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Run SheetFacilitationPrioritization

Dot Voting

KomplexitätLow
Zeit5-15 min
Teilnehmende3-20
FormatWorkshop
MaturityCanonical
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenSichtbare Optionennicht im Katalog

Eine endliche Menge an Optionen (Ideen, Themen, Initiativen) ist gut sichtbar an einer Wand oder einem Board, jede Option als Stickie oder Karte verständlich beschriftet.

Ohne: Ohne klare Optionen votet jeder mit unterschiedlichem Verständnis und Ergebnis ist nicht interpretierbar.
Vorher abschließenKlare Voting-Fragenicht im Katalog

Die Voting-Frage ist eindeutig formuliert („Welche 3 Ideen sollten wir als nächstes prototypen?“), nicht „welche Idee gefällt euch?“.

Ohne: Ohne klare Frage votet jeder nach anderen Kriterien (Lieblings-Idee vs. machbarste vs. wichtigste), Ergebnis verzerrt.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Klebepunkte (3-7 pro Person, je nach Optionen-Menge), bei digital Tool mit Voting-Funktion (Miro, FigJam, Mural); Whiteboard mit Optionen sichtbar; Timer.

Personen / Rollen

Ein Facilitator zum Erklären der Regeln und Counting; alle Workshop-Teilnehmer als Voter; optional Note-Taker für Diskussion nach Voting.

Vorabinfos

Anzahl der Optionen; geplante Voting-Frage; Stimmen-Anzahl (Faustregel: ~1/3 der Optionen, max 5-7 Stimmen pro Person); ob Multi-Voting auf einer Option erlaubt ist.

Zeitbedarf

5-15 min

Setup

Optionen gut sichtbar. Voting-Frage groß über den Optionen. Stimmen-Anzahl ansagen. Regel: alle Stimmen verbrauchen, Stille während Voting, kein Lobbying. Timer auf 3-5 min Voting-Zeit.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Optionen erhalten die meiste Unterstützung der Gruppe, und wo zeigt sich Konsens oder Polarisierung?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Voting-Frage und Regeln
2-3 minVoting-Frage laut wiederholen und groß sichtbar machen. Stimmen-Anzahl pro Person ansagen. Erklären: Multi-Voting auf einer Option möglich oder nicht (je nach Setup).Wenn Voting-Frage unklar, klären bevor Voting startet. Sonst votet jeder nach anderen Kriterien und Ergebnis ist Müll.
2Phase 2: Sichten der Optionen
2-3 minAlle lesen die Optionen still durch. Bei Unklarheit zu einer Option kurze Klärung durch Verfasser, keine Diskussion über Bewertung.Ohne Sichten votet man nach Aufmerksamkeit (was zuerst gesehen wurde). Lesen-Phase ist Pflicht für faire Bewertung.
3Phase 3: Stilles Voten
3-5 minJeder verteilt Punkte still. Kein Reden, kein Beobachten anderer (Anchoring vermeiden). Bei digital: gleichzeitig voten oder Stimmen erst am Ende sichtbar machen.Reden während Voting beeinflusst andere. Wer als erster auf Idee X klebt, zieht andere Stimmen an. Stille ist nicht-verhandelbar.
4Phase 4: Ergebnis sichten
3-5 minStimmen sichtbar machen. Top-Optionen identifizieren. Konsens (viele Stimmen, viele Voter) vs. Polarisierung (viele Stimmen, wenige Voter mit vielen Punkten) markieren.Eine Option mit 10 Stimmen von einer Person ist nicht Konsens. Voter-Anzahl pro Option ist wichtiger als Stimmen-Summe.
5Phase 5: Diskussion und Folgeaktion
5-10 minTop-Optionen besprechen: warum diese, welche überrascht? Über Ausreißer reden (Optionen mit nur einer Stimme von einer wichtigen Stimme können relevant sein). Owner für Top-3 benennen.Dot Voting ist nicht Entscheidung, sondern Vorauswahl für Decider oder weiteres Verfahren. Kommunizieren, dass Voting Signal liefert, nicht Befehl.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Optionen-Liste mit Stimmen-Anzahl pro Option und Voter-Anzahl, daraus abgeleitete Shortlist mit Top-3-5 Optionen und Folge-Aktion mit Owner; optional Diskussions-Notizen zu Konsens vs. Polarisierung.

Tool-Alternativen
  • Physische Klebepunkte in 1-2 Farben
  • Miro oder FigJam mit Voting-Plugin
  • Mural mit Voting-Session
  • Slido oder Mentimeter für asynchrone Versionen
  • Trello mit Voting-Power-Up
Versionierung / Ownership

Bei wiederholtem Voting auf gleichen Optionen (z. B. nach Diskussion oder neuen Daten) eigene Voting-Runde mit Zeitstempel. Vergleich zwischen Runden zeigt Meinungsverschiebung.

agenda

Workshop Agenda

Kompakte Agenda-Vorlage für Methodenketten mit Timebox, Zweck und Output.

# Workshop Agenda

**Ziel:** ...
**Teilnehmende:** ...
**Dauer:** ...

| Zeit | Methode | Zweck | Output |
|---|---|---|---|
| 00:00 | Check-in | Fokus setzen | Gemeinsamer Start |
| 00:10 | How Might We | Ideationsfragen | HMW-Liste |
| 00:35 | Brainwriting | Ideen erzeugen | Idea Pool |
| 01:10 | Dot Voting | Auswahl vorbereiten | Priorisierte Ideen |
| 01:30 | Storyboarding | Konzept greifbar machen | Storyboard |

## Abschluss

Entscheidung, Owner, nächster Test.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

dot-voting-beispiel.md
markdown
## Dot Voting — Brainstorming-Shortlist Onboarding (KW 19/2026)

**Voting-Frage**: „Welche 3 Ideen sollten wir als nächstes prototypen?“
**Optionen**: 8 Cluster aus Brainstorming
**Voter**: 7 Personen × 3 Stimmen = 21 Punkte

### Ergebnis
| Option | Stimmen | Voter-Anzahl | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Vorausgefüllte Demo-Daten | 8 | 6 | Klarer Konsens |
| DATEV-Export prominenter | 5 | 4 | Solide Unterstützung |
| Migrations-Magic | 4 | 3 | Polarisiert (1 Person 3 Stimmen) |
| Erste-Schritte-Wizard | 2 | 2 | Schwächer |
| Personalisiertes Onboarding | 1 | 1 | Outlier |
| Live-Coach | 1 | 1 | Outlier |
| Tutorial vor Ort | 0 | 0 | Niemand |
| Aha-Trailer-Video | 0 | 0 | Niemand |

### Interpretation
- **Konsens**: Vorausgefüllte Demo-Daten und DATEV-Export prominent (4+ Voter)
- **Polarisierung**: Migrations-Magic - wertvoll oder Niche? Diskussion verraten Annahmen-Konflikt über Aufwand
- **Outlier**: Personalisiertes Onboarding hatte nur 1 Stimme, aber von Marcus (Sales-Lead). Sein Argument: B2B-Kunden erwarten das. Folge: separater Discovery-Pfad statt Top-3

### Top-3 für Prototyping (Owner)
1. Vorausgefüllte Demo-Daten (Owner: @lisa, Prototyp KW 22)
2. DATEV-Export prominenter (Owner: @anna, Solution-Sprint KW 21)
3. Migrations-Magic (Owner: @ben, Discovery-Spike KW 22 - zuerst Aufwand klären)
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Voting-Frage unklar

Symptom

Jeder votet nach anderen Kriterien (Lieblings-Idee vs. machbarste vs. wichtigste).

Was tun

Frage explizit und einzelne Dimension („als nächstes prototypen“, „mit höchstem Impact“, „mit niedrigstem Aufwand“). Nicht mehrere Dimensionen in einem Voting.

Falle

Anchoring durch erste Stimmen

Symptom

Erste Stimme auf Option X zieht weitere Stimmen an, Bandwagon-Effekt.

Was tun

Gleichzeitig voten (digital: Stimmen erst am Ende sichtbar). Physisch: Stille und Schnelligkeit fördern, kein Beobachten anderer.

Falle

Lautstärke vor Punkten

Symptom

Lobbying vor Voting verzerrt Stimmen. Wer lauter argumentiert, gewinnt.

Was tun

Sichtungs-Phase still halten. Diskussion vor Voting nur zur Klärung, nicht zur Überzeugung. Voting ist Bauchgefühl-Snapshot.

Falle

Voting als Entscheidung

Symptom

Top-Voted-Option wird sofort implementiert, ohne Sanity-Check.

Was tun

Klar kommunizieren: Voting ist Signal für Decider, nicht Demokratie. Top-Optionen werden vom Decider mit zusätzlichen Kriterien bewertet.

Falle

Zu viele Stimmen pro Person

Symptom

Bei 10 Optionen vergibt jeder 7 Stimmen, alle Optionen bekommen Punkte, keine Schärfe.

Was tun

Faustregel: 1/3 der Optionen, max 5-7 Stimmen. Bei 10 Optionen 3 Stimmen, bei 20 Optionen 5-6 Stimmen. Knappheit erzwingt Priorisierung.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Voting-Frage ist nicht klar oder hat mehrere Dimensionen gleichzeitig.
Optionen sind nicht verständlich oder nicht vergleichbar in Größenordnung.
Gruppe ist sehr klein (<3 Personen), Voting hat keine Aussagekraft.
Voting-Ergebnis soll als finale Entscheidung gelten ohne Decider-Check.
Stakeholder-Politik dominiert, einzelne Person hat Veto-Macht.
Optionen sind zu wenige (≤3), simpler Vergleich reicht ohne Voting.

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