methodatlas
Run SheetInnovationIdeation

Starbursting

KomplexitätLow
Zeit30-60 min
Teilnehmende3-10
FormatBoth
MaturityEstablished
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenHow Might We

Eine konkrete Challenge oder Idee, die ausgeleuchtet werden soll, ist als einzelner Satz formuliert und vom Team verstanden.

Ohne: Ohne klare Ausgangsfrage erzeugt der Stern Frageninseln zu unterschiedlichen Themen und liefert kein zusammenhängendes Bild.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Whiteboard oder Miro/FigJam-Board mit Stern-Template (sechs Spitzen: Wer, Was, Wann, Wo, Wie, Warum); Stickies in zwei Farben (Frage, Antwort); Timer; Marker.

Personen / Rollen

Ein Facilitator, der die Fragenrunden time-boxt und Diskussionen bremst; drei bis zehn Teilnehmende mit unterschiedlichem Kontextwissen; ein Scribe, der offene Fragen und Annahmen sichtbar parkt.

Vorabinfos

Kernidee oder Challenge als ein Satz; vorhandene Vorrecherche oder Annahmen; Liste bekannter Stakeholder; ggf. erste Lösungsskizzen, die explizit zurückgehalten werden.

Zeitbedarf

30-60 min

Setup

Kernidee in die Sternmitte schreiben. Sechs Spitzen mit den W-Fragen beschriften. Regel ansagen: zuerst Fragen, keine Antworten. Pro Spitze eine Timebox von 3-5 min.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Fragen rund um Wer, Was, Wann, Wo, Wie und Warum muss das Team beantworten, bevor sinnvoll an einer Lösung gearbeitet werden kann?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Setup und Idee schärfen
5-10 minKernidee in einem Satz formulieren und ins Zentrum schreiben. Klären, was die Idee ist und was nicht. Stern-Template sichtbar machen, W-Fragen vorlesen.Wenn der Satz schon eine Lösung enthält, neu formulieren als Problem oder Wirkung. Sonst werden die Fragen zu Detailtuning statt zu echter Klärung.
2Phase 2: Fragenrunden pro Spitze
20-30 minPro Spitze 3-5 min Stille, alle schreiben Fragen auf Stickies (eine pro Sticky). Nach jeder Spitze kurz vorlesen, Duplikate clustern. Keine Antworten, keine Diskussion.Facilitator unterbricht jeden Antwortversuch sofort und parkt ihn. Wer sofort Antworten sucht, übersieht die unbequemen Fragen, die später wehtun.
3Phase 3: Priorisierung
10 minAlle Fragen sichten. Jede Person setzt 3-5 Dots auf die Fragen, deren Antwort den nächsten Schritt am stärksten beeinflusst. Top-Fragen markieren.Wenn alle Dots in eine Spitze gehen (z. B. nur Wie), zeigt das einen blinden Fleck. Facilitator weist darauf hin und prüft, ob Wer und Warum bewusst übersprungen wurden.
4Phase 4: Antworten und Annahmen
10-15 minFür Top-Fragen Antworten oder Annahmen notieren. Wo Antwort fehlt: als offene Frage mit Owner und Recherchepfad markieren. Annahmen explizit als Annahme labeln.Vermutung und Tatsache trennen. Wenn eine Antwort nur ein Bauchgefühl ist, gehört sie auf den Annahmenstapel und nicht in die Doku als Fakt.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Strukturierte Notiz oder Board-Export mit Kernidee, sechs Spitzen mit gesammelten Fragen, Top-Fragen markiert, je Top-Frage Antwort oder offene Annahme mit Owner.

Tool-Alternativen
  • Miro oder FigJam mit Starbursting-Template
  • Whiteboard-Foto mit nachgepflegter Markdown-Doku
  • Notion-Seite mit Sektion pro Spitze
  • Confluence-Seite im Discovery-Space
Versionierung / Ownership

Datum und Idee im Header. Folge-Sessions hängen Updates als neue Sektion an, statt zu überschreiben. Aus offenen Fragen werden Tickets oder Spikes mit Verweis auf den Stern.

markdown

Starbursting Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Starbursting mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Starbursting Arbeitsvorlage

## Ziel

Fragenbasierte Ideation entlang von Wer, Was, Wann, Wo, Wie und Warum.

## Kontext

Wann und wofür nutzen wir diese Methode?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?

## Durchführung

Kurze Notizen entlang des Run Sheets.

## Ergebnisartefakte
- Sternförmige Fragenkarte:
- Frageliste:
- Annahmenliste:

## Annahmen und offene Fragen

- ...

## Entscheidung / Nächster Schritt

Owner, Datum und Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

starbursting-beispiel.md
markdown
## Starbursting — Mobile Onboarding-Tutorial (18.05.2026)

**Kernidee**: Ein interaktives Onboarding-Tutorial in der Mobile App soll neue Nutzer in unter 2 min zum ersten Aha-Moment führen.

### Wer
- Wer ist die primäre Zielgruppe (Erstinstaller vs. Wiederkehrer)? **Annahme**: Erstinstaller in Woche 1.
- Wer überspringt heute Tutorials? **Offen**, Owner @anna, Analytics bis 22.05.

### Was
- Was ist der erste Aha-Moment? **Antwort**: Erste eigene Aufgabe abgeschlossen.
- Was passiert beim Skip? **Offen**, Owner @ben.

### Warum
- Warum scheitert das aktuelle Tutorial? Drop-off bei Schritt 3 (68%). Quelle: Amplitude Dashboard.

**Top-Fragen** (Dot-Voting): Wer überspringt heute, Was ist der Aha-Moment, Wie messen wir Erfolg.
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Antworten statt Fragen

Symptom

Teilnehmende geben direkt Lösungen oder Begründungen statt Fragen.

Was tun

Facilitator unterbricht und parkt Antworten auf einem separaten Bereich. Regel wiederholen: erst Fragen sammeln, später beantworten. Bei Wiederholung Timer-Stop und kurze Rückkehr zur Regel.

Falle

Eine Spitze dominiert

Symptom

Wie-Spitze hat 40 Fragen, Wer und Warum bleiben fast leer.

Was tun

Facilitator macht den Ungleichstand sichtbar und erzwingt eine zweite Runde nur für schwache Spitzen. Wenn nichts kommt, ist das ein Befund (z. B. Zielgruppe unklar).

Falle

Fragen zu abstrakt

Symptom

Fragen wie „Was ist Erfolg?“ ohne Bezug zur konkreten Idee, beliebig austauschbar.

Was tun

Facilitator fordert konkrete Bezugnahme: „Was ist Erfolg für diese Tutorial-Variante in Woche 1?“. Abstrakte Fragen als Annahmen umformulieren oder streichen.

Falle

Lösungsdebatte in Phase 4

Symptom

Antwortrunde kippt in Diskussion über Implementierung statt Klärung.

Was tun

Antworten strikt auf 1-2 Sätze begrenzen. Lösungen werden auf einen separaten Stapel „Lösungsideen“ geparkt und gehören in eine nachgelagerte Ideation-Session.

Falle

Keine Annahmen markiert

Symptom

Doku enthält Antworten ohne Quelle, niemand weiß welche Aussage geprüft ist.

Was tun

Jede Antwort braucht Quelle oder Label „Annahme“. Ohne Quelle keine Antwort. Annahmen mit Owner und Prüfpfad versehen, sonst bleiben sie hängen.

Falle

Zu große Gruppe ohne Struktur

Symptom

Über 10 Personen, Fragen werden durcheinander gerufen, Stille-Phase funktioniert nicht.

Was tun

Gruppe in 2-3 Kleingruppen aufteilen, jede bearbeitet alle Spitzen parallel. Ergebnisse anschließend konsolidieren. Plenum nur für Priorisierung.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Kernidee ist nicht in einem Satz formulierbar, Thema ist zu unscharf.
Teilnehmende haben keinerlei Kontextwissen zur Idee, alle Fragen bleiben Hörensagen.
Gruppe besteht nur aus einer Disziplin, die sechs W-Spitzen lassen sich nicht ausgewogen füllen.
Entscheidung ist bereits gefallen, Klärung wäre Theater statt Vorbereitung.
Weniger als 20 min Zeit verfügbar, Stillephase pro Spitze nicht durchhaltbar.
Idee ist trivial oder bereits implementiert, kein offener Frageraum vorhanden.

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