Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.
Peer Instruction
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Erste Wahl bleibt individuell und ohne Austausch. Nur die Verteilung zeigen, dann bei gemischten Antworten Peer-Gespräch starten; Lösung erst danach erklären.
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Geprüfte Concept Question mit plausiblen Distraktoren, Abstimmungsmedium, sichtbare Antwortverteilung, Timer und Transferfrage.
Lehrperson als Fragendesign und Facilitation · Lernende als individuelle Entscheider:innen und Peer-Erklärende · optional Beobachtung für Antwortverteilung
Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.
10–20 Minuten je Concept Question; mehrere Fragen mit kurzen Erklärblöcken kombinieren.
Erste Wahl bleibt individuell und ohne Austausch. Nur die Verteilung zeigen, dann bei gemischten Antworten Peer-Gespräch starten; Lösung erst danach erklären.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche Begründung trägt die Konzeptantwort, und wie verändert sich das Verständnis nach dem Peer-Austausch?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
Peer Instruction beginnt mit einer anspruchsvollen Konzeptfrage, die jede Person zunächst allein beantwortet. Erst danach werden Begründungen unter Peers ausgetauscht und die Frage erneut beantwortet. Die Lehrperson erklärt nicht vorzeitig die Lösung.
Peer-Instruction-Protokoll
Fiktives Beispiel
Fiktive Concept Question zur Skalierung eines Rechtecks.
| Durchlauf | Concept Question | Erstwahl | Peer-Begründung | Zweitwahl und Folgerung |
|---|---|---|---|---|
| Fläche bei SkalierungWelche Begründung trägt die Konzeptantwort, und wie verändert sich das Verständnis nach dem Peer-Austausch? | A doppelt · B dreifach · C vierfach · D unverändert | A 9 · B 2 · C 11 · D 1 | C erklärt mit 2a × 2b = 4ab; A erkennt, dass beide Faktoren wirken. | A 2 · B 0 · C 21 · D 0. Lehrperson schließt mit einem Volumen-Transferfall. |
1. Concept Question
- Fläche bei Skalierung
- A doppelt · B dreifach · C vierfach · D unverändert
2. Erstwahl
- Fläche bei Skalierung
- A 9 · B 2 · C 11 · D 1
3. Peer-Begründung
- Fläche bei Skalierung
- C erklärt mit 2a × 2b = 4ab; A erkennt, dass beide Faktoren wirken.
4. Zweitwahl und Folgerung
- Fläche bei Skalierung
- A 2 · B 0 · C 21 · D 0. Lehrperson schließt mit einem Volumen-Transferfall.
Die Antwortverteilungen sind erfunden.
- 1
Frage
Concept Question stellen

Ziel
Geprüfte Concept Question: Eine konzeptionelle Frage mit plausiblen Optionen und typischen Fehlvorstellungen stellen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.
Durchführung
- Eine konzeptionelle Frage mit plausiblen Optionen und typischen Fehlvorstellungen stellen.
Ergebnis
Geprüfte Concept Question
Geprüfte Concept Question
Qualitätscheck
Prüft die Frage ein Konzept und spiegeln Distraktoren typische Fehlvorstellungen?
Stolperfalle
Die Frage prüft Erinnerung, Rechenroutine oder einen Trick statt eines Konzepts. Zu „Concept Question stellen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Eine konzeptionelle Frage mit plausiblen Optionen und typischen Fehlvorstellungen stellen.
Zeitlicher Rahmen: 2–3 Minuten
- 2
Einzelwahl
Individuell antworten

Ziel
Unabhängige Erstwahl: Alle wählen und begründen zunächst allein, damit die eigene Ausgangsannahme sichtbar ist.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Geprüfte Concept Question
Durchführung
- Alle wählen und begründen zunächst allein, damit die eigene Ausgangsannahme sichtbar ist.
Ergebnis
Unabhängige Erstwahl
Unabhängige Erstwahl
Qualitätscheck
Hat jede Person vor dem Austausch eine eigene Antwort und Begründung festgelegt?
Stolperfalle
Lernende sprechen schon vor der Erstwahl mit Nachbar:innen. Zu „Individuell antworten“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Alle wählen und begründen zunächst allein, damit die eigene Ausgangsannahme sichtbar ist.
Zeitlicher Rahmen: 1–2 Minuten
- 3
Verteilung
Antworten zeigen

Ziel
Sichtbare Erstverteilung: Antwortverteilung ohne Lösung anzeigen und die strittige Denkstelle benennen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Unabhängige Erstwahl
Durchführung
- Antwortverteilung ohne Lösung anzeigen und die strittige Denkstelle benennen.
Ergebnis
Sichtbare Erstverteilung
Sichtbare Erstverteilung
Qualitätscheck
Wird nur die Verteilung gezeigt, ohne richtige Antwort oder Mehrheitsdruck zu verraten?
Stolperfalle
Die Lehrperson lobt eine Option, verrät die Lösung oder deutet die Mehrheitswahl als richtig. Zu „Antworten zeigen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Antwortverteilung ohne Lösung anzeigen und die strittige Denkstelle benennen.
Zeitlicher Rahmen: 1 Minute
- 4
Peer-Dialog
Begründungen austauschen

Ziel
Peer-Erklärungen: Nachbar:innen überzeugen sich mit Argumenten; die Lehrperson gibt die Lösung nicht vor.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Sichtbare Erstverteilung
Durchführung
- Nachbar:innen überzeugen sich mit Argumenten; die Lehrperson gibt die Lösung nicht vor.
Ergebnis
Peer-Erklärungen
Peer-Erklärungen
Qualitätscheck
Erklären Lernende ihren Denkweg und vergleichen Begründungen statt nur Buchstaben?
Stolperfalle
Peers handeln nur die Mehrheitsantwort aus, ohne ihre Gründe zu erklären. Zu „Begründungen austauschen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Nachbar:innen überzeugen sich mit Argumenten; die Lehrperson gibt die Lösung nicht vor.
Zeitlicher Rahmen: 3–6 Minuten
- 5
Rückwahl
Neu abstimmen

Ziel
Zweitwahl und Lehrentscheidung: Erneut wählen, Begründungsänderung notieren und Konzept mit Transferfall abschließen.
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Peer-Erklärungen
Durchführung
- Erneut wählen, Begründungsänderung notieren und Konzept mit Transferfall abschließen.
Ergebnis
Zweitwahl und Lehrentscheidung
Zweitwahl und Lehrentscheidung
Qualitätscheck
Zeigt die Zweitwahl einen begründeten Konzeptwechsel, und folgt bei Unsicherheit eine Erklärung oder neue Frage?
Stolperfalle
Nach der Zweitwahl geht der Unterricht weiter, obwohl die Fehlvorstellung bestehen bleibt. Zu „Neu abstimmen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Erneut wählen, Begründungsänderung notieren und Konzept mit Transferfall abschließen.
Zeitlicher Rahmen: 2–5 Minuten
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
Concept-Question-Protokoll mit Lernziel, Optionen, Erst- und Zweitverteilung, beobachteten Begründungen, Erklärung und Folgerung für die Lehre.
Zweitwahl und Lehrentscheidung mit Datum, Owner, Quellenstand und Reviewtermin versionieren. Frühere Beobachtungen erhalten; Änderungen mit Anlass ergänzen.
- Abstimmungskarten, Clicker oder anonymes digitales Voting
- Folie mit Concept Question und plausiblen Distraktoren
- Protokoll für Erstverteilung, Peer-Begründungen und Zweitverteilung
peer-instruction-working-template.md
Plane Leitfrage, Eingaben, vollständigen Durchlauf und Review mit klaren Verantwortungen.
Peer Instruction: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Vollständiger Durchlauf Zeit: 10–20 Minuten je Concept Question; mehrere Fragen mit kurzen Erklärblöcken kombinieren.
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Geprüfte Concept Question mit plausiblen Distraktoren, Abstimmungsmedium, sichtbare Antwortverteilung, Timer und Transferfrage.
- Rollen: Lehrperson als Fragendesign und Facilitation · Lernende als individuelle Entscheider:innen und Peer-Erklärende · optional Beobachtung für Antwortverteilung
- Vorab-Infos: Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.
- Gesamter Zeitbedarf: 10–20 Minuten je Concept Question; mehrere Fragen mit kurzen Erklärblöcken kombinieren.
- Setup: Erste Wahl bleibt individuell und ohne Austausch. Nur die Verteilung zeigen, dann bei gemischten Antworten Peer-Gespräch starten; Lösung erst danach erklären.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Frage: Concept Question stellen
- Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.
Einzelwahl: Individuell antworten
- Geprüfte Concept Question
Verteilung: Antworten zeigen
- Unabhängige Erstwahl
Peer-Dialog: Begründungen austauschen
- Sichtbare Erstverteilung
Rückwahl: Neu abstimmen
- Peer-Erklärungen
Peer-Instruction-Protokoll
| Durchlauf | Concept Question | Erstwahl | Peer-Begründung | Zweitwahl und Folgerung |
|---|---|---|---|---|
| Fläche bei Skalierung |
- Fläche bei Skalierung: Welche Begründung trägt die Konzeptantwort, und wie verändert sich das Verständnis nach dem Peer-Austausch?
Erst- und Zweitverteilung getrennt erfassen; Lösung erst nach dem Peer-Dialog festhalten.
Mazur Group · eigene Lehrdarstellung
Frage: Concept Question stellen
Erwartetes Artefakt: Geprüfte Concept Question
Geprüfte Concept Question
Eintrag:
...
- Prüft die Frage ein Konzept und spiegeln Distraktoren typische Fehlvorstellungen?
Einzelwahl: Individuell antworten
Erwartetes Artefakt: Unabhängige Erstwahl
Unabhängige Erstwahl
Eintrag:
...
- Hat jede Person vor dem Austausch eine eigene Antwort und Begründung festgelegt?
Verteilung: Antworten zeigen
Erwartetes Artefakt: Sichtbare Erstverteilung
Sichtbare Erstverteilung
Eintrag:
...
- Wird nur die Verteilung gezeigt, ohne richtige Antwort oder Mehrheitsdruck zu verraten?
Peer-Dialog: Begründungen austauschen
Erwartetes Artefakt: Peer-Erklärungen
Peer-Erklärungen
Eintrag:
...
- Erklären Lernende ihren Denkweg und vergleichen Begründungen statt nur Buchstaben?
Rückwahl: Neu abstimmen
Erwartetes Artefakt: Zweitwahl und Lehrentscheidung
Zweitwahl und Lehrentscheidung
Eintrag:
...
- Zeigt die Zweitwahl einen begründeten Konzeptwechsel, und folgt bei Unsicherheit eine Erklärung oder neue Frage?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/peer-instruction/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
peer-instruction-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Lehrbeispiel: Peer-Instruction-Protokoll
Leitfrage: Welche Begründung trägt die Konzeptantwort, und wie verändert sich das Verständnis nach dem Peer-Austausch?
| Concept Question | Erstwahl | Peer-Begründung | Zweitwahl und Folgerung |
|---|---|---|---|
| A doppelt · B dreifach · C vierfach · D unverändert | A 9 · B 2 · C 11 · D 1 | C erklärt mit 2a × 2b = 4ab; A erkennt, dass beide Faktoren wirken. | A 2 · B 0 · C 21 · D 0. Lehrperson schließt mit einem Volumen-Transferfall. |
Die Antwortverteilungen sind erfunden.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- Concept Question stellenDie Frage prüft Erinnerung, Rechenroutine oder einen Trick statt eines Konzepts.In der Phase ansehen
- Individuell antwortenLernende sprechen schon vor der Erstwahl mit Nachbar:innen.In der Phase ansehen
- Antworten zeigenDie Lehrperson lobt eine Option, verrät die Lösung oder deutet die Mehrheitswahl als richtig.In der Phase ansehen
- Begründungen austauschenPeers handeln nur die Mehrheitsantwort aus, ohne ihre Gründe zu erklären.In der Phase ansehen
- Neu abstimmenNach der Zweitwahl geht der Unterricht weiter, obwohl die Fehlvorstellung bestehen bleibt.In der Phase ansehen
Concept Question stellen
Die Frage prüft Erinnerung, Rechenroutine oder einen Trick statt eines Konzepts.
Zu „Concept Question stellen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Eine konzeptionelle Frage mit plausiblen Optionen und typischen Fehlvorstellungen stellen.
Individuell antworten
Lernende sprechen schon vor der Erstwahl mit Nachbar:innen.
Zu „Individuell antworten“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Alle wählen und begründen zunächst allein, damit die eigene Ausgangsannahme sichtbar ist.
Antworten zeigen
Die Lehrperson lobt eine Option, verrät die Lösung oder deutet die Mehrheitswahl als richtig.
Zu „Antworten zeigen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Antwortverteilung ohne Lösung anzeigen und die strittige Denkstelle benennen.
Begründungen austauschen
Peers handeln nur die Mehrheitsantwort aus, ohne ihre Gründe zu erklären.
Zu „Begründungen austauschen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Nachbar:innen überzeugen sich mit Argumenten; die Lehrperson gibt die Lösung nicht vor.
Neu abstimmen
Nach der Zweitwahl geht der Unterricht weiter, obwohl die Fehlvorstellung bestehen bleibt.
Zu „Neu abstimmen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Erneut wählen, Begründungsänderung notieren und Konzept mit Transferfall abschließen.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

