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Run SheetBusiness StrategyStrategy Assessment

SWOT Analysis

KomplexitätLow
Zeit30-60 min
Teilnehmende3-12
FormatWorkshop
MaturityCanonical
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenStrategischer Anlassnicht im Katalog

Ein konkreter strategischer Entscheidungsanlass ist formuliert, etwa Markteintritt, Investition, Repositionierung oder Strategieklausur.

Ohne: Ohne Anlass bleibt die SWOT ein generisches Listenprodukt, das niemand für Entscheidungen heranzieht.
Vorher abschließenStakeholder Mapping

Die relevanten Stakeholder mit Markt- und Innenkenntnis sind identifiziert und als Teilnehmende bestätigt.

Ohne: Ohne diese Auswahl spiegelt die SWOT nur die Perspektive einer Funktion, externe Chancen und Bedrohungen werden unterschätzt.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Whiteboard oder Miro-Board mit Vier-Felder-Raster (Strengths, Weaknesses oben; Opportunities, Threats unten); Stickies in vier Farben; Marker; Vorlage für TOWS-Verknüpfung als zweite Seite.

Personen / Rollen

Ein Facilitator, der die Diskussion strukturiert; vier bis acht Teilnehmende aus Strategie, Vertrieb, Produkt und Operations; ein Scribe, der Belege und Quellen mitschreibt.

Vorabinfos

Aktuelle Marktdaten und Wettbewerbsanalyse; interne Performance-Kennzahlen der letzten zwei Quartale; bekannte Trends aus PESTLE; bestehende Strategie- oder Visionspapiere.

Zeitbedarf

90-120 min

Setup

Raster anlegen, Definition jeder Zelle sichtbar machen (intern vs. extern, positiv vs. negativ). Regel ansagen: jeder Eintrag braucht einen Beleg (Zahl, Quelle, Beobachtung). Timer auf 20 min pro Zelle.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche internen Stärken und Schwächen treffen auf welche externen Chancen und Bedrohungen, und welche Handlungslogik leitet sich daraus ab?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Scope und Belege schärfen
15 minStrategischen Anlass und Betrachtungseinheit (gesamtes Unternehmen, Geschäftsfeld, Produkt) explizit machen. Beleg-Regel festziehen: kein Eintrag ohne Quelle oder Kennzahl.Wenn die Einheit unklar bleibt, mischt die Gruppe Aussagen über Konzern und Produkt. Auf eine Ebene festlegen, sonst Doppelarbeit.
2Phase 2: Strengths und Weaknesses
25 minNur intern beeinflussbare Faktoren sammeln. Jeder Eintrag mit Beleg und differenzierender Bezugsgröße (gegenüber Wettbewerb, Markt, Vorjahr).Aussagen wie „motiviertes Team“ ohne Vergleichsgröße sind keine Strength. Wenn jeder Wettbewerber dasselbe behaupten könnte, ist es kein Differenzierungsmerkmal.
3Phase 3: Opportunities und Threats
25 minNur externe Faktoren sammeln, die das Unternehmen nicht steuert. Pro Eintrag Eintrittswahrscheinlichkeit und erwartete Wirkung notieren.Wenn die Gruppe interne Themen in Opportunities einsortiert („wir könnten X bauen“), umlagern. X ist Massnahme, nicht Chance.
4Phase 4: TOWS-Verknüpfung
30 minFelder paarweise kreuzen: SO (Stärken nutzen für Chancen), WO (Schwächen abbauen für Chancen), ST (Stärken gegen Bedrohungen), WT (Schwächen und Bedrohungen vermeiden). Pro Quadrant 2-3 Optionen ableiten.Ohne TOWS bleibt SWOT eine Liste. Erst die Kreuzung erzeugt Handlungsoptionen. Wenn ein Quadrant leer bleibt, ist die Datenbasis dort dünn.
5Phase 5: Priorisierung und Followup
15 minAus den TOWS-Optionen drei bis fünf strategische Stossrichtungen wählen, je mit Owner, Hypothese und Erfolgsindikator. Restliche Optionen ins Backlog.Wenn alle Optionen gleich wichtig erscheinen, fehlt Priorisierung. Dot-Voting oder Decision Matrix vorschalten.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Strukturiertes Dokument mit SWOT-Quadranten, TOWS-Matrix und priorisierter Stossrichtungsliste. Jeder Eintrag enthält Beleg, Quelle und Datum; Stossrichtungen haben Owner, Hypothese und Indikator.

Tool-Alternativen
  • Miro- oder FigJam-Board mit SWOT- und TOWS-Templates
  • Notion- oder Confluence-Seite mit Tabellen
  • Google Slides als Strategieartefakt für Leitungskreis
  • PowerPoint-Strategiedeck mit Quadranten- und TOWS-Folie
Versionierung / Ownership

Pro Strategiezyklus eigene Datei mit Datum und Betrachtungseinheit im Header. Vorgängerversion archivieren, nicht überschreiben. Belege bei jeder Aktualisierung neu mit Quelle und Datum referenzieren.

markdown

Strategy Brief

Kompaktes Briefing für strategischen Kontext, Zielbild, Prioritäten und Nicht-Ziele.

# Strategy Brief

## Kontext

Warum ist diese strategische Klärung jetzt nötig?

## Zielbild

Was soll in 6-12 Monaten anders sein?

## Prioritäten

1. ...
2. ...
3. ...

## Nicht-Ziele

- ...

## Messgrößen

- North Star Metric:
- Guardrail Metrics:

## Risiken

- ...

## Entscheidungen

Welche Entscheidungen sind daraus abzuleiten?
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

swot-beispiel.md
markdown
## SWOT - Solo-Steuerberaterin Sabine Bertram, Q2 2026

**Betrachtungseinheit**: Einzelpraxis, Schwerpunkt Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer.

### Strengths
- 92% Mandantenbindung über 3 Jahre (Branchenschnitt 78%, Quelle: DStV-Report 2025).
- DATEV-Zertifizierung Stufe 3, lokaler Wettbewerb hat nur Stufe 1-2.

### Weaknesses
- Auslastung bei 95%, keine Kapazität fuer Neugeschäft (Zeiterfassung KW 18-20).
- Keine Nachfolgeloesung, Einzelrisiko bei Krankheit.

### Opportunities
- E-Rechnungspflicht ab 2027 erzeugt Beratungsbedarf bei 320 lokalen Solo-Selbststaendigen (IHK-Zahlen).
- Kollegin Frau Otto geht in Rente, ca. 80 Mandate suchen Nachfolge.

### Threats
- Online-Steuerberatungs-Plattformen senken Preisniveau um 15-20% (Wettbewerbsbeobachtung).
- DATEV-Lizenzkosten steigen 2027 um 12%.

### TOWS-Stossrichtungen (priorisiert)
1. SO: E-Rechnungs-Onboarding-Paket fuer 30 Neumandate aus Otto-Praxis, Owner: Sabine, Hypothese 25k EUR Mehrumsatz/Jahr.
2. WO: Halbtagskraft (Steuerfachangestellte) ab 09/2026 einstellen, Owner: Sabine, Indikator Auslastung unter 80%.
3. WT: Vertretungsvereinbarung mit Kanzlei Mueller bis 31.07., Owner: Sabine.
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Beleglose Behauptungen

Symptom

Eintraege wie „starkes Team“ oder „schwieriger Markt“ ohne Zahl, Quelle oder Vergleich.

Was tun

Jeden Eintrag mit Beleg fordern. Wenn kein Beleg vorhanden, als Hypothese markieren und Recherche-Followup setzen, nicht in die Endfassung.

Falle

Verwechslung intern und extern

Symptom

Interne Massnahmen tauchen unter Opportunities auf, externe Trends unter Strengths.

Was tun

Zellen-Definition vor jeder Phase wiederholen. Strengths/Weaknesses = das Unternehmen kann es selbst aendern. Opportunities/Threats = das Unternehmen nimmt es hin.

Falle

TOWS wird uebersprungen

Symptom

Workshop endet mit vier Listen, ohne dass Handlungsoptionen abgeleitet werden.

Was tun

TOWS in die Agenda zwingen. Mindestens 30 min reservieren. SWOT ohne TOWS ist Diagnose ohne Therapie.

Falle

Bezugsgroesse fehlt bei Differenzierung

Symptom

Strengths sind Eigenschaften, die jeder Wettbewerber genauso behaupten kann.

Was tun

Frage nach „im Vergleich zu wem“. Wenn die Antwort niemanden konkret nennt, ist es keine Strength, sondern eine Hygiene-Voraussetzung.

Falle

Zu breite Betrachtungseinheit

Symptom

Aussagen schwanken zwischen Konzernebene und einzelnem Produkt, Quadranten widersprechen sich.

Was tun

Auf eine Ebene festlegen. Falls beide Ebenen relevant sind, zwei SWOTs hintereinander, nicht parallel.

Falle

Priorisierung per Konsens

Symptom

Alle Stossrichtungen werden als „wichtig“ markiert, keine Auswahl getroffen.

Was tun

Decision Matrix oder Dot-Voting nachschalten. Maximal fuenf Stossrichtungen ins Endartefakt, Rest ins Backlog.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Kein konkreter strategischer Anlass, SWOT wird zur generischen Selbstbeschreibung.
Keine externen Daten verfuegbar, Opportunities und Threats werden reine Vermutung.
Teilnehmerrunde ist auf eine Funktion beschraenkt, Aussenperspektive fehlt komplett.
Entscheidungsbefugte Person fehlt, abgeleitete Stossrichtungen werden nicht beschlossen.
Betrachtungseinheit ist nicht eingegrenzt, Aussagen vermischen mehrere Ebenen.
TOWS-Phase wird aus Zeitgruenden gestrichen, SWOT bleibt ohne Handlungslogik.

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