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Run SheetKnowledge ModelingOntology / Knowledge Graph Modeling

Competency Questions

KomplexitätMedium
Zeit2-4 h
Teilnehmende2-8
FormatBoth
MaturityEstablished
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenStakeholder Mapping

Eine Liste der späteren Konsumenten von Ontology, Knowledge Graph oder GraphRAG-Pipeline liegt vor, sodass Fragen aus echtem Nutzungskontext stammen.

Ohne: Ohne diese Liste werden Fragen von Modellierern für Modellierer erfunden, das Modell deckt später reale Use Cases nicht ab.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Geteiltes Dokument oder Tabelle mit Spalten Frage, Beispielantwort, benötigte Konzepte, Priorität, Coverage-Status; Beispielfragen als Anker; Whiteboard für Clustering.

Personen / Rollen

Ein Facilitator mit Ontology- oder Modellierungserfahrung; zwei bis vier Domain Experts; ein bis zwei Konsumenten (z. B. Data Scientist, GraphRAG-Entwickler); ein Scribe für die Fragen-Tabelle.

Vorabinfos

Use-Case-Beschreibung des geplanten Modells; bekannte Datenquellen; existierende Vokabulare oder Ontologien für Reuse; Beispielfragen aus vergleichbaren Projekten als Anker.

Zeitbedarf

2-4 h

Setup

Tabelle vorbereiten. 3-5 Beispielfragen als Anker einkleben (z. B. „Welche Komponenten hängen von Service X ab?“). Regel ansagen: Fragen müssen vom Modell beantwortbar sein, nicht von Wikipedia.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche konkreten Fachfragen muss das geplante Modell beantworten können, damit es für die geplanten Use Cases ausreichend und nicht überdimensioniert ist?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Use-Case-Briefing
20-30 minKonsumenten beschreiben ihre Use Cases konkret. Pro Use Case ein bis zwei Beispielfragen. Klären, was Wikipedia oder Suche schon liefern und wo das Modell echten Mehrwert geben muss.Wenn Use Cases vage bleiben („irgendwann KI darauf“), lieber zurückstellen. Ohne reale Frage gibt es keine sinnvolle Competency Question.
2Phase 2: Fragen sammeln
45-60 minStille Phase plus Round-Robin: jede Person formuliert konkrete Fachfragen, die das Modell beantworten muss. Mindestens 30 Fragen. Eine Frage pro Zeile. Inklusive konkretem Beispiel-Trigger.Wenn eine Frage mit „Was ist …?“ beginnt, ist sie meist Definitions- statt Modellierungsfrage. Umformulieren zu „Welche …?“, „Wie viele …?“, „Welche Beziehung …?“.
3Phase 3: Clustern und priorisieren
30-45 minFragen clustern (z. B. Entity Lookup, Beziehungs-Query, Aggregat, zeitliche Frage). Pro Cluster Coverage diskutieren. Priorität setzen: must-have, nice-to-have, out-of-scope. Out-of-scope explizit notieren.Out-of-scope-Fragen sind wertvoll als Grenzdefinition. Wer sie streicht statt markiert, verliert die Begründung für spätere Scope-Diskussionen.
4Phase 4: Konzepte ableiten und Test Queries
30-45 minPro must-have-Frage Konzepte, Beziehungen und Properties auflisten, die das Modell braucht. Aus 3-5 Top-Fragen Test Queries als Pseudocode (SPARQL, Cypher, GraphQL) skizzieren.Wenn dieselben Konzepte in vielen Fragen auftauchen, sind das die Kernklassen. Wenn eine Frage Konzepte verlangt, die nirgendwo sonst auftauchen, prüfen ob sie wirklich must-have ist.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Tabelle oder Markdown-Dokument mit nummerierten Fragen, Priorität, abgeleiteten Konzepten, Beispiel-Test-Query und Coverage-Matrix gegen Use Cases. Wird zur Akzeptanzbasis für das Modell.

Tool-Alternativen
  • Markdown-Datei im Ontology-Repo (z. B. docs/competency-questions.md)
  • Notion- oder Confluence-Seite mit Tabelle
  • Google Sheet mit Coverage-Matrix
  • Issue-Tracker (jede Frage ein Issue mit Label cq)
Versionierung / Ownership

Datum und Modell-Version im Header. Question Set wächst parallel zum Modell. Beantwortete Fragen mit Verlinkung auf Modellbestandteil markieren, nicht löschen. Out-of-scope-Fragen mit Begründung erhalten.

spreadsheet

Competency Questions Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Competency Questions mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Competency Questions Arbeitsmatrix

| Element | Beschreibung | Bewertung | Evidenz | Owner | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | | | | | |
| 2 | | | | | |
| 3 | | | | | |

## Ergebnisartefakte
- Competency Question Set:
- Required Concepts:
- Test Queries:
- Coverage Matrix:

## Entscheidung oder Empfehlung

Welche Konsequenz ergibt sich aus der Matrix?
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

competency-questions-beispiel.md
markdown
## Competency Questions — Knowledge Graph „Service Dependencies“ (v0.3, 18.05.2026)

**Use Case 1**: Incident Response: schnell wissen, wer von Ausfall betroffen ist.
**Use Case 2**: Architecture Review: Bottlenecks und Single Points of Failure finden.

### Must-have
1. Welche Services hängen direkt von Service X ab? Beispiel: PaymentService. Konzepte: Service, DEPENDS_ON.
2. Welche Teams sind Owner von Services, die DB-Cluster Y nutzen? Konzepte: Team, OWNS, Service, USES, Database.
3. Wieviele transitive Abhängigkeiten hat Service X bis Tiefe 3? Konzepte: Service, DEPENDS_ON*1..3.

### Nice-to-have
4. Welche Services teilen sich denselben Secret Store?

### Out-of-scope (v0.x)
- Historische Abhängigkeiten („wie war es vor 6 Monaten“). Begründung: Versionierung nicht in v0.x.

### Test Query (Frage 1, Cypher)
```
MATCH (s:Service {name:'PaymentService'})<-[:DEPENDS_ON]-(c:Service)
RETURN c.name
```

**Coverage v0.3**: 9 von 12 must-have-Fragen beantwortbar. Lücken: Frage 7, 10, 11 (Konzept SecretStore fehlt).
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Fragen ohne Konsumenten

Symptom

Modellierer erfinden Fragen, die niemand stellen wird, Test Queries finden im Betrieb keine Anwendung.

Was tun

Mindestens zwei echte Konsumenten in den Workshop holen. Wenn nicht verfügbar, vorher kurze Interviews führen und Fragen aus diesen Interviews einbringen.

Falle

Definitionsfragen statt Modellfragen

Symptom

Fragen wie „Was ist eine Microservice-Architektur?“ stehen in der Liste.

Was tun

Solche Fragen sind Glossar, nicht Modell. Umformulieren in „Welche Services sind als microservice-style markiert?“ oder streichen. Glossar in separate Datei.

Falle

Alles ist must-have

Symptom

Über 80% der Fragen sind als must-have markiert, Priorisierung verlässt sich auf Bauchgefühl.

Was tun

Strenge Definition: must-have heißt blockiert konkreten Use Case. Bei Unsicherheit zu nice-to-have. Maximal 60% must-have als Faustregel.

Falle

Kein Test Query

Symptom

Fragen sind formuliert, aber niemand kann sagen, wie sie technisch als Query aussehen.

Was tun

Mindestens 3 Top-Fragen als Pseudocode-Query skizzieren. Wenn das nicht geht, ist die Frage entweder unklar oder das Modell-Paradigma unpassend.

Falle

Set wächst nicht mit Modell

Symptom

Question Set wird einmal geschrieben, später nicht mehr gepflegt. Beantwortete Fragen sind nicht verlinkt.

Was tun

Question Set in Repo neben Modell ablegen. Pro Modell-Iteration Coverage prüfen und Verlinkungen pflegen. CI-Check kann Lücken sichtbar machen.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Keine Domain Experts und keine Konsumenten verfügbar, Fragen wären reine Konstruktion.
Use Case ist nicht abgegrenzt, Modell-Scope unklar, Fragen würden in alle Richtungen streuen.
Modell wird in 1-2 Sprints ohne Reuse-Anspruch gebaut, schwere Frage-Discovery überdimensioniert.
Bestehende Vokabulare decken den Use Case bereits ab, Question Set würde keine Lücken zeigen.
Workshop-Zeit unter 90 min, Phase 3 und Phase 4 nicht mehr durchführbar.
Datenlage zeigt, dass viele Fragen sowieso nicht beantwortbar werden (Daten fehlen), Modellbau hätte keinen Hebel.

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