Markdown-Dokument mit Challenge, vollständiger Frageliste in Reihenfolge, markierten Top-Fragen, Reframing-Vorschlägen und nächsten Schritten mit Owner und Datum.
Question Burst
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Whiteboard oder Miro-Board mit Liste oder Tabelle für Fragen; Stifte; Timer (sichtbar); ggf. Marker in zwei Farben für Markierung später.
Ein Facilitator, der Frage-nur-Regel durchsetzt; zwei bis acht Teilnehmer, idealerweise auch fachfremd; ein Scribe, der parallel mitschreibt.
Challenge als 1-2 Sätze; bekannter Kontext der Challenge in maximal einer Minute Briefing; klare Ansage, dass keine Lösungsdiskussion stattfindet.
15-30 min
Challenge oben am Board. Liste oder Tabelle für mindestens 30 Fragen vorbereiten. Timer auf 4 min für die erste Burst-Runde. Regel ansagen: keine Antworten, keine Diskussion, nur Fragen.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche Fragen über die Challenge öffnen neue Perspektiven, bevor jemand eine Antwort versucht?
Ablauf
Marker: Minute
| Schritt | Dauer | Aktion | Hinweis |
|---|---|---|---|
10-3 min | 3 min | Facilitator stellt Challenge in maximal 2 min vor. Keine Lösungsskizze, kein Pitch. Regeln wiederholen: nur Fragen, keine Antworten, kein Bewerten. | Wenn das Briefing über 3 min geht, dominieren bereits Annahmen des Vortragenden die Fragen. Strikt kurz halten. |
23-7 min | 4 min | Erste Burst-Runde: alle Teilnehmer schreiben oder rufen Fragen, Scribe schreibt mit. Mindestens 20 Fragen anstreben. Keine Diskussion zwischen Fragen. | Wenn Antworten oder Vorschläge auftauchen, Facilitator unterbricht und formuliert um zu einer Frage. Aus „Wir sollten X“ wird „Was würde passieren, wenn X?“. |
37-12 min | 5 min | Zweite Burst-Runde: Perspektivwechsel. Fragen aus Sicht des Nutzers, Konkurrenten, Skeptikers oder einer fremden Branche. Wieder ohne Bewertung. | Perspektivwechsel ist die wertvollste Phase. Wer hier nur Variationen seiner ersten Fragen schreibt, bleibt im eigenen Denkrahmen. |
412-20 min | 8 min | Fragen markieren: bis zu drei Fragen, die das Denken am stärksten verändern (Stern). Bis zu drei Fragen, die noch nicht beantwortbar sind (Fragezeichen). Reframing-Versuch: aus den markierten Fragen eine neue Problemformulierung. | Reframing ist kein Konsens-Akt, sondern ein Vorschlag. Mehrere Reframings parallel sind erlaubt und oft produktiv. |
520-30 min | 10 min | Nächste Schritte: pro markierter Frage Owner und Recherche- oder Diskussionsaktion. Reframing-Vorschlag dokumentieren. | Wenn keine Owner zustande kommen, ist die Sitzung Theaterdokumentation. Lieber 1-2 Owner mit Datum als 10 ohne. |
Artefakt
Was am Ende rauskommt
- Miro mit Question-Burst-Template
- Whiteboard mit Foto-Export
- Google Doc mit nummerierter Liste
- Notion-Datenbank mit Spalten Frage / Markierung / Owner
Pro Session eigener Eintrag mit Datum und Challenge. Bei wiederholter Anwendung an gleicher Challenge vorhandene Fragen am Anfang zitieren, um Wiederholung zu vermeiden, neue Perspektiven sichtbar machen.
Question Burst Arbeitsvorlage
Kompakte Arbeitsvorlage für Question Burst mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.
# Question Burst Arbeitsvorlage
## Ziel
Erzeugt viele Fragen zu einer Challenge, bevor Antworten gesucht werden.
## Kontext
Wann und wofür nutzen wir diese Methode?
## Input
Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?
## Durchführung
Kurze Notizen entlang des Run Sheets.
## Ergebnisartefakte
- Question List:
- Reframed Challenge:
- Learning Prompts:
## Annahmen und offene Fragen
- ...
## Entscheidung / Nächster Schritt
Owner, Datum und Erfolgssignal.Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario
## Question Burst — Onboarding bei Sabine, Solo-Steuerberaterin (15.05.2026)
**Challenge**: Wir bekommen unser Onboarding nicht so schlank wie wir möchten. Activation bleibt bei 22%.
**Fragen-Auszug (38 insgesamt)**:
1. Was hindert Sabine konkret in Minute 1?
2. Wann sind ihre 10 freien Minuten?
3. Was wäre, wenn wir das Onboarding nicht im Tool, sondern in ihrer E-Mail-Inbox stattfänden?
4. Was lernen die 22%, die aktivieren, das die anderen nicht lernen?
5. Wie würde ein Kontoeröffner bei einer Direktbank Sabine willkommen heißen?
6. Was passiert, wenn Sabines Mitarbeiterin Anna das Onboarding macht statt Sabine selbst?
**Markierungen**:
- Stern: Fragen 3, 4, 6 (verändert Denken).
- Fragezeichen: Frage 2 (Zeitfenster Sabine).
**Reframing**: Statt „wie machen wir Onboarding schlanker“ → „wie passen wir Onboarding in Sabines bestehende Inbox-Routine ein“.
**Nächste Schritte**:
- Frage 2: 5 Interviews. Owner @anna, bis 25.05.
- Frage 4: Cohort-Analyse aktivierte vs nicht-aktivierte. Owner @lisa, bis 22.05.Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Antworten statt Fragen
Teilnehmer rutschen in Lösungsvorschläge und Begründungen.
Facilitator unterbricht und formuliert um. Wiederholte Lösungsbeiträge auf separaten Parkplatz, dort später kurz prüfen.
Bewertung von Fragen
Während der Burst-Phasen werden Fragen kommentiert („das ist doch klar“, „nicht relevant“).
Strikte Regel: keine Bewertung in Phasen 1-3. Erst in Phase 4 wird markiert, vorher nichts verworfen.
Briefing zu lang
Vortragender erklärt 8 min lang den Kontext, eigene Annahmen dominieren die Fragerunde.
Briefing auf 2 min hart begrenzen. Wer mehr Kontext braucht, fragt nach in Phase 2 (als Frage).
Keine Perspektivwechsel
Alle Fragen kommen aus der Innensicht des Teams, externe Sichten fehlen.
Phase 3 explizit ansagen: aus Sicht Nutzer, Konkurrent, Branchenfremder, Skeptiker. Prompts an die Wand kleben.
Methode wird Selbstzweck
Sitzung produziert 60 Fragen, aber niemand verfolgt eine weiter.
Phase 5 erzwingen. Maximal drei Top-Fragen mit Owner und Datum. Rest kommt in Backlog, nicht jede Frage muss verfolgt werden.
Abbruchkriterien
Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar
Run Sheet durchgearbeitet?
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