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Run SheetUX DesignJourney Mapping

Customer Journey Canvas

KomplexitätMedium
Zeit1-3 h
Teilnehmende3-10
FormatWorkshop
MaturityEstablished
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenPersona oder Segment

Eine konkrete Persona mit Goals, Kontext und Ausgangssituation ist definiert, für die der Canvas gilt.

Ohne: Ohne Persona-Anker verallgemeinert sich der Canvas und liefert keine handlungsleitenden Opportunities.
Vorher abschließenKundenforschung

Research-Notizen, Interview-Highlights oder Service-Daten zur gewählten Customer Journey liegen vor.

Ohne: Ohne Research wird der Canvas mit internen Annahmen befüllt und beschreibt das Wunschbild der Organisation.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Customer-Journey-Canvas-Vorlage (z. B. Design a Better Business) mit Spalten für Phasen, Reihen für Customer Doing, Touchpoints, Customer Thinking & Feeling, Pain Points, Opportunities; Stickies; Marker; Research-Notizen griffbereit.

Personen / Rollen

Ein Service Designer oder UX Researcher als Facilitator; Persona-Owner aus Research; 3-7 Stakeholder aus Produkt, Service, Marketing, Operations; ein Note-Taker.

Vorabinfos

Persona-Profil; Research-Highlights und Zitate; aktuelle Touchpoint-Liste; bekannte Pain Points aus Support oder NPS; Scope-Definition (Start und Ende der Journey).

Zeitbedarf

1-3 h

Setup

Canvas auf Arbeitsfläche, Persona oben anheften. Phasen-Spalten vorab beschriften (oder leer für Co-Definition). Stickie-Farben pro Reihe definieren. Timer auf 90 min.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Wie erlebt die Persona die Journey End-to-End, an welchen Touchpoints, mit welchen Emotionen, und wo entstehen konkrete Verbesserungs-Opportunities?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Persona-Briefing
10 minPersona-Profil vorstellen: Goals, Kontext, aktuelle Situation. Scope der Journey definieren (Trigger und Endpunkt). Gemeinsames Bild erzeugen, bevor Inhalte kommen.Wenn Team Persona nicht teilt, Canvas wird inhomogen. Zuerst Persona angleichen, dann mappen.
2Phase 2: Phasen und Customer Doing
20-30 min4-7 Phasen aus Persona-Sicht definieren. Pro Phase die wichtigsten Customer-Aktionen als Verb-Stickies sammeln. Aus Research-Notizen belegen.Aktionen sind das, was die Persona TUT, nicht was wir ihr anbieten. Unterschied wichtig: „liest Bewertungen“ vs. „bekommt Newsletter“.
3Phase 3: Touchpoints und Channels
15-20 minPro Aktion: welcher Touchpoint, welcher Channel? Konkret benennen (App-Screen, Hotline-Nummer, Filiale-XY). Cross-Channel-Übergänge markieren.Lücken zwischen Channels (z. B. App → Hotline) sind oft die heißen Pain Points. Explizit als Übergang markieren.
4Phase 4: Customer Thinking & Feeling
20-30 minPro Phase emotionalen Zustand und Gedanken erfassen (z. B. „verunsichert“, „erleichtert“, „verloren“). Mit Zitat-Beleg aus Interviews. Emotions-Kurve über alle Phasen zeichnen.Geschönte Emotionskurven (alles positiv) sind ein Warnzeichen. Reale Journeys haben emotionale Tiefen. Konkrete Zitate sichern Bodenhaftung.
5Phase 5: Pain Points und Opportunities
20-30 minPro Phase Pain Points als rote Stickies, Opportunities als grüne. Opportunity beschreibt Problemraum, nicht Lösung. Top-3 Opportunities markieren mit Owner.Pain ohne Opportunity ist Klage. Opportunity ohne Pain ist Wunsch. Beide explizit verknüpfen.
6Phase 6: Synthese und Followup
10-15 minCanvas fotografieren oder exportieren. Top-3 Opportunities mit Owner und Termin ins Backlog überführen. Folge-Workshops planen (Service Blueprint, Solution Sprint).Ohne Folgeschritte versandet der Canvas. Mindestens drei Opportunities brauchen Owner vor Workshop-Ende.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Customer Journey Canvas (Bild oder Export) mit Persona, Phasen, Customer Doing, Touchpoints, Thinking & Feeling mit Emotions-Kurve, Pain Points und Opportunities; plus Opportunity-Backlog mit Owner, Priorisierung und Folge-Termin.

Tool-Alternativen
  • Miro oder FigJam mit Journey-Canvas-Template
  • Smaply als spezialisiertes Tool
  • UXPressia für Persona-integrierte Canvases
  • Mural mit Journey-Vorlage
  • A1-Druck mit Stickies und Foto-Export
Versionierung / Ownership

Pro Persona eigener Canvas mit Datum. Bei Iteration nach Implementierungen neue Version, alte behalten. Vergleich „vorher/nachher“ in separater Datei dokumentieren.

canvas

Customer Journey Canvas Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Customer Journey Canvas mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Customer Journey Canvas Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- Customer Journey Canvas:
- Pain Points:
- Experience Opportunities:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

customer-journey-canvas-beispiel.md
markdown
## Customer Journey Canvas — Persona „Sabine“ (Solo-Steuerberaterin, v1 2026-05-18)

**Persona-Kurz**: 47 J, allein, 65 Mandanten, DATEV-Veteran, sucht Alternative nach Datenverlust.

**Scope**: „Erste Suche“ bis „Erfolgreiche erste USt-Voranmeldung“

### Phasen

**1. Trigger**: Datenverlust → akute Suche
- Doing: Googelt nach Alternativen, fragt Kollegen
- Touchpoints: Google, Forum, persönliches Netzwerk
- Feeling: Wütend, getrieben, skeptisch („Wer ist verlässlich?“)
- Pain: Vertrauen verloren, jede Lösung wirkt riskant
- Opportunity: Vertrauenssignale auf Landing („99,99% Verfügbarkeit“, Audit-Trail)

**2. Recherche**: Vergleicht 3-5 Optionen
- Doing: Liest Vergleichsartikel, schaut YouTube-Demos, prüft Pricing
- Touchpoints: Vergleichsportale, eigene Website, Demo-Videos
- Feeling: Überwältigt, vergleicht Apples mit Oranges
- Pain: Marketing-Sprache hilft nicht, DATEV-Kompatibilität versteckt
- Opportunity: DATEV-Vergleich als Headline, nicht in Feature-Liste

**3. Demo-Test**: Probiert Top-2 Kandidaten
- Doing: Lädt Demo, testet erste Belege
- Touchpoints: Demo-Account, Onboarding-Wizard
- Feeling: Schnell ungeduldig (30-Min-Test-Regel)
- Pain: Wenn DATEV-Export nicht in 10 min auffindbar, raus
- Opportunity: DATEV-Export als erster Tutorial-Schritt

**4. Kauf**: Wählt Anbieter, schließt Abo
- Doing: Abo-Auswahl, Zahlungseingabe, erste Mandanten-Migration
- Touchpoints: Pricing-Seite, Checkout, Migrations-Assistent
- Feeling: Erleichtert nach Entscheidung, gleichzeitig nervös vor Migration
- Pain: Pricing pro Mandant unklar, Migration ohne Begleitung
- Opportunity: 30-Min-Onboarding-Call inklusive

**5. Erste Nutzung**: Macht erste Voranmeldung
- Doing: Quartals-Voranmeldung in neuer Software
- Feeling: Angespannt → erleichtert (wenn klappt)
- Pain: USt-Code-Hilfe fehlt, fehlertexte technisch
- Opportunity: Inline-Hilfe für DATEV-USt-Codes

### Top-3 Opportunities (priorisiert)
1. DATEV-Sichtbarkeit im Demo-Flow (Owner: @anna, Q3 2026)
2. 30-Min-Onboarding-Call inkl. Abo (Owner: @marcus, Q3 2026)
3. USt-Code-Inline-Hilfe (Owner: @ben, Q4 2026)
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Persona-Wechsel mitten in der Map

Symptom

Phasen 1-3 beschreiben Persona A, Phasen 4-5 plötzlich anderes Verhalten.

Was tun

Persona-Briefing vor Workshop erzwingen. Bei Persona-Drift im Workshop sofort unterbrechen und auf Anker zurückführen.

Falle

Touchpoints zu vage

Symptom

„Website“ oder „App“ als Touchpoint, ohne konkreten Screen oder Funktion.

Was tun

Touchpoints granular: „Landing Page Headline“, „Onboarding Screen 3“, „Hotline Erstkontakt“. Detail entscheidet über Aktionierbarkeit.

Falle

Opportunities sind Solutions

Symptom

Opportunity-Stickies enthalten fertige Featurevorschläge.

Was tun

Opportunity als Problemraum formulieren („Vertrauen in Migration stärken“), Solutions in separater Session ableiten.

Falle

Geschönte Emotionskurve

Symptom

Kurve verläuft konstant positiv, keine Tiefen oder Reibungen.

Was tun

Bei jeder Phase nach Frustration und Eskalation fragen. Reale Journeys haben Tiefen. Zitate aus Research zur Verankerung.

Falle

Nur Ist, kein Soll

Symptom

Canvas beschreibt aktuellen Zustand, kein Anker für Verbesserung.

Was tun

Erst As-Is komplett, dann separat To-Be skizzieren (zweiter Canvas). Mischung verwirrt und macht Tradeoffs unsichtbar.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Keine Persona oder kein Segment definiert.
Keine Research-Notizen verfügbar, Canvas würde geraten.
Scope der Journey nicht abgegrenzt, Canvas wird endlos.
Touchpoints in Organisation unbekannt, Aussagekraft fehlt.
Stakeholder fordert interne Prozessoptimierung, Service Blueprint passt besser.
Keine Bereitschaft für Folgeschritte, Canvas versandet im Wiki.

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