Stimmt Gegenstand, Grenze und Entscheidung ab, bevor ihr das Modell füllt.
arc42
Die Anleitung zur Methode: Voraussetzungen und Materialien klären, den gesamten Ablauf verstehen und Ergebnisse, Stolperfallen sowie Abbruchkriterien nachschlagen.
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Bringt Quellen und Personen mit Prozesswissen ein; trennt Fakten von Annahmen.
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Gemeinsame Arbeitsfläche, Quellenbelege und eine abgestimmte Entscheidungsfrage.
Architektur, Entwicklung, Betrieb, Fachbereiche, Entscheidungsverantwortung.
Sammle vorhandene Daten, Beispiele, Rahmenbedingungen und relevante Perspektiven.
Mehrere fokussierte Termine; Umfang nach Komplexität und Beleglage bestimmen.
Das Team füllt die relevanten Kapitel von Kontext über Bausteine bis zu Laufzeit, Deployment und Risiken. Dabei werden Inhalte knapp, referenzierbar und anschlussfähig gehalten, damit Dokumentation und Gespräche dieselbe Basis haben. Am Ende entsteht ein durchgehendes Architekturprofil, das Pflege und Übergaben erleichtert.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welchen Systemkontext, welche Randbedingungen und Entscheidungen muss die Architektur vermitteln?
Ablauf
Phasen mit Ziel, Durchführung, Ergebnis und Stolperfalle
Arc42 strukturiert Architekturwissen so, dass Teams System, Entscheidungen und Risiken konsistent dokumentieren können. Die Vorlage baut ein lebendiges Architekturverständnis statt verstreuter Notizen auf.
arc42-Architekturdokumentation
Fiktives Arbeitsbeispiel
Fiktiv, System „Praxisportal“: Top-Qualitätsziel ist Verfügbarkeit während der Praxiszeiten. Kontext: Patient:innen und Praxisverwaltung; keine direkte Zahlungsabwicklung. Strategie: Buchungen zunächst über synchronisierte Verfügbarkeitskopie. Laufzeitfall: Slot reservieren, Bestätigung abwarten, bei Konflikt Alternativen anzeigen. Risiko: verspätete Synchronisierung. Kapitel 1, 3, 4, 6 und 10 zuerst pflegen; übrige Kapitel als bewusst markierte Lücken.
Einführung und Ziele
Stakeholder, Anforderungen und wichtigste Qualitätsziele festhalten.
Fiktiv: Verfügbarkeit während Praxiszeiten priorisiert.
Randbedingungen
Technische, organisatorische und regulatorische Vorgaben benennen.
Datenschutzvorgaben und vorhandenes Praxisverwaltungssystem.
Kontext und Abgrenzung
Systemgrenze, externe Partner und Schnittstellen erklären.
Patient:innen und Praxisverwaltung; keine Zahlungsabwicklung.
Lösungsstrategie
Leitende Ansätze und wichtige Architekturentscheidungen begründen.
Verfügbarkeitskopie mit Konfliktprüfung.
Bausteinsicht
Relevante Bausteine und ihre Verantwortung zeigen.
Booking API, Web-App, Termindatenbank.
Laufzeitsicht
Kritische Szenarien und Interaktionen beschreiben.
Slot reservieren; Bestätigung abwarten.
Verteilungssicht
Infrastruktur und Zuordnung von Softwarebausteinen abbilden.
Hosting und Praxisintegration als noch zu klärende Punkte.
Querschnittliche Konzepte
Wiederkehrende Konzepte und Regeln dokumentieren.
Authentifizierung und Audit-Protokollierung.
Architekturentscheidungen
Wichtige Entscheidungen mit Status und Begründung verknüpfen.
Synchronisationsstrategie in Prüfung.
Qualitätsanforderungen
Qualitätsszenarien messbar formulieren.
Fiktives Szenario: Bei verfügbarer Kalenderkopie beantworten 95 % der Slot-Suchen während der Praxisöffnungszeit die Verfügbarkeit in höchstens 2 Sekunden.
Risiken und technische Schulden
Bekannte Risiken samt Wirkung und Umgang festhalten.
Veraltete Verfügbarkeit kann Doppelbuchung auslösen.
Glossar
Domänenbegriffe konsistent definieren.
Slot bedeutet freigegebenen Zeitraum.
Der Beispieltext ist fiktiv; ersetze ihn durch belegte Projektinformationen.
- 1
Umfang
System und Dokumentationsbedarf festlegen

Ziel
Schlanker Dokumentationsplan
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Systemgrenze, Zielgruppen, bestehende Architekturdokumente
Durchführung
- Benenne System, Stakeholder, zentrale Qualitätsziele und den Zweck der Dokumentation; wähle relevante arc42-Abschnitte.
Ergebnis
Schlanker Dokumentationsplan
Schlanker Dokumentationsplan
Qualitätscheck
Ist jedes Kapitel für Stakeholder oder Entwicklung nützlich?
Stolperfalle
Alle zwölf Abschnitte werden unabhängig vom Bedarf maximal ausgefüllt. Dokumentiere nur Relevantes und markiere begründet offene Abschnitte.
Zeitlicher Rahmen: Zeitbedarf richtet sich nach Umfang und Beleglage; es gibt keine allgemeine Dauer.
- 2
Ziele
Ziele, Constraints und Kontext dokumentieren

Ziel
Abschnitte 1 bis 3 mit Belegen
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Requirements, Randbedingungen, externe Systeme
Durchführung
- Schreibe Qualitätsziele als priorisierte Szenarien, Constraints mit Quelle sowie Systemkontext und Schnittstellen.
Ergebnis
Abschnitte 1 bis 3 mit Belegen
Abschnitte 1 bis 3 mit Belegen
Qualitätscheck
Sind Qualitätsziele überprüfbar und Schnittstellen benannt?
Stolperfalle
Allgemeine Adjektive stehen ohne Mess- oder Nutzungskontext. Formuliere Auslöser, erwartete Reaktion und messbares Kriterium.
Zeitlicher Rahmen: Zeitbedarf richtet sich nach Umfang und Beleglage; es gibt keine allgemeine Dauer.
- 3
Sichten
Lösungsstrategie und Sichten entwickeln

Ziel
Architekturbeschreibung und relevante Sichten
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Qualitätsziele, vorhandene Architektur, kritische Szenarien
Durchführung
- Beschreibe leitende Entscheidungen und die dafür nötigen Building Block-, Runtime- und Deployment-Sichten. Verknüpfe Diagramme mit ihrem Text.
Ergebnis
Architekturbeschreibung und relevante Sichten
Architekturbeschreibung und relevante Sichten
Qualitätscheck
Beantwortet jede Sicht eine konkrete Qualitäts- oder Strukturfrage?
Stolperfalle
Diagramme duplizieren oder widersprechen sich. Bestimme eine führende Sicht und verlinke ergänzende Darstellungen.
Zeitlicher Rahmen: Zeitbedarf richtet sich nach Umfang und Beleglage; es gibt keine allgemeine Dauer.
- 4
Pflege
Qualität, Entscheidungen und Pflege sichern

Ziel
Lebende arc42-Dokumentation
Voraussetzungen für diesen Schritt
- Qualitätsszenarien, Risiken, technische Schulden, Teamverantwortung
Durchführung
- Halte wichtige Decisions mit Status, Risiken und Annahmen fest; verknüpfe Szenarien und definiere Auslöser für Aktualisierung.
Ergebnis
Lebende arc42-Dokumentation
Lebende arc42-Dokumentation
Qualitätscheck
Kann ein Leser erkennen, was aktuell, offen oder überholt ist?
Stolperfalle
Dokumentation verliert nach dem Architekturworkshop Aktualität. Verankere Update-Trigger in Review, Release oder Systemänderung.
Zeitlicher Rahmen: Zeitbedarf richtet sich nach Umfang und Beleglage; es gibt keine allgemeine Dauer.
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Skizze: so sieht das Artefakt aus
Die arc42-Struktur ordnet Architekturwissen in wiedererkennbare Kapitel und verbindet Gespräche, Onboarding und Pflege mit derselben Dokumentationslogik. Gute Anwendung befüllt nur die Abschnitte, die für das konkrete System Orientierung stiften, und verlinkt Entscheidungen statt Textmasse anzuhäufen. Der Nutzen steigt, wenn die Dokumentation laufend mit dem System mitwächst und nicht erst kurz vor einer Übergabe hektisch komplettiert wird.
Notiere Umfang, Datum, Beteiligte, Quellenstand und Verantwortung. Halte geänderte Annahmen samt Änderungsgrund fest.
- Gemeinsames Whiteboard oder Papiervorlage
- Quellen, Aufzeichnungen oder Messdaten
arc42-working-template.md
Bereite Entscheidung, Quellenbelege und nächste Prüfung vor.
arc42: Arbeitsvorlage
Fragestellung
Noch zu klären
Gewünschtes Ergebnis
Noch zu klären
Rahmen
Methode durchführen Zeit: Siehe Zeitrahmen im Katalog; keine allgemeine Dauer.
Diese Vorlage während der Arbeit auf Papier oder in einem eigenen Dokument ausfüllen.
Vorbereitung für diesen Umfang
Methodische Grundausstattung
- Materialien: Gemeinsame Arbeitsfläche, Quellenbelege und eine abgestimmte Entscheidungsfrage.
- Rollen: Architektur, Entwicklung, Betrieb, Fachbereiche, Entscheidungsverantwortung.
- Vorab-Infos: Sammle vorhandene Daten, Beispiele, Rahmenbedingungen und relevante Perspektiven.
- Gesamter Zeitbedarf: Mehrere fokussierte Termine; Umfang nach Komplexität und Beleglage bestimmen.
- Setup: Das Team füllt die relevanten Kapitel von Kontext über Bausteine bis zu Laufzeit, Deployment und Risiken. Dabei werden Inhalte knapp, referenzierbar und anschlussfähig gehalten, damit Dokumentation und Gespräche dieselbe Basis haben. Am Ende entsteht ein durchgehendes Architekturprofil, das Pflege und Übergaben erleichtert.
Für die Arbeitsschritte bereitstellen
Umfang: System und Dokumentationsbedarf festlegen
- Systemgrenze, Zielgruppen, bestehende Architekturdokumente
Ziele: Ziele, Constraints und Kontext dokumentieren
- Requirements, Randbedingungen, externe Systeme
Sichten: Lösungsstrategie und Sichten entwickeln
- Qualitätsziele, vorhandene Architektur, kritische Szenarien
Pflege: Qualität, Entscheidungen und Pflege sichern
- Qualitätsszenarien, Risiken, technische Schulden, Teamverantwortung
arc42-Architekturdokumentation
Einführung und Ziele
Stakeholder, Anforderungen und wichtigste Qualitätsziele festhalten.
...
Randbedingungen
Technische, organisatorische und regulatorische Vorgaben benennen.
...
Kontext und Abgrenzung
Systemgrenze, externe Partner und Schnittstellen erklären.
...
Lösungsstrategie
Leitende Ansätze und wichtige Architekturentscheidungen begründen.
...
Bausteinsicht
Relevante Bausteine und ihre Verantwortung zeigen.
...
Laufzeitsicht
Kritische Szenarien und Interaktionen beschreiben.
...
Verteilungssicht
Infrastruktur und Zuordnung von Softwarebausteinen abbilden.
...
Querschnittliche Konzepte
Wiederkehrende Konzepte und Regeln dokumentieren.
...
Architekturentscheidungen
Wichtige Entscheidungen mit Status und Begründung verknüpfen.
...
Qualitätsanforderungen
Qualitätsszenarien messbar formulieren.
...
Risiken und technische Schulden
Bekannte Risiken samt Wirkung und Umgang festhalten.
...
Glossar
Domänenbegriffe konsistent definieren.
...
Das leere Dokument enthält ausschließlich Abschnittsimpulse.
Umfang: System und Dokumentationsbedarf festlegen
Erwartetes Artefakt: Schlanker Dokumentationsplan
Schlanker Dokumentationsplan
Eintrag:
...
- Ist jedes Kapitel für Stakeholder oder Entwicklung nützlich?
Ziele: Ziele, Constraints und Kontext dokumentieren
Erwartetes Artefakt: Abschnitte 1 bis 3 mit Belegen
Abschnitte 1 bis 3 mit Belegen
Eintrag:
...
- Sind Qualitätsziele überprüfbar und Schnittstellen benannt?
Sichten: Lösungsstrategie und Sichten entwickeln
Erwartetes Artefakt: Architekturbeschreibung und relevante Sichten
Architekturbeschreibung und relevante Sichten
Eintrag:
...
- Beantwortet jede Sicht eine konkrete Qualitäts- oder Strukturfrage?
Pflege: Qualität, Entscheidungen und Pflege sichern
Erwartetes Artefakt: Lebende arc42-Dokumentation
Lebende arc42-Dokumentation
Eintrag:
...
- Kann ein Leser erkennen, was aktuell, offen oder überholt ist?
Offene Fragen und nächste Schritte
...
Methodenanleitung: https://methodatlas.meierhoff-systems.de/de/methods/arc42/run-sheet
Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktives Beispiel zur Orientierung. Die genannten Mengen und Zeiten beschreiben diesen Fall und sind keine allgemeine Vorgabe.
arc42-beispiel.md
Konkret gefülltes Szenario, fiktives Beispiel
Fiktiv, System „Praxisportal“: Top-Qualitätsziel ist Verfügbarkeit während der Praxiszeiten. Kontext: Patient:innen und Praxisverwaltung; keine direkte Zahlungsabwicklung. Strategie: Buchungen zunächst über synchronisierte Verfügbarkeitskopie. Laufzeitfall: Slot reservieren, Bestätigung abwarten, bei Konflikt Alternativen anzeigen. Risiko: verspätete Synchronisierung. Kapitel 1, 3, 4, 6 und 10 zuerst pflegen; übrige Kapitel als bewusst markierte Lücken.
Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Kurzüberblick, vollständiger Text steht in der jeweiligen Phase im Ablauf
- System und Dokumentationsbedarf festlegenAlle zwölf Abschnitte werden unabhängig vom Bedarf maximal ausgefüllt.In der Phase ansehen
- Ziele, Constraints und Kontext dokumentierenAllgemeine Adjektive stehen ohne Mess- oder Nutzungskontext.In der Phase ansehen
- Lösungsstrategie und Sichten entwickelnDiagramme duplizieren oder widersprechen sich.In der Phase ansehen
- Qualität, Entscheidungen und Pflege sichernDokumentation verliert nach dem Architekturworkshop Aktualität.In der Phase ansehen
System und Dokumentationsbedarf festlegen
Alle zwölf Abschnitte werden unabhängig vom Bedarf maximal ausgefüllt.
Dokumentiere nur Relevantes und markiere begründet offene Abschnitte.
Ziele, Constraints und Kontext dokumentieren
Allgemeine Adjektive stehen ohne Mess- oder Nutzungskontext.
Formuliere Auslöser, erwartete Reaktion und messbares Kriterium.
Lösungsstrategie und Sichten entwickeln
Diagramme duplizieren oder widersprechen sich.
Bestimme eine führende Sicht und verlinke ergänzende Darstellungen.
Qualität, Entscheidungen und Pflege sichern
Dokumentation verliert nach dem Architekturworkshop Aktualität.
Verankere Update-Trigger in Review, Release oder Systemänderung.
Abbruchkriterien
Wann du anhalten, Voraussetzungen klären oder einen anderen Ansatz wählen solltest
Methodenanleitung durchgearbeitet?
Zum Steckbrief für Zweck, ähnliche Methoden und Quellen oder direkt zur nächsten Methode im Katalog.

