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Run SheetArchitectureArchitecture Documentation

Views and Beyond

KomplexitätMedium
Zeit1-3 Tage
Teilnehmende1-4
FormatBoth
MaturityCanonical
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenStakeholder Mapping

Stakeholder mit ihren Architektur-Anforderungen sind identifiziert, sodass Views auf konkrete Konsumenten zugeschnitten werden koennen.

Ohne: Ohne Stakeholder-Mapping werden Views aus Engineering-Sicht produziert und verfehlen Lese-Beduerfnisse anderer Gruppen.
Vorher abschließenQuality Attribute Workshop

Top Quality Attributes mit Szenarien liegen vor, sodass Views die richtigen Aspekte (Modul, Komponente, Allocation, Behavior) priorisieren.

Ohne: Ohne QA-Bezug werden Views nach Geschmack ausgewaehlt statt nach Anforderung.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Whiteboard oder Modellierungstool; View-Templates pro Viewtype (Module, Component and Connector, Allocation); Cross-View-Beyond-Vorlage; Glossar; ADR-Repository.

Personen / Rollen

Ein Architekt mit V-and-B-Erfahrung; Engineering Leads pro Subsystem; ein Reviewer aus Operations; Stakeholder-Vertreter fuer Validierung; Scribe.

Vorabinfos

Stakeholder-Anforderungen pro Gruppe; bestehende Architektur-Artefakte; QA-Szenarien; Komponentenliste aus dem Canvas; Sprachkonventionen (Glossar).

Zeitbedarf

2-3 Tage initial, danach gepflegtes lebendes Dokument

Setup

Viewpoint-Bibliothek auswaehlen (z. B. SEI Software Architecture in Practice). Pro Viewpoint Template anlegen. Naming-Konvention fuer Views festlegen.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Views adressieren welche Stakeholder mit welchem Quality-Anliegen, und welche Cross-View-Information bindet sie zu einem konsistenten Bild?

04

Ablauf

Marker: Sektion

SchrittDauerAktionHinweis
1Sektion 1: Viewpoint-Auswahl
60 minAus dem Set (Module, Component-and-Connector, Allocation, Deployment, Behavior) die fuer Stakeholder und QA noetigen Viewpoints auswaehlen. Pro Viewpoint Zielgruppe und Zweck dokumentieren.Nicht alle Viewpoints sind Pflicht. Mindestens Module, Component-and-Connector, Deployment. Weitere bei Bedarf.
2Sektion 2: Module View
2-3 hStrukturelle Code-Organisation: Module, Layers, Subsysteme. Abhaengigkeiten zwischen Modulen. Modulverantwortung.Module View zeigt statische Struktur, nicht Runtime. Wenn Diskussion in Runtime-Verhalten kippt, gehoert das in C-and-C-View.
3Sektion 3: Component-and-Connector View
3-4 hRuntime-Komponenten und ihre Konnektoren (REST, Kafka, Filesystem). Datenfluesse, Protokolle, QoS-Eigenschaften.Wichtigster View fuer Performance- und Availability-Szenarien. Hier zeigen sich Engpaesse.
4Sektion 4: Allocation Views
2-3 hDeployment (Mapping auf Infrastruktur, Cloud-Regionen, Container), Work Assignment (Mapping auf Teams), Implementation (Mapping auf Repos).Deployment-View kritisch fuer Operations und SRE. Work Assignment hilft bei Team Topology-Diskussionen.
5Sektion 5: Behavior und Beyond
2-3 hBei Bedarf Behavior Views (Sequence, State, Activity) fuer kritische Workflows. Beyond-Sektion: Glossar, Architecture Drivers, Quality Attribute Scenarios, ADR-Liste, Variabilitaet, Mapping zwischen Views.Cross-View-Beyond ist das Bindeglied. Ohne diese Sektion bleiben Views isoliert und widerspruechlich.
6Sektion 6: Review und Pflege
fortlaufendReviews mit Stakeholder pro View. Versionierung. Aenderungs-Pipeline: ADR-Anstoss -> betroffene Views aktualisieren -> Re-Review.Architekturdoku ohne Pflege veraltet schnell. Quartalsweise oder release-getriggerte Review-Cadence festlegen.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Architekturdokumentation mit mehreren Views (Module, Component-and-Connector, Allocation, ggf. Behavior), Cross-View-Beyond-Sektion mit Glossar, Drivers, QA-Szenarien, ADR-Referenzen und View-Mappings. Pro View Diagramm plus Begleittext.

Tool-Alternativen
  • Structurizr fuer formale Views und C4-Mapping
  • Confluence-Space mit Viewpoint-Templates
  • Markdown im docs/architecture-Repo mit PlantUML oder Mermaid
  • Enterprise Architect oder Sparx fuer formale Modellierung
  • Lucidchart oder draw.io fuer Einzeldiagramme
Versionierung / Ownership

Architekturdoku im Git oder Wiki versioniert. Pro View Aenderungsdatum und Autor. Beyond-Sektion verlinkt ADRs. Quartals-Review-Eintrag mit Reviewern und Outcome.

markdown

Views and Beyond Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Views and Beyond mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Views and Beyond Arbeitsvorlage

## Ziel

Dokumentiert Architektur über stakeholderrelevante Views plus Cross-view-Information.

## Kontext

Wann und wofür nutzen wir diese Methode?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?

## Durchführung

Kurze Notizen entlang des Run Sheets.

## Ergebnisartefakte
- Architecture Views:
- Cross-view Notes:
- Rationale:

## Annahmen und offene Fragen

- ...

## Entscheidung / Nächster Schritt

Owner, Datum und Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

views-and-beyond-beispiel.md
markdown
## Architekturdokumentation - Workspot Booking API v2 (Views and Beyond)

**Gewaehlte Viewpoints**
- Module View (Engineering)
- Component-and-Connector View (Architekten, Performance-Reviewer)
- Deployment View (Operations, SRE)
- Behavior View Buchungsflow (QA, Product)

**Module View (Auszug)**
Layer Domain Model -> Layer Application Service -> Layer Adapters. Subsystem `booking-core` enthaelt Module Booking, Inventory, Pricing. Abhaengigkeit gerichtet von Adapters zu Domain.

**C-and-C View (Auszug)**
- Komponente `booking-api` (Spring Boot) mit Konnektoren REST (HTTPS, JSON) zu Partner-Clients und gRPC zu internal-graphql.
- Komponente `notification-worker` konsumiert Kafka topic `bookings.events`.
- Cache `availability-cache` (Redis) mit TTL 60 s.

**Deployment View (Auszug)**
- AWS eu-central-1 (primary): ECS Fargate 8 Tasks, RDS Postgres 14 Multi-AZ.
- eu-west-1 (DR): Read-Replicas + warm standby ECS.
- Kafka MSK Cluster cross-region.

**Behavior View Buchungsflow**
Sequence: Client -> Partner Gateway -> Booking API -> Inventory Service -> Booking API -> Cache Update -> Notification Worker.

**Beyond-Sektion**
- Glossar (Buchung, Reservierung, Workspace, Owner, Partner).
- Architecture Drivers: QAS-01 Performance, QAS-02 Availability (siehe QAW).
- ADRs: ADR-014 bis ADR-018.
- Cross-View-Mapping: Komponente `booking-api` aus C-and-C View entspricht Modul `booking-core` aus Module View und Service `booking-api-task` aus Deployment View.
- Review-Cadence: quartalsweise plus bei jedem Major Release.
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Nur ein View-Typ

Symptom

Doku enthaelt nur Komponentendiagramme, Deployment und Module fehlen.

Was tun

Mindestens drei View-Typen pflicht. Stakeholder-spezifische Beduerfnisse adressieren. Wenn Operations keine Deployment-Sicht hat, ist die Doku unvollstaendig.

Falle

Views widersprechen sich

Symptom

Module View zeigt andere Subsysteme als C-and-C View, niemand merkt es.

Was tun

Cross-View-Mapping in Beyond-Sektion. Pro Element Verweis auf alle Views, in denen es auftaucht. Inkonsistenzen werden sichtbar.

Falle

Doku veraltet

Symptom

Diagramme stimmen nicht mehr, neue Komponenten fehlen.

Was tun

Review-Cadence pflicht. Bei jedem Major Release Re-Review. Diagramme als Code (PlantUML, Mermaid) erleichtern Aktualisierung.

Falle

Beyond fehlt

Symptom

Views existieren isoliert, Begruendung und Bezug fehlt.

Was tun

Beyond-Sektion zwingend. Glossar, Drivers, ADR-Verweise, View-Mappings. Verbindet Views zu konsistenter Doku.

Falle

Zu detailreich

Symptom

Views enthalten jede Methode, jede Tabelle, niemand liest sie.

Was tun

Architekturdoku ist Big Picture, kein Codespiegel. Detail in Codebase oder API-Docs. Views auf Strategic Level halten.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Stakeholder-Bandbreite unbekannt, View-Auswahl willkuerlich.
Quality Attributes nicht definiert, View-Tiefe nicht justierbar.
Keine Bereitschaft zur Pflege, Doku veraltet schon vor Veroeffentlichung.
Architekt-Kapazitaet unter 50% fuer initialen Aufbau, Zeitrahmen unrealistisch.
Bestehende Architektur ist transient (vor Major Refactor), Doku-Investment laeuft ins Leere.
Toolchain fuer Diagramme nicht etabliert, manuelle Pflege erzwingt Inkonsistenz.

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