methodatlas
Run SheetAgileRetrospective Format

Mad Sad Glad

KomplexitätLow
Zeit30-60 min
Teilnehmende3-10
FormatWorkshop
MaturityEstablished
01

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Whiteboard oder Miro mit drei Bereichen (Mad, Sad, Glad); Stickies in drei Farben (rot, blau, gelb empfohlen); Timer; geteilte Notizfläche für Actions; ggf. Anonymitäts-Option im Online-Tool.

Personen / Rollen

Ein Facilitator mit Erfahrung in emotionalen Retros; 3-10 Teammitglieder; optional externer Coach bei angespannter Lage; ein Scribe.

Vorabinfos

Zeitraum klar; Hinweis an Team, dass Format emotional ist und auf psychologische Sicherheit angewiesen; bekannte Krisen oder Veränderungen, die das Team betroffen haben; vorherige Aktionen.

Zeitbedarf

30-60 min

Setup

Drei Bereiche an die Wand. Norm ansagen: Beiträge sind valide, keine Bewertung der Emotion. Online: Anonymitäts-Option erlauben, falls vom Team gewünscht. Timer auf erste Phase.

02

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche emotionalen Signale aus dem letzten Zeitraum verraten Lern- oder Veränderungsbedarf, und welche Aktionen folgen daraus?

03

Ablauf

Marker: Minute

SchrittDauerAktionHinweis
10-5 min
5 minZeitraum nennen, Norm der Sicherheit wiederholen. Regel: jede Person 2-4 Stickies pro Bereich, ehrlich, ohne Filterung.Diese Eröffnung ist entscheidend. Wer hastig startet, signalisiert dem Team, dass Emotionen nicht wirklich willkommen sind.
25-20 min
15 minStillarbeit: Stickies in Mad (ärgert), Sad (enttäuscht/traurig), Glad (energetisiert/dankbar). Konkrete Vorfälle, keine Allgemeinheiten.Bei online-Retros Anonymität anbieten; bei Vor-Ort-Retros Disziplin, ohne Vorab-Erklärung zu kleben. Konkret heißt: Datum oder Vorfall, nicht „Stimmung“.
320-35 min
15 minReihum vorstellen, clustern. Bei Mad/Sad-Beiträgen Facilitator klärt mit „was steckt dahinter“, nicht „warum“. Glad-Beiträge laut benennen.„Warum“ provoziert Verteidigung. „Was steckt dahinter“ öffnet. Glad bewusst Raum geben, sonst kippt Stimmung.
435-50 min
15 minCluster priorisieren (2 Dots pro Person). Pro Top-Cluster eine konkrete Aktion oder Erkenntnis. Maximal 3-4 Aktionen.Nicht jeder Cluster braucht Aktion; manche brauchen Anerkennung. Glad-Cluster brauchen oft „bewusst fortsetzen“, nicht „verbessern“.
550-60 min
10 minAktionen mit Owner und Datum. Vorherige Aktionen kurz reviewen. Schluss-Runde: pro Person 1 Wort zur aktuellen Stimmung.Schluss-Runde ist Pflicht. Wer eine Retro öffnet, sollte sie auch schließen. Ein-Wort-Check schließt den emotionalen Raum.
04

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Retro-Eintrag mit Zeitraum, Teilnehmer-Namen oder Anzahl (bei Anonymität), Stickies pro Bereich (anonymisiert oder zitiert), Top-Cluster, beschlossenen Aktionen mit Owner und Datum sowie Status-Check vorheriger Aktionen.

Tool-Alternativen
  • Miro oder FigJam mit Mad-Sad-Glad-Template
  • Retrium oder TeamRetro mit Anonymitäts-Modus
  • Notion-Page mit drei Sektionen
  • Whiteboard-Foto plus Notes (nur bei voller Vertrauensbasis)
Versionierung / Ownership

Pro Retro ein Eintrag in Serie. Sensible Inhalte mit Bedacht teilen, ggf. nur intern; Aktionen in geteiltes Trackingsystem überführen. Muster über mehrere Retros sichtbar machen.

canvas

Mad Sad Glad Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Mad Sad Glad mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Mad Sad Glad Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- Emotion Board:
- Themes:
- Action Items:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
05

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

mad-sad-glad-beispiel.md
markdown
## Mad-Sad-Glad — Team Discovery, nach Reorg (18.05.2026, 55 min, 8 Personen)

**Mad (Top-Cluster)**:
- Neue Reporting-Struktur ohne Vorab-Konsultation (5 Stickies, anonym).
- 3 wechselnde PMs in 4 Monaten (4 Stickies).

**Sad**:
- Verlust von @julia, die das Team durch Q1 trug (5 Stickies).
- Verlust des Mittwochs-Lunch-Rituals (3 Stickies).

**Glad**:
- @anna übernimmt PM-Rolle und zeigt sofort Klarheit (6 Stickies).
- Discovery-Doppel-Sprint hat trotz Reorg gehalten (4 Stickies).
- Neue Beziehung zum Plattform-Team (3 Stickies).

**Aktionen**:
1. Wir schreiben Lessons-Learned-Memo zur Reorg-Kommunikation und teilen mit Leadership (Owner: @ben, bis 25.05., Erfolg: schriftliche Antwort von @marcus).
2. Mittwochs-Lunch-Ritual wiederbeleben (Owner: @lisa, ab 22.05.).
3. Onboarding für @anna fixieren mit klaren Erwartungen (Owner: @ben + @anna, bis 22.05.).

**Stimmung Schluss**: erschöpft, hoffnungsvoll, neugierig, müde, dankbar, gelassen, nachdenklich, fokussiert.
06

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Sicherheit nicht hergestellt

Symptom

Beiträge bleiben in Glad gefällig, Mad und Sad sind leer.

Was tun

Anonymitäts-Option anbieten. Facilitator startet selbst mit ehrlichem Beitrag. Wenn Team grundsätzlich nicht öffnet, kleineres Format zuerst (1:1-Gespräche).

Falle

Emotionen werden gemanagt

Symptom

Facilitator versucht negative Beiträge weg-zu-reframen oder zu lösen.

Was tun

Erst zuhören, dann clustern, dann Aktionen. Manche Beiträge brauchen nur Anerkennung. Nicht alles muss „gelöst“ werden.

Falle

Mad ohne Mechanismus

Symptom

Wut richtet sich auf Personen oder ist diffus, ohne erkennbare Hebel.

Was tun

Frage „was steckt dahinter“ statt „wer ist schuld“. Person-Themen separat behandeln, nicht in Retro.

Falle

Glad ignoriert

Symptom

Mad und Sad bekommen die Zeit, Glad wird durchgehetzt.

Was tun

Mindestens 30% der Diskussionszeit für Glad. Was funktioniert, ist wichtiger zu bewahren als zu reparieren.

Falle

Keine Schluss-Runde

Symptom

Termin endet abrupt nach harten Themen, Team geht emotional offen raus.

Was tun

Schluss-Runde ist nicht verhandelbar. Ein Wort pro Person. Wenn Zeit fehlt, lieber Aktion kürzer, Schluss-Runde voll.

07

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Akute Personalthemen oder Konflikte überlagern, Format ist falsch, 1:1 oder Mediation vorrangig.
Sicherheit fehlt, Anonymität nicht möglich, Beiträge wären gefiltert.
Team ist neu zusammengewürfelt, gemeinsamer Erfahrungs-Hintergrund fehlt.
Sponsor erwartet Lösungs-Aktionen für jede Emotion, Format wird missbraucht.
Facilitator hat keine Erfahrung mit emotionalen Retros, Risiko der Eskalation hoch.
Zeitraum ohne emotionale Höhepunkte, Sprint-Retro mit Start-Stop-Continue ist passender.

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