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Run SheetOperationsLean Improvement

Waste Analysis

KomplexitätLow
Zeit45-120 min
Teilnehmende2-8
FormatWorkshop
MaturityCanonical
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenProcess Mapping

Ein dokumentiertes Prozessmodell mit Schritten und Übergaben liegt für den analysierten Abschnitt vor.

Ohne: Ohne Prozessmodell wird die Verschwendung nur anekdotisch identifiziert und kann nicht systematisch zugeordnet werden.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

TIMWOOD-Tabelle als Vorlage (Transport, Inventory, Motion, Waiting, Overproduction, Overprocessing, Defects); Beobachtungsbogen; Stoppuhr; Liste aller Prozessschritte; Layout-Plan oder Wertstrom.

Personen / Rollen

Ein Facilitator mit Lean-Erfahrung; zwei bis vier Operators oder Knowledge Worker aus dem Prozess; ein Process Owner mit Entscheidungsbefugnis; optional ein externer Lean Coach für ungewohnte Verschwendungsarten.

Vorabinfos

Aktueller Soll-Prozess; KPI-Stand der letzten 30 Tage; bisherige Verschwendungsdiskussionen oder Audits; bekannte Compliance-Pflichten, die Verschwendung erzwingen.

Zeitbedarf

Halbtägig bis ganztägig

Setup

Wand oder Board mit Spalten je TIMWOOD-Kategorie. Pro Spalte Platz für Beobachtungen, geschätzte Frequenz und Auswirkung. Beobachtungsphase und Auswertungsphase klar trennen, sonst rutscht die Gruppe sofort in Lösungen.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Verschwendungsarten treten im untersuchten Prozess mit welcher Frequenz und welchem Aufwand auf?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Kategorien erklären
20 minTIMWOOD-Kategorien mit konkreten Beispielen aus dem Prozess vorstellen. Sicherstellen, dass jeder Teilnehmer den Unterschied zwischen Overprocessing und Overproduction versteht.Knowledge Work braucht oft angepasste Beispiele (Wartezeit auf Approval, Inventory als unfertige Tickets). Wenn die Beispiele aus der Fabrik nicht passen, Kategorien sprachlich auf den Kontext drehen.
2Phase 2: Walk-through oder Beobachtung
2-4 hProzess entweder am Gemba beobachten oder Schritt für Schritt durchsprechen. Pro Schritt prüfen, welche TIMWOOD-Verschwendung dort auftritt, mit Frequenz pro Tag oder Woche.Wenn ein Schritt 'keine Verschwendung' hat, kritisch hinterfragen. Häufig wird Wartezeit ausgeblendet, weil sie als 'normal' gilt.
3Phase 3: Quantifizierung
60 minPro identifizierte Verschwendung Schaden grob schätzen (Zeit, Geld, Defektrate). Top-7 nach Auswirkung sortieren. Lücken in der Datenlage als Followup markieren.Ohne grobe Quantifizierung wird die Auswahl zur Stimmungsfrage. Auch 'plus-minus 50%' Schätzung reicht für Priorisierung.
4Phase 4: Kandidaten für Eliminierung
60 minTop-3 Verschwendungen mit hoher Auswirkung und niedrigem Aufwand als Sofortmassnahmen kennzeichnen. Komplexere Themen als Kaizen-Event oder Standardarbeit-Anpassung einplanen.Verschwendung, die durch Compliance erzwungen ist (z. B. doppelte Dokumentation für Audit), ist kein Eliminierungskandidat ohne Vorgespräch mit Compliance.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Waste-Heatmap je Prozessschritt mit TIMWOOD-Kategorien, geschätzter Frequenz und Auswirkung, Top-7-Verschwendungsliste, Sofortmassnahmen mit Owner und Datum sowie Followup-Liste für komplexe Themen.

Tool-Alternativen
  • Miro oder FigJam-Board mit Snapshot
  • Confluence-Seite mit Tabelle pro Schritt
  • Excel-Heatmap mit Farbcodierung
  • Markdown im Repo unter docs/operations/waste/
Versionierung / Ownership

Datum, Prozessname und Facilitator im Header. Folgeanalysen mit Vergleich zur Vorversion. Sofortmassnahmen-Erledigung als Append-Log dokumentieren, alte Heatmap bleibt zur Trendanalyse erhalten.

canvas

Waste Analysis Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Waste Analysis mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Waste Analysis Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- Waste Map:
- Priorisierte Verschwendung:
- Improvement Backlog:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

waste-analysis-beispiel.md
markdown
## Waste Analysis — Onboarding-Tickets Customer Success (08.05.2026)

**Sample**: 42 Tickets der letzten 14 Tage

**Top-7 Verschwendungen**:
1. Waiting: Durchschnittlich 2 Tage 4 h Wartezeit auf SSO-Genehmigung durch Security (32 von 42 Tickets). Schaden: 9 Personentage Lead Time.
2. Defects: 11 Tickets mit Rückläufer wegen falscher Berechtigung. Schaden: 16 Stunden Nacharbeit.
3. Motion: CS-Agents wechseln zwischen 4 Tools je Ticket. Schaden: durchschnittlich 6 min Toolwechsel pro Ticket.
4. Overprocessing: Vollständige Datenfreigabe wird erstellt, obwohl 60% der Kunden nur Basic-Set brauchen.
5. Overproduction: Wöchentlicher Report wird erstellt, niemand öffnet ihn (Page Views letzte 8 Wochen: 0).
6. Inventory: 23 offene Tickets älter als 30 Tage im Backlog ohne Owner.
7. Transport: Datei wird zwischen 3 Systemen manuell kopiert.

**Sofortmassnahmen**: Stop-Report (Owner @ben, sofort). SSO-Self-Service-Stufe einführen (Owner @lisa, bis 22.05.). Inventory bereinigen mit Stale-Ticket-Regel (Owner @anna, bis 15.05.).
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Verschwendung als Personenfehler interpretiert

Symptom

Diskussion landet bei 'wer macht es falsch', nicht bei 'welcher Prozess erzeugt diesen Aufwand'.

Was tun

Verschwendung dem Prozessschritt zuordnen, nicht dem Operator. Wenn drei Personen unabhängig denselben Workaround entwickeln, ist System schuld.

Falle

Ohne Quantifizierung priorisiert

Symptom

Top-Verschwendungen werden nach Bauchgefühl ausgewählt, kleinere mit lauter Stimme gewinnen.

Was tun

Pro Kandidat mindestens grobe Zahl (Zeit pro Vorkommen mal Frequenz) verlangen. Auch Plus-Minus-Schätzung schlägt Bauchgefühl.

Falle

Compliance-Verschwendung beseitigt

Symptom

Doppelte Dokumentation wird abgeschafft, später kommt Audit-Befund.

Was tun

Vor Eliminierung Compliance-Owner befragen. Wenn Verschwendung gesetzlich oder vertraglich nötig ist, in Kategorie 'erzwungen' verschieben, nicht streichen.

Falle

Wartezeit normalisiert

Symptom

Lange Wartezeiten gelten als 'das ist halt so', werden nicht erfasst.

Was tun

Wartezeit aktiv messen und im Vergleich zur Bearbeitungszeit visualisieren. In Knowledge Work ist Wartezeit oft 80% des Lead Time.

Falle

Lösung statt Diagnose

Symptom

Phase 2 wird übersprungen, Teilnehmer brainstormen sofort Massnahmen.

Was tun

Facilitator trennt Phasen hart. Lösungsstickies in Parkplatz, erst nach abgeschlossener Diagnose öffnen.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Prozess ist gerade in tiefer Sondersituation (Migration, Audit, Outage), Beobachtung nicht repräsentativ.
Operators oder Knowledge Worker werden ausgeschlossen, nur Manager nehmen teil.
Keine Daten oder Beobachtungsmöglichkeit verfügbar, Schätzung wird Spekulation.
Process Owner hat keine Befugnis, Prozess zu ändern, Analyse ohne Hebel.
Eliminierung wäre Tabuthema (politische Verschwendung), Workshop bleibt folgenlos.
Verschwendung ist als Compliance-Pflicht erzwungen und nicht verhandelbar, Methode greift nicht.

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