitung und Vergleich über mehrere Gespräche sind eingeplant.
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Offener Interviewleitfaden, Notizraster für Ereignisse und Quellen, Kontakt- und Terminplanung sowie geschützte Ablage.
Interviewführung und optional separate Notizführung; Research-Verantwortung koordiniert Auswahl und Synthese. Bei kleinen Runden regelmäßig unterschiedliche Fälle einbeziehen.
Vorannahmen zu Job und Lösung sammeln. Entscheidungskriterium festlegen und neutralen Leitfaden vorbereiten, der nach letzter konkreter Erfahrung fragt.
Typisch 45 bis 60 Minuten pro Gespräch plus direkte Nachbereitung. Rekrutierung, mehrere Gespräche und Synthese erstrecken sich über mehrere Tage; keine allgemeine Stichprobenquote.
Zweck und Datenumgang erklären. Mit einer Erzählaufforderung starten, Zeitlinie gemeinsam rekonstruieren und bei jeder Interpretation zur konkreten Aussage zurückkehren.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welchen Fortschritt versucht die Person in einer konkreten Situation zu erreichen, und welche Kräfte prägen ihre Entscheidung?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
Jobs to Be Done betrachtet, was Menschen oder Organisationen in konkreten Umständen erreichen wollen. Dieser Guide nutzt qualitative, story-basierte Interviews zu einer tatsächlichen jüngeren Entscheidung; ein Job ist weder Kundenrolle noch Featurewunsch.
JTBD-Forschungsnotiz: Fortschritt in einer Situation
Fiktives Lehrbeispiel
Dieser Guide nutzt eine qualitative, story-basierte JTBD-Linse auf konkrete Entscheidungen und Umstände. ODI / Outcome-Driven Innovation ist eine andere operationalisierte Variante und wird hier nicht mit dem Interviewansatz gleichgesetzt.
Situation und Auslöser
Welche konkrete Situation setzte die Entscheidung in Gang?
Fiktiv: Ein Haushalt plant eine Reparatur und bemerkt, dass die passende Bohrmaschine fehlt.
Entscheidungsgeschichte
Was geschah vom ersten Gedanken bis Suche, Wahl und erster Nutzung?
Fiktiv: Alex fragt zuerst im Freundeskreis, prüft danach einen lokalen Verleih und reserviert schließlich ein Gerät. Keine reale Befragung.
Kräfte und Alternativen
Was zog zur neuen Lösung, drückte aus der alten Situation oder machte den Wechsel unsicher? Welche Gewohnheit hielt die Person beim Alten?
Fiktiv: Wiederholte erfolglose Nachfrage ist Push; lokale Verfügbarkeit Pull; Sorge um Werkzeugzustand eine Unsicherheit; bisheriges Ausleihen im Freundeskreis eine Gewohnheit.
Job-Hypothese
Welchen Fortschritt versucht die Person in dieser Situation zu erreichen?
Fiktiv: „Wenn eine einmalige Reparatur ansteht, möchte ich ein verlässliches Werkzeug bekommen, ohne es dauerhaft kaufen und lagern zu müssen.“
Ergebnisse und offene Fragen
Woran beurteilt die Person den Erfolg, welche Belege liegen vor und was muss weiter erforscht werden?
Fiktiv: Verfügbarkeit und passende Abholzeit könnten Kriterien sein. Beide Hypothesen müssen mit weiteren realen Fällen geprüft werden.
Alle Aussagen sind fiktiv. Das Beispiel illustriert Interviewfragen, es ist keine echte Kundenerkenntnis. Keine universelle Job-Hypothese aus einer Einzelgeschichte ableiten.
- 1
Wechsel
Konkrete Entscheidung und Situation wählen

Ziel
Die Untersuchung startet bei einer realen jüngeren Entscheidung statt bei allgemeinen Meinungen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Forschungsfrage
- Rekrutierungskriterien für Personen mit relevanter Entscheidungserfahrung
Durchführung
- Entscheidungsereignis und Zeitraum eingrenzen.
- Personen wählen, die kürzlich eine Lösung angenommen, gewechselt oder bewusst beibehalten haben.
- Freiwilligkeit, Datenschutz und Umgang mit Notizen klären.
Ergebnis
Konkretes Entscheidungsszenario
Situation · Entscheidung · Zeitraum
Qualitätscheck
Erinnert sich die Person an eine konkrete Entscheidung statt an eine hypothetische Absicht?
Stolperfalle
Gespräche fragen nur, warum Personen ein Konzept gut finden. Das letzte konkrete Ereignis rekonstruieren und allgemeine Meinungen von erlebten Handlungen trennen.
Zeitlicher Rahmen: Vorbereitung etwa 20 Minuten; Rekrutierung zusätzlich.
- 2
Erzählung
Die Entscheidungsgeschichte rekonstruieren

Ziel
Eine Ereignisfolge zeigt Umstände und konkrete Auslöser, nicht nachträgliche Erklärungen allein.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Interviewleitfaden mit offenen Erzählaufforderungen
- Einverständnis und Notizverfahren
Durchführung
- Die Person bitten, das letzte konkrete Ereignis chronologisch zu erzählen.
- Zeitpunkte, Handlungen, Beteiligte, Alternativen und Fragen nachhaken.
- Entscheidung und Nutzungserfahrungen getrennt notieren; Zitate oder Beobachtungen referenzieren.
Ergebnis
Timeline mit belegbaren Ereignissen
Ereignis · Zeitpunkt · Aussage/Beleg · offene Frage
Qualitätscheck
Kann jede Deutung auf ein berichtetes Ereignis oder Zitat verweisen?
Stolperfalle
Die Interviewerin füllt Erinnerungslücken mit eigenen Annahmen. Lücken offen lassen und zeitliche Unsicherheit kenntlich machen.
Zeitlicher Rahmen: Etwa 45 bis 60 Minuten je Gespräch.
- 3
Job und Kräfte
Fortschritt, Kräfte und gewünschte Ergebnisse verstehen

Ziel
Der Job erklärt Fortschritt in Kontext, ohne ihn auf einen Produktwunsch zu reduzieren.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Timeline und zugehörige Aussagen
- Hinweise auf bisherige Lösungen und Umstände
Durchführung
- Auslöser und Grenzen der bisherigen Situation herausarbeiten.
- Erwartete Verbesserung einer neuen Lösung und Unsicherheiten oder Gewohnheiten getrennt betrachten.
- Gewünschten funktionalen, sozialen und emotionalen Fortschritt aus den Aussagen ableiten.
Ergebnis
Job-Hypothese und Einflussfaktoren
Situation · angestrebter Fortschritt · Kräfte · Evidenz
Qualitätscheck
Beschreibt die Job-Hypothese Fortschritt in konkreter Situation? Sind funktionale, soziale und emotionale Hinweise quellengebunden?
Stolperfalle
Job wird als Kundenrolle oder gewünschte Funktion benannt. Den Fortschritt und Kontext formulieren; Produkt und Lösung als getrennte Optionen dokumentieren.
Zeitlicher Rahmen: Nach jedem Gespräch kurz, Synthese über die Interviewrunde.
- 4
Synthese
Job-Hypothese prüfen und Forschung ausrichten

Ziel
Das Ergebnis informiert weitere Discovery statt universelle Häufigkeit zu behaupten.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Interviewnotizen mehrerer relevanter Fälle
- Segment- und Kontextkriterien
Durchführung
- Ereignisse und ähnliche struggling situations über Gespräche vergleichen.
- Gegenbeispiele und abweichende Umstände festhalten.
- Job-Hypothese, offene Fragen und passende nächste Forschung formulieren.
Ergebnis
Vorläufiger Job, Evidenzbasis und Lernplan
Job-Hypothese · Belege · Unterschiede · nächste Frage
Qualitätscheck
Zeigt die Stichprobe unterschiedliche Fälle und Gegenbeispiele? Sind Grenzen der Übertragbarkeit dokumentiert?
Stolperfalle
Eine kleine qualitative Runde wird als Häufigkeits- oder Marktbeleg präsentiert. Ergebnisse als qualitative Hinweise ausweisen und quantitative Fragen mit geeigneter Forschung prüfen.
Zeitlicher Rahmen: Mehrere Gespräche über mehrere Tage; kein fixes Sample-Ziel.
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
Recherchemappe mit Forschungsfrage, Auswahlkriterien, datierten Gesprächsnotizen, Timeline, Quellen, vorläufigen Job-Hypothesen, Gegenbeispielen und offenen Fragen.
Interview-Code, Datum, Rekrutierungskriterium und Leitfadenversion speichern. Kontaktdaten getrennt halten. Aussagen mit Zeitmarke oder Notizstelle verknüpfen; Anonymisierung passend zum Zweck sicherstellen.
- Interviewnotizbuch mit Ereignis-Timeline
- Audioaufzeichnung nur nach informierter Zustimmung
- Synthese-Board, das Aussage, Interpretation und Beleg trennt
jtbd-working-template.md
Plane Interviews zu konkreten Wechsel- und Entscheidungssituationen samt Synthese.
Jobs to Be Done: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Eine JTBD-Interviewrunde durchführen Zeit: Mehrere Gespräche über mehrere Tage; etwa 45 bis 60 Minuten je Interview
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Offener Interviewleitfaden, Notizraster für Ereignisse und Quellen, Kontakt- und Terminplanung sowie geschützte Ablage.
- Rollen: Interviewführung und optional separate Notizführung; Research-Verantwortung koordiniert Auswahl und Synthese. Bei kleinen Runden regelmäßig unterschiedliche Fälle einbeziehen.
- Vorab-Infos: Vorannahmen zu Job und Lösung sammeln. Entscheidungskriterium festlegen und neutralen Leitfaden vorbereiten, der nach letzter konkreter Erfahrung fragt.
- Gesamter Zeitbedarf: Typisch 45 bis 60 Minuten pro Gespräch plus direkte Nachbereitung. Rekrutierung, mehrere Gespräche und Synthese erstrecken sich über mehrere Tage; keine allgemeine Stichprobenquote.
- Setup: Zweck und Datenumgang erklären. Mit einer Erzählaufforderung starten, Zeitlinie gemeinsam rekonstruieren und bei jeder Interpretation zur konkreten Aussage zurückkehren.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Wechsel: Konkrete Entscheidung und Situation wählen
- Forschungsfrage
- Rekrutierungskriterien für Personen mit relevanter Entscheidungserfahrung
Erzählung: Die Entscheidungsgeschichte rekonstruieren
- Interviewleitfaden mit offenen Erzählaufforderungen
- Einverständnis und Notizverfahren
Job und Kräfte: Fortschritt, Kräfte und gewünschte Ergebnisse verstehen
- Timeline und zugehörige Aussagen
- Hinweise auf bisherige Lösungen und Umstände
Synthese: Job-Hypothese prüfen und Forschung ausrichten
- Interviewnotizen mehrerer relevanter Fälle
- Segment- und Kontextkriterien
JTBD-Forschungsnotiz: Fortschritt in einer Situation
Situation und Auslöser
Welche konkrete Situation setzte die Entscheidung in Gang?
...
Entscheidungsgeschichte
Was geschah vom ersten Gedanken bis Suche, Wahl und erster Nutzung?
...
Kräfte und Alternativen
Was zog zur neuen Lösung, drückte aus der alten Situation oder machte den Wechsel unsicher? Welche Gewohnheit hielt die Person beim Alten?
...
Job-Hypothese
Welchen Fortschritt versucht die Person in dieser Situation zu erreichen?
...
Ergebnisse und offene Fragen
Woran beurteilt die Person den Erfolg, welche Belege liegen vor und was muss weiter erforscht werden?
...
Leere Vorlage: eine konkrete Entscheidungsgeschichte sammeln. Ereignisse, Aussagen, Interpretation und offene Fragen getrennt dokumentieren. Job-Hypothese erst nach Fallvergleich formulieren.
Quellen: Christensen Institute
Wechsel: Konkrete Entscheidung und Situation wählen
Erwartetes Artefakt: Konkretes Entscheidungsszenario
Situation · Entscheidung · Zeitraum
Eintrag:
...
- Erinnert sich die Person an eine konkrete Entscheidung statt an eine hypothetische Absicht?
Erzählung: Die Entscheidungsgeschichte rekonstruieren
Erwartetes Artefakt: Timeline mit belegbaren Ereignissen
Ereignis · Zeitpunkt · Aussage/Beleg · offene Frage
Eintrag:
...
- Kann jede Deutung auf ein berichtetes Ereignis oder Zitat verweisen?
Job und Kräfte: Fortschritt, Kräfte und gewünschte Ergebnisse verstehen
Erwartetes Artefakt: Job-Hypothese und Einflussfaktoren
Situation · angestrebter Fortschritt · Kräfte · Evidenz
Eintrag:
...
- Beschreibt die Job-Hypothese Fortschritt in konkreter Situation?
- Sind funktionale, soziale und emotionale Hinweise quellengebunden?
Synthese: Job-Hypothese prüfen und Forschung ausrichten
Erwartetes Artefakt: Vorläufiger Job, Evidenzbasis und Lernplan
Job-Hypothese · Belege · Unterschiede · nächste Frage
Eintrag:
...
- Zeigt die Stichprobe unterschiedliche Fälle und Gegenbeispiele?
- Sind Grenzen der Übertragbarkeit dokumentiert?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/jtbd/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
jtbd-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Lehrbeispiel: Werkzeug für eine einmalige Reparatur
Alle Angaben sind erfunden. Es gab keine Interviews und keine realen Kundenaussagen.
Konkrete Situation: Eine Reparatur steht an; im Haushalt fehlt ein passendes Werkzeug.
Fiktiver Verlauf: Alex fragt im Freundeskreis, sucht anschließend einen lokalen Verleih und reserviert nach Klärung der Verfügbarkeit ein Gerät.
Möglicher Fortschritt: Die Reparatur erledigen, ohne ein selten benötigtes Werkzeug dauerhaft kaufen und lagern zu müssen.
Mögliche Kräfte: wiederholte erfolglose Nachfrage (Push), lokaler Verleih (Pull), Unsicherheit über Zustand (Anxiety), bisheriges Ausleihen im Freundeskreis (Habit). Die Kategorien sind Deutungshilfen, die im Gespräch belegt werden müssen.
Job-Hypothese: „Wenn eine einmalige Reparatur ansteht, möchte ich ein verlässliches Werkzeug bekommen, ohne es dauerhaft kaufen und lagern zu müssen.“
Offene Frage: Kommt dieser Fortschritt in ähnlichen Haushalten und Situationen wieder vor? Die qualitative Skizze beantwortet weder Häufigkeit noch Marktgröße.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- Konkrete Entscheidung und Situation wählenGespräche fragen nur, warum Personen ein Konzept gut finden.In der Phase ansehen
- Die Entscheidungsgeschichte rekonstruierenDie Interviewerin füllt Erinnerungslücken mit eigenen Annahmen.In der Phase ansehen
- Fortschritt, Kräfte und gewünschte Ergebnisse verstehenJob wird als Kundenrolle oder gewünschte Funktion benannt.In der Phase ansehen
- Job-Hypothese prüfen und Forschung ausrichtenEine kleine qualitative Runde wird als Häufigkeits- oder Marktbeleg präsentiert.In der Phase ansehen
Konkrete Entscheidung und Situation wählen
Gespräche fragen nur, warum Personen ein Konzept gut finden.
Das letzte konkrete Ereignis rekonstruieren und allgemeine Meinungen von erlebten Handlungen trennen.
Die Entscheidungsgeschichte rekonstruieren
Die Interviewerin füllt Erinnerungslücken mit eigenen Annahmen.
Lücken offen lassen und zeitliche Unsicherheit kenntlich machen.
Fortschritt, Kräfte und gewünschte Ergebnisse verstehen
Job wird als Kundenrolle oder gewünschte Funktion benannt.
Den Fortschritt und Kontext formulieren; Produkt und Lösung als getrennte Optionen dokumentieren.
Job-Hypothese prüfen und Forschung ausrichten
Eine kleine qualitative Runde wird als Häufigkeits- oder Marktbeleg präsentiert.
Ergebnisse als qualitative Hinweise ausweisen und quantitative Fragen mit geeigneter Forschung prüfen.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

