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MethodenanleitungSystems Thinking

Behavior Over Time Graph

Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.

KomplexitätNiedrig
Zeit20-45 min
Teilnehmende1-10
FormatWorkshop + Async
ReifegradEstablished
Behavior Over Time Graph planen
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenKlare Grenze

Eine beeinflussbare Variable, Einheit und Zeitspanne festlegen; Datenquellen und bekannte Ereignisse bereitlegen.

Ohne Grenze vermischen sich Fälle, Zeiträume oder Variablen.
Vorher abschließenEvidenzzugang

BOTG-Achsen, Daten oder belegte Schätzpunkte, Ereignisnotizen, Marker für Unsicherheit und Hypothesenlog

Fehlende Quellen bleiben als Unsicherheit sichtbar.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

BOTG-Achsen, Daten oder belegte Schätzpunkte, Ereignisnotizen, Marker für Unsicherheit und Hypothesenlog

Personen / Rollen

Facilitator · Personen mit Systemerfahrung · Datenverantwortung · Entscheidungs-Owner

Vorabinfos

Eine beeinflussbare Variable, Einheit und Zeitspanne festlegen; Datenquellen und bekannte Ereignisse bereitlegen.

Zeitbedarf

45–90 Minuten für ein bis drei Variablen; Datenprüfung bei Bedarf vorab.

Setup

Arbeitsfläche mit Variable · Kurve · Ereignisse · Muster · Hypothesen vorbereiten; Beispiel und eigene Daten trennen.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Wie verändert sich eine klar definierte Variable über einen relevanten Zeitraum, und was erklärt Wendepunkte?

04

Ablauf

Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle

Zunächst wird festgelegt, welche Variable im Fokus steht und welcher Zeitraum relevant ist. Danach zeichnet das Team den Verlauf und markiert Wendepunkte, Peaks, Plateaus oder Einbrüche. Daraus lässt sich ableiten, welche Ereignisse oder Eingriffe das Verhalten beeinflusst haben.

Behavior Over Time Graph · Arbeitsstruktur

Fiktives Beispiel

Fiktive Werte zeigen die tatsächlichen Fachfelder.

Behavior Over Time Graph · Arbeitsstruktur
VariableEinheitZeitraumDatenpunkteMusterWendepunktEvidenzHypothese
p80-WartezeitEvidenz und Begründung ergänzen.MinutenJan–Jun14, 15, 17, Lücke, 18, 11Anstieg, dann Sprung nach untenJuni: −7 MinutenDashboard; April fehltSlotlimit oder neues Lagerteam
LageranrufeEvidenz und Begründung ergänzen.Anrufe/SamstagJan–Jun21, 22, 25, 24, 23, 24Hohes PlateauKein WendepunktTelefonlisteBestandsaktualität bleibt Engpass
  1. 1. Einheit

    p80-Wartezeit
    Minuten
    Lageranrufe
    Anrufe/Samstag
  2. 2. Zeitraum

    p80-Wartezeit
    Jan–Jun
    Lageranrufe
    Jan–Jun
  3. 3. Datenpunkte

    p80-Wartezeit
    14, 15, 17, Lücke, 18, 11
    Lageranrufe
    21, 22, 25, 24, 23, 24
  4. 4. Muster

    p80-Wartezeit
    Anstieg, dann Sprung nach unten
    Lageranrufe
    Hohes Plateau
  5. 5. Wendepunkt

    p80-Wartezeit
    Juni: −7 Minuten
    Lageranrufe
    Kein Wendepunkt
  6. 6. Evidenz

    p80-Wartezeit
    Dashboard; April fehlt
    Lageranrufe
    Telefonliste
  7. 7. Hypothese

    p80-Wartezeit
    Slotlimit oder neues Lagerteam
    Lageranrufe
    Bestandsaktualität bleibt Engpass

Alle Werte sind fiktiv.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

  1. 1

    Variable

    Beschriftete Achsen

    Ziel

    Beschriftete Achsen: Variable, Einheit, Systemgrenze und sinnvoll lange Zeitachse festlegen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Eine beeinflussbare Variable, Einheit und Zeitspanne festlegen; Datenquellen und bekannte Ereignisse bereitlegen.
    • BOTG-Achsen, Daten oder belegte Schätzpunkte, Ereignisnotizen, Marker für Unsicherheit und Hypothesenlog

    Durchführung

    • Variable, Einheit, Systemgrenze und sinnvoll lange Zeitachse festlegen.

    Ergebnis

    Beschriftete Achsen

    Variable, Einheit, Systemgrenze und sinnvoll lange Zeitachse festlegen.

    Qualitätscheck

    Sind Variable, Einheit und Zeitraum eindeutig, ohne mehrere Größen in einer Kurve zu mischen?

    Stolperfalle

    Die Y-Achse heißt nur „Qualität“ und verbindet mehrere Größen. Eine beobachtbare Variable samt Einheit und Grenze wählen.

    Zeitlicher Rahmen: 10–15 Minuten

  2. 2

    Kurve

    Belegte Verlaufskurve

    Ziel

    Belegte Verlaufskurve: Datenpunkte oder ausdrücklich markierte Schätzpunkte eintragen und zu einem Verlauf verbinden.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Beschriftete Achsen

    Durchführung

    • Datenpunkte oder ausdrücklich markierte Schätzpunkte eintragen und zu einem Verlauf verbinden.

    Ergebnis

    Belegte Verlaufskurve

    Datenpunkte oder ausdrücklich markierte Schätzpunkte eintragen und zu einem Verlauf verbinden.

    Qualitätscheck

    Sind echte Daten, Lücken und Schätzungen unterscheidbar?

    Stolperfalle

    Eine glatte Wunschkurve wird ohne Datenpunkte gezeichnet. Quellen angeben, Schätzungen markieren und Datenlücken offen lassen.

    Zeitlicher Rahmen: 10–20 Minuten

  3. 3

    Ereignisse

    Ereignisannotation

    Ziel

    Ereignisannotation: Zeitlich passende Ereignisse an der Kurve annotieren, ohne sie bereits als Ursache auszugeben.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Belegte Verlaufskurve

    Durchführung

    • Zeitlich passende Ereignisse an der Kurve annotieren, ohne sie bereits als Ursache auszugeben.

    Ergebnis

    Ereignisannotation

    Zeitlich passende Ereignisse an der Kurve annotieren, ohne sie bereits als Ursache auszugeben.

    Qualitätscheck

    Sind Ereignis und zeitliche Lage belegt und von Kausalbehauptungen getrennt?

    Stolperfalle

    Jedes Ereignis neben einem Wendepunkt gilt automatisch als Ursache. Zunächst nur Zeitpunkt und Ereignis notieren; Kausalität separat prüfen.

    Zeitlicher Rahmen: 10–15 Minuten

  4. 4

    Muster

    Musterbeschreibung

    Ziel

    Musterbeschreibung: Steigung, Verzögerung, Plateau, Schwankung und Wendepunkte beschreiben; Perspektiven vergleichen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Ereignisannotation

    Durchführung

    • Steigung, Verzögerung, Plateau, Schwankung und Wendepunkte beschreiben; Perspektiven vergleichen.

    Ergebnis

    Musterbeschreibung

    Steigung, Verzögerung, Plateau, Schwankung und Wendepunkte beschreiben; Perspektiven vergleichen.

    Qualitätscheck

    Beschreibt das Muster den Verlauf, ohne Erklärung und Bewertung zu vermischen?

    Stolperfalle

    Die Gruppe springt vom Einzelereignis direkt zur Lösung. Erst Form, Richtung, Tempo und Wendepunkt des Verlaufs benennen.

    Zeitlicher Rahmen: 10–20 Minuten

  5. 5

    Hypothesen

    Prüfplan

    Ziel

    Prüfplan: Für relevante Wendepunkte mehrere Erklärungshypothesen formulieren und benötigte Evidenz festlegen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Musterbeschreibung

    Durchführung

    • Für relevante Wendepunkte mehrere Erklärungshypothesen formulieren und benötigte Evidenz festlegen.

    Ergebnis

    Prüfplan

    Für relevante Wendepunkte mehrere Erklärungshypothesen formulieren und benötigte Evidenz festlegen.

    Qualitätscheck

    Hat jede Hypothese ein unterscheidendes Signal und eine nächste Datenquelle?

    Stolperfalle

    Eine plausible Geschichte wird als Ergebnis festgeschrieben. Mindestens eine Alternative und ein Signal formulieren, das beide Erklärungen trennt.

    Zeitlicher Rahmen: 10–20 Minuten

05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Skizze: so sieht das Artefakt aus

Behavior over Time · System-TrendVerlauf, Ereignisse und Hypothesen sichtbar machen, bevor Ursachen diskutiert werden
Behavior over Time GraphDie Skizze zeigt eine qualitative Kurve über Zeit, markierte Ereignisse, typische Muster und Hypothesen zur Systemdynamik.Vom aktuellen Zustand zum VerlaufsmusterEine relevante Variable wird über Zeit skizziert, Ereignisse werden markiert und als Systemhypothesen gelesen.hochniedrigStartheuteZeitWert / VerhaltenEreignisRedesignInterventionTemplatesAnstiegProblem eskaliertPlateauSystem stabilisiertKnickHebel wirkt verzögertHypothesenUrsache?Verzögerung?Hebelpunkt?
Form

Annotierter Behavior-over-Time Graph mit Achsen, Kurve, Evidenz, Wendepunkten und prüfbaren Erklärungshypothesen.

Versionierung / Ownership

Datum, Owner, Quellenstand und Reviewtermin führen; frühere Fassungen erhalten.

Tool-Alternativen
  • BOTG-Zeichenfläche mit beschrifteten Achsen
  • Daten- und Ereignisquellen
  • Hypothesenlog für Wendepunkte

behavior-over-time-graph-working-template.md

Gegenstand, Evidenz, Rollen, Ablauf und Review festlegen.

Behavior Over Time Graph: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Vollständiger Durchlauf Zeit: 45–90 Minuten für ein bis drei Variablen; Datenprüfung bei Bedarf vorab.

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: BOTG-Achsen, Daten oder belegte Schätzpunkte, Ereignisnotizen, Marker für Unsicherheit und Hypothesenlog
  • Rollen: Facilitator · Personen mit Systemerfahrung · Datenverantwortung · Entscheidungs-Owner
  • Vorab-Infos: Eine beeinflussbare Variable, Einheit und Zeitspanne festlegen; Datenquellen und bekannte Ereignisse bereitlegen.
  • Gesamter Zeitbedarf: 45–90 Minuten für ein bis drei Variablen; Datenprüfung bei Bedarf vorab.
  • Setup: Arbeitsfläche mit Variable · Kurve · Ereignisse · Muster · Hypothesen vorbereiten; Beispiel und eigene Daten trennen.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Variable: Beschriftete Achsen

  • Eine beeinflussbare Variable, Einheit und Zeitspanne festlegen; Datenquellen und bekannte Ereignisse bereitlegen.
  • BOTG-Achsen, Daten oder belegte Schätzpunkte, Ereignisnotizen, Marker für Unsicherheit und Hypothesenlog

Kurve: Belegte Verlaufskurve

  • Beschriftete Achsen

Ereignisse: Ereignisannotation

  • Belegte Verlaufskurve

Muster: Musterbeschreibung

  • Ereignisannotation

Hypothesen: Prüfplan

  • Musterbeschreibung

Behavior Over Time Graph · Arbeitsstruktur

VariableEinheitZeitraumDatenpunkteMusterWendepunktEvidenzHypothese
p80-Wartezeit
Lageranrufe
  • p80-Wartezeit: Evidenz und Begründung ergänzen.
  • Lageranrufe: Evidenz und Begründung ergänzen.

Die leere Vorlage enthält nur Arbeitsimpulse.

Fachquelle · eigene Lehrdarstellung

Variable: Beschriftete Achsen

Erwartetes Artefakt: Beschriftete Achsen

Variable, Einheit, Systemgrenze und sinnvoll lange Zeitachse festlegen.

Eintrag:

...

  • Sind Variable, Einheit und Zeitraum eindeutig, ohne mehrere Größen in einer Kurve zu mischen?

Kurve: Belegte Verlaufskurve

Erwartetes Artefakt: Belegte Verlaufskurve

Datenpunkte oder ausdrücklich markierte Schätzpunkte eintragen und zu einem Verlauf verbinden.

Eintrag:

...

  • Sind echte Daten, Lücken und Schätzungen unterscheidbar?

Ereignisse: Ereignisannotation

Erwartetes Artefakt: Ereignisannotation

Zeitlich passende Ereignisse an der Kurve annotieren, ohne sie bereits als Ursache auszugeben.

Eintrag:

...

  • Sind Ereignis und zeitliche Lage belegt und von Kausalbehauptungen getrennt?

Muster: Musterbeschreibung

Erwartetes Artefakt: Musterbeschreibung

Steigung, Verzögerung, Plateau, Schwankung und Wendepunkte beschreiben; Perspektiven vergleichen.

Eintrag:

...

  • Beschreibt das Muster den Verlauf, ohne Erklärung und Bewertung zu vermischen?

Hypothesen: Prüfplan

Erwartetes Artefakt: Prüfplan

Für relevante Wendepunkte mehrere Erklärungshypothesen formulieren und benötigte Evidenz festlegen.

Eintrag:

...

  • Hat jede Hypothese ein unterscheidendes Signal und eine nächste Datenquelle?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/behavior-over-time-graph/run-sheet

06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.

behavior-over-time-graph-beispiel.md

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Lehrbeispiel: Behavior Over Time Graph · Arbeitsstruktur

VariableEinheitZeitraumDatenpunkteMusterWendepunktEvidenzHypothese
p80-WartezeitMinutenJan–Jun14, 15, 17, Lücke, 18, 11Anstieg, dann Sprung nach untenJuni: −7 MinutenDashboard; April fehltSlotlimit oder neues Lagerteam
LageranrufeAnrufe/SamstagJan–Jun21, 22, 25, 24, 23, 24Hohes PlateauKein WendepunktTelefonlisteBestandsaktualität bleibt Engpass
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf

  1. Beschriftete AchsenDie Y-Achse heißt nur „Qualität“ und verbindet mehrere Größen.In der Phase ansehen
  2. Belegte VerlaufskurveEine glatte Wunschkurve wird ohne Datenpunkte gezeichnet.In der Phase ansehen
  3. EreignisannotationJedes Ereignis neben einem Wendepunkt gilt automatisch als Ursache.In der Phase ansehen
  4. MusterbeschreibungDie Gruppe springt vom Einzelereignis direkt zur Lösung.In der Phase ansehen
  5. PrüfplanEine plausible Geschichte wird als Ergebnis festgeschrieben.In der Phase ansehen
08

Abbruchkriterien

Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest

Stopp Variable: Sind Variable, Einheit und Zeitraum eindeutig, ohne mehrere Größen in einer Kurve zu mischen?
Stopp Kurve: Sind echte Daten, Lücken und Schätzungen unterscheidbar?
Stopp Ereignisse: Sind Ereignis und zeitliche Lage belegt und von Kausalbehauptungen getrennt?
Stopp Muster: Beschreibt das Muster den Verlauf, ohne Erklärung und Bewertung zu vermischen?
Stopp Hypothesen: Hat jede Hypothese ein unterscheidendes Signal und eine nächste Datenquelle?

Methode nach Systems Thinking Community. Die Methode stammt aus Systemdenken, System Dynamics oder angrenzender Organisationspraxis. Kuratiert mit 1 Quellen.

Quellen: Behavior Over Time Graph

Ablauf, Timeboxen und Stolperfallen sind redaktionell kuratierte Praxisempfehlungen auf Basis der genannten Quellen.

Methodenanleitung durchgearbeitet?

Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.