methodatlas
MethodenanleitungKnowledge Modeling

Peer Instruction

Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.

KomplexitätMittel
Zeit10-20 min je Frage
Teilnehmende6-50
FormatWorkshop
ReifegradCanonical
Peer Instruction planen
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenFrage

Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.

Ein Konzept und typische Fehlvorstellungen prüfen.
Vorher abschließenDurchführung

Erste Wahl bleibt individuell und ohne Austausch. Nur die Verteilung zeigen, dann bei gemischten Antworten Peer-Gespräch starten; Lösung erst danach erklären.

Vor dem Peer-Dialog nur die Verteilung zeigen.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Geprüfte Concept Question mit plausiblen Distraktoren, Abstimmungsmedium, sichtbare Antwortverteilung, Timer und Transferfrage.

Personen / Rollen

Lehrperson als Fragendesign und Facilitation · Lernende als individuelle Entscheider:innen und Peer-Erklärende · optional Beobachtung für Antwortverteilung

Vorabinfos

Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.

Zeitbedarf

10–20 Minuten je Concept Question; mehrere Fragen mit kurzen Erklärblöcken kombinieren.

Setup

Erste Wahl bleibt individuell und ohne Austausch. Nur die Verteilung zeigen, dann bei gemischten Antworten Peer-Gespräch starten; Lösung erst danach erklären.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Begründung trägt die Konzeptantwort, und wie verändert sich das Verständnis nach dem Peer-Austausch?

04

Ablauf

Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle

Peer Instruction beginnt mit einer anspruchsvollen Konzeptfrage, die jede Person zunächst allein beantwortet. Erst danach werden Begründungen unter Peers ausgetauscht und die Frage erneut beantwortet. Die Lehrperson erklärt nicht vorzeitig die Lösung.

Peer-Instruction-Protokoll

Fiktives Beispiel

Fiktive Concept Question zur Skalierung eines Rechtecks.

Peer-Instruction-Protokoll
DurchlaufConcept QuestionErstwahlPeer-BegründungZweitwahl und Folgerung
Fläche bei SkalierungWelche Begründung trägt die Konzeptantwort, und wie verändert sich das Verständnis nach dem Peer-Austausch?A doppelt · B dreifach · C vierfach · D unverändertA 9 · B 2 · C 11 · D 1C erklärt mit 2a × 2b = 4ab; A erkennt, dass beide Faktoren wirken.A 2 · B 0 · C 21 · D 0. Lehrperson schließt mit einem Volumen-Transferfall.
  1. 1. Concept Question

    Fläche bei Skalierung
    A doppelt · B dreifach · C vierfach · D unverändert
  2. 2. Erstwahl

    Fläche bei Skalierung
    A 9 · B 2 · C 11 · D 1
  3. 3. Peer-Begründung

    Fläche bei Skalierung
    C erklärt mit 2a × 2b = 4ab; A erkennt, dass beide Faktoren wirken.
  4. 4. Zweitwahl und Folgerung

    Fläche bei Skalierung
    A 2 · B 0 · C 21 · D 0. Lehrperson schließt mit einem Volumen-Transferfall.

Die Antwortverteilungen sind erfunden.

Mazur Group · eigene Lehrdarstellung

  1. 1

    Frage

    Concept Question stellen

    Ziel

    Geprüfte Concept Question: Eine konzeptionelle Frage mit plausiblen Optionen und typischen Fehlvorstellungen stellen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.

    Durchführung

    • Eine konzeptionelle Frage mit plausiblen Optionen und typischen Fehlvorstellungen stellen.

    Ergebnis

    Geprüfte Concept Question

    Geprüfte Concept Question

    Qualitätscheck

    Prüft die Frage ein Konzept und spiegeln Distraktoren typische Fehlvorstellungen?

    Stolperfalle

    Die Frage prüft Erinnerung, Rechenroutine oder einen Trick statt eines Konzepts. Zu „Concept Question stellen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Eine konzeptionelle Frage mit plausiblen Optionen und typischen Fehlvorstellungen stellen.

    Zeitlicher Rahmen: 2–3 Minuten

  2. 2

    Einzelwahl

    Individuell antworten

    Ziel

    Unabhängige Erstwahl: Alle wählen und begründen zunächst allein, damit die eigene Ausgangsannahme sichtbar ist.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Geprüfte Concept Question

    Durchführung

    • Alle wählen und begründen zunächst allein, damit die eigene Ausgangsannahme sichtbar ist.

    Ergebnis

    Unabhängige Erstwahl

    Unabhängige Erstwahl

    Qualitätscheck

    Hat jede Person vor dem Austausch eine eigene Antwort und Begründung festgelegt?

    Stolperfalle

    Lernende sprechen schon vor der Erstwahl mit Nachbar:innen. Zu „Individuell antworten“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Alle wählen und begründen zunächst allein, damit die eigene Ausgangsannahme sichtbar ist.

    Zeitlicher Rahmen: 1–2 Minuten

  3. 3

    Verteilung

    Antworten zeigen

    Ziel

    Sichtbare Erstverteilung: Antwortverteilung ohne Lösung anzeigen und die strittige Denkstelle benennen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Unabhängige Erstwahl

    Durchführung

    • Antwortverteilung ohne Lösung anzeigen und die strittige Denkstelle benennen.

    Ergebnis

    Sichtbare Erstverteilung

    Sichtbare Erstverteilung

    Qualitätscheck

    Wird nur die Verteilung gezeigt, ohne richtige Antwort oder Mehrheitsdruck zu verraten?

    Stolperfalle

    Die Lehrperson lobt eine Option, verrät die Lösung oder deutet die Mehrheitswahl als richtig. Zu „Antworten zeigen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Antwortverteilung ohne Lösung anzeigen und die strittige Denkstelle benennen.

    Zeitlicher Rahmen: 1 Minute

  4. 4

    Peer-Dialog

    Begründungen austauschen

    Ziel

    Peer-Erklärungen: Nachbar:innen überzeugen sich mit Argumenten; die Lehrperson gibt die Lösung nicht vor.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Sichtbare Erstverteilung

    Durchführung

    • Nachbar:innen überzeugen sich mit Argumenten; die Lehrperson gibt die Lösung nicht vor.

    Ergebnis

    Peer-Erklärungen

    Peer-Erklärungen

    Qualitätscheck

    Erklären Lernende ihren Denkweg und vergleichen Begründungen statt nur Buchstaben?

    Stolperfalle

    Peers handeln nur die Mehrheitsantwort aus, ohne ihre Gründe zu erklären. Zu „Begründungen austauschen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Nachbar:innen überzeugen sich mit Argumenten; die Lehrperson gibt die Lösung nicht vor.

    Zeitlicher Rahmen: 3–6 Minuten

  5. 5

    Rückwahl

    Neu abstimmen

    Ziel

    Zweitwahl und Lehrentscheidung: Erneut wählen, Begründungsänderung notieren und Konzept mit Transferfall abschließen.

    Voraussetzungen für diesen Schritt

    • Peer-Erklärungen

    Durchführung

    • Erneut wählen, Begründungsänderung notieren und Konzept mit Transferfall abschließen.

    Ergebnis

    Zweitwahl und Lehrentscheidung

    Zweitwahl und Lehrentscheidung

    Qualitätscheck

    Zeigt die Zweitwahl einen begründeten Konzeptwechsel, und folgt bei Unsicherheit eine Erklärung oder neue Frage?

    Stolperfalle

    Nach der Zweitwahl geht der Unterricht weiter, obwohl die Fehlvorstellung bestehen bleibt. Zu „Neu abstimmen“ zurückkehren und diesen Arbeitsschritt erneut ausführen: Erneut wählen, Begründungsänderung notieren und Konzept mit Transferfall abschließen.

    Zeitlicher Rahmen: 2–5 Minuten

05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Skizze: so sieht das Artefakt aus

Peer Instruction · Eric MazurConcept Question stellen, individuell abstimmen, Peer-Erklärung nutzen und Verständnis sichtbar verbessern
Peer InstructionDas Visual zeigt eine Concept Question, eine erste Abstimmung, Peer-Diskussion, zweite Abstimmung und abschließende Erklärung.Konzeptverständnis durch Abstimmen, Erklären und erneutes Abstimmen verbessernDie Antwortverteilung zeigt, ob Peer-Erklärungen das Verständnis tatsächlich verschieben.allein antwortenvergleichenerneut abstimmenLerngewinn sichtbarConcept QuestionWelche Aussage erklärt das Phänomen?Vote 1unsicherkorrekt38%Peer-DiskussionNachbar überzeugen, Begründung prüfenVote 2unsicherkorrekt74%ErklärenMissverständnis klären undKonzept schärfen
Form

Concept-Question-Protokoll mit Lernziel, Optionen, Erst- und Zweitverteilung, beobachteten Begründungen, Erklärung und Folgerung für die Lehre.

Versionierung / Ownership

Zweitwahl und Lehrentscheidung mit Datum, Owner, Quellenstand und Reviewtermin versionieren. Frühere Beobachtungen erhalten; Änderungen mit Anlass ergänzen.

Tool-Alternativen
  • Abstimmungskarten, Clicker oder anonymes digitales Voting
  • Folie mit Concept Question und plausiblen Distraktoren
  • Protokoll für Erstverteilung, Peer-Begründungen und Zweitverteilung

peer-instruction-working-template.md

Plane Leitfrage, Eingaben, vollständigen Durchlauf und Review mit klaren Verantwortungen.

Peer Instruction: Arbeitsvorlage

Fragestellung

Noch zu klären

Gewünschtes Ergebnis

Noch zu klären

Rahmen

Vollständiger Durchlauf Zeit: 10–20 Minuten je Concept Question; mehrere Fragen mit kurzen Erklärblöcken kombinieren.

Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.

Vorbereitung für diesen Umfang

Methodische Grundausstattung

  • Materialien: Geprüfte Concept Question mit plausiblen Distraktoren, Abstimmungsmedium, sichtbare Antwortverteilung, Timer und Transferfrage.
  • Rollen: Lehrperson als Fragendesign und Facilitation · Lernende als individuelle Entscheider:innen und Peer-Erklärende · optional Beobachtung für Antwortverteilung
  • Vorab-Infos: Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.
  • Gesamter Zeitbedarf: 10–20 Minuten je Concept Question; mehrere Fragen mit kurzen Erklärblöcken kombinieren.
  • Setup: Erste Wahl bleibt individuell und ohne Austausch. Nur die Verteilung zeigen, dann bei gemischten Antworten Peer-Gespräch starten; Lösung erst danach erklären.

Für die Arbeitsschritte bereitstellen

Frage: Concept Question stellen

  • Lernziel und typische Fehlvorstellung bestimmen. Frage so testen, dass Optionen aus nachvollziehbaren Denkwegen entstehen und nicht durch Wortlaut verraten werden.

Einzelwahl: Individuell antworten

  • Geprüfte Concept Question

Verteilung: Antworten zeigen

  • Unabhängige Erstwahl

Peer-Dialog: Begründungen austauschen

  • Sichtbare Erstverteilung

Rückwahl: Neu abstimmen

  • Peer-Erklärungen

Peer-Instruction-Protokoll

DurchlaufConcept QuestionErstwahlPeer-BegründungZweitwahl und Folgerung
Fläche bei Skalierung
  • Fläche bei Skalierung: Welche Begründung trägt die Konzeptantwort, und wie verändert sich das Verständnis nach dem Peer-Austausch?

Erst- und Zweitverteilung getrennt erfassen; Lösung erst nach dem Peer-Dialog festhalten.

Mazur Group · eigene Lehrdarstellung

Frage: Concept Question stellen

Erwartetes Artefakt: Geprüfte Concept Question

Geprüfte Concept Question

Eintrag:

...

  • Prüft die Frage ein Konzept und spiegeln Distraktoren typische Fehlvorstellungen?

Einzelwahl: Individuell antworten

Erwartetes Artefakt: Unabhängige Erstwahl

Unabhängige Erstwahl

Eintrag:

...

  • Hat jede Person vor dem Austausch eine eigene Antwort und Begründung festgelegt?

Verteilung: Antworten zeigen

Erwartetes Artefakt: Sichtbare Erstverteilung

Sichtbare Erstverteilung

Eintrag:

...

  • Wird nur die Verteilung gezeigt, ohne richtige Antwort oder Mehrheitsdruck zu verraten?

Peer-Dialog: Begründungen austauschen

Erwartetes Artefakt: Peer-Erklärungen

Peer-Erklärungen

Eintrag:

...

  • Erklären Lernende ihren Denkweg und vergleichen Begründungen statt nur Buchstaben?

Rückwahl: Neu abstimmen

Erwartetes Artefakt: Zweitwahl und Lehrentscheidung

Zweitwahl und Lehrentscheidung

Eintrag:

...

  • Zeigt die Zweitwahl einen begründeten Konzeptwechsel, und folgt bei Unsicherheit eine Erklärung oder neue Frage?

Offene Fragen und nächste Schritte

...

Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/peer-instruction/run-sheet

06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.

peer-instruction-beispiel.md

Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel

Fiktives Lehrbeispiel: Peer-Instruction-Protokoll

Leitfrage: Welche Begründung trägt die Konzeptantwort, und wie verändert sich das Verständnis nach dem Peer-Austausch?

Concept QuestionErstwahlPeer-BegründungZweitwahl und Folgerung
A doppelt · B dreifach · C vierfach · D unverändertA 9 · B 2 · C 11 · D 1C erklärt mit 2a × 2b = 4ab; A erkennt, dass beide Faktoren wirken.A 2 · B 0 · C 21 · D 0. Lehrperson schließt mit einem Volumen-Transferfall.

Die Antwortverteilungen sind erfunden.

07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf

  1. Concept Question stellenDie Frage prüft Erinnerung, Rechenroutine oder einen Trick statt eines Konzepts.In der Phase ansehen
  2. Individuell antwortenLernende sprechen schon vor der Erstwahl mit Nachbar:innen.In der Phase ansehen
  3. Antworten zeigenDie Lehrperson lobt eine Option, verrät die Lösung oder deutet die Mehrheitswahl als richtig.In der Phase ansehen
  4. Begründungen austauschenPeers handeln nur die Mehrheitsantwort aus, ohne ihre Gründe zu erklären.In der Phase ansehen
  5. Neu abstimmenNach der Zweitwahl geht der Unterricht weiter, obwohl die Fehlvorstellung bestehen bleibt.In der Phase ansehen
08

Abbruchkriterien

Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest

Unterbrechen oder zum vorherigen Schritt zurückkehren, wenn dieser Check nicht erfüllt ist: Prüft die Frage ein Konzept und spiegeln Distraktoren typische Fehlvorstellungen?
Unterbrechen oder zum vorherigen Schritt zurückkehren, wenn dieser Check nicht erfüllt ist: Hat jede Person vor dem Austausch eine eigene Antwort und Begründung festgelegt?
Unterbrechen oder zum vorherigen Schritt zurückkehren, wenn dieser Check nicht erfüllt ist: Wird nur die Verteilung gezeigt, ohne richtige Antwort oder Mehrheitsdruck zu verraten?
Unterbrechen oder zum vorherigen Schritt zurückkehren, wenn dieser Check nicht erfüllt ist: Erklären Lernende ihren Denkweg und vergleichen Begründungen statt nur Buchstaben?
Unterbrechen oder zum vorherigen Schritt zurückkehren, wenn dieser Check nicht erfüllt ist: Zeigt die Zweitwahl einen begründeten Konzeptwechsel, und folgt bei Unsicherheit eine Erklärung oder neue Frage?

Methode nach Eric Mazur. Kuratiert mit 1 Quellen.

Quellen: Mazur Group · eigene Lehrdarstellung

Ablauf, Timeboxen und Stolperfallen sind redaktionell kuratierte Praxisempfehlungen auf Basis der genannten Quellen.

Methodenanleitung durchgearbeitet?

Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.