Eine GTD-kompatible Aufgaben- und Projektliste oder vergleichbares Erfassungssystem existiert und wird in der Woche zumindest grob gepflegt.
Weekly Review
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Aufgabentool (z. B. Things, OmniFocus, Todoist, Linear, Notion); Kalender; Inbox (E-Mail, Slack, Notizen); Projektliste; Wochenreview-Checkliste; ruhiger Arbeitsplatz; 90 min ungestörte Zeit.
Eine Person, die für sich die Review durchführt; bei Teams optional eine Team-Variante mit Lead, der Slot moderiert; Coach in der Einführungsphase optional.
Wochenreview ist eine persönliche Routine, kein Team-Termin (sofern nicht als Team-Variante). Fester Wochentag und Uhrzeit (z. B. Freitag 14-15:30 oder Sonntag 17:00) reservieren.
60-90 min wöchentlich
Kalender und Aufgabentool offen, Inbox auf null bringen vorab oder als ersten Schritt der Review. Checkliste sichtbar machen (Get Clear, Get Current, Get Creative). Telefonbenachrichtigungen aus. Optional Timer pro Sektion.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Was ist seit letzter Woche passiert, was steht in der kommenden Woche an, und was wurde übersehen, vergessen oder verschoben, das jetzt eine Entscheidung braucht?
Ablauf
Marker: Sektion
| Schritt | Dauer | Aktion | Hinweis |
|---|---|---|---|
1Sektion 1: Get Clear | 15-25 min | Inbox sammeln: E-Mail-Inbox, Notiz-App, lose Zettel, Slack-Saved-Items, Browser-Tabs, alles in Erfassungsstapel. Inbox verarbeiten: pro Item entscheiden Trash, Defer, Delegate, Do, Project. | Wenn Inbox-Verarbeitung länger als 25 min dauert, ist Inbox die ganze Woche nicht gepflegt worden. Schwelle vereinbaren (Inbox max. 20 Items pro Tag), sonst zerfällt Review. |
2Sektion 2: Get Current (Vorwoche) | 15-20 min | Kalender der letzten Woche durchgehen: offene Followups, vergessene Verpflichtungen, Notizen aus Meetings in Aufgaben übersetzen. Erledigte Aufgaben abhaken, hängende prüfen. | Häufiger Fehler: nur Vorausschau, keine Rückschau. Rückschau bringt 80% der vergessenen Items zutage. Kalender ist Goldgrube für Verbindlichkeiten. |
3Sektion 3: Get Current (Projekte) | 15-20 min | Projektliste durchgehen: hat jedes aktive Projekt einen aktuellen Next Action? Welches Projekt ist faktisch tot und gehört archiviert. Was wurde abgeschlossen. | Projekte ohne Next Action sind im Stillstand. Häufiger Fehler: Projekt bleibt in Liste, weil emotional verbunden. Faktisch tote Projekte explizit archivieren, nicht ignorieren. |
4Sektion 4: Get Current (Vorschau) | 10-15 min | Kalender der kommenden 1-2 Wochen prüfen: Vorbereitungen, Reisen, Konflikte. Termin-induzierte Aufgaben anlegen. Realistische Wochenplanung: was passt überhaupt rein. | Wenn nach Vorschau klar wird, dass die Woche überladen ist, jetzt verhandeln (Termine verschieben, Aufgaben streichen), nicht montags. Vorschau ist Entscheidungsmoment. |
5Sektion 5: Get Creative | 10-15 min | Someday/Maybe-Liste durchgehen: was wandert in aktive Projekte, was bleibt. Reflexion: was läuft gut, was nicht, welche Hypothese probiere ich nächste Woche. Ein bis drei Wochenziele festhalten. | Get Creative wird oft ausgelassen, weil Zeit knapp wird. Genau deswegen wichtig: Methode dient Wachstum, nicht nur Verwaltung. Auch 5 min Reflexion sind besser als gar keine. |
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Aktualisierte Aufgaben- und Projektliste, geleerte Inboxes, Wochenrückblick-Notiz mit Erkenntnissen, ein bis drei Wochenzielen für die kommende Woche und einer Reflexionsnotiz zur Person oder Praxis.
- Things 3, OmniFocus oder Todoist mit eigenem Review-Modus
- Notion-Datenbank mit Wochenreview-Vorlage
- Obsidian-Daily-Note mit Review-Template
- Papier-Bullet-Journal mit Migrate-Routine
Pro Woche eigene Review-Notiz mit Datum. Reflexionen werden zur Quelle für Quartals-Reviews. Notizen nicht löschen; nach 6 Monaten zeigt sich Verhaltensmuster, das alleine durch Review-Notizen sichtbar wird.
Weekly Review Arbeitsvorlage
Kompakte Arbeitsvorlage für Weekly Review mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.
# Weekly Review Arbeitsvorlage
## Ziel
Regelmäßige Wochenreflexion, um Aufgaben, Projekte, Kalender und nächste Schritte zu aktualisieren.
## Kontext
Wann und wofür nutzen wir diese Methode?
## Input
Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?
## Durchführung
Kurze Notizen entlang des Run Sheets.
## Ergebnisartefakte
- Updated Task System:
- Weekly Focus:
- Next Actions:
## Annahmen und offene Fragen
- ...
## Entscheidung / Nächster Schritt
Owner, Datum und Erfolgssignal.Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario
## Wochenreview KW 20 — 17.05.2026 (Sabine)
### Get Clear
Inbox geleert (32 E-Mails, 8 Slack-Saved, 11 Notizen). 4 in Aufgaben, 2 delegiert, 1 als Projekt aufgenommen (Onboarding-Doku-Refresh).
### Vorwoche
- Kundeninterview mit Marlene: Followup-Mail offen, eingeplant für Montag.
- Architekturentscheidung-Diskussion mit Ben: ADR-Entwurf hat keinen Next Action, jetzt: „Draft bis Mittwoch“.
- Workshop „Cynefin“ am 12.05.: Notizen aus Foto übertragen, 3 Aktionen daraus.
### Projekte
- 12 aktiv, 2 archiviert („Marketing-Funnel-Pilot“ tot, „Konferenz-Talk Berlin“ abgeschlossen).
- Drei Projekte ohne Next Action: jetzt definiert.
### Vorschau KW 21
Montag-Mittwoch sehr voll (4 Meetings/Tag), Donnerstag offen für Deep Work. Freitag Workshop „Decision-Framing“ Vorbereitung.
### Wochenziele
- ADR-Entwurf veröffentlichen.
- Onboarding-Doku-Refresh starten.
- 2 h Deep Work am Donnerstag für Strategiepapier.
### Reflexion
Review lief diesmal 65 min, optimal. Inbox war diese Woche disziplinierter, Projektliste fühlt sich aufgeräumt an.Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Review wird verschoben oder ausgelassen
Nach 3-4 Wochen ohne Review wachsen Inbox und Projektliste, Effizienz fällt sichtbar.
Fester Slot im Kalender, nicht verhandelbar mit anderen Meetings. Bei wiederholter Auslassung: Slot prüfen, vielleicht falsche Zeit oder zu lang. 45-min-Variante als Notlösung.
Review wird zur Verwaltung
Person geht 90 min durch Listen, verschiebt Aufgaben, kein Wochenziel, keine Reflexion.
Get-Creative-Sektion als Pflicht. Auch wenn Verwaltung mehr Zeit braucht, Reflexion auf 5-10 min nicht streichen. Sonst wird Review zur Pflichtübung ohne Lernen.
Inbox als Aufgabenliste
Inbox enthält 200+ Items, viele bleiben Wochen ohne Entscheidung, Review wird ungewollt zur Inbox-Triage.
Tägliche Inbox-Zero-Routine (5 min pro Tag). Review ist Konsolidierung, nicht Erstverarbeitung. Wenn Inbox über 50 Items pro Review, Tagespraxis anpassen.
Projekte ohne Definition
Liste enthält Begriffe wie „Marketing“ oder „Team“ statt konkreter Projekte mit Outcome.
Projekt = konkretes Outcome mit Abschlusszeitpunkt. „Marketing“ ist Verantwortungsbereich, kein Projekt. Bereiche separat führen, Projekte sind zeitlich definiert.
Wochenziele werden montags vergessen
Am Freitag definiert, am Montag nicht wiedergesehen, am nächsten Freitag nicht abgehakt.
Wochenziele am sichtbarsten Ort (Dashboard, Daily Note, Whiteboard). Montagmorgens-Routine: Wochenziele lesen, Tagesplan daran ausrichten.
Abbruchkriterien
Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar
Run Sheet durchgearbeitet?
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