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Run SheetSystems ThinkingWhole-system Mapping

Systems Mapping

KomplexitätMedium
Zeit1-3 h
Teilnehmende3-12
FormatBoth
MaturityEstablished
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenProblembereichnicht im Katalog

Ein zu kartierender Systembereich ist abgegrenzt (z. B. Logistikkette, Onboarding-Prozess, Plattform-Oekosystem) mit Start- und Endkriterien.

Ohne: Ohne Abgrenzung kartiert die Gruppe „die Welt“ und liefert ein unbrauchbar grosses Diagramm.
Vorher abschließenStakeholder Mapping

Wesentliche Stakeholder im Systembereich sind identifiziert.

Ohne: Ohne Stakeholder-Inventur fehlen Akteure und Map wird einseitig technisch.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Whiteboard oder Miro-Board mit grossflaechigem Platz; Stickies in mehreren Farben fuer Komponenten, Akteure, Fluesse, Grenzen; Pfeile mit Beschriftung; Legende sichtbar.

Personen / Rollen

Ein Facilitator; 4-10 Teilnehmende mit unterschiedlichen Perspektiven (intern, extern, technisch, Business); ein Scribe; optional ein Aussenstehender als Challenger.

Vorabinfos

Beschreibung des Systembereichs; bekannte Komponenten, Akteure und Beziehungen; aktuelle Pain Points; Daten zu Fluessen (Material, Information, Geld); externe Einflussfaktoren.

Zeitbedarf

3-4 h

Setup

Grenzen des Systems schriftlich definieren (was ist innen, was aussen). Legende anbringen. Regel: Verschiedene Elementtypen verschiedene Farben. Pfeile beschriften (was fliesst).

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Komponenten, Akteure und Beziehungen formen das System, wo liegen Grenzen, und welche Hebel sind innerhalb der Grenze veraenderbar?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Grenzen und Zweck
30 minSystemzweck und Grenze schriftlich. Was gehoert zum System (innen), was ist Umwelt (aussen). Zeithorizont festlegen.Wenn Grenzen verschwimmen, ist die Map politisch. Klare Entscheidung mit Decider, sonst zieht jeder Stakeholder die Grenze anders.
2Phase 2: Komponenten und Akteure
45 minStickies fuer Komponenten (z. B. Systeme, Tools, Prozesse) und Akteure (z. B. Teams, Kunden, Lieferanten). Innerhalb und ausserhalb der Grenze anordnen.Wenn 50 Komponenten entstehen, ist Aggregation noetig. Gleichartige Komponenten zusammenfassen, Detail in Sub-Map.
3Phase 3: Fluesse und Beziehungen
60 minPfeile zwischen Komponenten. Pfeil-Beschriftung: was fliesst (Material, Information, Geld, Vertrauen). Farbe pro Fluss-Typ.Wenn alle Pfeile gleich aussehen, ist die Map unleserlich. Mindestens drei Fluss-Typen unterscheiden, gefaerbt oder gestrichelt.
4Phase 4: Pain Points und Constraints
30 minPain Points (rot) markieren: Engpaesse, Konflikte, Doppelarbeit. Externe Constraints (z. B. Regulierung, Marktlage) am Rand der Grenze.Pain Points machen Map handlungsrelevant. Map ohne Pain Points ist Inventar. Mindestens drei Pain Points pflicht.
5Phase 5: Hebel und Aktionen
30 minHebelpunkte innerhalb der Grenze identifizieren. Pro Top-Pain einen Hebel und konkrete Folgeaktion mit Owner und Frist.Hebel ausserhalb der Grenze sind nicht beeinflussbar. Wenn alle Hebel aussen liegen, ist die Grenze falsch geschnitten.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Systems Map als Bild plus Markdown-Begleitung mit Grenzen, Komponentenliste, Akteursliste, Flussliste, Pain Points, Constraints, Hebeln und Aktionsliste mit Owner und Frist.

Tool-Alternativen
  • Miro oder FigJam mit Stickies und Frames
  • Kumu fuer interaktive Visualisierungen
  • draw.io oder Lucidchart fuer formalere Darstellung
  • Mentimeter oder Mural fuer kollaborative Sammlung
  • Whiteboard.fi oder Stormboard fuer Remote-Setups
Versionierung / Ownership

Pro Iteration eigene Version mit Datum. Aenderungen an Grenzen oder Komponenten dokumentieren. Bei Folgeworkshops Vorgaenger-Map referenzieren.

canvas

Systems Mapping Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Systems Mapping mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Systems Mapping Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- System Map:
- Dependencies:
- Leverage Points:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

systems-mapping-beispiel.md
markdown
## Systems Map - Beleg-Eingang Steuerkanzlei Bertram, Mai 2026

**Grenze**: Vom Beleg-Versand des Mandanten bis zur DATEV-Buchung. Zeithorizont 12 Monate.

**Komponenten (Auszug)**
- Mandanten-Postfach (E-Mail, Briefkasten, App).
- Belegannahme-Postfach Kanzlei (5 Quellen).
- DATEV Unternehmen Online.
- Internes Ablagesystem (Ordnerstruktur auf NAS).
- Belegerkennung (manuell durch Jana).

**Akteure**
- Mandanten (innerhalb der Beziehung, ausserhalb der Kanzleigrenze).
- Sabine (Inhaberin).
- Jana (Fachangestellte).
- DATEV-Support (extern).

**Fluesse**
- Material (Papierbelege): Mandant -> Briefkasten -> Jana.
- Information (Digital): Mandant -> E-Mail -> Jana -> DATEV.
- Geld: Mandant -> Kanzlei (Honorar).
- Vertrauen: bidirektional, abhaengig von Reaktionszeit.

**Pain Points**
- Fuenf Belegquellen, keine kanonische Eingangsstelle.
- Manuelle Sortierung dauert 4 h/Woche.
- Mandanten wissen oft nicht, welcher Beleg fehlt.

**Constraints (extern)**
- DSGVO-Aufbewahrungspflicht.
- DATEV-Schnittstellen-Format.

**Hebel und Aktionen**
- SM-01: Kanonische Eingangs-App fuer Mandanten (Owner: Sabine, bis 31.07.).
- SM-02: Belegcheckliste pro Mandant (Owner: Jana, bis 30.06.).
- SM-03: Quartals-Review der Eingangsstellen (Owner: Sabine).
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Grenzen verschwimmen

Symptom

Map waechst, Diskussion wandert ab, niemand weiss, was noch dazugehoert.

Was tun

Decider entscheidet Grenze vor Beginn. Bei Drift Facilitator unterbricht. Externes wird klar am Rand markiert.

Falle

Nur technische Komponenten

Symptom

Akteure fehlen, Map wirkt wie Architekturdiagramm.

Was tun

Pflichtphase Akteure. Pro Komponente fragen: wer interagiert. Mindestens fuenf Akteure pro Map.

Falle

Pfeile ohne Beschriftung

Symptom

Linien zwischen Komponenten ohne klaren Fluss-Typ, Map unleserlich.

Was tun

Pfeile pflicht beschriften. Was fliesst, in welche Richtung, in welcher Frequenz. Farben fuer Fluss-Typen.

Falle

Pain Points ausgelassen

Symptom

Map ist sauber, niemand fuehlt sich angesprochen, keine Folgeaktion entsteht.

Was tun

Pain-Point-Phase explizit. Gezielt fragen: wo entsteht Reibung, wo gibt es Wartezeit, wo Doppelarbeit. Mindestens drei rot markierte Stellen.

Falle

Aktionen ausserhalb der Grenze

Symptom

Empfohlene Hebel betreffen Faktoren, die nicht beeinflusst werden koennen.

Was tun

Pro Hebel pruefen: liegt er innerhalb der Grenze. Wenn nein, entweder Grenze neu schneiden oder Aktion verwerfen.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Grenzen sind nicht definierbar, Map wird zur generischen Beschreibung.
Wesentliche Stakeholder nicht im Workshop, Aussenperspektive fehlt.
Decider nicht erreichbar, Empfehlungen ohne Mandat.
Map deckt mehrere unabhaengige Systeme ab, Workshop verliert Fokus.
Pain Points sind nicht artikulierbar, Methode liefert keine Handlungslogik.
Zeitfenster unter 90 min, Map bleibt unvollstaendig.

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