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Run SheetDeliveryFlow Optimization

Value Stream Mapping

KomplexitätMedium
Zeit1-3 h
Teilnehmende4-10
FormatWorkshop
MaturityCanonical
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenProcess Scope Definitionnicht im Katalog

Der zu kartierende Value Stream ist eindeutig abgegrenzt mit Start-Trigger (Kundenanfrage, Auftrag) und End-Ereignis (Lieferung, Zahlung).

Ohne: Ohne Abgrenzung verliert sich die Map zwischen mehreren Prozessen, Engpaesse werden nicht klar zuordenbar.
Vorher abschließenGemba Walk

Mindestens ein Gemba Walk durch den realen Prozess hat stattgefunden, sodass Tatsachen statt Annahmen vorliegen.

Ohne: Ohne Gemba spiegelt die Map die Wunsch-Sicht der Fuehrung statt die reale Praxis und priorisiert die falschen Engpaesse.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Lange Wand oder digitales Board mit horizontalem Flow; Symbol-Set fuer VSM (Prozess-Boxen, Informationspfeile, Pull/Push, Datenbox); Stickies fuer Zeiten; Stoppuhr oder Datenexport fuer Cycle Times.

Personen / Rollen

Ein VSM-Facilitator; Prozess-Owner; Mitarbeitende aus jedem Schritt des Streams (mindestens einer pro Stufe); Kunde oder Customer-Vertreter; Daten-Mensch fuer Kennzahlen.

Vorabinfos

Liste der Schritte und Verantwortlichen; aktuelle Lead Time, Cycle Time, Wartezeiten, First-Pass-Yield pro Schritt; Kundenanforderungen (Takt, Mengen); IT-Systeme entlang des Flows.

Zeitbedarf

1-2 Tage Workshop fuer Current State, plus 0.5-1 Tag fuer Future State

Setup

Wand mit Trigger links, Kunde rechts. Datenkasten unter jedem Prozessschritt fuer Cycle Time, Wartezeit, Operatoren, Verfuegbarkeit. Informationsfluss oben, Materialfluss unten. Regel: Daten kommen aus Beobachtung, nicht aus Wunschdenken.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Wo entstehen Wartezeit, Doppelarbeit und Verschwendung zwischen Trigger und Lieferung, und welche zwei bis drei Eingriffe verbessern die Lead Time am staerksten?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Kunde und Takt
30 minKundenanforderung definieren: was wird wie oft erwartet (Takt). End-Ereignis und Trigger schriftlich. Aktuelle Lead Time und SLA gegenueberstellen.Wenn Takt nicht bekannt ist, ist die ganze Map unkalibriert. Zumindest eine grobe Schaetzung mit Datum und Quelle als Startpunkt.
2Phase 2: Current-State-Map
3-4 hSchrittweise von links nach rechts: Prozessschritt, Operatoren, Cycle Time, First-Pass-Yield, Wartezeit zur naechsten Stufe. Informationsfluss (E-Mail, Telefon, ERP) als Pfeile oben.Wartezeiten sind das wichtigste Datum. Wenn pro Schritt nur Cycle Time erfasst wird, fehlt der Hauptanteil der Lead Time. In den meisten Streams ist Warten 80%+.
3Phase 3: Verschwendung markieren
60 minKaizen-Bursts (rote Wolken) an Stellen mit Verschwendung. Sieben Verschwendungen (Wartezeit, Transport, Bewegung, Ueberproduktion, Bestand, Nacharbeit, Ueberbearbeitung) gezielt durchgehen.Wenn 30 Bursts entstehen, ist das normal. Diese Phase priorisiert nicht, sie sammelt. Priorisierung kommt in Future State.
4Phase 4: Future-State-Map
3-4 hAuf Basis von Current State plus Bursts eine Future-State-Map zeichnen: zusammengelegte Schritte, eliminierte Wartezeiten, Pull statt Push wo moeglich. Lead-Time-Ziel quantifizieren.Future State ist nicht „Wunsch in 5 Jahren“, sondern 6-12 Monate erreichbar. Wenn das Ziel unrealistisch ist, mehrere Iterationen einplanen.
5Phase 5: Implementierungsplan
60 minTop-3-Eingriffe aus Future State mit Owner, Frist, Erfolgsindikator. Kaizen-Bursts als Backlog. Review-Cadence (z. B. monatlich) festlegen.Wenn alles gleichzeitig angegangen wird, bewegt sich nichts. Auf drei Eingriffe fokussieren, andere parken.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Two-Page-Artefakt: Current-State-Map und Future-State-Map mit Daten-Kaesten pro Schritt, Lead-Time-Summe, Kaizen-Bursts, plus tabellarische Eingriffsliste mit Owner, Frist, Erfolgsindikator.

Tool-Alternativen
  • Physische Wand mit Whiteboard-Symbolen
  • Miro oder Lucidchart mit VSM-Template
  • draw.io oder diagrams.net mit VSM-Shape-Library
  • Spezialtools wie eVSM oder Plant Simulation fuer Detailmodellierung
Versionierung / Ownership

Jede Iteration als eigene Version mit Datum. Current State der Vorperiode wird Future State der Vorperiode plus reale Daten. Aenderungslog mit Eingriffen und ihrem Effekt.

canvas

Value Stream Mapping Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Value Stream Mapping mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Value Stream Mapping Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- Current-state Map:
- Future-state Map:
- Bottleneck List:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

value-stream-mapping-beispiel.md
markdown
## Value Stream Mapping - Auftrags-Onboarding Steuerkanzlei Bertram, Mai 2026

**Trigger**: Neuer Mandant unterzeichnet Vollmacht. **Ende**: Erste Finanzbuchhaltung versendet.

**Aktuelle Lead Time**: 38 Werktage. **SLA**: 15 Werktage. **Takt**: 4 Neumandate/Monat.

**Current-State-Schritte**
1. Vollmacht-Eingang. CT 0.5 h, Warten 5 d (Postlauf, manuelle Erfassung).
2. DATEV-Anlage. CT 1.2 h, Warten 3 d.
3. Vorjahresunterlagen anfordern. CT 0.3 h, Warten 12 d (Mandant antwortet zoegerlich).
4. Belegsortierung. CT 4 h, Warten 2 d.
5. Erstbuchung. CT 6 h, Warten 1 d.
6. Versand FiBu. CT 0.2 h.

Lead Time Total: 38 d, Bearbeitungszeit 12 h, Wartezeit 280 h.

**Top-Kaizen-Bursts**
- Vollmacht digital statt Post (Schritt 1, eliminiert 5 d).
- Checkliste Vorjahresunterlagen vor Vollmacht-Unterzeichnung (Schritt 3, reduziert 8 d).
- Belegsortierung wandert zum Mandanten via Strukturhilfe (Schritt 4, reduziert 1 d).

**Future-State-Ziel**: 14 Werktage in 6 Monaten.

**Eingriffe**
- VSM-01: Digitale Vollmacht ueber DocuSign. Owner: Sabine, bis 30.06.
- VSM-02: Vorab-Checkliste fuer Unterlagen. Owner: Sabine, bis 15.06.
- VSM-03: Mandantenanleitung Beleg-Hochladung. Owner: Sabine, bis 31.07.
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Wartezeiten nicht erfasst

Symptom

Map zeigt nur Cycle Times, Lead Time wirkt mysterioes hoch.

Was tun

Wartezeiten als Pflichtfeld in jeden Datenkasten. Wenn unbekannt, beobachten oder befragen, nicht weglassen. Wartezeit ist meist der Haupthebel.

Falle

Daten aus Wunschdenken

Symptom

Zahlen kommen vom Manager, nicht aus der Beobachtung; Mitarbeitende kennen andere Werte.

Was tun

Gemba vor VSM. Wenn Zahl nicht belegbar, als Hypothese taggen und in 2 Wochen mit echten Werten ueberschreiben.

Falle

Future State zu ambitioniert

Symptom

Lead Time soll von 38 auf 5 Tage, niemand glaubt daran, Plan wird Schubladenfutter.

Was tun

Realistisches Ziel in 6-12 Monaten. Mehrere Iterationen einplanen. Erste Future State ist 50%-Reduktion, nicht 90%.

Falle

Information Flow vergessen

Symptom

Materialfluss ist sauber, Verzoegerungen entstehen durch Mail-Tauben und ungeklaerte Genehmigungen.

Was tun

Informationsfluss separat oberhalb. Pro Pfeil das Medium (E-Mail, Telefon, ERP) und die Latenz. Information ist oft der versteckte Engpass.

Falle

Mitarbeitende fehlen im Workshop

Symptom

Nur Fuehrungskraefte im Raum, Map spiegelt Org-Diagramm statt realen Flow.

Was tun

Mindestens eine Person pro Schritt im Workshop. Wenn unmoeglich, separate Gemba-Besuche und Daten in den Workshop tragen.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Scope ist nicht abgegrenzt, mehrere Streams werden vermischt.
Mitarbeitende der einzelnen Stufen nicht verfuegbar, Map bleibt theoretisch.
Daten zu Cycle Time und Wartezeit existieren nicht und werden nicht gemessen.
Kundenanforderung und Takt nicht bekannt, Map ist nicht kalibriert.
Future State kann mangels Mandat nicht umgesetzt werden, Workshop wird folgenlos.
Prozess wird in 3 Monaten ohnehin abgeloest, VSM lohnt nicht.

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