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Run SheetKnowledge ModelingKnowledge Structuring

Concept Mapping

KomplexitätMedium
Zeit1-2 h
Teilnehmende1-8
FormatBoth
MaturityCanonical
01

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Whiteboard oder Miro-Board mit großer freier Fläche; Haftnotizen für Konzepte; Marker für gerichtete Beschriftungen auf Verbindungen; geteilte Fokusfrage oben; Timer.

Personen / Rollen

Ein Facilitator, der Konzeptkern und Verbindungen führt; ein bis acht Teilnehmer mit Fach- oder Lernhintergrund; ein Scribe für Lücken-Liste und Folgefragen.

Vorabinfos

Fokusfrage als ein Satz; bestehende Glossare, Modelle oder Forschungsnotizen; Definition, was als Konzept zählt (Substantiv oder Substantiv-Phrase, kein Verb); Zielgruppe der Map (intern, didaktisch, etc.).

Zeitbedarf

1-2 h

Setup

Fokusfrage oben am Board. Beispielkonzept und Beispielverbindung („Konzept A — beeinflusst — Konzept B“) sichtbar. Regel: jede Verbindung trägt ein Verb oder eine Beziehungsbezeichnung.

02

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Konzepte gehören zur Fokusfrage, wie hängen sie semantisch zusammen, und wo zeigen sich Wissenslücken oder Widersprüche?

03

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Fokusfrage und Kernkonzept
10-15 minFokusfrage laut lesen. Kernkonzept (zentraler Begriff) in die Mitte des Boards. Bei Bedarf zwei oder drei zentrale Konzepte, wenn die Fokusfrage mehrere Achsen hat.Wenn Kernkonzept unklar bleibt, hat die Fokusfrage mehrere Subfragen. Erst eingrenzen, dann mappen.
2Phase 2: Konzepte sammeln
15-25 minBrainwriting-Solo 5 min: jede Person schreibt mindestens 10 Konzepte zur Fokusfrage. Anschließend Kleben rund um Kernkonzept. Duplikate konsolidieren.Konzepte sind Substantive oder Substantiv-Phrasen, keine Verben oder ganzen Sätze. Wer „verbessern“ schreibt, formuliert um zu „Verbesserungsschleife“.
3Phase 3: Beziehungen benennen
30-45 minVerbindungslinien ziehen, jede mit Beschriftung als Verb oder Beziehungsphrase („beeinflusst“, „besteht aus“, „verursacht“, „ist Voraussetzung für“). Pro Verbindung Richtung als Pfeil.Verbindungen ohne Beschriftung sind wertlos. Die Beschriftung trägt die eigentliche Semantik der Map.
4Phase 4: Struktur und Lücken prüfen
15-20 minMap gemeinsam durchgehen. Cluster bilden, Hierarchie sichtbar machen (übergeordnete Konzepte oben). Lücken oder Widersprüche markieren.Eine Konzept-Map mit nur wenigen Querverbindungen ist meist eine Hierarchie, kein Netz. Querverbindungen sind die wertvolle Erkenntnis.
5Phase 5: Folgefragen und Owner
10-15 minPro Lücke oder Widerspruch eine Folgefrage formulieren. Owner und Frist festhalten. Map exportieren und im Wissensspeicher ablegen.Lücken sind oft die Themen, an denen das Team gerade lernt. Festhalten lohnt sich auch ohne sofortige Auflösung.
04

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Concept Map als Bild oder digitale Map plus Markdown mit Fokusfrage, Konzeptliste, Verbindungen mit Beschriftung, Cluster-Notizen, Lücken-Liste und offenen Folgefragen mit Owner.

Tool-Alternativen
  • Miro oder FigJam mit freier Concept-Map-Fläche
  • CmapTools für klassische Concept Maps
  • draw.io mit Graph-Layout
  • Obsidian Graph View für Notizen-basierte Maps
Versionierung / Ownership

Pro Fokusfrage eigene Map mit Datum. Wachsende Map regelmäßig versionieren (z. B. quartalsweise) und Delta dokumentieren. Bei größeren Umbauten neue Version, alte als Snapshot behalten.

canvas

Concept Mapping Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Concept Mapping mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Concept Mapping Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- Concept Map:
- Relationship Labels:
- Knowledge Gaps:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
05

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

concept-mapping-beispiel.md
markdown
## Concept Map — Customer Activation bei B2B-SaaS (17.05.2026)

**Fokusfrage**: Was beeinflusst die Activation Rate neuer B2B-SaaS-Kunden in den ersten 30 Tagen?

**Kernkonzept**: Activation Rate

**Konzepte (Auszug, 28 insgesamt)**: Onboarding-Flow, Aha-Moment, Time-to-First-Value, Decision Maker, End User, Setup-Hilfe, Integrationen, Datenmigration, Champion, Sales-CS-Handoff.

**Verbindungen (Auszug)**:
- Onboarding-Flow → beeinflusst → Time-to-First-Value
- Time-to-First-Value → korreliert mit → Activation Rate
- Champion → ist Voraussetzung für → erfolgreiche Datenmigration
- Sales-CS-Handoff → beeinflusst → Erwartungen → beeinflusst → Onboarding-Erleben

**Lücken**: Zusammenhang Datenmigration ↔ Aha-Moment nicht klar. Folgefrage: Welche Daten löst den Aha-Moment aus? Owner: @lisa, Spike bis 30.05.

**Widerspruch**: Champion-Konzept passt nicht zu Self-Service-Segment. Folgefrage: Existiert Activation überhaupt im Self-Service-Pfad gleich, oder anders? Owner: @anna.
06

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Konzepte sind Verben oder Sätze

Symptom

Sticker enthalten „Kunden aktivieren“ oder „besser onboarden“, Map verliert semantische Klarheit.

Was tun

Konzept-Definition vor Phase 2 wiederholen: Substantiv oder Substantiv-Phrase. Bei Falschnotation sofort umformulieren.

Falle

Unbeschriftete Verbindungen

Symptom

Linien zwischen Konzepten ohne Beschriftung, Map wird Mindmap.

Was tun

Strikte Regel: keine Linie ohne Verb oder Beziehung. Facilitator pausiert die Phase, wenn unbeschriftete Linien auftauchen.

Falle

Map als Inventarliste

Symptom

Viele Konzepte, kaum Verbindungen, Map dokumentiert nur Begriffe statt Zusammenhänge.

Was tun

Phase 3 deutlich länger als Phase 2 ansetzen. Querverbindungen explizit verlangen (mindestens drei pro zentrales Konzept).

Falle

Zu großer Scope

Symptom

Fokusfrage deckt mehrere Domänen ab, Map wird unleserlich groß.

Was tun

Fokusfrage in 2-3 Sub-Fragen splitten, pro Sub-Frage eigene Map. Hauptmap zeigt Beziehungen zwischen Sub-Maps.

Falle

Lücken werden nicht als Lernchancen genutzt

Symptom

Map wird abgeschlossen, ohne Folgefragen oder Owner für Wissenslücken.

Was tun

Phase 5 erzwingen. Mindestens drei Folgefragen mit Owner und Datum, bevor die Session endet.

07

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Fokusfrage ist nach 15 min nicht in einem Satz formulierbar.
Weniger als zwei Personen mit Fachhintergrund verfügbar, Konzepte bleiben generisch.
Workshop unter 45 min angesetzt, fünf Phasen nicht durchführbar.
Methode wird für Priorisierung oder lineare Prozessmodellierung eingesetzt, anderes Werkzeug nötig.
Map verliert nach Phase 3 Lesbarkeit und Cluster, Scope ist zu breit.
Keine Person für Folgefragen verfügbar, Lücken versanden.

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