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Run SheetDecision MakingRisk Assessment

Risk Matrix

KomplexitätLow
Zeit30-60 min
Teilnehmende3-10
FormatBoth
MaturityCanonical
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenRisk Storming

Eine Liste identifizierter Risiken liegt vor (aus Risk Storming, Pre-Mortem oder Discovery-Output), jedes mit Kurzbeschreibung.

Ohne: Ohne Risikoliste wird die Matrix zur Brainstorming-Sitzung, Bewertung verliert Tiefe.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Whiteboard oder Miro-Board mit Matrix (3x3 oder 5x5, Wahrscheinlichkeit horizontal, Auswirkung vertikal); farbliche Zonen (grün/gelb/rot); Risikoliste als Karten; Skala-Definitionen sichtbar; Timer.

Personen / Rollen

Ein Facilitator, der Skala wachhält und Konsens moderiert; 3-10 Teilnehmer mit Risiko-Kontext (Engineering, Operations, Compliance, Product, Sponsor); ein Scribe für Bewertung und Aktionen.

Vorabinfos

Risikoliste vorab verteilt; schriftliche Definition der Skalen (z. B. Wahrscheinlichkeit 1=selten, 5=fast sicher; Auswirkung 1=kosmetisch, 5=existenzbedrohend); Zonen-Definition (grün=akzeptieren, gelb=beobachten, rot=Aktion).

Zeitbedarf

30-60 min

Setup

Matrix-Raster auf Board zeichnen (5x5 üblich). Skala-Werte beschriften. Zonen farblich markieren (grün=W*A 1-6, gelb=7-14, rot=15-25). Skalendefinitionen als Banner sichtbar.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Wo verortet jedes Risiko sich auf der Wahrscheinlichkeits-Auswirkungs-Skala, und welche Risiken brauchen sofort Aktion, welche Beobachtung, welche akzeptierte Inkaufnahme?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Skala kalibrieren
10 minSkalen-Definitionen gemeinsam durchgehen. Mindestens ein Beispiel pro Stufe (z. B. „A=5: Komplettausfall >24h“, „A=1: Tooltip falsch“). Konsens festhalten.Ohne kalibrierte Skala wird Bewertung Bauchgefühl. Wenn Beispiele nicht spontan greifbar, Skala-Definition vor Workshop schärfen.
2Phase 2: Risiken einzeln einordnen
15-30 minPro Risiko Karte vorlesen, Team schätzt W und A getrennt (z. B. per Daumen-Zeichen oder Voting-Tool). Bei Divergenz kurz diskutieren, dann Konsens-Wert oder Mittel.Maximal 2 min Diskussion pro Risiko. Wenn keine Konvergenz, höheren Wert nehmen (Vorsichtsprinzip). Endlose Debatten sind Symptom für unklare Skala.
3Phase 3: Zonen-Analyse
10 minVerteilung der Risiken auf Zonen prüfen. Rote Zone als Top-Liste extrahieren. Gelbe Zone als Beobachtungsliste. Grüne Zone als „Accepted“ dokumentieren.Mehr als 10 rote Risiken ist Signal für unterbewertetes System oder zu strenge Skala. Skala neu kalibrieren oder Risikoreduktion vor weiterem Vorhaben.
4Phase 4: Maßnahmen pro Hochrisiko
15-20 minPro rotem Risiko Maßnahme definieren: Vermeiden, Vermindern (Mitigate), Transferieren oder Akzeptieren. Owner und Frist setzen. Übergabe an ROAM-Board oder RAID-Log.Ohne Maßnahme ist Matrix Bilderbuch. Mindestens jede rote Zone hat Owner und nächste Aktion. „Akzeptieren“ ist valide Maßnahme, muss aber bewusst dokumentiert sein.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Matrix-Diagramm (Board-Export oder Foto) plus Risikoliste in Markdown oder Tabelle mit Beschreibung, W, A, Zone, Maßnahme, Owner, Frist. Skala-Definitionen als Header-Sektion.

Tool-Alternativen
  • Miro oder FigJam mit Risk-Matrix-Template
  • Excel oder Google Sheet mit Bedingter Formatierung
  • Confluence-Seite mit eingebetteter Tabelle
  • Jira mit Risk-Plugin
  • Lucidchart mit Matrix-Vorlage
Versionierung / Ownership

Pro Bewertungs-Runde Snapshot mit Datum. Bewertungs-Änderungen mit Begründung dokumentieren. Resolved Risiken als „Resolved“ markieren, nicht entfernen. Quartalsweise neue Matrix als Update, alte archivieren.

spreadsheet

Risk Matrix Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Risk Matrix mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Risk Matrix Arbeitsmatrix

| Element | Beschreibung | Bewertung | Evidenz | Owner | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | | | | | |
| 2 | | | | | |
| 3 | | | | | |

## Ergebnisartefakte
- Risikomatrix:
- Top-Risiko-Liste:

## Entscheidung oder Empfehlung

Welche Konsequenz ergibt sich aus der Matrix?
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

risk-matrix-beispiel.md
markdown
## Risk Matrix - Order-Service-Release v2, 2026-05-18

**Skala**
- Wahrscheinlichkeit: 1=selten (jährlich), 2=möglich, 3=wahrscheinlich (quartalsweise), 4=häufig (monatlich), 5=fast sicher (wöchentlich).
- Auswirkung: 1=kosmetisch, 2=Workaround vorhanden, 3=Degradation, 4=teilweiser Ausfall, 5=Komplettausfall.

**Bewertete Risiken (12)**
| Risiko | W | A | Zone | Maßnahme | Owner | Frist |
|--------|---|---|------|----------|-------|-------|
| DB-Replikation ohne Failover | 4 | 5 | rot | Mitigate (Multi-Leader-Spike) | @ben | 30.05. |
| Payment-Webhook kein Retry | 3 | 5 | rot | Mitigate (Sprint 23) | @anna | 14.06. |
| Order-Service Bus-Faktor 1 | 4 | 4 | rot | Mitigate (Knowledge Sharing) | @lisa | 15.06. |
| PSP-Breaking-Change Q3 | 3 | 4 | gelb | Eskalation an PSP | @marcus | 31.05. |
| Inventory ohne Idempotenz | 3 | 4 | gelb | Mitigate (Sprint 24) | @ben | 28.06. |
| Veraltete Doku Order-API | 2 | 2 | grün | Accepted, Quartalsreview | @lisa | - |

**Zonenverteilung**: 3 rot, 4 gelb, 5 grün. Rote Zone überschaubar, Aktionen im Sprint-Plan.
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Skala ohne Beispiele

Symptom

Teilnehmer interpretieren W=3 unterschiedlich, Bewertungen sind inkonsistent.

Was tun

Vor Bewertung pro Skala-Stufe mindestens ein konkretes Beispiel an die Wand. Bei Unklarheit Workshop unterbrechen und Skala schärfen, nicht durchpressen.

Falle

Multiplikation überdehnt

Symptom

W*A wird als präzise Zahl behandelt, Differenz zwischen 14 und 16 wird wichtig genommen.

Was tun

Skala ist ordinal, nicht numerisch genau. Zonen-Übergänge sind grobe Orientierung. Bei Grenzfällen ehrliche Diskussion, nicht Rechenakrobatik.

Falle

Risiken aus Workshop-Echo

Symptom

Bewertung wird durch dominante Stimme oder Senior-Meinung geprägt, leise Perspektiven untergehen.

Was tun

Verdecktes Voting (Karten, Tool) statt offener Diskussion. Bei Divergenz Annahmen erfragen, nicht Konsens erzwingen.

Falle

Zonen ohne Aktion

Symptom

Rote Risiken werden bewertet, aber keine Maßnahme abgeleitet.

Was tun

Pro rotem Risiko vor Workshop-Ende Maßnahmen-Typ und Owner. „Accepted“ ist valide, muss aber dokumentiert sein. Workshop endet nicht mit unaktionierten roten Risiken.

Falle

Statische Matrix

Symptom

Matrix wird einmal erstellt, hängt im Wiki, Risiken ändern sich aber laufend.

Was tun

Quartalsweise Review-Cadence. Bei Architektur- oder Org-Änderung außerplanmäßiges Update. Matrix ist lebendes Artefakt, nicht Kunstwerk.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Keine Risikoliste als Input verfügbar, Matrix wäre Brainstorming statt Bewertung.
Skala-Definitionen lassen sich nicht klar machen, Bewertungen wären Bauchgefühl.
Kein Stakeholder mit Entscheidungskompetenz für Maßnahmen anwesend, Workshop endet ohne Owner.
Teilnehmerkreis kennt die Risiken nicht inhaltlich, Bewertung wäre Spekulation.
Mehr als 30 Risiken in einer Session, Diskussion wird oberflächlich.
Kein Followup-Tool (ROAM, RAID) vorgesehen, Maßnahmen würden verloren gehen.

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