Ein Architecture Inception Canvas oder vergleichbares Inception-Artefakt liegt vor, sodass Ziele, Stakeholder und Constraints bekannt sind.
Software Architecture Canvas
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Top Quality Attributes und Szenarien sind ausgearbeitet, sodass der Canvas darauf aufbauen kann.
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Whiteboard oder Miro mit Canvas-Feldern (Kontext, Ziele, Stakeholder, Quality Attributes, Komponenten, Schnittstellen, Datenmodell, Cross-Cutting Concerns, Entscheidungen, Risiken, Roadmap); Stickies; ADR-Vorlage.
Ein Architekt als Owner; 3-5 Teilnehmende aus Engineering, Operations, Product, Security; Scribe; Decider fuer kritische Entscheidungen.
Inception Canvas, QA-Szenarien, bestehende Systemlandschaft, Technologie-Stack, bekannte Entscheidungen aus Vorprojekten, Budget und Zeitrahmen.
1 Tag (6-8 h)
Canvas-Felder gross sichtbar. Pro Feld 30-45 min einplanen. Regel: jeder Eintrag traegt zur Architektur-Aussage bei, kein Vollstaendigkeits-Theater.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche Komponenten, Schnittstellen, Entscheidungen und Cross-Cutting Concerns ergeben gemeinsam eine konsistente Architektur, die die Quality Attribute Szenarien erfuellt?
Ablauf
Marker: Sektion
| Schritt | Dauer | Aktion | Hinweis |
|---|---|---|---|
1Sektion 1: Kontext und Ziele | 30 min | Aus Inception uebernehmen: Systemzweck, Ziele, Top-Stakeholder, Boundary. Aktualisieren falls neuer Stand. | Wenn sich seit Inception viel geaendert hat, Inception zuerst aktualisieren. Sonst bauen Canvas-Felder auf veralteten Annahmen. |
2Sektion 2: Quality Attributes und Trade-offs | 45 min | Top-Szenarien aus QAW uebernehmen. Pro Szenario potenzielle Trade-offs identifizieren (z. B. Performance vs. Consistency). | Trade-offs explizit machen. Ohne sie wirkt Architektur als kostenlose Loesung, was sie nicht ist. |
3Sektion 3: Komponenten und Schnittstellen | 90 min | Hauptkomponenten identifizieren (5-12 Stueck). Pro Komponente Verantwortung, technologie, Kommunikationsmuster (synchron, asynchron). Schnittstellen explizit. | Wenn ueber 15 Komponenten entstehen, Granularitaet zu fein. Strategische Sicht, nicht Microservice-Sammlung. |
4Sektion 4: Datenmodell und Persistenz | 60 min | Hauptentitaeten und Datenfluesse skizzieren. Pro Datenspeicher Persistenzmuster (relational, dokumentenbasiert, Event Store). Ownership pro Daten-Domaene. | Shared Database zwischen Komponenten ist haeufige Anti-Pattern. Wenn unvermeidlich, explizit als Risiko. |
5Sektion 5: Cross-Cutting Concerns | 60 min | Authentication, Authorization, Observability, Logging, Konfiguration, Tracing, Resilience-Patterns. Pro Concern Loesungsansatz und Owner. | Cross-Cutting zu spaet zu adressieren ist teurer als von Anfang. Mindestens Auth, Logging, Tracing entschieden. |
6Sektion 6: Entscheidungen, Risiken, Roadmap | 60 min | Top-5-Architekturentscheidungen als ADR-Stubs. Top-5-Risiken mit Mitigation. Roadmap mit Phasen (z. B. MVP, Skalierung, Internationalisierung). | Roadmap nicht zu detailliert. Hauptphasen mit Quartals-Granularitaet, Details kommen aus Sprints. |
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Software Architecture Canvas mit allen Sektionen, gefuellt mit Stichpunkten, Diagrammen (C4-light), Tabellen. Ergaenzt um ADRs, Risiken-Register und Roadmap. Insgesamt 5-15 Seiten je nach Tiefe.
- Miro mit Canvas-Template
- Markdown im docs/architecture-Ordner mit Diagrammen
- Confluence-Space mit Canvas-Vorlage
- Structurizr fuer C4-Diagramme im Canvas
- draw.io oder Lucidchart fuer Komponentendiagramme
Canvas mit Datum und Version. Aenderungen mit ADR-Verlinkung. Bei groesseren Aenderungen neuer Eintrag mit Diff zur Vorperiode. Quartals-Review.
Software Architecture Canvas Arbeitsvorlage
Kompakte Arbeitsvorlage für Software Architecture Canvas mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.
# Software Architecture Canvas Canvas
## Kontext
Wofür wird die Methode eingesetzt?
## Kernfrage
Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?
## Input
Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?
## Arbeitsfläche
- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:
## Ergebnisartefakte
- Architecture Canvas:
- Goals:
- Constraints:
- Quality Attributes:
## Offene Fragen
- ...
## Nächster Schritt
Owner, Datum, Erfolgssignal.Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario
## Software Architecture Canvas - Booking API v2 Workspot, Mai 2026
**Kontext**: Booking API als Kernservice fuer Workspot Web/Mobile und Partner-Integrationen.
**Ziele**: 5x Volumen, p95 unter 600 ms, Partner-Onboarding in 5 PT.
**Top QA-Szenarien**
- QAS-01 Performance, QAS-02 Availability, QAS-03 Security (siehe QAW-Report).
**Hauptkomponenten**
- Booking Service (Domain Core, Kotlin Spring).
- Inventory Service (existierend, REST).
- Identity Service (existierend, OAuth2 Provider).
- Notification Service (asynchron via Kafka).
- Partner Gateway (REST mit OAuth2 Client Credentials).
- Internal GraphQL Gateway (Apollo Server).
**Schnittstellen**
- Partner Gateway -> Booking Service: REST/JSON.
- Internal GraphQL -> Booking Service: gRPC.
- Booking Service -> Notification Service: Kafka topic `bookings.events`.
**Datenmodell und Persistenz**
- Booking Aggregat: Postgres (relational, transaktional).
- Booking Events: Kafka mit 7 d Retention plus EventStore-Archiv in S3.
- Read Models: Redis-Cache fuer Verfuegbarkeit (TTL 60 s).
**Cross-Cutting Concerns**
- AuthZ: OAuth2 Scopes, pro Schnittstelle dokumentiert.
- Observability: OpenTelemetry mit Datadog Backend.
- Resilience: Circuit Breaker (Resilience4j), Retry mit Backoff, Bulkheads pro Downstream.
- Konfiguration: AWS Parameter Store, Feature Flags via LaunchDarkly.
**Top-Entscheidungen (ADRs)**
- ADR-014: Multi-Region eu-central + eu-west, aktiv-aktiv (Read-Replicas).
- ADR-015: GraphQL fuer Internal, REST fuer Partner.
- ADR-016: Event Driven via Kafka, kein synchroner Notification-Aufruf.
- ADR-017: Datenresidenz EU-only, Compliance bestaetigt.
- ADR-018: Cache via Redis mit TTL 60 s, Acceptance bei Inkonsistenz.
**Risiken**
- R1: Partner-Lastspikes nicht prognostizierbar -> Rate Limit + Burst Quota.
- R2: Multi-Region-Konsistenz bei Buchung -> sticky Region pro Mandant, async Replikation.
- R3: Kafka-Operations-Reife unklar -> SRE-Spike bis 15.06.
**Roadmap**
- Q2: MVP single-region, GraphQL plus Partner Gateway.
- Q3: Multi-Region, vollstaendige Observability.
- Q4: Self-Service Partner-Sandbox.Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Canvas wird Service-Katalog
Komponenten-Sektion enthaelt 30 Microservices, strategische Aussage geht verloren.
Auf 5-12 strategische Komponenten beschraenken. Details in C4-L3 oder Service-Katalog separat. Canvas bleibt Big Picture.
Cross-Cutting ignoriert
Komponenten sind definiert, Auth, Logging, Tracing fehlen.
Cross-Cutting-Sektion zwingend befuellen. Mindestens Auth, Observability, Resilience. Spaete Loesung teurer als fruehe.
Trade-offs unsichtbar
Architektur wirkt magisch, alle Quality Attributes werden gleichzeitig erfuellt.
Pro QA-Szenario Trade-off explizit. Welcher anderer Aspekt leidet, wie wird das mitigated.
Roadmap fehlt
Canvas zeigt Zielzustand, niemand weiss Reihenfolge oder Phasen.
Roadmap-Sektion mit Phasen und Meilensteinen. Nicht zu fein, mindestens grobe Quartalsstruktur.
Kein Bezug zu ADRs
Canvas-Eintraege bleiben Behauptungen ohne Begruendung.
Pro Top-Entscheidung ADR mit Optionen und Begruendung. Canvas verlinkt ADRs.
Abbruchkriterien
Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar
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