Die Idee muss mindestens als kurzer Satz vorliegen: Für wen wird welches Problem mit welchem neuen Ansatz gelöst?
5-Minuten VC-Check
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Optional, wenn schon mehr Kontext existiert. Für den 5-Minuten-Check reicht aber bewusst eine Rohidee.
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Eine leere Check-Tabelle mit fünf Zeilen; Timer; ein Feld für Entscheidung und nächster Validierungsschritt.
Ein Ideengeber, optional ein kritischer Sparringspartner mit Gründer- oder Investor-Perspektive. Bei Gruppen maximal fünf Personen, sonst wird die Timebox weich.
Kurzbeschreibung der Idee, vermutete Zielgruppe, bekannte Alternativen oder Wettbewerber und grobe Preisannahme, falls vorhanden.
5-15 min
Timer auf fünf Minuten stellen. Oben die Idee in einem Satz notieren. Darunter fünf Prüffragen vorbereiten: Problem, Kunde, heutige Lösung, Differenzierung, Markt.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Ist diese Idee strukturell stark genug, um eine nächste Validierungsrunde zu verdienen?
Ablauf
Marker: Minute
| Schritt | Dauer | Aktion | Hinweis |
|---|---|---|---|
1Minute 1: Problemqualität | 1-2 min | Formuliere das Problem in einem Satz und bewerte, ob es Schmerz, Dringlichkeit oder wirtschaftliche Relevanz hat. | Wenn das Problem nur als Lösung beschrieben werden kann, ist die Idee noch nicht reif für Bewertung. |
2Minute 2: Zielkunde | 1-2 min | Benenne die konkrete Zielgruppe und trenne Nutzer, Käufer und Entscheider, falls sie nicht dieselbe Person sind. | Breite Zielgruppen wie alle Unternehmen oder alle Entwickler gelten als Warnsignal. |
3Minute 3: Heutige Lösung | 1-2 min | Notiere, wie das Problem heute gelöst wird: bestehende Tools, manuelle Workarounds, interne Prozesse oder Ignorieren. | Existierende Konkurrenz ist kein Ausschluss. Sie zeigt oft, dass Nachfrage existiert. |
4Minute 4: Differenzierung | 1-2 min | Prüfe, warum die neue Lösung deutlich besser wäre: einfacher, schneller, billiger, präziser, zugänglicher oder besser verteilt. | Ein Feature-Vorteil reicht selten. Suche nach einem klaren Grund zum Wechseln. |
5Minute 5: Markt und Entscheidung | 1-3 min | Schätze grob, ob das Segment groß genug werden kann, und entscheide: vertiefen, schärfen oder parken. | Die Entscheidung muss mit der stärksten offenen Annahme verbunden werden. |
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Eine kurze Triage-Notiz mit den fünf Antworten, einer Ampel oder Score-Einschätzung, der Entscheidung und genau einem nächsten Validierungsschritt.
Pro Idee eine Version mit Datum, Kontext und Reviewer festhalten. Bei späteren Erkenntnissen neue Bewertung anhängen, nicht die alte Einschätzung überschreiben.
- Markdown-Notiz im Ideenbacklog
- Google Sheet mit fünf Prüffragen
- Notion-Datenbank für Idea Triage
- Miro-Board mit fünf Spalten
five-minute-vc-check-working-template.md
Kompakte Vorlage, um eine frühe Geschäftsidee über fünf Investor-Prüffragen zu bewerten und eine Triage-Entscheidung abzuleiten.
5-Minuten VC-Check Arbeitsvorlage
Idee in einem Satz
Für [Zielkunde] lösen wir [Problem] mit [neuer Ansatz], sodass [Nutzen].
Prüffragen
| Prüffrage | Kurze Antwort | Signal |
|---|---|---|
| Problem | Welcher konkrete Schmerz, Aufwand, Verlust oder Risiko besteht? | Grün/Gelb/Rot |
| Kunde | Wer nutzt, wer kauft und aus welchem Budget wird bezahlt? | Grün/Gelb/Rot |
| Heutige Lösung | Wie wird das Problem heute gelöst oder ignoriert? | Grün/Gelb/Rot |
| Differenzierung | Warum wäre der neue Ansatz deutlich besser oder zugänglicher? | Grün/Gelb/Rot |
| Markt | Kann ein erster Teilmarkt groß genug und erreichbar sein? | Grün/Gelb/Rot |
Triage
- Entscheidung: Vertiefen / Schärfen / Parken
- stärkste offene Annahme:
- größtes Risiko:
- wichtigstes positives Signal:
Nächster Validierungsschritt
- Format: Problem Interview / Smoke Test / Landing Page / Concierge-Test / Desk Research
- Zielgruppe:
- Erfolgssignal:
- Owner:
- Datum:
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
five-minute-vc-check-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
5-Minuten VC-Check - Internet Exposure Monitoring
Problem: Kleine Organisationen wissen nicht, wie ihre Infrastruktur aus dem Internet sichtbar und angreifbar ist. Kunde: Kleine Firmen mit eigener Infrastruktur; Homelab-Nutzer eher als frühe Community. Heutige Lösung: Shodan, Censys, Security-Scanner, manuelle Checks oder Ignorieren. Differenzierung: Verständliche Priorisierung und konkrete Handlungsempfehlungen statt roher Findings. Markt: Homelab allein zu klein, SMB-Segment potenziell groß genug.
Entscheidung: Schärfen. Stärkste Annahme: Kleine Firmen zahlen monatlich für verständliches Exposure Monitoring. Nächster Schritt: Fünf Gespräche mit kleinen Infrastrukturbetreibern führen und Zahlungsbereitschaft prüfen.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Lösung statt Problem
Die erste Antwort beschreibt schon ein Tool, aber keinen schmerzhaften Zustand beim Kunden.
Frage nach dem Moment vor der Lösung: Was läuft heute schlecht, teuer, riskant oder langsam?
Zielgruppe zu breit
Antworten nennen alle Entwickler, alle KMU oder alle Menschen mit einem bestimmten Thema.
Auf einen ersten zahlenden Teilmarkt zwingen und Käufer, Nutzer und Entscheider getrennt benennen.
Konkurrenz als Ausschluss
Die Idee wird verworfen, weil es bereits Tools gibt.
Konkurrenz als Nachfrage-Signal behandeln und prüfen, welche Zielgruppe oder welcher Job schlecht bedient ist.
Moat wird zu früh erfunden
Es entstehen große Aussagen zu Datenplattform, Netzwerk-Effekten oder Marke, obwohl noch kein Einstieg klar ist.
Erst den initialen Wechselgrund prüfen. Moat später als zweite Ebene behandeln.
Marktgröße ohne Kaufmoment
Die Marktgröße klingt groß, aber niemand kann sagen, wer bezahlt und aus welchem Budget.
Auf Käufer, Budgetquelle und Preisschwelle zurückgehen, bevor TAM-Zahlen verwendet werden.
Zu lange Diskussion
Nach 20 Minuten werden Details, Features und Roadmap diskutiert, obwohl das Grundsignal unklar ist.
Timebox stoppen und nur die Entscheidung notieren: vertiefen, schärfen oder parken.
Abbruchkriterien
Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar
Runsheet durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.