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Run SheetUX ResearchSynthesis

Empathy Mapping

KomplexitätLow
Zeit30-60 min
Teilnehmende4-8
FormatWorkshop
MaturityEstablished
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenUser Research

Mindestens 5 Interview-Sessions oder vergleichbare Beobachtungen mit der zu mappenden Nutzergruppe liegen als Notizen und Zitate vor.

Ohne: Ohne Research-Material wird die Empathy Map mit internen Annahmen befüllt, der Lerneffekt bleibt aus.
Vorher abschließenUser Type Definitionnicht im Katalog

Der zu mappende User Type (Persona, Segment, Stakeholder-Gruppe) ist eindeutig benannt, sodass alle im Raum dasselbe Subjekt vor Augen haben.

Ohne: Ohne klaren User Type vermischen sich Aussagen über verschiedene Gruppen und die Map wird unbrauchbar.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Empathy-Map-Vorlage (klassisch 4 oder 6 Quadranten: Says, Thinks, Does, Feels; optional Sees, Hears); Whiteboard oder digitales Board; Stickies in einer Farbe für Evidenz, andere Farbe für Annahmen; Research-Highlights griffbereit.

Personen / Rollen

Ein Facilitator; 4-8 Teammitglieder aus Produkt, Design, Engineering, ggf. Stakeholder; idealerweise mindestens ein Researcher mit direktem Interview-Kontakt.

Vorabinfos

Research-Notizen mit Zitaten; User-Type-Beschreibung; Zweck des Workshops (Kickoff-Empathie vs. Annahmen-Check vs. Synthese); aktuelle Hypothesen über User.

Zeitbedarf

30-60 min

Setup

Vorlage groß auf Wand oder Board. User Type oben einkleben. Zwei Stickie-Farben definieren (z. B. blau = belegte Evidenz, gelb = Annahme). Timer auf 45 min. Regel: pro Stickie eine konkrete Aussage.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Was sagt, denkt, tut und fühlt unser Nutzer, woher wissen wir das, und wo sind unsere blinden Flecken?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: User Type aufrufen
5 minUser Type laut benennen mit Kurzbeschreibung. Bei mehreren Personas: nur eine pro Map. Zweck der Map erklären (gemeinsames Bild, Annahmen-Check).Wenn Team Persona oder User Type nicht teilt, Map driftet sofort. Erst Anker setzen, dann mappen.
2Phase 2: Says und Does befüllen
10-15 minAus Research-Notizen direkte Zitate als „Says“-Stickies (blau). Beobachtetes Verhalten als „Does“ (blau). Bei fehlender Evidenz „Does“ als Annahme (gelb) markieren.Says und Does sind das Beobachtbare, das härtere Fundament. Lieber wenige belegte als viele erfundene Stickies.
3Phase 3: Thinks und Feels ergänzen
10-15 minThinks und Feels sind interpretiert, nicht direkt beobachtet. Pro Stickie Begründung aus Zitat oder Beobachtung. Wenn keine Begründung, als Annahme markieren und nachforschen.Thinks und Feels sind die Inferenz-Felder. Wenn alle Stickies hier annahmebasiert sind, ist die Map mehr Hypothese als Bestand.
4Phase 4: Muster und Widersprüche
10-15 minMap als Ganzes ansehen: gibt es Widersprüche (sagt X, tut Y)? Gibt es Cluster von Aussagen? Was ist überraschend? Diese Punkte als Insights markieren.Widersprüche zwischen Says und Does sind oft die wichtigsten Insights. Wenn keine Widersprüche sichtbar, vielleicht zu wenig Tiefe oder zu wenig Quellen.
5Phase 5: Annahmen und Folgeaktionen
5-10 minGelbe Stickies (Annahmen) priorisieren: welche sind kritisch, welche zu prüfen? Pro Top-Annahme Validierungs-Schritt (Interview-Frage, Survey, A/B-Test) mit Owner.Empathy Map ohne Annahmen-Backlog ist Wissens-Snapshot. Mit Annahmen-Backlog ist sie Research-Treiber.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Empathy Map als Bild oder digitaler Export mit User-Type-Bezeichnung, 4-6 Quadranten, klar markierten Evidenz- und Annahmen-Stickies, identifizierten Insights und Annahmen-Backlog mit Validierungs-Plan.

Tool-Alternativen
  • Miro oder FigJam mit Empathy-Map-Template
  • Mural mit Vorlage
  • Whiteboard mit physischen Stickies und Foto-Export
  • Figma mit Custom-Map-Template
Versionierung / Ownership

Pro User Type eigene Map mit Datum. Bei größeren Research-Runden neue Version, alte behalten als Vergleichsbasis. Annahmen-Verlauf (offen / validiert / widerlegt) im Annahmen-Backlog tracken.

canvas

Empathy Mapping Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Empathy Mapping mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Empathy Mapping Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- Empathy Map:
- Assumptions List:
- Research Gaps:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

empathy-mapping-beispiel.md
markdown
## Empathy Map — „Sabine, Solo-Steuerberaterin“ (KW 19/2026, n=5 Interviews)

### Says (blau, belegt)
- „Wenn die App nicht in 30 Min läuft, ist sie weg.“ (P3)
- „Ich brauche DATEV-Export, sonst gar nicht erst anschauen.“ (P5)
- „Marketing-Sprache nervt mich.“ (P1, P2)
- „Ich entscheide allein, ich frage niemanden.“ (P1, P3, P4)

### Does (blau, beobachtet; gelb, vermutet)
- BLAU: Lädt Demo herunter ohne sich zu registrieren (4/5)
- BLAU: Sucht direkt nach „DATEV“ in der App nach Login (5/5)
- BLAU: Bricht ab, wenn DATEV-Export nicht in <10 min auffindbar (3/5 in unserem Beobachtungstest)
- GELB: Vergleicht systematisch 2-3 Optionen (Annahme aus 2 Aussagen, nicht beobachtet)

### Thinks (gelb, interpretiert)
- „Vertraut nur Lösungen mit transparenten Backup-Mechanismen“ (interpretiert aus Datenverlust-Geschichten in 4 Interviews)
- „Misstraut Marketing, vertraut Peer-Empfehlungen“ (Annahme, in Survey zu validieren)
- „Hat Angst, einen Quartalstermin mit neuer Software zu verpassen“ (interpretiert aus emotional besetzten Zitaten zu Migration)

### Feels (gelb, interpretiert)
- Erschöpft von ständigem Werkzeug-Wechsel und Marketing-Druck (4/5 nannten Frust mit Software-Markt)
- Erleichtert nach erfolgreichem Test-Flow (beobachtet bei P3 nach 15 min)
- Angespannt vor jeder neuen Tool-Einführung wegen Mandanten-Verantwortung

### Insights
- Widerspruch: Sabine sagt „Marketing-Sprache nervt“ und sucht trotzdem nach Vertrauenssignalen (Backup, Audit). Vertrauen muss anders kommuniziert werden.
- Cluster: 30-Min-Test-Regel ist konsistent, ungeachtet wer interviewt wurde.
- Überraschung: Persönliches Netzwerk spielt geringere Rolle als angenommen (3/5 entschieden allein).

### Annahmen-Backlog
- A1: „Vergleicht 2-3 Optionen“ - in Survey prüfen (Owner: @lisa, KW 22)
- A2: „Misstraut Marketing, vertraut Peers“ - in nächster Interview-Runde verifizieren (Owner: @anna, KW 23)
- A3: „Hat Angst vor Quartalstermin“ - mit emotionalem Probing-Interview prüfen (Owner: @ben, KW 24)
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Evidenz und Annahme vermischt

Symptom

Alle Stickies in derselben Farbe, niemand erkennt was belegt ist.

Was tun

Strikt zwei Farben durchhalten: Evidenz (mit Zitat-Beleg) vs. Annahme. Beim Lesen sofort klar, was Wissen und was Hypothese ist.

Falle

Mehrere User Types in einer Map

Symptom

Map mischt Aussagen über verschiedene Personas, Insights werden unbrauchbar.

Was tun

Eine Map = ein User Type. Bei mehreren Typen mehrere Maps. Sonst Mittelwert ohne Aussagekraft.

Falle

Thinks und Feels überfüllt mit Annahmen

Symptom

Quadranten voll mit interpretativen Aussagen ohne Begründung.

Was tun

Thinks und Feels nur eintragen, wenn aus Says oder Does ableitbar. Wenn nur Bauchgefühl, als Annahme markieren und Annahmen-Backlog füllen.

Falle

Workshop ohne Researcher

Symptom

Team rät über User, niemand kann Aussagen mit Interviews belegen.

Was tun

Mindestens einen Researcher mit direktem Kontakt im Raum. Wenn nicht möglich, Workshop vertagen oder als Annahmen-Sammlung deklarieren (gelb only).

Falle

Keine Folgeaktion

Symptom

Map wird erstellt und im Wiki abgelegt, keine Validierung der Annahmen.

Was tun

Annahmen-Backlog mit Owner und Termin verpflichtend am Workshop-Ende. Sonst war die Map Beschäftigung.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Keine Research-Quelle verfügbar, Map wäre rein Annahmen-Sammlung.
User Type nicht definiert oder uneinheitlich verstanden.
Workshop kürzer als 30 min angesetzt, Tiefe nicht erreichbar.
Team behandelt Map als Wahrheit statt als Hypothesen-Werkzeug.
Keine Bereitschaft für Annahmen-Validierung, Methode versandet.
User Type ist so heterogen, dass Aussagen nur generisch werden.

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