Vollständig aufgesetztes GTD-System in einem Aufgabenmanager mit allen sieben Listen, befüllt aus initialem Capture, Wochen-Review als wiederkehrender Termin, geteilter Projekte-Liste mit Owner und Next Action pro Projekt sowie Areas-of-Responsibility-Liste.
Getting Things Done
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Aufgabenmanager (Things, Todoist, OmniFocus, Notion) oder Markdown-Setup; physische Inbox-Schale; digitale Inbox-Sammler (Mail-Foldern, Quick-Capture-App); Wochen-Termin-Slot von 60-90 min; Kalender für Engage-Phase.
Solo-Praxis, eine Person. Optional Coach oder Buddy für die ersten 4 Wochen, der wöchentlich Review-Disziplin spiegelt.
Aktuelle offene Schleifen, ungelesene Mails, Notizzettel, vergessene Versprechen; aktuelle Verantwortlichkeiten (Areas) und laufenden Projekte; bevorzugter Kontextbegriff (z. B. @home, @büro, @anruf).
1-2 h Setup, laufend
Listen anlegen: Inbox, Projects, Next Actions, Waiting For, Someday/Maybe, Reference, Tickler. Pro Liste die GTD-Definition als Header. Wochen-Review-Termin im Kalender als wiederkehrender Slot.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche nächste konkrete Aktion bringt die jeweils richtige offene Schleife im richtigen Kontext voran?
Ablauf
Marker: Sektion
| Schritt | Dauer | Aktion | Hinweis |
|---|---|---|---|
1Sektion 1: Capture | Initial 60-120 min, danach laufend | Alles, was Aufmerksamkeit beansprucht, in die Inbox: Mails, Notizzettel, Versprechen, mentale Schleifen. Initial einmal komplett, danach kontinuierlich. | „Alles“ heißt alles, auch unbequemes (z. B. Steuererklärung 2024 erledigen). Wer filtert, baut Schuldgefühle. Capture ohne Bewertung. |
2Sektion 2: Clarify | 10-20 min täglich | Pro Inbox-Item drei Fragen: ist es umsetzbar? Wenn nein: archive, Someday/Maybe oder Müll. Wenn ja: ist es ein Projekt (>1 Aktion)? Was ist die nächste konkrete Aktion? | Nächste Aktion ist eine konkrete physische oder digitale Tätigkeit, kein Thema. „Marketing-Strategie“ ist kein Next Action, „Termin mit @lisa fixieren“ schon. |
3Sektion 3: Organize | 10 min täglich | Next Actions in Kontextlisten (@anruf, @büro, @errands, @computer). Projekte mit definiertem Outcome in Projects-Liste. Wartende auf andere in Waiting For mit Datum. Termine in Kalender. | Kontextlisten sind Hebel: an der richtigen Liste wird produktiv. Wer alles in einer Liste hat, scrollt statt zu handeln. Kalender nur für Aktionen mit konkreter Zeit. |
4Sektion 4: Reflect (Wochen-Review) | 60-90 min wöchentlich | Inbox leeren, Projects-Liste prüfen (jedes Projekt hat eine Next Action?), Waiting For nachfassen, Kalender der nächsten 2 Wochen, Someday/Maybe scannen. Areas anschauen. | Wochen-Review ist der Kern. Ohne dieses Ritual verfällt das System binnen 3 Wochen. Termin als Verpflichtung, nicht „wenn Zeit ist“. |
5Sektion 5: Engage | Täglich | Aktion wählen nach Kontext (wo bin ich, was kann ich tun?), verfügbarer Zeit, Energie und Priorität. Aktion durchführen, abhaken oder neu definieren. | Engage ist nicht Priorisierung von außen, sondern situative Wahl. Wer hier wieder die ganze Liste sortiert, hat den Sinn verloren. |
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Initiale Setup-Notiz mit Datum. Reviews protokollieren, vor allem strukturelle Anpassungen (neue Area, neuer Kontext). Bei System-Drift Wochen-Review nutzen, nicht stiller Rebuild.
- Things 3 oder OmniFocus mit GTD-Native-Setup
- Todoist mit Projekten und Etiketten
- Notion-Datenbank mit Status-Property und Kontext-Tag
- Plain-Text mit Markdown und Datei pro Liste
getting-things-done-working-template.md
Kompakte Arbeitsvorlage für Getting Things Done mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.
Getting Things Done Arbeitsvorlage
Ziel
Systematisiert Aufgaben, Verpflichtungen und nächste Schritte in einem vertrauenswürdigen Workflow.
Kontext
Wann und wofür nutzen wir diese Methode?
Input
Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?
Durchführung
Kurze Notizen entlang des Runsheets.
Ergebnisartefakte
- Action Lists:
- Project List:
- Review Routine:
Annahmen und offene Fragen
- ...
Entscheidung / Nächster Schritt
Owner, Datum und Erfolgssignal.
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
getting-things-done-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
GTD-Setup — Sabine (Solo-Steuerberaterin), gestartet 11.05.2026
Tool: Things 3. Wochen-Review jeden Sonntag 18:00, 75 min.
Listen
- Inbox (heute 0 Items nach Sonntag-Review).
- Projects (12 aktiv): „Mandant Meyer Steuererklärung 2025 abschließen“, „Buchhaltungs-Software wechseln evaluieren“, „Lohnverarbeitung Mai für 3 Mandanten“, ...
- Areas (5): Mandanten, Eigene Buchhaltung, Personal, Schulung, Privat.
- Next Actions in Kontexten: @anruf (4), @büro (8), @datev (3), @errands (2), @computer (11).
- Waiting For (6): „Antwort Mandant Schmidt zu USt-Belegen, seit 12.05.“; „DATEV-Support-Ticket #4711, eskaliert 15.05.“.
- Someday/Maybe (14): „Steuerblog starten“, „Praktikum aufnehmen“, „Kanzlei-Räume erweitern“.
Beispiel-Wochen-Review-Eintrag (17.05.): Inbox geleert (32 -> 0). Drei Projekte ohne Next Action gefunden, ergänzt. Mandant-Meyer hat Termin verschoben, Kalender angepasst. Someday/Maybe-Eintrag „CRM evaluieren“ in Project promoviert.
Engage-Routine: 08:00 Tagesplanung 5 min, 1 wichtigste Aufgabe vor erstem Termin. Lange Slots für @datev-Liste, kurze @anruf-Slots in Wartezeiten.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Capture lückenhaft
Mentale Schleifen bleiben außerhalb des Systems, Vertrauen sinkt, System wird umgangen.
Quick-Capture-Tool immer verfügbar (App auf Phone, Index-Karten in Tasche). Wochen-Review prüft, ob Schleifen draußen geblieben sind.
Next Action zu vage
Listen voller Themen („Marketing“) statt Aktionen („Mail an @lisa zur Webinar-Terminanfrage“).
Pro Item Verb + Objekt + Kontext. Wenn unklar, ist Item ein Projekt; Next Action getrennt formulieren.
Wochen-Review fällt aus
Ein bis zwei Reviews verschoben, System driftet, Inbox füllt sich auf 200+ Items.
Review-Termin als Pflicht behandeln. Bei Ausfall am nächsten Tag nachholen, nicht aussetzen. Buddy-Disziplin in den ersten 4 Wochen.
Tool-Hopping
Alle 6 Wochen Wechsel des Tools, System wird nie reif, Daten verloren oder dupliziert.
Mindestens 12 Wochen mit einem Tool, bevor Wechsel evaluiert wird. Tool-Wechsel als Projekt mit Folgeaktion behandeln.
Priorisierung dominiert Engage
Statt situativ zu wählen, wird täglich neu priorisiert, Engage-Phase wird Mini-Wochen-Review.
Engage nach Kontext, Zeit, Energie. Priorisierung gehört in Review, nicht Engage. Wer täglich priorisiert, hat das System nicht verinnerlicht.
Abbruchkriterien
Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar
Runsheet durchgearbeitet?
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