Ein dokumentiertes Business-Modell mit klarer Wertversprechen-Definition und Kunden-Segmenten liegt vor.
Value Chain Analysis
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Whiteboard oder Miro-Board mit Porter-Vorlage (5 primäre, 4 sekundäre Aktivitäten); operative Daten (Cost-Breakdown, Process-Maps, Mitarbeiter-Verteilung); Wettbewerbsanalyse; Stifte; Differenzierungs-Bewertungsraster.
Ein Facilitator mit Strategie-Erfahrung; Geschäftsführung oder CSO als Sponsor; Funktionsleiter (Sales, Operations, IT, HR, Finance); Scribe für Hebel und Schwächen.
Aktuelle Kostenstruktur pro Funktion; Mitarbeiter-Verteilung; Process-Maps; Wettbewerbsanalyse; bekannte Differenzierungs-Behauptungen; Outsourcing-Stand.
Half day (4 h)
Vorlage an Wand: primäre Aktivitäten horizontal (Inbound Logistics, Operations, Outbound Logistics, Marketing & Sales, Service); sekundäre vertikal (Firm Infrastructure, HR Management, Technology Development, Procurement). Bewertungsraster pro Aktivität (Beitrag zur Differenzierung 1-5).
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche Aktivitäten in unserer Wertschöpfung sind heute Wettbewerbsvorteil, welche kosten ohne Differenzierung, und wo liegen die strategischen Hebel?
Ablauf
Marker: Phase
| Schritt | Dauer | Aktion | Hinweis |
|---|---|---|---|
1Phase 1: Vorlage und Definitionen einführen | 20 min | Porter-Aktivitäten erklären. Pro Aktivität Beispiel aus eigener Organisation. Differenzierungs-Bewertung definieren (1=keine, 5=einzigartig). | Wenn Aktivitäten nicht klar zuzuordnen sind, ist das schon eine Erkenntnis: Wertschöpfung ist diffus organisiert. Vor Bewertung Zuordnung schärfen. |
2Phase 2: Primäre Aktivitäten beschreiben | 60-90 min | Pro primäre Aktivität: Was tun wir konkret, wie viel kostet es, wie viele Mitarbeiter, wie wird Wert erzeugt. Operative Daten einarbeiten. | Beschreibung muss konkret sein. „Wir vermarkten gut“ ist Floskel. „Wir nutzen Performance-Marketing mit 18% Conversion bei 30 EUR CAC“ ist Substanz. |
3Phase 3: Supportaktivitäten beschreiben | 45-60 min | Pro Supportaktivität dasselbe: Aktivitäten, Kosten, Beitrag zur Wertschöpfung. Wie unterstützen sie die primären Aktivitäten? | Supportaktivitäten werden oft unterschätzt. IT, HR und Procurement können Differenzierungsquellen sein (z. B. proprietäre Tech, Talent-Pool). Aktiv prüfen. |
4Phase 4: Differenzierungs-Bewertung | 45-60 min | Pro Aktivität Bewertung 1-5: Wie stark differenziert diese Aktivität uns vom Wettbewerb. Begründung mit Beleg (Daten, Kunden-Feedback, Wettbewerbsanalyse). | Hohe Bewertung braucht Beleg. „Wir sind besser“ ohne Daten ist Selbstbild, nicht Strategie. Externe Validierung (Kundenstimmen, Marktdaten) erzwingen. |
5Phase 5: Hebel und Schwächen ableiten | 30-45 min | Top-Differenzierer (4-5) als zu schützende Aktivitäten markieren. Low-Differenzierer (1-2) mit hohen Kosten als Outsourcing-/Vereinfachungs-Kandidaten. Aktionen pro Hebel mit Owner und Frist. | Ohne Aktionen ist Analyse Wand-Schmuck. Pro Workshop mindestens 3-5 konkrete Aktionen mit Owner. Quartals-Review für Fortschritt. |
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Value-Chain-Map mit allen 9 Aktivitäten, Beschreibung pro Aktivität, Kosten, Differenzierungs-Bewertung, Begründung. Hebel-Liste mit Owner und Frist. Outsourcing-/Vereinfachungs-Kandidaten separat.
- Miro oder FigJam mit Porter-Template
- Lucidchart mit Value-Chain-Vorlage
- PowerPoint oder Keynote für Executive-Version
- Confluence-Seite mit eingebetteter Map
- Excel oder Sheet mit Aktivitäten-Bewertung
Jährlich oder bei Strategie-Refresh neu. Vorversion mit Datum archivieren. Bewertungs-Änderungen mit Begründung. Bei größeren Veränderungen (M&A, Outsourcing) sofortiges Update.
Value Chain Analysis Arbeitsvorlage
Kompakte Arbeitsvorlage für Value Chain Analysis mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.
# Value Chain Analysis Canvas
## Kontext
Wofür wird die Methode eingesetzt?
## Kernfrage
Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?
## Input
Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?
## Arbeitsfläche
- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:
## Ergebnisartefakte
- Value-Chain-Map:
- Hebel-Liste:
## Offene Fragen
- ...
## Nächster Schritt
Owner, Datum, Erfolgssignal.Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario
## Value Chain Analysis - SaaS Solo-Steuerberater, 2026-05-18
**Sponsor**: @julia (CTO/Co-Founder). **Teilnehmer**: CMO, CSO, Head of Engineering, Head of Customer Success, Head of Finance.
**Primäre Aktivitäten**
| Aktivität | Beschreibung | Kosten/Monat | Differenzierung |
|-----------|--------------|---------------|------------------|
| Inbound Logistics | DATEV-Datenimport, OCR-Beleg-Pipeline | 8.000 EUR (Eng+Ops) | 4/5 (DATEV-Adapter ist Eigenentwicklung) |
| Operations | KI-Belegerkennung, Workflow-Automation | 22.000 EUR (Eng) | 5/5 (eigenes Modell, hohe Trefferquote) |
| Outbound Logistics | Export DATEV, PDF-Reports | 3.000 EUR | 2/5 (Standard-Format, kaum Differenz) |
| Marketing & Sales | Content-Marketing, LinkedIn-Ads, Empfehlungs-Programm | 12.000 EUR | 3/5 (gute Brand bei Solo-Steuerberatern) |
| Service | E-Mail-Support, Onboarding-Webinare | 6.000 EUR | 4/5 (sehr hohe NPS, schnelle Reaktion) |
**Supportaktivitäten**
| Aktivität | Beschreibung | Kosten/Monat | Differenzierung |
|-----------|--------------|---------------|------------------|
| Firm Infrastructure | Cloud-Hosting, Compliance, Buchhaltung | 9.000 EUR | 2/5 (Standard) |
| HR Management | Recruiting, Engineering-Talent-Pool | 4.000 EUR | 3/5 (Remote-First, gutes Engineering-Talent) |
| Technology Development | Eigene KI-Modelle, Tooling | 18.000 EUR | 5/5 (Kern-IP der Firma) |
| Procurement | Cloud-Provider, Tool-Lizenzen | 6.000 EUR | 1/5 (Commodity-Einkauf) |
**Top-Hebel**
1. KI-Belegerkennung weiter ausbauen (Operations + Tech Dev), Investition in 2 weitere ML-Engineers. Owner: @julia, Q3-Hiring-Plan.
2. Outbound (Reports) auf bestehende Tools auslagern (z. B. Stripe Reports), spart 2.000 EUR/Monat. Owner: @marcus, bis 30.06.
3. Service-Differenzierung weiter pflegen, NPS-Maintenance als Q3-OKR. Owner: @anna.
**Schwächen**
- Procurement: 6.000 EUR/Monat Tool-Lizenzen, Audit empfohlen. Owner: @michael, bis 15.07.Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Reine Aktivitäten-Sammlung
Aktivitäten werden aufgelistet, aber nicht bewertet. Workshop endet ohne strategische Erkenntnis.
Bewertungs-Schritt verbindlich. Pro Aktivität Differenzierung-Score mit Begründung. Ohne Bewertung ist es Org-Chart, keine Strategie.
Selbstbild ohne externe Validierung
Eigene Aktivitäten werden alle mit 4-5 bewertet, Wettbewerbsperspektive fehlt.
Pro hoher Bewertung externe Quelle: Kundenstimmen, Marktdaten, Vergleich mit Wettbewerb. Wer überall 5 hat, ist betriebsblind. Ehrlichkeit erzwingen.
Supportaktivitäten ignoriert
Workshop fokussiert auf primäre Aktivitäten, Supportaktivitäten werden in 10 min abgehandelt.
Pro Supportaktivität mindestens 10 min Diskussion. Tech und HR können Kern-Differenzierer sein. Aktiv prüfen, nicht durchwinken.
Keine Aktionen
Map ist gebaut, Bewertungen sind da, aber keine Hebel-Aktionen mit Owner.
Workshop endet mit 3-5 Aktionen mit Owner und Frist. Quartals-Review für Fortschritt. Ohne Aktionen ist Workshop akademisch.
Outsourcing reflexhaft
Low-Differenzierung-Aktivitäten werden alle als Outsourcing-Kandidaten markiert, ohne strategischen Kontext.
Outsourcing braucht zweite Bewertung: strategische Risiken (z. B. Vendor Lock-in, Compliance). Nicht jede Low-Diff-Aktivität ist outsourcing-tauglich.
Abbruchkriterien
Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar
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